Ein Kleingärtner harkt ein Beet in der Kleingartenanlage Bornholm im Berliner Stadtbezirk Pankow (Quelle: dpa/Franke).
Audio: Inforadio | 21.03.2019 | Christoph Reinhardt | Bild: dpa/Klaus Franke

850 Parzellen müssen weichen - Senat stellt sich Diskussion mit Berliner Kleingärtnern

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt hat am Mittwochabend den Kleingartenvereinen ihren Kleingartenentwicklungsplan vorgestellt. Zu dem Treffen in einer alten Garage am ehemaligen Flughafen Tempelhof waren rund 50 Vereinsvertreter der Gartenfreunde Berlin, Umweltschützer sowie Mitarbeiter aus den Bezirksämtern und der Senatsverwaltung zusammengekommen.

Ausgleichsflächen und finanzielle Entschädigungen

Drei Stunden waren angesetzt, mit Hilfe von Planungsunterlagen, Bevölkerungskarten und Klimadaten wollte Umweltstaatssekretär Stefan Tidow (Grüne) die Kleingärtner davon überzeugen, dass es keine Lösung gebe, die ganz ohne Verluste auskommt. Rund 850 Parzellen sollen in den nächsten Jahren Bauprojekten weichen. Dafür sollen die anderen rund 70.000 Kleingärten langfristig bleiben dürfen.

Betroffenen sollen zudem Ersatzflächen und Entschädigungen angeboten werden. "Wir haben Ausgleichsflächen vorgesehen, wo neue Kleingartenanlangen entstehen können. Wir haben sogar von der Fläche mehr Ersatzflächen ausgewiesen als jetzt erstmal in Anspruch genommen werden. Insoweit gibt es schon auch ganz konkrete Angebote und auch finanzielle Entschädigungen. Aber es wird immer Leute geben, für die ist es dann auch tragisch und traurig", sagte Tidow dem rbb.

Kleingartenvereine fordern mehr Transparenz

Die Vertreter des Landesverbands der Gartenfreunde Berlin zeigten sich grundsätzlich gesprächsbereit. Allerdings stellte der Verbandsvorsitzende Michael Matthei klar: "Solange es andere Flächen und Möglichkeiten gibt, stellen wir uns vor jeden Kleingarten." Davon abgesehen bezeichneten die Gartenfreunde den Kleingartenentwicklungsplan als Schritt in die richtige Richtung, forderten gleichzeitig aber rechtlich verbindliche Zusagen, mehr Transparenz bei der Bauplanung und eine zusätzliche Unterstützung für Kleingärtner, die umziehen müssen.

In den nächsten zwei Wochen sollen die Unterlagen nun überarbeitet und die Pläne anschließend mit weiteren Betroffenen diskutiert werden. Bis zum Sommer sind Änderungen möglich. Möglichst noch im Herbst soll dann klar sein, welche Kleingarten-Flächen ab 2020 bebaut werden und welche langfristig bleiben können.

Sendung: Inforadio, 21.03.2019, 7:10 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren