Schlafplatz eines Obdachlosen unterhalb einer Rolltreppe am U-Bahnhof Schönhauser Allee Obdachlose in Berlin (Bild: imago/T.Seeliger)
Bild: imago/T.Seeliger

Für Menschen ohne Wohnheim-Anspruch - Berlins Sozialsenatorin plant Zeltstädte für Obdachlose

Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) prüft die Unterbringung von Obdachlosen in sogenannten Zeltstädten. "Es geht um Obdachlose, die Angebote in Notquartieren nicht in Anspruch nehmen können oder wollen", sagte die Senatorin in der Zeitung "B.Z. am Sonntag".

Es handele sich oft um Osteuropäer, "die seit Ende 2016 keinen Anspruch auf einen
Wohnheimplatz haben", so Breitenbach. Betroffen seien auch Obdachlose, die sich in Heimen nicht an Regeln wie das Verbot von Haustieren, Alkohol und Drogen halten können.

Unterbringung "drei bis sechs Monate"

Die Unterbringung in Zelten solle nur für eine begrenzte Zeit möglich sein, "drei bis sechs Monate". Die Zelte könnten auf Brachen "in einer unproblematischen Lage" aufgebaut werden. Hierzu sei jedoch die Zustimmung der Bezirke notwendig. Es seien WCs, Waschmöglichkeiten und Sozialmitarbeiter nötig.

"Wir haben die Obdachlosen sowieso auf der Straße", betone Breitenbach in der Zeitung. "Man muss in die Lebensrealität der Obdachlosen eintreten." Die Armut werde voraussichtlich auch noch weiter ansteigen.

Wilde Zeltcamps von Obdachlosen werden in Berlin regelmäßig geräumt. "Damit hat man aber kein Problem gelöst", sagte Breitenbach. Die Menschen würden nur "von A nach B" vertrieben werden.

Breitenbach hatte zuletzt schon andere Maßnahmen angekündigt, um Obdach- und Wohnungslose besser zu versorgen. So sollen künftig alle Obdachlosen-Unterkünfte der Stadt in einem Programm zentral gespeichert sein - so könnten Menschen leichter vermittelt werden, sagte die Sozialsenatorin zur Begründung. Außerdem soll es regelmäßige Zählungen von Obdachlosen in Berlin geben. Derzeit gibt es nur Schätzungen zu deren Zahl: zwischen 4.000 und 10.000 Menschen.

Sendung: Abendschau, 17.03.2019, 19:30 Uhr

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7 Kommentare

  1. 7.

    Warum nicht gleich Tiny-Houses am Plänterwald?!

  2. 6.

    Um es mal ganz deutlich auszudrücken, ich möchte NICHT von meinen Steuern osteuropäische Obdachlose, die genau so leben wollen, unterstützen. Was bilden sich die Linken ein ??

  3. 5.

    Die Leute kommen erfahrungsgemäß wieder. Polen werden z. B. unter Zusammenarbeit mit den dortigen Behörden mit Bussen zurückgefahren und sind dann wieder hier. Dt. kann allgemein bei kaum jemandem durchsetzen, dass die sich hier ohne Aufenthalt nicht aufhalten sollen. Mich wundert das eher, dass nicht noch mehr Leute hergekommen sind.

  4. 3.

    Zitat: Es handele sich oft um Osteuropäer, "die seit Ende 2016 keinen Anspruch auf einen
    Wohnheimplatz haben", so Breitenbach. (...)"Wir haben die Obdachlosen sowieso auf der Straße", betone Breitenbach Zitat Ende
    Wenn Fr. Breitenbach einen Teil der Obdachlosen schon so klar identifizieren kann und festgestellt wurde, das kein Anspruch auf einen Wohnheimplatz besteht, frage ich mich warum diese Menschen nicht abgeschoben werden. Diese Personen haben dann auch gem. Freizügigkeitsregelung keinen Anspruch auf Aufenthalt in der Bundesrepublik. Diese Menschen sind auf der Straße, weil sie nicht abgeschoben werden.

    "Es seien WCs, Waschmöglichkeiten und Sozialmitarbeiter nötig." Warum sollen jetzt mit Steuergeldern "Zeltstädte" aufgebaut und betrieben werden, für Menschen die sich hier noch nicht mal aufhalten dürfen?

  5. 2.

    Nachdem Zeltlager, Hütten und Bauwagen am Oranienplatz von der Polizei geräumt und von der BSR mit Radladern und Baggern abgerissen und auf den Müll verfrachtet wurden, schlage ich die Wiese vor dem Bundestag als passenden Ort für ein Zeltlager vor. Vielleicht erinnert das den einen oder anderen im Warmen an die Aufgabe bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen. Doch wahrscheinlich brauchen wir dafür eine neue Partei, die das nicht nur verspricht sondern auch umsetzt. Im Winter sind die Wiesen in den Freibädern in Kreuzberg bestimmt auch geeignet, wenn auch nicht ganz so gut geschützt, wie das Umfeld des Reichstagsgebäudes.
    Hoffe, es endet dann nicht wieder in solchen Räumungen: www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/foto3/080414raeumung_oplatz/index.html

  6. 1.

    Wie romantisch! Als Vorbereitung für http://www.nissenhütten.de/

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