Holzmarktgelände -Panorama von der Spreeseite (Quelle: imago)
Video: rbb24 | 13.03.2019 | Bild: imago stock&people

"Eckwerk" in Berlin-Friedrichshain - Streit um Bauprojekt am Holzmarkt geht trotz Vermittlung weiter

Der Holzmarkt sollte mehr werden als nur ein buntes Hüttendorf mit Kneipen. Die Genossenschaft hatte den Plan, mit dem "Eckwerk" Co-Working-Spaces und Wohnungen zu schaffen. Doch trotz Vermittlung ist für des Eckwerk-Projekt noch keine Lösung in Sicht.

Im Streit um das Bauprojekt "Eckwerk" an der Holzmarktstraße in Berlin-Friedrichshain gibt es weiter keine Einigung. Ein von der Holzmarkt-Genossenschaft berufener Vermittlungsrat, der in dem Konflikt mit dem Bezirk weiterhelfen soll, zeigte sich am Mittwoch bei einer Zwischenbilanz allerdings zuversichtlich.

Das prominenteste Mitglied des Rates, der Grünen-Politiker Wolfgang Wieland, bezeichnete dabei die Kommunikation mit dem ebenfalls grünen Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt, als kompliziert, sagte aber, es gebe Signale, dass das Projekt mit einem neuen Entwickler weiterhin eine Chance habe.

Kein Baurecht für die Hochhäuser der Genossenschaft

Das "Eckwerk" auf dem Holzmarkt-Areal, das die Stadt vor Jahren an eine private Stiftung verkauft hatte, ist ein Projekt, bei dem Wohnen und Arbeit unkonventionell miteinander verknüpft werden sollen. Die Holzmarkt-Initiatoren und der grüne Baustadtrat Schmidt streiten jedoch mittlerweile gerichtlich über die Umsetzung. Der Rat will in etwa zwei Monaten erneut prüfen, ob es Fortschritte in den Verhandlungen gegeben hat.

Die Genossenschaft hatte 2012 mit Hilfe einer Schweizer Stiftung zwei Filet-Grundstücke am Spreeufer erworben, um Räume für bezahlbares Wohnen, Start-up-Unternehmen, Begegnung und kreative Szene zu schaffen. Allerdings gibt es für das Hauptprojekt der Genossenschaft, das "Eckwerk" - mehrere innovative Holzhochhäuser - aus unterschiedlichen Gründen bislang kein Planungs- und damit Baurecht, so dass das Projekt gefährdet ist.

Sendung: Inforadio, 13.03.2019, 16 Uhr

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8 Kommentare

  1. 8.

    Und wieder ein Projekt das dem Land nicht "gut genug" ist. Nun torpedieren die Verhinderer von R2G aber scheinbar schon ihr eigenes Klientel. Das ist echt ne neue Stufe. Gab im Radio mal einen guten Beitrag zur Situation und mit Argumenten beider Seiten:

    https://www.deutschlandfunkkultur.de/kreativort-am-berliner-spreeufer-dem-holzmarkt-droht-die.1001.de.html?dram:article_id=437260

    Die Haltung des Baustadtrates spricht wirklich Bände.

  2. 7.

    Beim Postgiroamt war ja wohl der Eigentümer nicht unschuldig an der Bauverzögerung, weil er seine ursprünglich mit dem Bauamt abgesprochene Planung ändern wollte. Wenn er bei seiner Absprache geblieben wäre, so hätte er auch bauen können. Dem Baustadtrat kann man wohl kaum die Schuld daran geben, dass der Eigentümer plötzlich seine Pläne ändert.

  3. 6.

    "Welche "unkonventionellen" Quadratmeterpreise sind denn dort aktuell geplant??? "bei dem Wohnen und Arbeit unkonventionell miteinander verknüpft werden sollen", um mit Kurzzeitverträgen exorbitante Gewinne zu realisieren."

    Haben Sie sich auch nur eine Sekunde mit dem Projekt befasst? Das Konzept des "Eckwerks" sah vor dass zu sogenannten "Kostenmieten" vergeben wird und dass eine städtische Wohnungsbaugesellschaft involviert wird. Alles öffentlich einsehbar. Wovon sprechen Sie also?

