ARCHIV - 06.03.2013, Berlin: Der Journalist Billy Six nimmt an einer Pressekonferenz in Berlin teil (Quelle: dpa/Kay Nietfeld).
Audio: Inforadio | 16.03.2019 | Hilde van Poucke | Bild: dpa

Vier Monate im Gefängnis - Journalist Billy Six aus Haft in Venezuela entlassen

Spionage und Rebellion wurden dem Berliner Journalisten Billy Six zur Last gelegt: Dafür saß er vier Monate lang in einem Gefängnis in Venezuela. In Deutschland wurde der Fall zum Politikum. Six hatte unter anderem für "Junge Freiheit" geschrieben.

Der deutsche Journalist Billy Six ist nach viermonatiger Haft unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Er müsse sich alle 15 Tage bei den Behörden melden und dürfe in den Medien nicht über seinen Fall sprechen, teilten die venezolanische Nichtregierungsorganisation Espacio Público und die Pressegewerkschaft SNTP am Freitag mit. 

Der gebürtige Berliner war Mitte November in Venezuela festgenommen worden. Er soll bei einer Rede von Staatschef Nicolás Maduro die Sicherheitsbegrenzung überschritten haben. Ihm werden Spionage und Rebellion zur Last gelegt. Darauf stehen in Venezuela bis zu 28 Jahre Haft.

"Wir sind erleichtert, dass Billy Six heute Nacht in Anwesenheit der deutschen Geschäftsträgerin in Venezuela freigesetzt wurde", hieß es am Samstag aus dem Auswärtigen Amt. Die Deutsche Botschaft betreue ihn weiter "intensiv" konsularisch. Zwar bleibt die Botschaft in Caracas bis auf weiteres geschlossen, ein eingeschränkter Service läuft der Botschaftswebseite zufolge aber weiter.

Zeitweise im Hungerstreik

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hält die Vorwürfe für nicht belegt und forderte immer wieder die sofortige Freilassung von Six. Der Journalist hatte in der Vergangenheit unter anderem für die rechtskonservative Wochenzeitung "Junge Freiheit" geschrieben.

Zuletzt wurde der Fall auch in Deutschland zum Politikum: Die AfD warf der Bundesregierung vor, sich wegen Six' politischer Einstellung nicht mit genug Nachdruck für dessen Freilassung einzusetzen. Der Brandenburger Landtag forderte am Donnerstag die Freilassung des deutschen Journalisten. Six wohnt in Neuenhagen (Märkisch-Oderland).

Die Eltern des Journalisten hatten der Bundesregierung zuletzt mehrfach vorgeworfen, sie setze sich zu wenig für die Freilassung ihres Sohnes ein und habe auch nicht gegen dessen Verhaftung protestiert. Das Auswärtige Amt wies die Vorwürfe zurück.

Six war in dem berüchtigten Geheimdienstgefängnis El Helicoide in Caracas inhaftiert. Er klagte mehrfach über die harten Haftbedingungen und trat zeitweise in Hungerstreik.

Mehrere Journalisten in Haft oder ausgewiesen

Derzeit ist ein UN-Team in Venezuela unterwegs, um einen möglichen Besuch der Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Michelle Bachelet, vorzubereiten. Ob die Freilassung von Six mit der UN-Mission zu tun hat, war zunächst unklar. Die Menschenrechtsorganisation Foro Penal hatte bereits zuvor mitgeteilt, sie rechne mit der Freilassung einiger politischer Gefangener.

Die zunehmend autoritäre Regierung von Staatschef Nicolás Maduro hatte zuletzt mehrere ausländische Journalisten festnehmen und ausweisen lassen. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Venezuela auf Platz 143 von 180 Staaten.

Kommentar

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22 Kommentare

  1. 21.

    Auch für sie gilt, unbewiesene Behauptungen ohne jegliche Quellenangabe sind Fake News.

    Dann danken sie ausgerechnet noch einem Abgeordneten der rechtsextremen AfD, der intensive Kontakte zu Rechtsextremen pflegt, der vom VS Bayern (!)beobachtet wurde und auch schon mal Schießübungen mit Rechtsradikalen abhält und sich dafür die Reise nach Südafrika vom Steuerzahler bezahlen lässt. Das sie den Namen auch noch falsch schreiben, spricht für ihre Fake News.

  2. 20.

    Ich schließe mich der Frage von Ruud an, unbelegbare Behauptungen ohne Quellenangabe sind reichlich unseriös.

    "Bitte gegen Sie sich mehr Mühe und versuchen Sie sachlich zu bleiben."

    Glashaus -> Steine.

  3. 19.

    "Herrlich" wie hier vermeintlich Linke zu Rechten mutieren.

