Das Gebäude vom Krankenhaus Charite (Quelle: imago/Stefan Boness)
Audio: Inforadio | 05.03.2019 | Wolf Siebert | Bild: imago/Stefan Boness

Falscher Institutsname angegeben - Berliner Verwaltung prüft Charité-Bericht zu Abrechnungen

Die Berliner Charité soll unter dem Namen eines nicht existierenden Instituts Rechnungen an 700 Privatpatienten gestellt haben. Jetzt überprüft die Wissenschaftsverwaltung den Vorwurf. Das Klinikum weist jede Verantwortung von sich und spricht von einem Versehen.  

Nach dem Vorwurf der gefälschten Abrechnungen der Charité prüft am Mittwoch die Wissenschaftsverwaltung die Stellungnahme des Klinikums. "Jetzt kommt es darauf an, dass wir das schnell aufklären und das dann transparent kommunizieren", sagte der Staatssekretär für Wissenschaft, Steffen Krach (SPD) im rbb Inforadio.

Die Charité soll in etwa 700 Fällen unter dem Namen eines nicht existierenden Instituts Rechnungen an Privatpatienten gestellt haben. Die Abrechnungen seien im Zeitraum von 2007 bis 2015 gestellt worden. Zuerst hatte die Berliner Morgenpost davon berichtet

In einer Stellungnahme vom Dienstag weist das Klinikum den Vorwurf zurück. Es habe sich bei dem falschen Institutsnamen um ein Versehen gehandelt. Dieser Name sei einmalig an eine Dienstleistungsfirma freigegeben worden, die die Abrechnungen für die Charité macht. Da sowohl der Name des Arztes als auch dessen persönliche Kundennummer wie Zahlungen stets korrekt eingegangen seien, sei der Fehler nicht aufgefallen. "Die falsche Namensbenennung erfolgte nicht mit Absicht oder Vorsatz, es entstand kein Schaden. Es gab keinen Abrechnungsbetrug", heißt es in der Stellungnahme.

FDP-Abgeordneter Luthe hält Irrtum für unwahrscheinlich

Aufgefallen war der Sachverhalt einer Patientin, die seit langer Zeit mit der Charité unter anderem wegen um Abrechnungen streitet. Nachdem sie sich ihre Rechnungen genauer angesehen und nachgeforscht hatte, informierte sie den FDP-Abgeordneten Marcel Luthe. Luthe stellte mehrfach Anfragen an die Wissenschaftsverwaltung des Senats.

Wie Luthe im dem rbb Inforadio sagte, hält er ein Versehen der Charité für unwahrscheinlich: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mir versehentlich einen Institutsnamen ausdenken kann, unter dem dann Leistungen des Chefarztes abgerechnet werden."

Wissenschaftssekretär Steffen Krach (SPD) kritisiert im rbb den Umgang der Charité mit den Vorwürfen: "Ich hätte mir gewünscht, dass wir schon frühzeitiger darüber informiert werden. Dass wir nicht erst auf Grund von Anfragen aus dem Parlament diese Informationen erhalten."

Sendung: Inforadio, 05.03.2019, 17 Uhr

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