Unterricht in einer Sprachschule (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte)
Audio: Inforadio | 11.03.2019 | Oliver Soos | Bild: dpa

Kursanbieter auf Gewinn aus - Lehrer berichten über Betrug bei Flüchtlings-Sprachkursen

Flüchtlinge, die in Deutschland leben, sollen schnell Deutsch lernen - um ihr Leben meistern und arbeiten gehen zu können. Das Bundesamt für Migration finanziert daher Sprachkurse. Doch die Kursanbieter schauen oft nur auf Gewinn und nicht auf Qualität. Von Oliver Soos

Es sei einfach frustrierend, sagt Sabine Arndt*. Sie ist Lehrerin für "Deutsch als Fremdsprache" (DaF), hat an drei Berliner Sprachschulen Flüchtlinge unterrichtet und bezweifelt, dass das System dazu geeignet ist, allen Schülern gute Deutschkenntnisse zu vermitteln.

Ihre erste Schule im Berliner Nordosten sei der Horror gewesen, erzählt die Lehrerin. "Es ging nur ums Geld und dabei wurde auch betrogen." Sie sei von der Schulleitung aufgefordert worden, auch für Unterrichtsstunden zu unterschreiben, die sie nicht gehalten habe. Das habe sie gemacht, aus Angst, ihren Job zu verlieren. Zum Teil seien Kursteilnehmer auf Listen abgerechnet worden, die schon längst abgebrochen oder die Schule gewechselt hatten.

Das System funktioniert über Anwesenheitslisten. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bezahlt die Schulen für jeden einzelnen Schüler. Dabei darf die Mindesteilnehmerzahl eines Integrationskurses nicht unterschritten werden.

"Bloß keinen Kunden verlieren"

"An meiner Schule herrschte das Prinzip: bloß keinen Kunden verlieren, völlig egal, wie er sich benimmt", erzählt Sabine Arndt. Dabei hätten sich manche Schüler alles erlaubt: Arzttermine absichtlich in die Unterrichtszeit legen, bekifft kommen, Füße auf den Tisch. "Als ich mich einmal zur Tafel umgedreht habe, hat ein junger Mann mit seinem Handy meinen Hintern fotografiert und sich geweigert, das Foto zu löschen", erzählt die Lehrerin und beklagt sich außerdem bitter über die Schulleitung: Die habe nichts unternommen und die Vorfälle heruntergespielt. Ein pädagogisches Konzept habe es nicht gegeben.

Die Sprachschule wird von einer privaten Firma geführt, die kurz nach dem großen Flüchtlingszuzug 2015/16 ins Integrationskurs-Geschäft eingestiegen ist. Interviewanfragen des rbb ignorierte die Firma.

Anfänger und Fortgeschrittene im gleichen Kurs

Zwei weitere anonyme Deutschlehrerinnen, mit denen der rbb in Mailkontakt stand, haben solche Vorfälle von Abrechnungsbetrug und pädagogischem Versagen hingegen nicht erlebt. Allerdings bestätigen sie, dass viele Spracheschulen vor allem Interesse an vollen Teilnehmerlisten hätten. Dafür würden die Schulen ihre Kurse oft wahllos zusammenwürfeln.

Eine der beiden Lehrerinnen schreibt: "Ich habe erlebt, dass A1-Nullanfänger im selben Kurs waren wie Fortgeschrittene, die auf die B1-Prüfung vorbereitet werden sollen." Die andere Lehrerin ergänzt: "Die Kurse sollen unter allen Umständen stattfinden, auch wenn die Teilnehmer nicht zusammen in einer Gruppe sein durften." Sie habe darum oft zweimal Unterricht vorbereiten müssen: für die sehr guten Schüler und für die sehr schlechten. "Doch innerhalb dieser beiden Gruppen musste ich auch immer wieder differenzieren."

Sabine Arndt sagt, sie habe dieses Problem an allen drei Sprachschulen erlebt, an denen sie beschäftigt war: "Da sitzen zum Teil ältere Frauen aus afghanischen Dörfern, die noch nie in einer Schule waren, neben Syrern mit abgeschlossenem Ingenieurstudium." Eigentlich müssten die Schulen für die afghanischen Frauen Alphabetisierungskurse anbieten. Doch die Kursteilnehmer in kleinere Gruppen aufzusplitten sei weniger lukrativ, so die DaF-Lehrerin.

