Menschen liegen am 31.03.2019 bei der "Potsdam for Future"-Demonstration als Klimatote auf dem Boden. (Foto: rbb)
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Video: Brandenburg aktuell | 31.03.2019 | Anja Meyer | Bild: rbb

Demo für besseren Klimaschutz - "Potsdam for Future" fordert schnelleren Kohleausstieg

Wie tot legten sie sich auf die Lange Brücke in Potsdam: Zu einer Demonstration für besseren Klimaschutz kamen am Sonntag hunderte Teilnehmer, die Veranstalter sprachen von 2.000. Um eine Katastrophe zu verhindern, bleibe nur noch wenig Zeit, sagen sie.

Hunderte Menschen sind am Sonntag in Potsdam für besseren Klimaschutz auf die Straße gegangen. Unter dem Motto "Potsdam for Future" zogen sie am Nachmittag durch die Innenstadt. Die Veranstalter, zu denen Umweltschutzorganisationen wie NABU und BUND sowie die Potsdamer Ableger der Initiativen "Fridays for Future" und "Parents for Future" gehören, sprachen von 2.000 Teilnehmern.

Auf Transparenten standen Losungen wie "Hopp, hopp, hopp - Kohle stop" oder "Es gibt keinen Planeten B". Redner forderten unter anderem einen schnelleren Ausstieg aus der Kohleverstromung und der Atomkraft. Wind- und Sonnenenergie würden ausreichen, den Energiebedarf zu decken, sagten Vertreter etwa von "Fridays for Future Potsdam" oder von der Initiative "Ende Gelände". 

Die Demonstranten zogen über die Zeppelinstraße zum Landtag und von dort weiter zur Staatskanzlei. Auf der Langen Brücke legten sich die Teilnehmer symbolisch rund drei Minuten lang für "alle Klimatoten" auf den Boden.

"Die letzte Möglichkeit zu handeln, ist jetzt"

"Die Zeit, die noch bleibt, um die heraufziehende Katastrophe aufzuhalten, ist sehr begrenzt - und die letzte Möglichkeit zu handeln ist jetzt", hieß es von den Organisatoren der Demonstration. 

Unter dem Slogan "Fridays for Future" demonstrieren seit Monaten weltweit - meist freitags - Schüler und Studenten sowie solidarische Erwachsene. Die Gründerin der Initiative, die 16-jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, besuchte am Freitag die Demonstration mit mehr als 20.000 Teilnehmern in Berlin sowie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Im Rahmen ihres Berlin-Aufenthalts nahm sie am Samstagabend zudem den Medienpreis "Goldene Kamera" entgegen.

Klimafolgenforscher befürchten unumkehrbare Klimaveränderungen

Hintergrund für die Demonstrationen ist die weitere Zunahme von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre. Nach Ansicht der Klimafolgenforschung führt dies zu einer weiteren Erderwärmung und einer Zunahme extremer Wetterlagen, wie sie auch in Deutschland seit einigen Jahren zu beobachten sind. Sollten die weltweiten CO2-Emissionen nicht massiv gedrosselt werde - so, wie es Pariser Klimaabkommen von 2015 vorsieht - droht ein Umkippen des Weltklimas noch im 21. Jahrhundert.

Abhängig ist dies von sogenannten Kipppunkten, die der Gründer und langjährige Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, erstmals im Jahr 2000 beschrieben hatte. Diese betreffen beispielsweise das Abschmelzen des arktischen Meereises und die Abholzung des tropischen Regenwaldes. Schellnhuber zufolge besteht die Gefahr, dass die Überschreitung bestimmter Grenzwerte in solchen Bereichen zu einem Dominoeffekt führen könnte, der das globale Klima abrupt und teilweise unumkehrbar verändern würde.

Eine Frau trägt am 31.03.2019 ein Plakat: "Morgen fängt schon heute an" bei der Demonstration des Bündnisses "Potsdam For Future". (Quelle: dpa/Paul Zinken)

Sendung: Brandenburg aktuell, 31.03.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

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61 Kommentare

  1. 61.

    Natürlich nicht. Bleiben sie bei ihrem mittelalterlichen Götzenglauben und beten sie für uns. Das ist umsonst aber weniger schädlich und peinlich.

  2. 60.

    Junge Menschen im Kampf um ihre Zukunft und eine lebenswerte Welt wirklich untwerstützen, heißt, den Mut haben, ihnen ehrlich zu sagen, dass sie die Fußstapfen ihrer Vorbilder radikal velassen müssen: - das unsäglich-eigensüchtige Streben nach: Wohlstand, Macht - letztendlich Geld
    Es gilt, die Weissagung der Cree ernst zu nehmen und in a l l e n gesellschaftlichen Bereichen um zu denken:
    Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.
    Dabei gilt der erste Grundsatz: Veränderung bin ich, beginnt bei mir !
    Das haben die Vorbilder(Großeltern, Eltern, Politiker.... !) mißachtet.

