Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg (m) nimmt zusammen mit Luisa Marie Neubauer (r) an der Demonstration "Fridays for Future" in Berlin teil. (Quelle: imago/photothek)
Video: rbb|24 | 29.03.2019 | Material: Abendschau | Bild: imago/photothek

Tausende bei Klima-Demo in Berlin - Greta Thunberg wirft älteren Generationen Versagen vor

Tausende Schüler sind am Freitag durch Berlin gezogen, um für eine bessere Klimaschutz-Politik zu demonstrieren. Auf der Abschlusskundgebung warf die schwedische Aktivistin Greta Thunberg den älteren Generationen vor, beim Klimaschutz versagt zu haben. 

Für eine bessere Klimaschutz-Politik sind am Freitag Tausende Schüler durch Berlin gezogen. Die Veranstalter der "Fridays for Future"-Demonstration sprachen von mindestens 25.000, die Polizei von mehr als 20.000 Teilnehmern. Zu den wöchentlichen Schülerprotesten war diesmal auch die Gründerin der Bewegung, die Schwedin Greta Thunberg, gekommen.

Die 16-Jährige Schülerin warf in ihrer kurzen Rede auf der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor den älteren Generationen Versagen vor. Diese hätten es versäumt, die größte Krise der Menschheit anzugehen, sagte sie auf Englisch. "Wenn wir sagen, dass wir Angst vor der Zukunft unserer Zivilisation haben, dann tätscheln sie uns den Kopf und sagen: 'Alles wird gut, macht euch keine Sorgen'. Aber wir müssen uns sorgen, wir müssen in Panik verfallen", sagte Thunberg weiter. "Wir wollen eine Zukunft, ist das zuviel verlangt?", fügte sie hinzu. Die schwedische Schülerin mahnte, dass noch nichts Konkretes geschehen sei. Die Bewegung stehe erst am Anfang.

Neubauer: Die junge Generation kann es schaffen

Die Mitorganisatorin der Klimaproteste in Deutschland, die Studentin Luisa Neubauer, rief die Demonstranten dazu auf, nicht nachzulassen. "Wir sind die Generation, die dieses Klimachaos ändern kann", sagte die Klimaschutz-Aktivistin. Die junge Generation könne mit ihrem Protest die Klimawende schaffen, betonte Neubauer: "Denn wir sind globaler und vernetzter als die Generation vor uns."

Auch andere Aktivisten aus verschiedenen europäischen Ländern riefen bei der Demonstration in Berlin zum Kampf gegen den Klimawandel auf. So forderte etwa der Redner von "Fridays for Future" aus Frankreich die Demonstranten auf: "Wenn ihr noch nicht selbst wählen dürft, sagt euren Eltern und Großeltern, dass sie für eure Zukunft stimmen sollen."

Thunberg besucht Institut für Klimafolgenforschung

Zum Auftakt des Aktionstages gab es am Vormittag eine Kundgebung im Invalidenpark unweit des Hauptbahnhofes. Viele Schüler brachten selbstgestaltete Plakate mit. So fragte eine Schülerin auf ihrem Transparent mit Blick auf die Erderwärmung: "Opa, wie sieht ein Schneemann aus?"

Thunberg bleibt bis Sonntag in Berlin. Am Freitag hat sie noch das Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam besucht. Dort sprach sie mit Wissenschaftlern und den Direktoren Ottmar Edenhofer und Johan Rockström über das Thema Klimaschutz. Am Samstag wird sie in Berlin mit der Goldenen Kamera geehrt. Der Sonderpreis Klimaschutz wird in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen. Am Sonntagabend ist die 16-Jährige zu Gast in der Talkshow "Anne Will".

Es ist das zweite Mal, dass die Schwedin nach Deutschland gekommen ist. Anfang März führte Thunberg bereits den freitäglichen sogenannten Klimastreik in Hamburg an. Mit ihrem im Vorjahr gestarteten Schulstreik hat Thunberg weltweit Schüler-Proteste angestoßen.