Bei Kontrollen kamen bestimmte Schüler nicht dran

Der rbb hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit diesen Vorwürfen konfrontiert und von dort eine schriftliche Antwort erhalten: "Wir haben die erhaltenen Hinweise sehr ernst genommen und eine sorgfältige Prüfung veranlasst", teilte ein BAMF-Sprecher mit. "Grundsätzlich gibt es keinen Schutz vor krimineller Energie, weder für das BAMF, noch für andere Behörden." Kontrollen gebe es bereits. Dennoch sei man dankbar für Hinweise auf "mögliche Verfehlungen", die Anlass für "gezielte Überprüfungen" geben, um möglichen Missbrauch aufzuklären. 

Allerdings sind diese Kontrollen nicht immer effektiv, sagt Sabine Arndt. So sei sie von der Schulleitung angehalten worden, bei Kontrollen durch das BAMF bestimmte Schüler im Unterricht nicht dranzunehmen, damit nicht auffalle, dass sie mit ihrem Lernniveau nicht in den Kurs passten.

Dass es zu Abrechnungsbetrug gekommen sein soll, will das Bundesamt weder bestätigen noch dementieren. Man habe die Kontrolldichte in den letzten Monaten deutlich erhöht und sich von einigen unzuverlässigen Trägern getrennt, heißt es in der schriftlichen Mitteilung des BAMF.

Das System hat zu kämpfen

Das System habe immer noch mit den Nachwehen der Flüchtlingskrise von 2015/16 zu kämpfen, sagt der Vorsitzende des Fachverbands Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (FaDaF), Matthias Jung: "Damals sind viele fachfremde Kursträger auf den Markt gekommen. Vielen ging es vor allem um Gewinnmaximierung: Man hat auch Lehrer mit weniger Qualifikation eingestellt und das spürt man." So gebe es bei den Sprachschulen viel schlechte Qualität.

Auch renommierte Sprachschulen stehen in der Kritik. Der 22-jährige Syrer, Saman Ahmed, hat einen Deutschkurs beim Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg (bbw) in Berlin-Charlottenburg besucht. Er hatte in Syrien Englisch gelernt und gehörte zu den besseren Schülern im Deutschkurs. Saman Ahmed erzählt, dass der Kurs durch extrem schwache Teilnehmer gebremst wurde: "Wir haben im B1-Kurs oft ein bis zwei Stunden pro Tag verloren, weil manche Schüler einfache Wörter nicht verstanden haben oder nicht begreifen konnten, was der Unterschied zwischen Dativ und Akkusativ ist. Der Lehrer hat den Unterrichtsstoff nicht geschafft."

Der rbb konfrontiert das Bildungswerk mit dieser Kritik. Dessen Sprecherin, Heike Mielke, betont, dass das bbw auf keinen Fall Fortgeschrittene mit Sprachanfängern mische. Es handle sich um normale Leistungsdifferenzen innerhalb eines Lernniveaus, die bei einer sehr heterogenen Gruppe, wie den Flüchtlingen, nicht auszuschließen seien.

50 bis 80 Prozent der Schüler kommen nicht mit

Sabine Arndt hat die Erfahrung gemacht, dass das Lerntempo generell zu schnell für die Schüler ist: "Ich würde sagen, dass 50 bis 80 Prozent der Kursteilnehmer nicht mitkommen. Als Lehrerin kann ich darauf keine Rücksicht nehmen, weil die Vorgaben des BAMF streng sind."

Nach 600 Unterrichtsstunden müssen die Flüchtlinge das Fortgeschrittenen-Niveau B1 erreicht haben. Laut BAMF-Statistik schafften das im Schnitt etwa 50 Prozent. 35 Prozent bleiben auf dem Anfänger-Niveau A2, 15 Prozent auf dem niedrigsten Niveau A1.

Wer die Prüfung nicht besteht, bekommt 300 Wiederholungsstunden. Danach endet die Förderung durch das BAMF und die Flüchtlinge können nur noch auf eigene Kosten versuchen, ein Deutsch-Zertifikat zu erlangen.

*Name von der Redaktion geändert

Sendung: Inforadio, 10.03.2019, 17 Uhr

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Beitrag von Oliver Soos

43 Kommentare

  1. 43.

    Warum auch deutsch lernen? Es wird nicht mehr lange dauern dann wird kein Deutsch mehr bei uns benötigt oder gesprochen.

  2. 42.

    Vielleicht liegt es an Ihnen, wenn Ihre Kursteilnehmer Hausaufgaben nicht erledigen? Schließlich ist das IHRE Aufgabe diese zu motivieren! Der Bericht ist voll von Ungenauigkeiten und falschen Behauptungen, was mich nicht besonders wundert, Presse provoziert ja gerne. Es sind die Kommentare von Lehrkräften, die mich traurig machen. Warum üben diese Menschen die Tätigkeit als DaZ Dozenten, wenn sie dazu so negativ eingestellt sind, um nicht zu sagen: feindlich gegenüber den Kursteilnehmern?