  3. 59.

    Bitte nicht so viele technische Fakten, ich setze mehr auf die Physik, die schon am 10.oder 26.Januar 19 die Netze fast zum Kollabieren brachte...ich bin vorbereitet und gespannt :-)

  4. 58.

    Kennen Sie den: "Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, einfach mal lieber den Mund halten!"? (Zitat aus dem Film 'Bambi'). "Kindliches Freitagsgequatsche" nennen Sie das? Wie abscheulich unfreundlich und respektlos. Da können Sie angeblich tausend Mal ein "Fachmann" sein, so spricht man nicht über andere Menschen. Ich hoffe inständig, dass Sie, falls Sie selber Kinder haben sollten, mit denen nicht so umspringen. Ich bin entsetzt. Dass ich in meinem Alter erleben muss, dass Menschen sich so respektlos Kindern gegenüber gebärden, ist schlimm. Ich schäme mich fremd.

  5. 57.

    Kennen Sie die Redensart: Wenn man keine Ahnung hat ...?
    Ich halte mich als Fachmann an Fakten und nicht an Vermutungen und kindliches Freitagsgequatsche. Die derzeit maximal verfügbare Kraftwerksleistung von Kohlekraftwerken in Deutschland beträgt 45,4GW und keine wie von Ihnen hier fälschlich behauptet 20GW. Derzeit ist es technisch nicht möglich, die hochvolatile EE in Größenordnungen von 80GW zu speichern um die deutsche Volkswirtschaft am Leben zu halten. Wissen Sie was Netzfrequenz bedeutet, also diese 50Hz in Deutschland? Es ist das Gleichgewicht von Stromeinspeisung und Stromverbrauch. Aus diesem Grund kann man schon rein technisch nicht zuviel Strom erzeugen, es sei denn, man nimmt eine Erhöhung der Netzfrequenz in Kauf. An Tagen mit extrem viel Windstrom schicken wir diesen gen Polen, damit dort die Kohlestromproduktion sinkt. Nur der Pole will das nicht. Weiterer Strom fließt mangels fehlender dt.Leitungen im Transit weiter über Tschechien nach Süddeutschland.

  6. 55.

    Sie disqualifizieren sich gerade selbst. Sie können eben nicht das Klima vom Dezember 2020 vorher sagen. Sie können maximal anehmen, wie es sein könnte. Das aber auch nur, wenn Sie bitte dazu sagen, welch Region Sie meinen, Sibirien, die Sahara, die Alpen...???

  7. 54.

    Und euch Klimawandelleugner erkennt man an eurem Vorgehen nach Schema F.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Leugnung_der_menschengemachten_globalen_Erw%C3%A4rmung#Stufen_der_Leugnung

  8. 53.

    Dass Klima nicht vorhersagbar ist, sagen nicht nur Ihnen unangenehme Politiker, sondern auch das IPCC - auch eine politische Institution, aber von der anderen Fraktion. :). Naseweise Begriffsdefinitionen ändert daran nichts.

    https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2018/02/WG1AR5_Chapter12_FINAL.pdf Chapter 12 Intro

    "Es ist nicht möglich, deterministische definitive Vorhersagen zukünftiger Klimaentwicklung zu machen. Es ist nicht einmal möglich, Projektionen der Wahrscheinlichkeitsverteilungen zu machen [..] Projektionen des Klimawandels sind unsicher [..]"

    Davon abgesehen ist das auch logisch, da es zu viele Variablen gibt und ihr Zusammenwirken nicht verstanden ist. Die Vorhersage der nächsten Lottozahlen wäre erheblich einfacher, und das kann auch keiner.


  9. 52.

    Nein, prozentual gesehen sind in Potsdam genauso viel Teilnehmer zusammen gekommen wie in Berlin wenn man die Einwohnerzahlen vergleicht.

    Ihr Versuch ist also genao so plump wie dämlich.

  10. 51.

    Uff an welcher Uni haben Sie denn studiert? Den Unterschied zwischen Wetter und Klima lernt man doch eigentlich schon in der Schule. Ich kann zum Beispiel mit fast hunderprozentiger Sicherheit sagen, dass die Temperaturen im Juni 2020 im Mittel höher sind als die Temperaturen im Dezember 2020.

  11. 50.

    Das schreibt ausgerechnet eine, die uns was von einem angeblichen Gott erzählen will.

    Aber machen sie mal. Beten sie zu ihrem imaginären Kumpel auf dass er ihnen hilft. Schön bequem, so muß man weder selbst denken, noch handeln. Passt zu ihrem Auftreten hier.

  12. 49.

