Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (Quelle: ZB/Patrick Pleul)
Bild: ZB

"Fridays for Future" - Woidke kritisiert Schulausfall durch Klimademo

Streiken ja, aber bitte nicht an Schultagen: Der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke findet zwar die Ziele der Schülerbewegung "Fridays for Future" "richtig gut" - aber nicht, dass deswegen Schulstunden ausfallen.

Der Ministerpräsident von Brandenburg, Dietmar Woidke (SPD), hat Schüler für ihr Engagement bei Demonstrationen zugunsten des Klimaschutzes gelobt, aber Schulstreiks kritisiert. "Ich finde das richtig gut, dass sich junge Menschen mit Zukunftsfragen unseres Planeten, mit Zukunftsfragen unseres Landes auseinandersetzen", sagte der Regierungschef der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. "Ich finde es gut, dass sie sich da engagieren, dass sie sich organisieren, dass sie sich Meinungen bilden. Ich finde es aber nicht gut, dass die Streiks zumindest in Teilen dazu führen, dass Schulstunden ausfallen."

In fast 1.700 Städten weltweit wollen an diesem Freitag Schüler auf die Straße gehen und demonstrieren. Die Bewegung "Fridays for Future" soll damit ihren bisherigen Höhepunkt erreichen. In Brandenburg sind Aktionen in Potsdam, Falkensee, Templin, Cottbus, Neuruppin, Eberswalde, Oranienburg und Luckenwalde geplant. Die Jugendlichen fordern einen besseren Schutz des Klimas und mehr Engagement der Politik.

Wissenschaftler unterstützen Ziele der Schülerproteste

Der Brandenburger Regierungschef sagte, er stehe hinter den Zielen der Schülerproteste. "Wir wollen weiter ein gutes Niveau an Wohlstand in unserem Land haben, aber diesen Wohlstand nicht mehr zulasten des Klimas. Und das ist unsere große Herausforderung - und die können wir gemeinsam mit der jungen Generation lösen", sagte Woidke. Er rief sie zugleich dazu auf, ihre Pflichten in der Schule wahrzunehmen. "Geht in die Schule, bimst vielleicht noch mehr als jemals vorher und werdet gute Ingenieurinnen und Ingenieure, um diese Herausforderung zu lösen."

Die Bewegung "Fridays for Future" und Vertreter des Landtags wollen sich an diesem Freitag treffen. In Potsdam werden Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD), Vize-Präsident Dieter Dombrowski (CDU) und weitere Präsidiumsmitglieder mit 15 Schülern zusammenkommen. Die Potsdamer Demo führt zum Landtag am Alten Markt.

Auch Wissenschaftler aus der Region stellen sich hinter die Proteste, zum Beispiel das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung oder der Umweltwissenschaftler Werner Gerwin vom Forschungszentrum der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus Senftenberg. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßte das Engagement der Schüler ebenfalls. Der Landesvorsitzende Günther Fuchs hatte aber davor gewarnt, dass die Proteste nicht zu einer Dauerinstitution werden sollten.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.03.2019, 7 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Doro Hansen] vom 15.03.2019 um 13:10
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52 Kommentare

  1. 52.

    Die Klimademo muss verstärkt fortgesetzt, gegen Leute die Kohle bis ins Jahr 2038 weiter abbauen wollen. Muss verstärkt demonstriert werden, damit diese Leute endlich wach werden.

  2. 51.

    Woidke kritisiert Schüler die in Brandenburg für eine saubere Luft demonstrieren. Gleichzeitig will dieser Ministerpräsident seine Kohleumweltverschmutzungsindustrie bis 2038 aufrecht erhalten. Dieser Mensch muss bei der nächsten Landtagswahl verschwinden.

  3. 50.

    Schüler sollen nur in ihrer Freizeit demonstrieren warum darf jeder andere während der Arbeitszeit streiken und demonstrieren ich finde es gut das unsere Jugend uns mal zeigt was los ist,bravo weitermachen

  4. 49.

    Sie scheinen ja eine ordentliche Portion Wut gegen Jugendliche zu haben, Du meine Güte. Die sind doof und die sind ja die, die alles falsch machen und selber schuld sind. Ich finde Ihren Kommentar sehr unangenehm und bin richtiggehend schockiert. Im Übrigen wurden die Jugendlichen, die Sie so verunglimpfen, von DEN ERWACHSENEN sozialisiert und geprägt. Diese Generation hat Eltern und soziale Umfelde, die Ihnen diese Dinge vorgelebt und diese Lebensweisen beigebracht haben. Was sagt uns das? Mal bitte darüber nachdenken, warum hier so viele der Ältere sich reflektiert äußern und sich an die eigene Nase fassen, anstatt mit Häme auf die jungen Leute loszugehen. Und wenns nicht der Schüler war, dann die Lehrer. Hauptsache ein Sündenbock ist greifbar. Ihr Kommentar ist einer der Schlimmsten zu dem Thema, die man hier lesen kann, sorry.