  3. 41.

    so ein Blödsinn.. nach jedem Sprachkurs der vom Steuerzahler bezahlt wird muss es eine Prüfung geben. Diese Vorwürfe sind doch nicht Neu. Kursteilnehmer erscheinen nicht usw. aber abgerechnet werden die Kurse. Wer hier leben will hat die Sprache zu lernen. Dieses dumme Gerede über die armen Flüchtlinge geht mir langsam auf den Keks. Müssten sie in ihren eigenen Länder nicht für ihren Lebensunterhalt arbeiten? Hier ist es zu viel verlangt die Sprache zu lernen. Alles haben wollen aber nichts dafür tun. Und Frauen als Lehrerin geht für einige "echte Männer" gar nicht. Ein Kollege nahm von seiner Vorgesetzten keine Anweisungen an, da musste immer ein MANN (Kollege)kommen ihm DAS sagen. Er war Zeitarbeiter und konnte abgemeldet werden.

  4. 40.

    Bei aller berechtigten und tiefen Empörung über den Betrug der Träger - das Abrechnungssystem des BAMF ist nicht unbedingt dazu geeignet, die Ehrlichkeit der Träger zu fördern. Es werden nur die Stunden pro TN bezahlt, an denen diese/r anwesend ist oder entschuldigt fehlt. Wenn die TN unentschuldigt fehlen, werden die Träger nicht bezahlt. Und da der Markt im BIldungsbereich ohnehin ziemlich hart ist (was man an den üblichen Honoraren für Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung sieht), wundert es nicht, welche Konsequenzen manche Träger für sich ziehen. Respekt vor den Lehrkräften, die sich verweigern!

  5. 37.

    Ich kann hier nur von meinen persönlichen Erfahrungsberichten als Lehrer schreiben lieber RBB.

  6. 36.

    Wieder mal auf Sozialistenjagd ?Ein Wunder, dass Sie uns nicht gleich auch die Lösung in Form der Heilsbringer mit dem blauen Logo angepriesen haben.Wären statt diverser Landserheftchen die Publikationen über die gesellschaftlichen Entwicklungen der Bundesrepublik Pflichtlektüre gewesen,hatten Sie wahrscheinlich festgestellt, dass betrügerische Bereicherung kein ausschließlich Linkes Phänomen ist.


  7. 35.

    Vielleicht liegt es an Ihnen, wenn Ihre Kursteilnehmer Hausaufgaben nicht erledigen? Schließlich ist das IHRE Aufgabe diese zu motivieren! Der Bericht ist voll von Ungenauigkeiten und falschen Behauptungen, was mich nicht besonders wundert, Presse provoziert ja gerne. Es sind die Kommentare von Lehrkräften, die mich traurig machen. Warum üben diese Menschen die Tätigkeit als DaZ Dozenten, wenn sie dazu so negativ eingestellt sind, um nicht zu sagen: feindlich gegenüber den Kursteilnehmern?

  8. 34.

    Lieber Herr Pöschk, wenn ich B1-C1 unterrichte, befinde ich mich größtenteils nicht mehr im IK-Bereich und kann hier eigentlich nicht mitreden, zumindest was Unterrichtsdisziplin betrifft. Und was soll der Verweis auf den Hineinruf „in den Wald“? Dass Sie es im Gegensatz zu den Klagenden toll im Griff haben ob Ihrer pädagogischen Fähigkeiten? Billig! Nicht zu
    vergessen: In den letzten Jahren sind in den IK Nahost-Ausländer überrepräsentiert und deren Akzeptanz von Frauen lässt zu wünschen übrig. Aber davon können oder wollen Sie als Mann (entnehme ich Ihrem Vornamen) wahrscheinlich nichts wissen.

  9. 33.

    Mich ärgern immer wieder sprachliche Ungenauigkeiten in den Medien.
    In FLÜCHTLINGS-Sprachkursen sind in der Regel AsylBEWERBER, in Integrationskursen sind ANERKANNTE Flüchtlinge, die meistens durch das Jobcenter zum Deutschkurs verpflichtet werden, und auch u. a. EU-Bürger!
    Weiterhin: A2 sind nicht Anfänger. Sie schreiben vom «niedrigsten Niveau» A1. Aber was ist denn noch niedriger als Anfänger??

  10. 32.

    Was wissen Sie von der Lebensrealität eine Flüchtlings? Ich coache einen Flüchtling seit 4 Jahren. Seine Termine legt nicht er fest, sondern das LAGESO, das Ausländeramt, das Jobcenter. Selbstverständlich nicht am Wochenende. Alle paar Wochen einen neuen. Deutschkurse haben mit seiner Arbeitsrealität als Auszubildender KFZ-Mechatroniker null zu tun - der braucht Hilfe bei der Frage was das Wort für Drehmomentschlüssel, Vergaserklappe, Einspritzdüse ist. Die kleinen Handwerksbetriebe -händeringend Fachkräfte suchend - haben praktisch keine qualifizierte Unterstützung dabei und sind finanziell überfordert und müssen damit rechnen das ihre "Investition" plötzlich abgeschoben wird. Aber sich über Menschen echauffieren, deren Lage so existenziell ist, das sie nicht wissen ob sie sich hier wirklich was aufbauen können, oder Abschiebe-Wahn Seehofer sie übermorgen rausschmeisst. Wieviel auch immer sie leisten und schon geleistet haben.
    Aber der Deutsche meldet sich schon bei Schnupfen krank.

  11. 31.

    Was nicht stimmt ist die Haltung. Deshalb können weder Deutschkurse, noch die Anbieter, noch die Stimmung der Sprachlehrlinge besser sein. Das ist beim Thema Asyl, wie bei Arbeitseinwanderung, wie beim Flüchtling unterschiedslos so. Wer sich in der Materie auskennt, kennt die dreisten und feisten Ansprüche die dem Einwanderer abverlangt werden. Er soll toll deutsch sprechen, möglichst schon von anderen finanziert ausgebildet sein...und gerne auch "dem christlichen Kulturkreis" angehören. Dann überlegen wir mal ob wir ihn wollen. Selbstverständlich nicht ohne weiterhin zu propagieren das er eigentlich unerwünscht ist und dankbar sein sollte. Währendem kommt (z.B.) die BVG nicht auf die Idee ihren Fachkräftemangel in der Realität anzugehen: Da wäre die Anwerbung und Ausbildung selbstverständlich: Deutsch UND Trambahn oder Bus fahren lernen - und gleichzeitig natürlich: Dauerhaftes Aufenthaltsrecht. Geht ja um die Existenz, die Lebensplanung von Menschen. Die bleiben sollen.

  12. 30.

    @Juliane Baumann: Es geht hier nicht um Flüchtlings-Bashing. Sondern um den Betrug mit den Sprachkursen. Wo bleibt Ihre Kritik und Empörung darüber?

  13. 29.

    Hatten wir schon mal, geht wieder weg.
    ES ist traurig, ganz ehrlich.
    1990 ff waren XYZ Arbeitnehmer arbeitslos, die Umschulungsbranche brummte.
    Bloß keinen Berliner Bildungsträger wählen, war damals die (richtige) Entscheidung. Eine Prüfung vor der IHK in Mainz (ergo Alte Bundesländer) war Garant für Qualität und Akzeptanz des Bildungsträgers und Zeugnisanerkennung.
    Was wurden damals schon finanzielle Mittel versenkt!!!
    Geschichte wiederholt sich wirklich nicht, nie?

  14. 28.

    Ich kann Ihre Erfahrungen nur bestätigen! Termine werden regelmäßig in die Unterrichtszeit gelegt, alles andere ist wichtiger, als der Deutschkurs. (Freunde kommen zu Besuch, müde gewesen, weil die Nacht davor durchgefeiert usw.) Hausaufgabe macht eigentlich fast niemand. Aber die Prüfung wollen alle Teilnehmer einsacken und sind beleidigt, wenn diese nicht gelingt.

  15. 27.

    Ich unterrichte seit 3 Jahren Deutsch als Fremdsprache in den Niveaustufen B1 bis C1 und habe bezüglich des Verhaltens der Schüler kaum negative Erfahrungen gemacht. Oft liegt es daran, auf welche Art und Weise man selbst in den Wald hineinruft. Ich sehe das Hauptproblem bei den viel zu geringen Stundenzahlen für die Integratinskurse. 600 bzw. 900 Stunden sind für viele Schüler nicht ausreichend, um das Niveau DTZ B1 zu erreichen. Ich arbeite hauptsächlich für das Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg. Ich sehe dort, dass sich die Projektleiter sehr bemühen, homogene Kurse zu besetzen. Beim bbw erhalten Lehrer übrigens die Mindestvergütung für BAMF-Kurse. Dass es viele andere Bildungsunternehmen gibt, die in betrügerischer Absicht handeln, kann ich nur bestätigen. Es gibt große Unternehmen, die z.B. 35 € pro Unterrichtseinheit für den Lehrer abrechnen, diesem aber nur 20 € zahlen. Die Qualität des Lehrenden ist hier natürlich zweitrangig.