    Wetter ist die Beschreibung von Luftdruck, Temperatur, Niederschlag, Grad der Bewölkung, Windrichtung wie Geschwindigkeit usw. usf. zu einem Zeitpunkt X an einem Ort Y. Man kann bspw. sehr genau über das Wetter am 01.04.2019 um 08:00 in Potsdam auf der Langen Brücke berichten. Daher auch das Wort Wetterbericht. Ein Bericht beschreibt immer Vergangenes.

    Klima beschreibt nun den Verlauf des Wetters über einen Zeitraum an einem konkreten Ort bspw. in Potsdam von 1900 - 2000. Damit ist Klima immer etwas vergangenes. Man kann also bspw. immer sagen, dass Klima im Raum Potsdam entwickelte sich vom 01.01.1900 bis 31.12.1999 wie folgt: usw. usf.

    Das kann man natürlich auch für andere Regionen tuen, Nordamerika bspw. oder Mittelasien usw. usf. Damit ist Klima nichts anderes als die Sammlung von Wetterdaten einer Region. Also auch immer etwas vergangenes. Dies in nahezu O-Ton der Lehrstoff aus dem ersten Semester Meteorologie.

  13. 48.

    Dann haben Sie im ersten Semester anscheinend, wie eigentlich immer, nicht aufgepasst! Wetter ist nunmal kein Klima! Es ist wesentlich, dass Klimamodelle gar nicht den Anspruch haben, das Wetter taggenau vorherzusagen - sondern ihr Ziel ist es, das mittlere Klima und die Statistik des Wetters zu prognostizieren. Wetter = Zustand der Atmosphäre und kurzfristige Veränderung darin; Klima = langfristiger Durchschnitt des Wetters! Sie können sich ja mit Beatrix von Storch treffen und darüber schwadronieren, dass die böse Sonne an allem Schuld ist - was für ein treffen zwischen zwei richtigen Experten!!

  14. 47.

    Ein erfrischend ehrlicher Kommentar. Bedauerlich ist Ihre Positionierung zu den Themen trotzdem. Sie wissen aber schon, dass Egomanie therapierbar ist?^^

  15. 46.

    Schade, dass die Forderungen der Schüler als "Gequatsche" diskriminiert werden. Auch die Wissenschaftler werden als dumm dargestellt. Dazu werden ein paar Daten zur Energiegewinnung genannt. Dabei wird vergessen wie weit die Speichertechnik schon ist, jede Solaranlage kann damit heute schon bestückt werden, sodass man seinen eigenen Strom verbrauchen könnte. Das ist sicher ausbaufähig. Es aber sind politische Entscheidungen das zu fördern!
    Dazu kommt, dass Deutschland zuviel (!) Strom produziert (schreibt das Umweltbundeamt!) - und zwar 10 GW - das entspricht ungefähr der Hälfte aller Braunkohlekraftwerke. Die Nachbarländer sind verärgert, weil dort die Netze verstopft sind.

  16. 45.

    Man kann zukünftiges Klima NICHT vorhersagen. Kein seriöser Klimaforscher behauptet, man könne das. Die unseriösen erkennen Sie daran, dass sie es trotzdem behaupten.

  17. 44.

    Bitte alle Fahrräder sofort verbieten, das Foto zeigt Fahrräder töten Menschen, Leute was werdet Ihr nur verschaukelt, aber glaubt man weiter daran das Deutschland unter einer Käse Glocke ist!!

  18. 43.

    Wie schrieb "Prophetin"(nach Göring-Eckardt) Greta in einem Facebook-Beitrag? Da bezeichnet die 16-Jährige die Atomenergie als einen Teil der Lösung.

  19. 42.

    Bleiben wir bei den Fakten (Stand: 01.04.19/11:20):
    9% Windenergie = 6Gw bei benötigten 69GW; 14% aus Atomstrom mit 9,5GW (noch, denn in zwei Jahren sind die weg)
    23% Solarenergie = 17GW (reicht bis ca. 17Uhr, dann sind die 23% auch weg. Erdgas wird erst bei Strompreisen von über 60Euro /MWh rentabel, aktueller Preis:39Euro, daher nur 5GW Einspeisung = 7%! Tja, da wird wohl die gute alte deutsche Kohle (früher auch mal Wald)ran müssen um die deutsche Volkswirtschaft am Laufen zu halten. Da können wir noch so schöne Freitagsreden halten. Solange die EE hoch volatil und nicht in Größenordnungen speicherbar sind können wir uns das Gequatsche sparen. Übrigens: Frankreich liefert inzwischen fleißig Atomstrom nach Deutschland und der Pole wartet nur drauf, feinsten staubigen Strom aus dem dortigen Revier ins grüne Deutschland zu liefern. Aber das ist ja Ausland und damit nicht unser Problem. Wir freuen uns ob der stetig steigenden Strompreise für Endverbraucher, dank des grünen Wahnsinn.

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