  5. 47.

    Ánstatt etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen, wird in der Regierung bestimmt schon überlegt, was man gegen Schüler-Demos unternehmen kann. Vorschläge: Das Fach Politische Bildung abschaffen. Das Thema Klimawandel aus allen Lehrplänen streichen. Keine neuen Lehrerinnen und Lehrer für Informatik und Englsch und Georgaphie einstellen. Keine Weiterbildungen zu diesem Thema für Pädagoginnen und Pädagogen genehmigen.

  6. 46.

    Vielen Dank für Ihren reflektierten und ehrlichen Kommentar. Auch ich fühle mich „mit schuldig“. Zwar habe ich auch in meinem Elternhaus schon Bescheidenheit, Nachhaltigkeit (nannte damals nur keiner so) und den Respekt vor der Natur und unserer Nahrung mit auf den Weg bekommen und auch meinen Kindern vermittelt, dennoch bin ich nie richtig aus meiner Konfortzone gekommen, außer die AKW-Plaketten an die Haustür zu bappen. Ich werde nächste Woche bei der Demo dabei sein. Diese Jugendlichen haben mich wach gerüttelt. Was die ganzen Meckerer hier nicht reflejtieren: wir haben zugelassen, dass alles so ist, wie es jetzt ist. Und vieles ist beängstigend zerstört. Daher sollten wir Alten den Zeigefinger wieder runter und uns nicht so wichtig nehmen. Ein schönes Wochenende :-)

  7. 45.

    Zukunftstechnologien:
    Jede Effizienzverbesserung würde aufgefressen durch Anspruch auf Komfort und Wohlstand.

    Beispiel 1: ein Auto hat vor 30 Jahren 10 liter verbraucht, heute nur noch 6 l. In Deutschland hat sich der Benzinverbrauch bis heute vervielfacht. Warum: die Leute fahren einfach mehr, kostet ja nix!

    Beispiel 2: LED sparen Energie, bis zu 90 Prozent ggü. Globalen. Resultat ist, dass überall LEDs verbaut werden, weil billig in Anschaffung und Betrieb. Der Stromverbrauch ist in den letzten 30 Jahren um ein Vielfaches gestiegen.

    Beispiel 3: Wärmedämmung an Häusern verringern den normierten Energieverbrauch. Resultat ist, dass die Menschen die Heizung entweder nicht herunter regeln oder die Wohntemperatur unsinnig hoch reguliert wird. Auch hier eine vervielfachung des Energieverbrauchs in den letzten Jahrzehnten

  8. 44.

    Wie kommt es, dass aus Existenzängsten von Schülern bezüglich einer sich abzeichnenden ökologischen und Klimakatastrophe bedingt wiederum durch vorherrschende zu kurz greifende Handlungslogik auf einmal die Pisa-Studie, Bildungsdebatten und Braunkohleausstieg zum Thema werden?
    Diese Schüler beweisen Weitsicht und Mut, die die Realitäten anzuerkennen....sie besitzen mehr Bildung als der Großteil der Gesellschaft, weil diese zu dumm oder Thema zu unbequem. Wem nutzt die Erfindung einer neuen Batterie, wenn genau diese "zu-jedem-Problem-gibt-es-eine-technische-Lösung" -Mentalität immer wieder zu neuen Problemen führt.

  9. 43.

    Wasch mir den Pelz, aber mach` mich nicht nass. - Streik ohne Stundenausfall?

  10. 42.

    Herr Woidke sollte Zukunftstechnologien - gerne auch solche, die das Klima verbessern - in die Lausitz holen, statt "Erwarter-Reden" zu schwingen. Jetzt will er mit der SPD, die (Respekt)rente mit nur 35 Arbeitsjahren bei seinen eigenen Beamten/Angestellten einführen? Super, dann kann man als Schüler ja lieber demonstrieren, chillen usw. statt der Gesellschaft etwas zu geben. Warum dann 45 Jahre voll arbeiten, klimafreundliche Technologien mit entwickeln? Was Herr Woidke und die Schüler gemeinsam haben? Beide fordern/erwarten immer von Anderen etwas.