  16. 26.

    Wer ist der Eigentümer von Sprachanbieterkursen? Gewerkschaften, Parteien oder Personen aus beiden bestimmtem ideologischem Couleurs vorzugsweise rot/grün? Wirtschaftliches Interesse per se ist o.k., kann aber in diesem Zusammenhang ein "Geschmäckle" haben. Siehe auch sinnlose angeordnete Fortbildungen der Arbeitsargentur, angeboten von Frau Käfer, ehem. Gewerkschaftsfunktionärin. Gerne hören wir von rbb24 Genaueres.

  17. 25.

    Lieber Manne, Ihre Schilderungen sind interessant. Woher haben Sie diese Informationen?

  18. 24.

    Das war von Anfang an Politisch so gewollt. Als die große Flüchtlingswelle angerollt ist, mussten sofort Lehrer für Deutschkurse zur Verfügung gestellt werden. Die Anweisung lautete, keine Anwesenheitslisten zu führen, da es ansonsten zu Pauschalverurteilungen hätte führen können. Also wurde Unterricht mit 15 oder aber auch mit 2 Flüchtlingen gemacht. Bezahlt wurde grundsätzlich für eine komplette vollständige Klasse. Angeordnet vom damaligen LaGeSo.

  19. 23.

    Die einen Schulen müssen vor vielen Schülern kapitulieren, die Anderen versuchen das Problem mit Unterdrückung und Machtmissbrauch zu regeln. Ein weiterer Beweis, dass es in Berlin nicht gut läuft.
    Die Vorgehensweise, dass in den Deutschkursen das Niveau von fortgeschrittenen Schülern durch Lernanfänger und leistungsschwache Teilnehmer ausgebremst wird, kann zudem auf Berlins Schulen übertragen werden. Dort nennt man das neudeutsch "Inklusion". Unterm Strich fällt das dann auf alle zurück und keiner übernimmt die Verantwortung für das Dilemma. Und die Schüler stehen dann alle als Loser da.

  20. 22.

    Erst einmal vielen Dank dem rbb24 Team und Herrn Soos für die Recherche! Ich hab mir jetzt den Bericht und alle Kommentare durchgelesen und wenn alle der Wahrheit entsprechen, wovon ich ausgehe, ist das Problem bekannt und wird "nach oben" totgeschwiegen um Schwierigkeiten, Unregelmäßigkeiten etc. zu verheimlichen. Man kann als Bürger also nur hoffen das sich die Presse solcher Verfehlungen annimmt und sie publik macht denn hier geht es um Steuergelder!

  21. 21.

    Ich als langjährige Integrationskursleiterin selbst mit Migrationshintergrund, die meinen Lebensunterhalt und mein Studium in Deutschland immer selbst finanziert hat und nie staatliche Unterstützung bekommen hat, vertrete auch die Meinung, dass viele Migranten und Flüchtlinge, die den Deutschkurs komplett finanziert bekommen, das nicht wertschätzen und z.B. öfters zu spät kommen, zu früh gehen, "krank" sind oder ihre Termine in der Unterrichtszeit erledigen, keine Hausaufgaben machen usw. Diejenigen, die den Kurs zur Hälfte selbst zahlen müssen, da sie arbeiten bzw. ihr Ehepartner arbeitet, fehlen hingegen seltener im Kurs und sind viel motivierter und lernbereiter. Ich würde ALLE an den Kosten beteiligen lassen, auch wenn das nur ein symbolischer Betrag wäre, und diejenigen, die unentschuldigt fehlen, würde ich zur Kasse bitten.

  22. 20.

    Sie haben sicher belegbare Zahlen für ihre Äußerungen oder? Nicht? Dann unterlassen sie in Zukunft ihre primitive Form der fremdenfeindlichen Hetze.

  23. 19.

    Betrug in der miesesten Form. Und das auf Kosten von Menschen, die hier von vielen nicht gerne gesehen sind und die unsere Sprache lernen wollen, um sich anzupassen und Fuß zu fassen. Pfui! In Deutschland macht sich insgesamt immer mehr die Unart breit, dass jeder soviel vom Rahm abschöpfen will, wie es nur geht. Unrechtsbewußtsein-Fehlanzeige. Wenn ich nicht erwischt werde, geht das schon klar, heißt die Devise. @Tabea L.: In der Schule meines Sohnes war es ähnlich. Erst der Schulleiterwechsel änderte die Situation. Grad heutzutage, wo Schulen und Lehrer viel Kritik einstecken müssen, wird gerne vieles unter den Teppich gekehrt. Machtmißbrauch gibt es immer noch viel öfter als man denkt. Das ist leider die Kehrseite der Medaille. Und extrem unschön und schädlich für die Lehrer, die täglich versuchen ihr Bestes zu geben und für die Schulen, die gute Elternarbeit leisten. Ich rate, falls möglich, zum Schulwechsel.

