ARCHIV - Sandra Scheeres (SPD), Berlins Bildungssenatorin, am 13.08.2018 (Foto: dpa/Britta Pedersen)
Audio: Inforadio | 26.03.2019 | Kirsten Buchmann | Bild: dpa/Britta Pedersen

Mögliche Maßnahme gegen Lehrermangel - Senatorin Scheeres spricht sich für Lehrerverbeamtung aus

In der Debatte um den Lehrkräftemangel an Berliner Schulen hat sich Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) für eine Rückkehr zur Verbeamtung ausgesprochen. Sie finde die Verbeamtung sinnvoll, um voll ausgebildete Lehrer in Berlin zu halten und wettbewerbsfähig zu sein, sagte eine Sprecherin der Bildungsverwaltung am Dienstag dem rbb. 

Denn derzeit ist Berlin das einzige Bundesland, das Lehrer nicht verbeamtet. Rund 450 Lehrer im Jahr verlassen das Land. Die Aussicht auf eine Verbeamtung in anderen Bundesländern könnte ein Grund dafür sein. Laut der "Berliner Zeitung" [externer Link] verweist Scheeres darauf, dass 20 Prozent der Berliner Lehramtsstudierenden nach ihrem Abschluss das Bundesland wechselten. Zudem sinke die Zahl der Bewerber aus anderen Bundesländern, Lehrer kündigten ihre Jobs an Berliner Schulen. Zuletzt hatten rund 800 Pädagogen mit einer Unterschriftenaktion gewarnt, dass sie erwägen Berlin zu verlassen, weil andere Bundesländer mit besseren Konditionen locken.

Scheeres lange gegen Wiedereinführung

Seit 2004 werden Lehrer in Berlin nicht mehr verbeamtet. Gegen die Wiedereinführung hatte sich auch Scheeres lange gestemmt. Am Samstag will die Berliner SPD das Thema Verbeamtung von Lehrern auf ihrem Parteitag diskutieren. Es liegen dazu Pro- und Kontra-Anträge vor.

Nach Berechnungen der Senatsfinanzverwaltung erhalten verbeamtete Lehrkräfte bis zum Pensionseintritt im Laufe ihres Berufslebens rund 84.400 Euro mehr als Tarifbeschäftigte. In Berlin werden jedes Jahr 2.500 bis 3.000 neue Lehrer gebraucht. Um den Bedarf zu decken, hatte Berlin zuletzt unter anderem vermehrt auf Quereinsteiger gesetzt. Zu Beginn des neuen Schuljahres 2018 hatte nur gut ein Drittel der 2.700 neuen Lehrkräfte - etwas mehr als 1.000 - ein klassisches Lehramtsstudium absolviert.

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4 Kommentare

  1. 4.

    Die Vorteile der Verbeamtung bezieht sich nicht nur auf das Geld. Allein die spätere Pension, die private Krankenversicherung, allgemeine Vorteile bei Kredite etc als Beamter im Höheren Dienst, Kinderzulagen und unkündbar bis zum Rentenalter. Das Geld wurde erst auf beamtenähnlichr Verhältnisse angehoben und trotzdem wollen viele weg, was auch richtig ist.

    Es geht hierbei um die Wertschätzung der richtigen Lehrer, was sie bisher geleistet haben (erste und zweite Staatsexamen) und was sie tagtäglich leisten. Warum soll man sich von der Berliner Bildungspolitik die Verbeamtung streitig machen, wo alle anderen jeden Lehrer mit Kusshand nehmen. Vor allem Brandenburg freut sich darüber

  2. 3.

    Die SPD sollte sich dafür einsetzen, die angestellten LehrerInnen den Beamten finanziell gleichzustellen. Wer will dann noch verbeamtet werden? Es geht den meisten vermutlich nur um das Geld, nicht um den Beamtenstatus.

  3. 2.

    Ihr Kommentar hat etwas von zwei Kindern in der Buddelkiste, wo eines schmollt und heulend "mit dir spiele ich nicht mehr" sagt.

    Mal abgesehen was ich von der Verbeamtung halte und deren Auswirkung auf die Sozialkassen, kann es die sPD nicht allen recht machen. Die einen meckern weil nicht genug Lehrer da sind, die anderen weil man Auswege sucht. Und dann gibt es noch die meckern über beides...gleichzeitig.

    Nein, ich muß nicht alle(s) verstehen.

  4. 1.

    ... und wieder ein offensichtliches Wahlgeschenk der SPD. Der Stimmenfang ist nun schon auffällig , gute alte Tante SPD, wo bist du hingekommen. Doch meine Stimme und die meines Umkreises bekommt Ihr (SPD) garantiert nicht!

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