  11. 41.

    Es ist sehr ermutigend, zu sehen, dass es viele Sympathisant*innen für die Schüler*innen gibt. Die sehr autoritäre, adultistische und bisweilen sogar strafrechtlich relevante (s. Beleidigung) Umgangsweise mit den Demonstrationen mutet wie aus einem anderen Zeitalter "preußischer Tugenden" an.

    Ganz zutreffend wurde nicht nur hier mehrfach darauf hingewiesen, dass in Brandenburg monatlich so viele Schulstunden ausfallen, dass es bereits auf dieser Ebene unverhältnismäßig ist, die wenigen ausgefallenen Schulstunden anzumahnen.

    Kritisches, selbstständiges Denken ist nicht nur in Brandenburg unerwünscht, wenn man sich die Bildungssätze anschaut (auch bzgl. Hartz-IV). Die Schüler*innen sollen möglichst unkritisch und wirtschaftsförmig, eben ausbeutbar, sein, in einer dauerhaft strukturschwachen Region umso mehr. Wo käme man auch hin, wenn Politiker*innen über die eigene Legislaturperiode hinausdächten? Nachhaltige Politik ist möglich - nur nicht mit Woidke.

  12. 39.

    Ja, Bildung ist wichtig. Aber die beste Bildung bringt NICHTS, wenn man keine Zukunft hat! Ohne Zukunft ist alles für den Allerwertesten.
    Und Streiks - ja, "fridays for future" sind Streiks und keine Demos! (Lesen bildet) - bringen nur was, wenn es weh tut. Oder gehen Arbeitnehmer außerhalb der Arbeitszeit streiken?
    Warum wollen so viele Schülern verbieten, was sie selbst dürfen? Weil sie noch nicht "Volljährig" sind?! Diese Jugendlichen sind erwachsener als die Erwachsenen, die diejenigen kritisieren, weil sie verstanden haben, dass wir nicht e ok nach so weiter machen können wie bisher, sondern dass etwas verändert werden MUSS!
    Wobei... kein Schnee = kein Schneeschippen, viel Sonne = spart man sich den Urlaub, viel Regen = muss man mit den Kindern nicht raus - und kann weiter vor dem Elend die Augen verschließen. </ironie>

  13. 38.

    Tolle Idee!!! Leider geht das ja so nicht. Aber peinlich genug, dass wir Alten das alles zuließen. Wenigstens jetzt müssten wir agieren. Und wenns nur die Unterstützung für die Demos ist!

  14. 37.

    Endlich mal wieder eine wirksame Bewegung. Es ist schon absurd, dass die Schüler kritisiert werden. Jeder der älteren Herrschaften müsste im Grunde wissen, dass dies die einzige Möglichkeit ist, etwas zu bewegen. Wirksamer Protest ist NICHT bequem, er ist unbequem, er macht aufmerksam. Ich wünsche mir, dass es erst endet, wenn wirklich etwas verändert wird und zwar weltweit. Ansonsten stehen uns noch unschönere zeiten bevor. Aber dieses ständige Handeln der Alten zu Gunsten der Wirtschaft stinkt im wahrsten Sinne des Wortes meilenweit zum Himmel. Viel zu wenige profitieren auf Kosten der übrigen 95 % der Menschen und auch das muß aufhören. Und zwar jetzt !

  15. 35.

    Falscher Ansatz. Die Pisa-Studien wurden ja schon mehrfach lange vor den Demos erstellt. Wie man an den Ergebnissen sehen kann, hat das Hingehen zur Schule nicht viel geholfen ^^ Solange unser Bildungssystem nicht reformiert wird, wird sich nichts ändern. Das hat mit den Demos nichts zu tun.

  16. 34.

    Jeder demonstrierende Schüler wendet sich gegen die Anti- Klimapolitik von Woidke. Also bitte unauffällig streiken liebe Schüler. Er gefährdet die Zukunft der Kinder. Sie wehren sich. Offensichtlich denken die Kinder etwas komplexer als der Herr Ministerpräsident.

  17. 33.

    Ein kluger Mann hat mal gesagt:
    Das Schlimmste an der Jugend ist, dass man nicht mehr dazugehört!
    Politisches Engagement von unten, aus der Jugend wachsend ist das Beste, was uns passieren kann, wenn dieser Planet in den nächsten Jahren nicht komplett den Bach runtergehen soll.

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