  24. 18.

    Grunselige Geld- und Zeitverschwendung, hätte man aber ab 2016 problemlos durch einen von der Regierung herausgegebenen Anforderungskatalog für Sprachkurse regeln können und natürlich stichprobenartig überprüfen müssen.
    Wenn Bundesmittel verbraten werden, kann man die nicht unkontrolliert Trägern oder Sprachschulen nachwerfen, die das für sich ausnutzen. Die Bundesregierung wollte die Kurse am Anfang aber auch besonders kostengünstig für sich machen, daher haben sich die Sprachschulen auch strategisch an sowas angepasst.
    Sprachkurse mit schlechter Qualität bringen natürlich nichts.
    Ich kenne Lehrer, die mittlerweile von sich aus Arabisch lernen, nur um ihre Schüler verstehen zu können, weil sie davon ausgehen müssen, dass die mit dem Deutscherwerb in der 1. Klasse immense Probleme haben können.

  25. 17.

    Ich habe 1,5 Jahre Integrationskurse gegeben, für 2 verschiedene große Berliner Weiterbildungsanbieter. Fazit: Aus Gewissensgründen die Tätigkeit aufgegeben.

    Das meiste des im Text genannten kann ich bestätigen.

    „würden die Schulen ihre Kurse oft wahllos zusammenwürfeln.“

    Ja, gute, lernwillige (!) Schüler werden ausgebremst, Wechsel wird vermieden wegen bürokratischen Aufwands.

    „regelmäßige, unangekündigte Vor-Ort-Kontrollen“

    In 1,5 Jahren ein Mal erlebt. Die Prüfer waren nett, aber ausschließlich mit der Kontrolle der Anwesenheitslisten beschäftigt. Klagen über Schlampereien hatten sie schon oft gehört, sie waren offen für Beschwerden, schienen aber selbst ratlos.

    Intern übrigens auch keine Unterrichtsbesuche.

    „Man hat auch Lehrer mit weniger Qualifikation eingestellt“

    Ja, einige ohne bzw. oder lang zurückliegender Lehrerfahrungen. Einige mit autodidaktischen, kreativen „Konzepten“ - „Ich bin Künstler“. Trotz Beschwerden der Teilnehmer keine Kündigung möglich.

  26. 16.

    Die Erfahrung haben Sie wahrscheinlich dann nicht machen müssen. Glück gehabt. Aber pauschal abzustreiten, dass diese Dinge geschehen, ist naiv. Diese Situationen gibt es zuhauf. Dass Eltern und Schüler mundtotgemacht werden, selbst bei groben Fehlleistungen von Lehrern den Schülern gegenüber. Das ist Alltag in einigen Schulen. Ich habe in den Grundschulen meiner Kinder sehr gute Erfahrungen gemacht. An dem Gymnasium meiner Tochter aber leider gar nicht. Elternarbeit wird dort nur gefördert und unterstützt, wenn es der Schulleitung genehm ist. Kritik seitens der Eltern wird selten geduldet. Das Engagement der Eltern wird dadurch logischerweise immer weniger. Was für Repressalien? Machtmissbräuche aller Art. Unfaire Benotung, der Schüler wird ignoriert und nachhaltig unfreundlich behandelt, jegliche Form von eigenem Willen wird unterdrückt, es wird z.t. sogar offen beleidigt und gedemütigt. Und wenn es gar nicht anders geht, werden grundlos Klassenfahrten gecancelt und Ausflüge gestrichen. Genauso wie Bullying, indem ständig betont wird wie leistungsschwach die Gruppe sei, sie die mieseste Klasse der Schule seien uvm. Pädagogisch eine Katastrophe. Das wird in mehreren Klassen so gehandelt, das scheint eine Art Strategie zu sein, die Schüler klein halten zu wollen. Und das ist nicht nur dort so. Viele Schulen, die primär um ihr Prestige besorgt sind, fahren diese Schiene. Ein Schulwechsel ist derzeit aus bekannten Gründen schwierig, Jetzt vorschnell wieder schwarz-weiß-malerisch die Eltern zu Buhmännern und -frauen machen zu wollen, ist Unsinn. Diese Art der Anti-Kommunikation ist ja grad das Problem. Das ist an der Schule meines Kindes Gang und Gäbe und führt zu nichts.

  27. 15.

