Unterricht in einer Schule (Quelle: imago/Gerhard Leber)
Audio: Inforadio | 07.03.2019 | Kirsten Buchmann | Bild: imago/Gerhard Leber

Mehrheit der Referendare bleibt in Berlin - Linke hält Verbeamtung von Lehrern für unnötig

Die meisten Referendare, die an Berliner Schulen ausgebildet wurden, bewerben sich auch als Lehrer in der Hauptstadt. Die Quote liege bei bis zu 80 Prozent. Das geht aus der Antwort der Bildungsverwaltung auf eine Anfrage der Linken-Politikerin im Berliner Abgeordnetenhaus, Regina Kittler, hervor.

Es gebe keine Berlin-Flucht junger Lehrer, so Kittler. Sie halte es deshalb nicht für nötig, Lehrer in Berlin wieder zu verbeamten.

Berliner SPD will Rückkehr zur Verbeamtung prüfen

Über eine Rückkehr zur Verbeamtung denkt in der rot-rot-grünen Koalition dagegen die SPD nach, um im Wettbewerb mit anderen Ländern um Lehrer zu bestehen. Denn Berlin ist mittlerweile das einzige Bundesland, dass seine Lehrer nicht verbeamtet. Ende des Monats wollen die Sozialdemokraten auf ihrem Landesparteitag über das Thema beraten.

Laut aktuellen Zahlen der Bildungsverwaltung haben im vergangenen Schuljahr 522 Berliner Lehrer gekündigt oder sich in ein anderes Bundesland versetzen lassen.

Erst in der vergangenen Woche forderten die Berliner Schulleiter die Verbeamtung von Lehrern. Im Kampf gegen den Lehrermangel wäre dies ein wichtiger Schritt, sagte die Vorsitzende des Verbandes, Astrid-Sabine Busse. Man unterstütze deshalb das Vorhaben der SPD.

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12 Kommentare

  1. 12.

    Lehrkräfte nicht zu verbeamten und damit versuchen Galien zu spielen, kann man machen. Man muss sich dann aber nicht wundern, wenn die Kündigungsquoten weiter steigen. Und an den Bewerberzahlen festmachen zu wollen, dass es keinen Mangel gibt, zeugt eher davon daß die Linke versteht, wie Statistiken zu lesen sind. Und wenn man sich dann Mal anschaut, welchen Beruf Frau Kittler hat, wird es spannend. Im WP Artikel und auf der Seite des Abgeordnetenhaus steht, dass die Lehrerin genauer Studienrätin ist. Spannend Studienrat ist ein Titel, den man nur tragen darf, wenn man verbeamtet ist. Gönnt da Frau Kittler den jungen Kollegen gerade nicht die Vorzüge, welche sie selbst genießt? Gerade aus der Perspektive wirkt das schon sehr ideologisch und weniger sachorientiert. Schade.

  2. 11.

    #Eric: die Verbeamtung spart ja gerade dem Land die Arbeitgeberanteile von 50%. Zusätzlich spart man, wenn man den Angestellten dann noch das Beamtengehalt Brutto um ca. 7% kürzt, damit auch ja kein Cent mehr Netto für den Lehrer übrigbleibt. Die Kürzung des Gehaltes bleibt dann ein Arbeitsleben lang. Die Pension ist dann sicherlich ein Vorteil, wenn man sie erreicht und damit natürlich auch gerecht.

  3. 9.

    Ich denke, SPD und Schulleitungen wollen am liebsten Lehrerinnen und Lehrer, die ihren Job vernünftig machen. Streiken ond Mitbestimmung sind doch nicht die originären Aufgaben des Lehrkörpers,oder ?

  4. 8.

    Allerdings sonst gibt es noch mehr die nicht in die allgemeine Rente einzahlen.

  5. 7.