Unterstützung aus Politik, Wissenschaft und Kirche

"Fridays for Future" ist mittlerweile eine globale Bewegung geworden. Auch in anderen deutschen Städten waren am Freitag erneut Schülerstreiks angekündigt, die Proteste finden auch immer mehr Zulauf von Erwachsenen, so waren am Freitag in Berlin auch zahlreiche Eltern bei der Demonstration. Unterstützung für ihr Anliegen bekommen die Schüler auch zunehmend aus Politik, Wissenschaft und von den Kirchen.

So sagte etwa der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sagte der "Rheinischen Post" (Samstag), es sei für ihn ein großes Hoffnungszeichen, dass ausgehend von einer "hartnäckigen Jugendlichen in Schweden" inzwischen Schülerinnen und Schüler in aller Welt auf die Straße gehen, um für wirksame Maßnahmen des Klimaschutzes zu demonstrieren.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte die Demonstrationen bereits vor zwei Wochen begrüßt ebenso tausende Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Klimaforscherin Maja Göpel ist eine dieser Unterstützerinnen und war am Freitag dabei. "Ihr habt Recht", rief sie den Protestierenden zu. Mittlerweile hätten 26.000 Wissenschaftler die Stellungnahme zu den Protesten für mehr Klimaschutz unterschrieben.

Nach Angaben der "Fridays for Future"-Bewegung haben sich inzwischen mehrere Millionen Menschen an den Protest-Kundgebungen beteiligt. Allein am 15. März seien mehr als 300.000 Menschen in Deutschland und über zwei Millionen auf der ganzen Welt dabei gewesen. In Berlin waren es an diesem Tag rund 25.000. Die erste Berliner Veranstaltung fand am 14. Dezember statt.

Allerdings sind die Proteste, weil sie während der Schulzeit stattfinden, nicht unumstritten.

Sendung: Inforadio, 29.03.2019, 06.00 Uhr

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Antwort auf [Preuße] vom 02.04.2019 um 08:31
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239 Kommentare

  1. 239.

    Ich möchte allen Umweltjugendlichen fragen was sie selber geleistet haben um die Umwelt zu schützen. Die Forderung die Umwelt zu schützen an andere, ändert doch nicht die Umweltbilanz. Was haben sie geleistet in der Zeit ihres Protestes, was für die Umwelt zu tun.
    Wie kommen die Jugendlichen zum Ort ihres Protestes. Wie leben sie zu Hause, Welche Kleidung tragen sie, Wie ernähren sie sich
    Wie viele Haustier Pferde, Hunde, Katzen etc. müssen ernährt werden ohne jemals in der Nahrungskette genutzt zu werden (Umweltressourcen sind verbraucht, 1Pferd bracht 1ha Land zur Ernährung)
    Wollen wir Tiere (Rinder, Schweine, Pferde, Hunde, Katzen, …) reduzieren und in unsere Nahrungskette einbeziehen oder Menschen töten?, wenn unsere Erde für uns zu klein ist.Bitte nachdenken
    Dann überall Menschen, Medien, Besucher und noch mehr nichts machende sammeln altes ohne Energieverbrauch zu Gunsten de Klimas !!!! erst denken dann demonstrieren dann was fürs Klima selber machen und nicht nur fordern!!!

  2. 238.

    Richtig!!!! Die Dame ( Greta) , hat überhaupt keine Alternativen . Wenn sie unserer älteren Generation vorwirft alles falsch gemacht zu haben, soll sie doch bitteschön Lösungen zum Klimawandel aufzeigen. Aber so ist sie für mich nicht akzeptabel. Wo bleiben bei ihr die Fakten?????? Was wird aus den Leuten, die in den Kraftwerken arbeiten. Sollen wir unseren Strom etwa aus Tihange beziehen? C. Baran

  3. 237.

