Kathrin Menges, Personalvorstand bei der Henkel AG & Co. KGaA - geboren im brandenburgischen Pritzwalk (Quelle: dpa/Rolf Vennenbernd)
Video: Brandenburg Aktuell | 05.03.2019 | Theresa Majerowitsch | Bild: dpa/Rolf Vennenbernd

Erhebung von rbb und MDR - Frauen mit Ost-Biographie sind erfolgreicher als Ost-Männer

30 Jahre nach der Wende haben es Frauen aus dem Osten deutlich häufiger in Führungspositionen geschafft als ostdeutsche Männer. Das geht aus einer Erhebung von rbb und MDR hervor. Auch die Frauen aus dem Westen lassen sie in vielen Fällen hinter sich.

Ostdeutsche Frauen sind in den Führungsetagen deutscher Unternehmen und auch in der Bundespolitik deutlich erfolgreicher als ihre aus dem Osten stammenden männlichen Landsleute. Das hat eine Erhebung von rbb und MDR ergeben, bei der die beiden Rundfunkanstalten mit der Uni Leipzig zusammengearbeitet haben. Als "ostdeutsch" bezeichnet die Erhebung Menschen, die in der DDR geboren wurden oder den größten Teil ihres Lebens dort verbracht haben.

Überdurchschnittlich oft in Führungspositionen

Zwar sind Ostdeutsche auch 30 Jahre nach der Wende in Führungspositionen insgesamt noch immer stark unterrepräsentiert - doch da, wo sie es bis nach ganz oben geschafft haben, handelt es sich überproportional häufig um Frauen. Und: Je höher die Leitungsposition ist, die mit einem Ostdeutschen besetzt ist, desto häufiger handelt es sich um eine Frau.

In vielen der untersuchten Bereiche erreichen die Frauen unter den Ostdeutschen in Führungspositionen bereits heute einen Anteil von etwa 50 Prozent. In dieser Hinsicht sind sie ihren aus Westdeutschland stammenden Geschlechtsgenossinnen überlegen - das zeigt ein Blick auf die DAX-Konzerne und die Top-100-Unternehmen in Ost und West.

Kathrin Menges - erste Ostfrau im Vorstand eines DAX-Konzerns

So haben bei den Vorstandsmitgliedern der 30 DAX-Konzerne nur vier eine ostdeutsche Biographie vorzuweisen, doch drei von ihnen, also 75 Prozent, sind Frauen. Dagegen beträgt der Frauenanteil bei den aus dem Westen stammenden DAX-Vorständen nur zehn Prozent.

Zu den ostdeutschen Top-Managerinnen zählt auch Kathrin Menges, Personalvorstand beim Henkel-Konzern. Menges, Jahrgang 1964, stammt aus dem brandenburgischen Pritzwalk (Prignitz) und studierte an der Pädagogischen Hochschule Potsdam Englisch und Russisch. 1988 schloss sie ihr Studium als Diplom-Lehrerin ab. Anschließend war sie zwei Jahre als Lehrerin tätig, wechselte dann aber ins Personalmanagement. Über die Bankgesellschaft Berlin kam sie zu Henkel und wurde 2011 - als erste Frau - in den Henkel-Vorstand berufen. Damit war Menges auch die erste Ostfrau im Vorstand eines DAX-Konzerns.

Frauen führen im Osten neun der Top-100-Unternehmen

Ähnlich sieht es an der Spitze der 100 größten Unternehmen in Ost und West aus - wobei das Klima im Osten Deutschlands grundsätzlich frauenfreundlicher zu sein scheint: Während von den 100 größten West-Unternehmen nur zwei von Frauen geführt werden, sind es bei den 100 größten Ost-Unternehmen gleich neun - unabhängig von der Herkunft aus Ost oder West. Fragt man dagegen, wieviele der 100 größten Ost-Unternehmen von Ostdeutschen geführt werden, steigt der Anteil der Frauen sogar auf 25 Prozent.

Ostdeutsche in der Bundesregierung: Zu 70 Prozent Frauen

Auch in der bundespolitischen Spitze zeigt sich ein ähnliches Bild: Zwar sind Menschen aus dem Osten Deutschlands bis heute zahlenmäßig nur schwach vertreten - doch auch in diesem Bereich schneiden die Frauen besser als die Männer ab: Wie die Erhebung von rbb und MDR zeigt, haben es seit der Wiedervereinigung 17 Ostdeutsche in die Bundesregierung geschafft - doch zwölf von ihnen, unter ihnen auch die Kanzlerin, waren Frauen. Das sind gut 70 Prozent.

