Die Britischen Botschaft in Berlin (Quelle: dpa/ Carstensen)
Bild: dpa/ Carstensen

Behördliche Anmeldungen verschickt - 8.000 Briten in Berlin rüsten sich für den Brexit

Bevor das Land draußen ist, wollen viele Briten rein: 8.000 in Berlin lebende britische Bürger haben – vor dem Hintergrund des nahen EU-Austritts ihres Landes – behördlich Ansprüche angemeldet, in Berlin bleiben zu können.

Wie der britische EU-Austritt abläuft – ob mit Vertrag oder als No-Deal-Brexit – ist noch immer offen. Tausende in Berlin lebende Briten aber wollen die Entscheidung nicht abwarten und haben schon einmal für ihre weitere Existenz in Berlin beim Senat angemeldet, dass sie bleiben wollen. Mehr als 8.000 der rund 20.000 Briten in der Stadt haben einen so genannten Aufenthaltstitel für den Fall eines ungeregelten Brexits beantragt. Exakt 8.033 Registrierungen seien seit Beginn des Jahres eingegangen, sagte ein Sprecher der Senatsinnenverwaltung am Mittwoch in Berlin.

Online bei der Ausländerbehörde registriert

Seit Jahresbeginn können sich britische Staatsangehörige mit Hauptwohnsitz in Berlin online bei der Ausländerbehörde registrieren. Im Falle des Austritts Großbritanniens ohne Abkommen würden sie dann von der Behörde zu einem Termin eingeladen. Welchen Aufenthaltstitel die Personen erhielten, müsse je nach Einzelfall entschieden werden, hieß es.

Die Zahl der Briten ohne Doppelpass in Berlin gab der Senat mit 19.742  (Stand Ende Januar). Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Frage der FDP-Abgeordneten Linda Teuteberg hervor. Darin erklärte das Ministerium das Ziel, dass "alle in Deutschland lebenden freizügigkeitsberechtigten Briten und ihre Familienangehörigen einen Aufenthaltstitel erhalten".

Insgesamt leben 105.480 Briten ohne Doppelpass in Deutschland. Laut Bundesinnenministerium soll ein geplanter Erlass ihnen eine Übergangszeit von drei Monaten zur Klärung des Aufenthaltstitels einräumen.

Dritte Parlamentsabstimmung über Austrittsabkommen

Großbritanniens Regierungschefin Theresa May kündigte am Mittwochabend an, das Parlament in London ein drittes Mal über das von ihr ausgehandelte Abkommen mit der EU zum Brexit abstimmen lassen. Das Abkommen war zuvor bereits zwei Mal im britischen Unterhaus gescheitert, gleichzeitig aber stimmte das Parlament gegen einen Austritt ohne Vertrag.  

Sendung: Inforadio, 13.03.2019, 14 Uhr

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Antwort auf [rbb-24-nutzer] vom 14.03.2019 um 11:42
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6 Kommentare

  1. 6.

    Ob die Briten auch einen Sprachtest machen müssen? In Neukölln gibt es genug Briten die bei jedem Deutschtest durchfallen würden.

  2. 5.

    GB wird die neue CH.
    Es wird um den Brexit ein Gewese gemacht wie 1999 um den Millennium-Bug.
    ... und sie befürchteten und befürchteten, aber es geschah ... nichts.
    Am Ende werden alle erkennen: Viel Geschrei um nichts. Das Leben geht ganz normal weiter, vielleicht ein wenig anders.
    Die EU sollte GB aber gleich als "sicheren Drittstaat" einstufen. Wer weiß, wofür es einmal gut sein wird.

  3. 4.

    Ich war schon oft auf der Insel und liebe die Landschaft und die Leute. Den Brexit finde ich sehr schade. Ich wäre über jeden Briten froh, den ich hier kennenlernen darf.

  4. 3.

    Was hat hier zu leben mit Rosinenpickerei zu tun? Diejenigen, die hier leben und den Weg über die deutsche Staatsbürgerschaft gehen wollen, sind doch gerade die Personen, die den Brexit nicht befürworten. Sie vermischen da die Brexit-Anhängenden mit ihren Gegner*innen. Absurd. Aber Pauschalisierungen sind ja heutzutage hoch im Kurs, speziell im Zusammenhang mit exklusivem Nationalismus. Gleiches gilt für das Normierungsgefasel à la "Leitkultur". (Noch-)Brit*innen bereichern berlin schon heute seit Jahrzehnten, aber das passt natürlich nicht in die vielen engstirnigen Vorstellungen von Hetzer*innen.

  5. 2.

    Ab nach Hause mit euch Rosinenpickern.

  6. 1.

    Einen Pass kriegt ihr nur wenn ihr auch lernt rechts zu laufen !

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