    Teil II:
    Einige Lehrkräfte mit problematischen Ansichten:
    Im Orientierungskurs (= 4-wöchige Einführung in die deutsche Gesellschaft, Geschichte und Verfasstheit) äußerten sie Zweifel an der Arbeit der deutschen (Sozial-)Behörden, „Die Sozialämter behandeln euch unmenschlich!“, sowie teilten sie Ressentiments gegenüber Israel: „Israel ist ja auch ein Apartheidsstaat!“ und entschuldigten antisemitische Bemerkungen.

    Nicht erlebt:
    „für Unterrichtsstunden zu unterschreiben, die man nicht gehalten habe“
    Dafür aber die Praxis, Teilnehmer nach kurzem Erscheinen an der Kurssitzung unterschreiben zu lassen. Von einem 4- oder 5-stündigem Kurs waren diese Teilnehmer also nur 30 – 60 Minuten anwesend und verschwanden zwischendurch.
    Lehrkräfte, die sich das nicht bieten lassen wollten, fielen in Ungnade, sowohl bei vielen Teilnehmern als auch bei der Geschäftsleitung. Manche Teilnehmer begrüßten allerdings diese strenge, also konsequente Handhabe.

  28. 14.

    Das Problem ist hinreichend bekannt und da niemand von den Verantwortlichen etwas dagegen unternimmt, erübrigt sich alles zu diesem Thema.

  29. 13.

    Alles gut und richtig. Das rechtfertigt aber noch lange nicht das in diesem Artikel beschriebene unsägliche Verhalten einiger Kursteilnehmer! Oder muss ein respektvolles Verhalten erst muttersprachlich erklärt werden?

  30. 12.

    Ob das BAMF, örtliche für Migration zuständige Behörden, Innenverwaltungen (PKS), Sozialverbände und viele andere – wenn es um Migration, Asyl und Integration geht, spielen viele nicht mit offenen Karten. Cui bono – es verdienen einfach zu viele mit.

  31. 11.

    Ich finde Ihre beiden Beiträge so richtig und wichtig. Soetwas Klares, Analytisches und Bedachtes liest man hier leider viel zu selten.

    In der Tat ist doch schon seit Jahren belegt, wie sehr Geschäfte mit Geflüchteten gemacht werden. Das galt und gilt für die Massenunterkünfte genauso wie für Bildungsinitiativen. Diejenigen, die kaum oder gar keine Lobby haben, genauso wie Arbeitslose, werden zu Objekten von "Hilfen", die nicht weniger als gewinnbringende Normierungsversuche sind - Ausbeutung.

    Inhaltlich halte ich es vom rbb aber für undurchdacht, A1-Schüler*innen als schlecht und etwa B1-Schüler*innen als gut zu bewerten. Das sind Verallgemeinerungen, sie treffen obligatorisch nicht zu.

    Darüber hinaus ist der gesamte Bildungssektor von Ökonomisierung stärker denn je gezeichnet, wird doch z.B. an Unis lieber von "Exzellenzclustern" geredet und Partikularinteressen bestimmen anstatt Wissenschaftsfreiheit und demokratische Partizipation.

  32. 10.

    Ja das ist richtig Frau Tabea. Alles ganz schlimm. Die Eltern einer 11-Jährigen die aus Gründen starb, die wir nicht kennen haben auch nicht das Recht zu verlangen das man sie und ihre gestorbene Tochter nicht zum Gegenstand einer Kampagne macht. Da gerieren sich dann die Mobber als Anti-Mobbingtrainer.
    Wenn das die Kommunikation sein soll, mit der "die Probleme an staatlichen Schulen" thematisiert werden, sind vielleicht diese Eltern das Problem.
    Das Lehrer/innen auf keine gute Atmosphäre in ihrer Schülerschaft treffen, liegt vielleicht daran das ausserhalb von ihrem Unterricht die umfassende Unerwünschtheit und Respektlosigkeit herrscht.

  33. 9.

    " Über die Probleme an staatlichen Schulen traut sich auch kaum ein Elternteil offen zu sorechen."
    Das stimmt so überhaupt nicht. Viele Elterninitiativen werden massiv von den Schulleitungen in ihren Anliegen gegenüber den Kommunen/Senat unterstützt, ist ja auch logisch da beide gemeinsame Ziele haben.
    " Aus Angst vor Repressalien seitens der Schule dem Kind gegenüber."
    ... na dann bitte mal aufzeigen welche konkreten Repressalien es nun sind.

  34. 8.

