Beim "March against Racism" in Berlin halten Teilnehmer ein Banner hoch (Quelle: rbb)
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Video: Abendschau | 16.03.2019 | Sabrina Wendling | Bild: rbb

Internationaler Aktionstag - Anti-Rassismus-Demo zieht durch Berlin

Rund 2.500 Menschen haben nach Veranstalterangaben am Samstag in Berlin gegen Rassismus und rechte Parteien protestiert. Die Demonstration unter dem Motto "March Against Racism" wurde vom Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" organisiert.

Sie zog am Samstagnachmittag vom Wittenberg- über den Nollendorfplatz zum Kaiser-Wilhelm-Platz in Schöneberg. Die Berliner Polizei wollte sich zu Teilnehmerzahlen zunächst nicht äußern. Vorab hatte die Behörde rund 1.000 Teilnehmer erwartet. Die Demonstration sei bislang ruhig verlaufen, sagte eine Polizeisprecherin am Nachmittag. 

Auf Transparenten waren Slogans wie "Rassismus ist keine Alternative", "Omas gegen Rechts" und "Kein Platz für Nazis" zu lesen. Im Gedenken an die Opfer des Doppelanschlags auf zwei Moscheen in Neuseeland vom Freitag legten die Berliner Demonstranten eine Schweigeminute ein. "Man darf nicht vergessen, dass der Attentäter sich auch auf Neonazis aus Europa bezogen hat", sagte Sprecher René Paulokat. Wenn rechte Politiker Flüchtlinge mit Worten wie "Messermänner" bezeichnen, führe dies zu Fremdenhass und Gewalt.

Protest gegen AfD

"Auch in Berlin und ganz Deutschland haben rassistische Anfeindungen, Hass und Hetze sowie rechte Gewalt zugenommen. Die Grenzen des Sagbaren sind längst überschritten", hatte Irmgard Wurdack als Vertreterin des Berliner Bündnisses im Vorfeld erklärt. Der Aufstieg der AfD habe das politisch Machbare weit nach rechts verschoben und damit "gewalttätige rassistische, rechte und faschistische Bewegungen" ermutigt. Mit der Demonstration wolle man ein Zeichen gegen Rassismus, Nationalismus und Faschismus setzen, hieß es von den Veranstaltern.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) unterstützte die Demonstration. "Als Demokratinnen und Demokraten ist es unsere Aufgabe und Pflicht, Hass und Hetze jederzeit und überall entgegenzutreten", so Müller laut einer Mitteilung der SPD.

Aktionstag in 27 Städten bundesweit

Der Aufruf zu der Demonstration wurde von den Berliner Grünen, der Linkspartei, der SPD sowie dem Deutschen Muslimischen Zentrum Berlin und dem Deutschen Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg unterstützt.

Laut den Veranstaltern sollten bundesweit am "Internationalen Aktionstag gegen Rassismus" ähnliche Veranstaltungen in insgesamt 27 Städten stattfinden. So waren in Eisenach nach Polizeiangaben rund 650 Menschen unterwegs, in Chemnitz sprach der Veranstalter von "bis zu 250".

In den "Internationalen Wochen gegen Rassismus" zwischen dem 10. und 23. März finden weltweit Demonstrationen und Veranstaltungen statt.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Die Handlanger und Hanswurste der globalen Konzerne. Und sie begreifen es nicht mal. Abgrundtief peinlich.

    "Linke Parteien, die so etwas mittragen, sind dem Untergang geweiht und haben ihn verdient." (Norbert Häring zitiert bei Sahra Wagenknecht)

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