Unbekannte haben auf einen evangelischen Jugendclub in Jüterbog (Teltow-Fläming, Brandenburg) einen Anschlag verübt. Zum Zeitpunkt der Detonation am Abend des 20.11.2015 hätten sich keine Menschen in dem Gebäude aufgehalten, teilte die Polizei am Samstagmorgen mit. In dem Club hätte es wöchentlich Treffen mit Freizeitangeboten für Flüchtlinge gegeben, berichtete die «Märkische Allgemeine» (MAZ) online. Nach Informationen des Blatts geht die Kirche von einer fremdenfeindlichen Aktion aus, die die Flüchtlinge einschüchtern soll. (Quelle: dpa/Julian Stähle)
Bild: dpa

Ermittlungen nach Brandanschlag in Jüterbog - Neue Vorwürfe gegen früheren NPD-Politiker Maik Schneider

Er steht in Brandenburg vor Gericht, weil er eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen angezündet haben soll. Nun gibt es neue Vorwürfe gegen den früheren NPD-Politiker Maik Schneider: Es geht um einen Brandanschlag in Jüterbog 2015.

Gegen den mutmaßlichen Brandstifter und Ex-NPD-Politiker Maik Schneider wird auch wegen eines Brandanschlags auf ein Begegnungszentrum in Jüterbog ermittelt. Das bestätigte die Sprecherin der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Sigrid Komor, am Montag.

Der Sachverhalt geht auch aus einem Beschluss hervor, mit dem das Amtsgericht Potsdam am 21. Februar Durchsuchungen bei einem weiteren Verdächtigen anordnete.

Schneiders Verteidiger will Akteneinsicht

Bei dem Anschlag im November 2015 war nach einer fremdenfeindlichen Demonstration in Jüterbog die Begegnungsstätte, die auch Flüchtlingen als Anlaufstelle diente, mit Pyrotechnik schwer beschädigt worden. Durch die Druckwelle wurden Fensterscheiben und Mobiliar erheblich beschädigt. Auch Teile der Deckenverkleidung fielen herunter. Nach früheren Angaben der Polizei wurde niemand verletzt, weil zum Zeitpunkt der Detonation keine Personen im Gebäude waren.

Schneiders Verteidiger Sven-Oliver Milke will nun am Mittwoch die Aussetzung des Sporthallen-Prozesses beantragen und zunächst Einsicht in die Ermittlungsakten zu Jüterbog nehmen. "Ich bin überrascht von diesem neuerlichen Vorgang", sagte Milke der DPA. Die Staatsanwaltschaft habe am 20. Februar auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Klaus Feldmann erklärt, es liefen keine Ermittlungen mehr, von denen das Gericht nichts wisse. Er müsse nun Einsicht in die Jüterborg-Akten nehmen, weil diese Details enthalten könnten, die auch für das laufende Verfahren Bedeutung haben könnten.

Revisionsprozess um angezündete Turnhalle

Maik Schneider ist wegen der Brandstiftung an einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Nauen (Havelland) 2017 zu einer Gesamtstrafe von neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Urteil hatte der Bundesgerichtshof jedoch wegen der Befangenheit eines Schöffen kassiert. Derzeit läuft ein Revisionsprozess, in dem noch Verhandlungstage bis Mitte Mai angesetzt sind.

Sendung: Brandenburg aktuell, 11.03.2019, 19:30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    November 2015? - Dann wars vermutlich nur eine pyrotechnische Silvesterübung.

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