    Die Sprache eines Landes zeigt viel über die Mentalität der dort lebenden Menschen auf und hilft ungemein, sich integrieren und akklimatisieren zu können. Dass damit jetzt auch noch Schindluder getrieben wird, spricht hingegen auch eine deutliche Sprache. Es geht fast nur noch darum, so viel Profit zu machen wie möglich. Es ist beschämend, in wie vielen Bereichen das z.zt. ans Tageslicht kommt. Und dass sich Frau "Arndt" nicht traut, diese Missstände unter echtem Namen anzuprangern, kann ich sehr gut verstehen. Über die Probleme an staatlichen Schulen traut sich auch kaum ein Elternteil offen zu sorechen. Aus Angst vor Repressalien seitens der Schule dem Kind gegenüber.

  35. 7.

    Das mag sicher für eine geringe Anzahl der wirklichen Asylanten zutreffen, nicht für die Mehrheit, vor allem den jungen Männern und Frauen, die Probleme bereiten und hier eigentlich nichts mehr zu suchen haben. Man muss realistisch bleiben.

  36. 6.

    Falls jemand wissen möchte wer Frank Thiess war. Was seine hübschen Kalendersprüche in der Realität bedeuteten, kann das hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Thiess
    Das schöne an Kalendersprüchen ist ja: Passen irgendwie immer - solange man nicht genau hinschaut was der Sprücheklopfer im wirklichen Leben sonst noch damit vertritt oder vertreten wollte.
    Selbstverständlich treiben sich allerlei Geschäftemacher herum. Das kann auch gar nicht anders sein, wenn der Abschiebewahn die vorherrschende (politisch-gesellschaftliche) Haltung ist. Tatsächlich sind die Deutschkurse kein Puzzleteil, in dem die dazu verpflichteten Menschen ehrlich und aufrichtig eine (Lebens)Perspektive eröffnet wird. Das kennt jeder Hartz4-Empfänger auch von den sogenannten "Massnahmen" Ich betreue einen Flüchtling im 2. Ausbildungsjahr im KFZ-Handwerk. Wahrscheinlich wird er Deutschland verlassen, nachdem wir seine Ausbildung finanzierten. Kann ich ihm nicht verdenken. So unerwünscht wie er ist.

  37. 5.

    Bin 1977 nach Deutschland gekommen. Kein Zeugnis wurde anerkannt im Gegenteil zu heute. In Obersstufe kalt eingesprungen und Abi und Studium gemacht. Und hier habe ich andere Meinung: wer seinen Sprachkurs nicht selber bezahlt, der schätzt den Wert nicht. Das gilt auch für die Alfabetisierungskurse, Deutschkurse etc. Will ich Sprachen lernen gehe ich zur VHS oder Sprachinstitut und bezahle selbst. Kinder sind zweisprachig aufgewachsen. Es geht wenn es wertgeschätzt wird. Das betrifft auch unsere Mitmenschen, die in 3.-4. Generation der offiziellen Sprache nicht mächtig sind.

  38. 4.

    Sind wir doch mal ehrlich, dass gleiche Verhalten der Gewinnmaximierung von unqualifizierten Bildungsfirmen sehen wir doch schon seit Jahren im Hartz IV Umfeld bei Umschulungen und Weiterbildungen. Wenn das System so gut funktionieren würde müssten doch Umschüler beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben? Die Realität sieht jedoch anders aus.

  39. 3.

    Es ist unrealistisch zu denken, dass das Erste was Familien mit Fluchterfahrung und teilweiser Traumatisierung , ein Deutschkurs ist. Sie haben oft weder die Ruhe, noch das nötige Vertrauen dazu,sondern haben Trennungs- und Existenzängste.Sie benötigen zuerst einen muttersprach- lichen Unterricht, in dem ihnen das Leben und besonders die Gesetze in diesem Land erklärt werden. Sprachkurse sollte ohne Druck und höchstens an 3 Tagen in der Wiche stattfinden und die Möglichkeit der verantwortungsvollen Betreuung erkrankter Kinder durch die Eltern ermöglicht werden, was gerade zum Wohl der Kinder wichtig ist.
    Kurse sollten offen und fließend gestaltet werden und Prüfungen nach dem jeweiligen Wissensstand stattfinden, damit die so entstandenen Fehlzeiten kompensiert werden.

  40. 2.

    "Die Wahrheit ist eine unzerstörbare Pflanze.
    Man kann sie ruhig unter einen Felsen begraben,
    sie stößt trotzdem durch,
    wenn es an der Zeit ist."
    (Frank Thiess)

  41. 1.

    Danke für Ihren Mut, hier die Wahrheit zu sagen. Das es dazu Mut braucht und der Name von der Redaktion geändert wurde, sollte jedem zu denken geben.

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