Demonstration für Pressefreiheit in Türkei vor der türkischen Botschaft in Berlin © imago/Jürgen Heinrich
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Video: Abendschau | 11.03.2019 | 19:30 Uhr | Bild: imago/Jürgen Heinrich

Entzug der Arbeitserlaubnis - Berliner Journalist darf nicht mehr aus der Türkei berichten

Türkische Behörden haben drei deutschen Pressevertretern die Akkreditierung für Berichterstattungen aus der Türkei verweigert. NDR-Fernsehjournalist Halil Gülbeyaz, ZDF-Korrespondent Jörg Brase und Tagesspiegel-Korrespondent Thomas Seibert mussten deshalb am Sonntag das Land verlassen. Seibert begklagte am Montag, die Türkei wolle an ihnen ein Exempel statuieren. Einen Zusammenhang zu seiner journalistischen Arbeit sehe er nicht.

Journalisten-Gewerkschaften fordern Bundesregierung zu Konsequenzen auf

"Dass sich die Lage so verschlimmern kann, das hätte wohl niemand vorausgesehen", sagte Seibert am Montag dem TV-Sender phoenix nach seiner Rückkehr nach Deutschland. Von der Bundesregierung erwarte er nun, dass sie nicht nur hinter den Kulissen, sondern auch in der Öffentlichkeit Druck auf die Türkei ausübe.

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) appellierte am Montag in Berlin an Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), den türkischen Botschafter wegen fortwährender Verletzung der Pressefreiheit in das Außenministerium einzubestellen.

Kritik erntete die Bundesregierung von Oppositionspolitikern, wie Cem Özdemir (Grüne). Dieser forderte am Montag eine Verschärfung der Reisewarnung.

Außenminister Maas hatte die nicht gestattete Akkreditierung der drei Journalisten aus der Türkei bereits am Wochenende scharf kritisiert. Regierungssprecher Steffen Seibert äußerte am Montag für die gesamte Bundesregierung "Bedauern" und "Unverständnis" über das Vorgehen der Türkei. Die Entscheidungen seien "nicht nachvollziehbar".

Sendung:  Abendschau, 11.03.2019, 19:30 Uhr 

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Ich befürchte Folgendes:
    1. Es wird "artig und brav" protestiert.
    2. Der türkische Staat erhebt eine hanebüchene Anklage und lässt die drei Journalisten in Abwesenheit verurteilen.
    3. Es wird wieder "artig und brav" protestiert, weil es sich um kein rechtsstaatl. Verfahren gehandelt habe.
    4. Schließlich wird sowohl den Dreien als auch allen anderen nahegelegt, sich mit spezifischen Formulierungen doch bitte schön etwas zurückzuhalten, um derartige Scharmützel zu vermeiden.

    Menschen wie Peter Steudtner bleiben bleibend draußen, und genau das war ja auch das Ziel von Erdogan, alles andere war "nur" das Mittel dazu.
    Analog, so befürchte ich, ist mit den drei und allen analog veranlagten Journalisten.

  2. 1.

    Was mich noch ein Stück weit Betroffener machte ist, dass er seine Familie, Frau und Tochter, in der Türkei zurücklässt. Ich würde niemanden meiner Liebsten diesem Despoten ausliefern.

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