    Es ist ja schön,dass sich die Jugend für die Umwelt interresiert. Und heute; Freitag(Ferien).
    Keiner von den Umweltschützern auf der Staße. Wer arbeiten geht kann auch nicht wegen der Umwelt
    auf die Staße gehen! Schule, egal! Später; Arbeit weg! Dass muss man der Jugend von heute mal
    sagen und begreiflich machen! Eins interreseirt mich noch? Wie Verlassen die (Angeblichen Umweltschützer)
    eigentlich den Platz den Sie benutzen? Ich glaube; nur mit Müll ud Dreck. Schöne Umwelt - Schützer!

  4. 236.

    Diese Aussagen sind voll peinlich für die Greta-Anhänger, da sie doch zeigen, dass die Greta-Anhänger nicht fähig sind sachlich zu argumentieren.

    SIE haben Lösungsansätze???? Wo???
    und ihnen über den Mund fahren
    schwenken sie um und sticheln weiter, zudem oft nicht themenbezogen
    Nice try aber sinnfrei und doof^^
    kommt klug und gescheit rüber ihr Verhalten. Bravo!!! Da könnte sich so manch ein Kommentator hier ne Scheibe von abschneiden
    Sie geben nicht auf Ihren Quatsch mit Soße abzusondern.

  5. 235.

    Nö. Das macht die Greta eben nicht. Das passt wahrscheinlich nicht in Ihr Weltbild, aber es gibt Menschen, die nicht anderen ständig sagen, was sie tun und lassen und denken und meinen sollen, sie belehren und ihnen über den Mund fahren. Bye bye, ich brauche das auch nicht ^^

  6. 234.

    SIE haben Lösungsansätze???? Wo??? Hat rbb24 die rausgestrichen, oder wo sind die verblieben? Es war hier bisher kein einziger von Ihnen zu lesen. Auch ich lese in Ihren Worten nur Wut und Ignoranz. Deswegen werde auch ich mich nicht mehr zu solchen Kommentatoren äußern, das ist eine Einbahnstrasse, die führt zu nichts. Alles Gute

  7. 233.

    Nein, die Ausrede, andere würden Ihre „Meinungen“ nicht akzeptieren, stimmt nicht. Sie hauen einfach einen Spruch nach dem Anderen raus, schlichtweg provozierend und wenn Sie damit nicht durchkommen, schwenken sie um und sticheln weiter, zudem oft nicht themenbezogen. Bisher habe ich mich dazu nicht geäußert, möchte das aber einmal loswerden. Das ist keine Diskussionskultur. Solche Kommentationsmöglichkeiten wie hier dienen einem Austausch. Der findet von Ihrer Seite aus aber nicht statt. Das ist sehr schade und nützt niemandem. Auch ich habe eine zweigeteilte Meinung zu Gretas Aktion und ihren Medienauftritten. Ich akzeptiere aber die Positionierung dieses Mädchens und der demonstrierenden Schüler. Wenn Sie anderen vorwerfen, Meinungen nicht akzeptieren zu wollen, seien Sie doch Vorbild und fangen mit Fairplay und Akzeptanz von #fridaysforfuture und Greta gegenüber an. Wie siehts damit aus?

  8. 232.

    Greta Thunberg könnte schon die Demonstranten auffordern selber was zu machen. Aber sowas würde natürlich nicht allen Demonstranten gefallen. Nur weil Sie den Vorschlag nicht verstanden haben, sollten Sie nicht andere Meinungen als "sinnfrei und doof" bezeichnen. Mache ich bei Ihrer doch auch nicht.


    [Randbemerkung] In Dänemark gibt es viel mehr Packstation die umweltschädlichere Haustürlieferung ist dort viel weniger verbreitet.

  9. 231.

    Sie trauen sich was. Eine andere Meinung zu haben. Geht ja gar nicht hier. Nicht das es unschöne Antworten geben wird.
    Ihren Ansatz finde ich gut. Finde auch die "Fridays for Future"-Demonstration sollten selber was machen. Konsumverzicht wäre da schon was. Mein Ansatz: Verzicht auf Schmierereien um mehr Geld für ÖPNV zu haben.