    Das gibts echt nur in Berlin. Da verschleudert die Stadt ein Grundstück zum Höchstpreis und die, die es mit einem Erbbaumodell nachhaltig und sozialverträglich bespielen wollen, werden als Spekulanten betitelt. Wir können alle froh sein dass die Schweizer Stiftung einen langen Atem hat und dieses Theater noch mitspielt. Es ist einfach unglaublich.

  4. 5.

    "Für Wohnungen ist diese Ecke - zwischen Bahn und 2 Hauptstraßen quasi wie auf einer Verkehrsinsel gelegen - kaum geeignet." Offenbar schon, siehe unten. Mehr als Gerüchte und die rasante Mietentwicklung bei befristeten Studentenbuden weiß ich auch nicht, doch: "2017 hat die Abendrot-Stiftung Grundstück und Erbbaurecht wieder zurückgenommen. Wie der rbb erfuhr, will die Stiftung das Grundstück nicht verkaufen sondern hält an der Idee von "sozialverträglichem Wohnen am Spreeufer" fest. Es werde darüber weiter vertraulich [!!!] verhandelt." https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/11/holzmarkt-genossenschaft-verklagt-berlin-wegen-eckwerk.html

  5. 4.

    Ja, zugunsten der "normalverdienenden" Mieter entstehen dort jetzt 320 neugebaute bezahlbare Wohnungen - durch eine kommunale Genossenschaft ;) "Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) hatte die Pläne vor allem deshalb abgelehnt, weil teuere und viele kleine Wohnungen in dem zuvor gewerblich genutzten Turm entstehen sollten und hohe Mieten oder Verkaufspreise die „Gentrifizierung“ Kreuzberg weiter beschleunigt hätten. ... Insgesamt 383 Wohnungen sind im hinteren Teil des Grundstückes geplant, auf mehr als 36000 Quadratmetern. Die meisten davon werden vermietet und wie berichtet von der landeseigenen Degewo gebaut und verwaltet. 63 Wohnungen werden von der privaten „Art-Invest“ zum Verkauf angeboten." https://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-kreuzberg-bauprojekt-postscheckamt-investor-zieht-sich-zurueck/23864470.html ["Investor", sic]

  6. 3.

    Mieter, Berlin, Mittwoch, 13.03.2019 | 19:42 Uhr:
    "... um mit Kurzzeitverträgen exorbitante Gewinne zu realisieren ..."

    Haben Sie Belege für Ihre Behauptung? Oder sind dies nur Behauptungen ins Blaue hinein?

    Mieter, Berlin, Mittwoch, 13.03.2019 | 19:42 Uhr:
    "Besser wäre dort günstigen Wohnraum zu bezahlbaren Mieten für "Normalverdiener" zu bauen. Wo sollen sonst etwa die künftigen Bus- und U-Bahnfahrer wohnen bei den weiterhin steigenden Mieten?!"

    Für Wohnungen ist diese Ecke - zwischen Bahn und 2 Hauptstraßen quasi wie auf einer Verkehrsinsel gelegen - kaum geeignet. Sozialen Wohnungsbau macht man besser anderenorts in der Stadt. Wohnungsbau ist zwar wichtig, aber das heißt nicht, dass es keinerlei Gewerbebau mehr geben kann, solange es Wohnungsnot gibt, also ab jetzt auf ewig. Manche Orte sind eher für Gewerbe als für Wohnungsbau geeignet. Die (gesunde) Mischung macht's!

  7. 2.

    Der grüne Bauprojektverhinderer Schmidt wird schon Mittel und Wege finden, um dieses Projekt zu verhindern. Erinnert sei da an des ehemalige Postgebäude.
    Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das dem grünen "Bau"Stadtrat Freude macht.

  8. 1.

    @rbb Welche "unkonventionellen" Quadratmeterpreise sind denn dort aktuell geplant??? "bei dem Wohnen und Arbeit unkonventionell miteinander verknüpft werden sollen", um mit Kurzzeitverträgen exorbitante Gewinne zu realisieren. Besser wäre dort günstigen Wohnraum zu bezahlbaren Mieten für "Normalverdiener" zu bauen. Wo sollen sonst etwa die künftigen Bus- und U-Bahnfahrer wohnen bei den weiterhin steigenden Mieten?!

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