    Wenn man die alten DDR Verhältnisse so präferiert wie die Linken und in nicht verbeamteten Lehrern mehr Revolution Potential erhofft, dann hat man die Realität verschlafen. Ist es nicht bedenklich wenn sich die in Berlin ausgebildeten Lehrer vielfach in die anderen Bundesländer begeben, um dort auch die Privilegien eines Staatsdieners zu genießen?

  6. 6.

    SPD und Schulleitungen wollen offenbar lieber hörige Beamte, die nicht streiken ;) Statt Lehrer, die ihre demokratischen Rechte wahrnehmen und mitbestimmen (wollen). Schade, schade, schade! Eine Demokratisierung der Schulen ist noch ganz am Anfang und schon bekommt die SPD Angst. Oder soll es nur rechtzeitig vor den Wahlen ein Geschenk werden, um sich selbst aus dem Tief zu retten? Billiger ist es nicht. Also könnten auch einfach die Angestellten noch besser bezahlt werden ;)

  7. 5.

    Ich auch. Ich werde nicht geknechtet. Kommt aber darauf an, was man sich so gefallen lässt. Einige ihrer Punkte mögen richtig sein, die Mehrheit ist es sicher nicht. Und all ihre Vorschläge bringen vermutlich nicht einen Lehrer mehr an die Schulen. Langfristig wird es sich Berlin einfach nicht erlauben können, als einziges Bundesland nicht zu verbeamten. Und? Werden sie dann auf die so gescholtenen Privilegien verzichten? Ich wüsste nicht was daran verwerflich sein sollte.

  8. 4.

    80% bewerben sich, aber wieviele treten dann auch wirklich eine Stelle an. Sehr viele Referendare bewerben sich gleichzeitig in mehreren Bundesländern, Berlin ist dann ggf. noch das „back-up“ für den Start ins Berufsleben, bis man doch eine Stelle mit Aussicht auf Verbeamtung bekommt- mind. 500 pro Jahr verlasen uns aus diesem Grund schließlich. Diese Angabe von 80% sagt leider überhaupt nichts über die tatsächliche Situation an den Berliner Schulen aus, wenn der Anteil an neueingestellten Lehrern, die nicht auf Lehramtstudiert haben, bei über 50% liegt. Zudem muss die Frage gestellt werden, wieviele Studierende bewerben sich mittlerweile überhaupt nicht mehr in Berlin, da sie hier nicht verbeamtet werden, diese Schnittstelle wird völlig außer Acht gelassen.
    Egal wie man zur Verbeamtung steht-solange Lehrer die Wahl haben, werden insbesondere ausgebildete Jungelehrer weiter die Stadt verlassen.

  9. 3.

    Bitte reden sie mal mit einem Berliner Grundschul- oder ISS-Lehrer UND mit den Schülern. Dann wird schnell klar, dass eine "Schonung der Kassen" sehr wahrscheinlich einen direkten Zusammenhang zu einer weiteren Verschlechterung der Situation an den Schulen haben kann. Wie im gesamten sozialen und öffentlichen Sektor: Zu wenig Personal + zu viel Arbeit = gefährliche Schieflage. Die Verbeamtung wäre ein Baustein, Personal zu halten. Viele andere müssen dann endlich ebenso nachgezogen werden.

  10. 2.

    Niemandem geht es um den Zweck der Verbeamtung (staatshoheitliche Aufgaben zu erfüllen), sondern um das Verteilen von und Greifen nach Privilegien (Sicherheit und Geld). Mehr LehrerInnen würde man durch ein besseres Personalmanagement und neue Konzepte (z. B. Reduzierung der zu unterrichtenden Stunden, Doppelsteckung u. A.) erreichen. Ähnlicher Quatsch ist daher die Zulage für Schulen in schwieriger Lage. By the way: Die ReferendarInnen, die geknechtet werden bis zum Abbruch, gehen dabei leer aus. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Ich bin Referendar.

  11. 1.

    Verbeamtung von Lehrern ist wirklich nicht erfoderlich. Man sollte die öffentlichen Kassen schonen wenn es geht.

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