    [Randbemerkung] In Dänemark gibt es viel mehr Packstation die umweltschädlichere Haustürlieferung ist dort viel weniger verbreitet.

  10. 230.

    Kommt drauf an würde der Jurist sagen. Wenn die Frage so wie ihre gestellt ist schon. Ich versteht halt nicht Ihre Frage, da Greta Thunberg selber "älteren Generationen" pauschalisiert. Unhöflich finde ich es wenn sich andere absprechen und nicht genehme Meinungen runter zumachen. Ob das hier wohl der Fall ist? Das folgende beziehen Sie sich bitte nicht auf sich: Unhöflich finde ich Andere runterzumachen ohne sich mir deren Meinung auseinanderzusetzen. Hätte es nicht diese unsachlichen themaverfehlenden Antworten gegeben, wäre ich schön über alle Berge.

  11. 229.

    Könnte allerdings auch sein, dass ihr Hintergrundwissen nicht toll ist. Oder hat sie etwa selber keine Lösung.

  12. 228.

    Nicht aus dem Kontext bitte zitieren. Dies ist sehr sinnverfälschend. Es wäre nett von Ihnen wenn Sie mir erklären warum Graffiti und ÖPNV nichts mit einander zu tun haben. Ist doch ein Geldtopf.

  13. 227.

    Ich habe wenigstes Lösungsansätze. Andere haben da wohl ein Problem mit anderen Meinungen.
    Dagegen habe ich nun wieder was. Hätte es nicht diese unsachlichen themaverfehlenden Antworten gegeben, wäre ich schön über alle Berge. Aber gerne bleib ich bei Ihnen :-DDD Freue mich schon auf Ihre Antwort.

  14. 226.

    Weil das Aufgabe der Eltern ist?? Ist sie jetzt für alles verantwortlich? Die Nanny aller Teenager? Was für ein Nonsens. Nice try aber sinnfrei und doof^^

  15. 225.

    wie kommt denn die Greta zu den Veranstaltungen? Weshalb sind Unternehmen wie Nestle die durch den Kauf von Quellen Mensch und Natur schädigen für sie kein Thema. Warum ruft sie ihre Altersgenossen nicht auf exzessives Konsumieren und Wegwerfen zu unterlassen oder aus Faulheit alles online zu bestellen und zurück zusenden. Die Transporter brauchen Sprit ,liebe Greta. Wenn diese Onlineshop/Primark-Generation von Umweltschutz redet, muss man schon ein wenig lächeln.

  16. 224.

    Wir sind ungefähr die gleiche Altersstufe. Ich habe z.B. noch gelernt dass man eine Frage nicht mit einer Gegenfrage beantwortet. Also?

  17. 223.

    Die Frage mit den Atomkraftwerken müssen natürlich die schwedischen Politiker beantworten. Nicht Greta. Ja, nach der Kritik an ihr zu dem Thema ist sie zurückgerudert. Herrlich lernfähig und selbstkritisch diese junge Frau. Macht sie noch sympatischer, kommt klug und gescheit rüber ihr Verhalten. Bravo!!! Da könnte sich so manch ein Kommenator hier ne Scheibe von abschneiden, gelle Preuße? ^^

  18. 222.

    Greta will "die Deutschen" maßregeln? Es wird in 170 Ländern demonstriert?!?! Das ist doch einfach nicht wahr. Warum informieren Sie sich nicht einfach einmal in Ruhe, bevor Sie ständig solch einen Unfug absondern? Und Graffiti hat sowas von nichts mit dem Thema zu tun. Sie sind so wütend auf alles und jeden. Du lieber Himmel, was ist los?

  19. 221.

    Toll Ihre Lösungsansätze. Sie geben nicht auf Ihren Quatsch mit Soße abzusondern. Das ist aber auch okay. Ich hoffe es geht Ihnen dadurch wenigstens besser^^ Ändern wird das aber nichts daran, dass die Schüler-zum Glück-unbeirrt weiter demonstrieren werden. Freitags. Und wenns nur dazu dienlich ist, Sie zu ärgern :-DDD

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