Eine Erklärung dafür zu finden, warum die Ost-Frauen verglichen mit den West-Frauen vergleichsweise erfolgreich sind, bleibt weiteren Untersuchungen überlassen. Einen wichtigen Hinweis aber gibt die Erhebung: Ab der Jahrtausendwende steigt der Anteil von Frauen stärker als zuvor, und hier vor allem bei den Ostfrauen. Zeitlich fällt das mit dem Aufstieg von Angela Merkel zusammen. Im November 2005 wird sie zum ersten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt.

Sendung: Inforadio, 05.03.2019, 5.00 Uhr

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Antwort auf [Berliner Retter] vom 05.03.2019 um 16:53
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19 Kommentare

  1. 19.

    Und wenn man weiterhin "die Bürger" schreibt,kann man sogar noch mehr Zeichen sparen :D

    Außerdem muss man die Sache dann auch durchziehen,wenn mal damit anfängt oder meinst du dann nur Männer,wenn kein -innen hinten dran hängt?

  2. 18.

    Meine These zu beweisen ist nicht so schwer. Da reicht ein Blick in den täglichen Stellenmarkt der Medien dieser Welt. Auch erschliesst sich mir nicht, warum ich etwas googeln soll, nur weil Sie nicht in der Lage sind, die Quellen zu benennen. Interessant ist auch dieses: Es ist heute als Mann sehr sehr schwer eine Führungsposition in der Pflege, einer Kita oder gar einer Schule zu bekommen. Diese Berufe sind absolut Frauen dominiert. Es ist auf der anderen Seite sehr sehr schwer Mitarbeiterinnen für Berufe wie bspw. Paketfahrer zu finden. Egal ob DHL, UPS oder Fedex. Im Regelfall sitzen Männer auf dem Auto. Im Regelfall arbeiten Männer in den Verteilzentren. Warum ist das wohl so?

  3. 17.

    Mit "*" kann man übrigens Zeichen sparen! Mal daran gedacht? Bürger*innen statt Bürger und Bürgerinnen...;)

  4. 16.

    @Lito:

    Vorsicht, Sie wurden „geframed“! Schon Ihr Gender-Gaga-Schreibstil mit „*“ lässt darauf schließen. Erst recht aber ihre haltlose Behauptung vom Wirtschaftsraum EU, der allein selig machend die Chance eröffnet, wirtschaftlich erfolgreich gegen die USA und China anzutreten. Was würden dazu wohl die Schweizer und Norweger, die Chilenen, aber auch Kanada, Australien oder Südkorea sagen? Versuchen Sie, sich von Märchen zu befreien, die Ihnen wo auch immer und von wem auch immer als alternativlose Fakten untergejubelt wurden. Viel Erfolg.

  5. 15.

    "So haben bei den Vorstandsmitgliedern der 30 DAX-Konzerne nur vier eine ostdeutsche Biographie vorzuweisen, doch drei von ihnen, also 75 Prozent, sind Frauen."
    Ihr macht euch lächerlich,wenn ihr eine Stichprobe von 4 Leuten auswertet.

    Viel erschreckender finde ich eher,wie wenig Ostdeutsche es in Führungspositionen gibt. Das sollte man eher mal untersuchen.

    @Lito
    Wie hat es denn Deutschland zu Zeiten der DM so weit nach oben geschafft? In Sachen Wirtschaft bist du scheinbar einigen Propagandageschichten auf den Leim gegangen.

  6. 13.

    Kein Scherz, Sie kennen nur die Definition von konservativ nicht! Rückwärtsgewandt = CDU/ CSU und Antidemokraten von der AFD! Wenn Sie mir erzählen wollen SPD und die Grünen wären nicht zukunftsorientiert, dann WOLLEN Sie es sachlich einfach nur nicht sehen! Okay, ein Beispiel: Eine Partei, die sich im nationalstaatlichen klein klein abarbeitet und dann noch nicht Mal zu 100% die europäische Integration fördert, ist rückwärtsgewandt, da sie nicht versteht, dass unserer Wohlstand nur gesichert werden kann, wenn Sie und ich Macht bekommen/ erhalten! Nur die EU, als größter Wirtschaftsraum, kann sich gegen China und USA zur wehr setzen! Das kleine Deutschland kann dies nicht, auch wenn Sie anderer Meinung sind - es entbehrt jeglicher (wissenschaftlicher) Grundlage!

  7. 12.

    Sagt trotzdem nichts darüber aus, welcher Bewerber zum Schluss angenommen wurde und es ist noch lange nicht eine gesetzliche Quote! Ob solche Formulierungen gesetzeskonform sind, muss die Judikative entscheiden, nicht Foristen! Wenn ein Betrieb nur aus Männern bestehen würde, würde das für mich kein Anreiz sein dort zu arbeiten! Gemischte Teams machen mehr Spaß und führen mindestens zum gleichen Output, wahrscheinlich ist er durch die richtige Mischung sogar noch besser!

  8. 11.

    @Lito
    Ein häufiger Satz im öffentlichen Dienst in Ausschreibungen lautet:

    Da Frauen in dieser Position unterrepräsentiert sind, wird eine Bewerbung von Frauen besonders gewünscht/gefördert.

  9. 10.

    Sie sollten als erstes Mal Ihre Behauptungen überprüfen und Ihre "Gefühle" belegen! Was sagen Sie denn zu Ihrer Aussage mit den weiblichen Ansprechpartnern? Was ist das für ein Gedankengang, dass ist doch frei erfunden, oder? Bei was sollen Sie ein Volltreffer gelandet haben? Ihre Aussage steht dafür, dass Ihre eigentliche Motivation nur die plumpe Provokation war! Temperament ist übrigens keine Aufgeregtheit! Warum googeln Sie nicht einfach nach der Quelle, zu schwer? Antworten Sie ertsmal....

  10. 9.

    "Wenn Ihnen eine Frau den Job wegnimmt, ist Sie wahrscheinlich einfach nur besser (geeignet". Stimmt so nicht, zumindest im ÖD wird Frau genommen, auch wenn Mann und Frau gleichermaßen geeignet sind. Da ist Frauenförderung.

  11. 8.

    @Lito

    Zukunftsorientierte Parteien RRG, entschuldigen Sie aber das ist doch ein Scherz.

  12. 7.

    Habe ich da etwa einen Volltreffer gelandet? Warum diese Aufgeregtheit? Wo kann ich von Ihnen genannte Studien nachlesen?

  13. 6.

    Von welcher erfundenen Quote sprechen Sie? Vielmehr lässt sich bei Ihnen sehen, dass Sie wahllos sich pseudo Beispiele heraus picken um Frauen schlecht zu machen! Genau für so etwas, braucht man anscheinend heute noch Gleichstellungspolitik! Oder ist es doch nur die tägliche rechtskonservative Propaganda gegen gewählte Volksvertreter aus den aufgeklärten, zukunftsorientierten Parteien (Rot, Rot, Grün)? Übrigens, die Ausgestaltung/ Umsetzung von Politikinhalten wird nicht von Minister*innen durchgeführt, sondern von Behörden-Mitarbeiter*innen vollzogen - und bei denen wissen Sie doch gar nicht ob es Männlein oder Weiblein war!

  14. 5.

    Nur weil der Ansprechpartner bei einer Bewerbung eine Frau ist, leiten Sie daraus ab, dass dann auch eine Frau den Job bekommt? Und das nennen Sie dann dadurch nachprüfbar, sehr komische Schlussfolgerung, auf jeden Fall frei von wissenschaftlichen Standards! Laut Harvard und Stanford ist es genau anders herum! Gerade in den alten Bundesländern trifft genau das vor allem zu! Eine richtige Frauenquote gibt es gar nicht, außer bei DAX-Unternehmen, also Mal nicht so viel künstlich Stimmung machen! Wenn Ihnen eine Frau den Job wegnimmt, ist Sie wahrscheinlich einfach nur besser (geeignet)!

  15. 4.

    In meinem Arbeitsbereich gab es viele hoch qualifizierte Ost Kolleginnen, besonders in Führungspositionen. Diese bekamen sie nach der Wende, weil sie das Zeug dazu hatten. Quoten waren unbekannt. Diese führen nur zu Bevorzugung von weniger qualifizierten Personen, da rein am Geschlecht orientiert.

  16. 3.

    Die - politisch korrekte - Quote machts möglich. Das es mit den Frauen an der Spitze allerdings nicht wirklich besser wird, zeigt der Blick ins reale Leben: Infrastruktur (Behörden, BER, BVG, Straßen etc. pp), Schulen, nichts funktioniert. Nur die Sprechblasenproduktion mit Umerziehungsintention, die läuft auf Hochtouren. Siehe zuletzt Verkehrsministerin Regine Günther, die fordert, dass die Menschen ihre Autos abschaffen sollen: https://www.tagesspiegel.de/berlin/berlins-verkehrssenatorin-wir-moechten-dass-die-menschen-ihr-auto-abschaffen/24049058.html

    AUA, das ist schon wirklich bitter!

  17. 2.

    Auf der einen Seite bläut man uns rund um die Uhr ein, alle Menschen seien gleich. Doch überall differenziert man zwischen Mann und Frau. Ist das noch zeitgemäß?

  18. 1.

    Ist doch bei aktueller Quotenpolitik logisch und hat nichts mit Ost oder West zu tun. Wenn die HR Abteilung heute die Wahl zwischen Mann oder Frau hat, hat die Frau den Job. Meist allein deshalb weil die Entscheider in den HR Abteilungen meist weiblich sind. Kann man auch einfach nachprüfen. Man muss nur schauen, welcher Name als Ansprechpartner in der Stellenanzeige steht.

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