Ein Mann steht unter der Kuppel während des letzten Gottesdienstes in der St. Hedwigs-Kathedrale (15.08.2018) (Bild: dpa/Lisa Ducret)
Bild: dpa/Lisa Ducret

Zahlen der Katholischen Kirche - Neue Missbrauchsfälle im Erzbistum Berlin bekannt geworden

Im Erzbistum Berlin sind neue Fälle zu Vorwürfen sexueller Übergriffe an Minderjährigen oder erwachsenen Schutzbefohlenen durch Kirchenmitarbeiter bekannt geworden. Angaben des Erzbistums vom Mittwoch zufolge wurden bis Dezember 2018 insgesamt 86 Verdachtsfälle gemeldet. Das sind neun Fälle mehr als bisher bekannt. Vier davon richteten sich gegen Kleriker.

Für die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle hat das Erzbistum Berlin Personalakten seit 1946 sichten lassen. In den Jahren bis 2014 gab es demnach in den Akten Hinweise auf insgesamt 55 mutmaßliche Täter. Davon lebten noch 22, gegen 14 von ihnen werde strafrechtlich ermittelt, hieß es. Gegen neun der bereits gestorbenen mutmaßlichen Täter liefen nach Angaben des Erzbistums bereits zu Lebzeiten Ermittlungs- oder Strafverfahren.

Mehr als 100.000 Euro an Opfer ausgezahlt

Die Vorwürfe reichten dabei von nicht strafbaren Grenzüberschreitungen bis zu Fällen von schwerem Missbrauch. Die entsprechenden Akten seien neben der Staatsanwaltschaft auch externen Beratern übergeben worden, teilte das Erzbistum mit. Diese sollen Strukturen aufdecken, die sexuellen Missbrauch innerhalb des Erzbistums ermöglicht haben. Dabei soll auch geprüft werden, in welchen Fällen es kirchliche Strafverfahren gab und wo sie noch eingeleitet werden müssen.

Außerdem wurden im vergangenen Jahr vier neue Anträge von Missbrauchsopfern auf Leistungen in Anerkennung ihres Leids gestellt. Insgesamt wurden demnach bisher 23 Anträge gestellt und bewilligt. Den Betroffenen werden laut Erzbistum ingesamt 89.000 Euro ausgezahlt. Darüber hinaus seien bislang rund 30.000 Euro für die Erstattung der Kosten für psychotherapeutische Leistungen und Fahrtkosten gezahlt worden. Die Mittel würden nicht aus Kirchensteuereinnahmen aufgebracht, hieß es.

Sendung: rbb24, 06.03.2019, 16 Uhr

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Die Kirchenführer lügen was das Zeug hält. Sie gaukeln uns Mitgefühl und Bedauern vor. Wann kommt der erste von denen die Kinder missbraucht haben in den Knast? Zunächst wird aber mal weiter vertuscht. Mein Gott ist der Laden verlogen.

  2. 5.

    Der Text klingt, als ob über 80 neue Mißbrauchsfälle zu beklagen wären: aus der Pressemitteilung des Bistums geht klar hervor, daß es sich um die lange bekannte Gesamtzahl aller möglichen Verdachtsfälle seit 1945 handelt. Alle Akten sind seit 2018 bei der Staatsanwaltschaft. Der Text zeigt keinen neuen Skandal und die Redaktion sollte die Überschrift richtigstellen!!!

  3. 4.

    Einfach schrecklich.

  4. 3.

    Anwälte. Hier alles nachzulesen:

    https://www.erzbistumberlin.de/medien/pressestelle/aktuelle-pressemeldungen/pressemeldung/news-title/aufarbeitung-missbrauchsfaelle-im-erzbistum-berlinexterne-pruefung-der-akten-zusammenarbeit-mi/

  5. 2.

    Ich könnte kotzen,warum kommt da keiner ins Gefängnis

  6. 1.

    Wer sind bitte die externen Berater, die persönliche Daten von betroffenen Personen erhalten?

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