    Also ich höre hiervon zum ersten Mal,obwohl Venezuela gerade in den Medien ist. Das spricht nicht gerade für ein großes Engagement.
    Warum er jetzt letztlich freigekommen ist,gibt der Artikel nicht her.

  4. 18.

    Nun gut, eigentlich wäre es ja die Aufgabe der Bundesregierung und des Außenministeriums und nicht der oppositionellen AFD gewesen.
    Nun ist es passiert, vielen Dank Peter Bistron und Alexander Lawrow!

  5. 16.

    Bitte gegen Sie sich mehr Mühe und versuchen Sie sachlich zu bleiben. Danke. Fakt ist, daß Six erst freikam, nachdem man sich an den russischen Außenminister Lawrow gewandt hat, der am Donnerstag mit dem venezolanischen Außenminister Jorge Arreaza in Wien zusammentraf und um Freilassung bat. 3 Tage später war Billi Six frei. Die Bundesregierung hat vorher 4 Monate lang nicht mal protestiert oder die Freilassung gefordert. Ganz starke Leistung.

  6. 14.

    Wahrscheinlich wurde dem Konsulat einfach kein Zugang gewährt. Die Regierung hat sich eingesetzt. Ihre Vorwürfe und die der Eltern sind jedenfalls lächerlich bis peinlich.

    Er sollte froh sein, dass er nicht an Ort und Stelle erschossen wurde, so wie man das in den USA mit Leuten macht, die dem Präsidenten zu nahe kommen würden. Wenn man allein den Zaun zum Weissen Haus überwindet wird sofort geschossen.

    Das Gejammer um diesen Abenteurer ist doch reine Stimmungsmache.

  7. 13.

    Unglaublich, wie dieser Journalist in den Medien "durchgerutscht" ist, denn es wurde kaum berichtet, ebenso über in der Türkei inhaftierte dt. Geschäftsleute. Wer legt fest, welcher Mensch in den Augen der Bundesregierung und Journalisten Wert hat wie Yücel, für den man sich beinahe überschlagen hat?

  8. 12.

    Tolle Diskussion hier :-( Nun muss B. Six immer noch heimkommen, noch muss er ja dort bleiben, es ist noch nicht zuende und viel Unterstützung hat er wohl nicht. Ich hoffe, es geht bald gut aus, und er kann - meinetwegen auch Linie LH - heimfliegen. Alles Gute!

  9. 10.

    Ob jetzt auch der Bundespräsident seinen Jet schickt, um den Journalisten heim zu holen?

  10. 9.

    Aha! Und daher haben die eingefädelt, dass Lawrow die Arbeit von Maas übernehmen musste? Welch ein genialer Schachzug.

  11. 8.

    Falsch. ich gebe die Vorwürfe der Eltern wieder. Und die sind garantiert besser informiert als Sie. Fakt ist, Six wurde 2 Monate gar nicht betreut. Von der Bundesregierung gab es keinerlei Forderung nach Freilassung. Also verbreiten Sie hier bitte keine Märchen.

    Der Landtag Brandenburg hat übrigens gerade erst vor 2 Tagen DAGEGEN gestimmt, sich bei der Bundesregierung für eine Freilassung einzusetzen. Und in den Überschriften unserer Qualitätszeitungnen steht dann, der Landtag sei "für" eine Freilassung. Was für eine Farce.

  12. 7.

    Sie verbreiten hier dumpfe AfD Propaganda. Trotz der besonderen Umstände (vom Geheimdienst verhaftet und der Spionage bezichtigt) wurde Six konsularisch betreut. Meinen sie die lassen sich in die Karten gucken oder legen ihre Bemühungen offen?

  13. 6.
    Antwort auf [Lara] vom 16.03.2019 um 12:38

    Fakenews!

    Sowohl der deutsche Botschafter als auch das Auswärtige Amt waren von Beginn an in die Freilassung von Six involviert. Was gefehlt hat, ist die große Öffentlichkeit.


    Kann aber sein, dass für die meisten Leute Venezuela abseits der eigenen Wahrnehmung liegt. Es gibt deutlich mehr Verbindungen von Deutschland nach Südosten als nach dem entfernten Südwesten des Globus. Im DLF gab es genügend Interviews zu der Gefangenschaft.

  14. 5.

    Das ist eine ausgesprochen freche Frage, die erkennen läßt, daß Sie keinerlei Argumente äußern können.

    #Armutszeugnis

  15. 4.

    Selber falsch. Laut Aussage der Eltern gab es die ersten 2 Monate durch die deutsche Botschaft keinerlei konsularische Betreuung. Das ist und bleibt ein Skandal. Daran ändern weder spätere Besuche noch Ihre Beschönigungen etwas.

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