Baustellenbesichtigung an der Rummelsburger Bucht (Quelle: imago/Zeitz)
Video: rbb|24 | Abendschau |30.04.2019 | Bild: www.imago-images.de/Zeitz

Umstrittenes Vorhaben findet Mehrheit in BVV - Bebauungsplan für Rummelsburger Bucht beschlossen

Die Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Lichtenberg hat den Bebauungsplan für die Rummelsburger Bucht genehmigt. Kritiker hatten bis zuletzt versucht, das Projekt mitsamt der geplanten Touristenattraktion "Coral World" zu verhindern.

Der umstrittene Bebauungsplan für die Rummelsburger Bucht in Berlin-Lichtenberg ist von der Bezirksverordnetenversammlung genehmigt worden. Gegen das Vorhaben stimmten am späten Montagabend nach Angaben von Teilnehmern nur zwei Grünen-Abgeordnete, zwei Linke und eine Fraktionslose.

Zuvor war die Diskussion in der BVV sehr hitzig verlaufen. Eine Gegnerin der Bauvorhaben wurde  nach wiederholten Zwischenrufen von Polizisten aus dem Saal getragen.

Kita, Schule und bezahlbare Wohnungen - statt Aquarium

Der Bebauungsplan des Bezirks sieht unter anderem die "Coral World" vor, eine Art Aquarium mit exotischen Fischen und Korallen, das Touristen an die Rummelsburger Bucht ziehen soll. Außerdem sind Büroflächen, frei finanzierte Wohnungen und 110 mietpreisgebundene Wohnungen geplant, vor allem von der landeseigenen Howoge.

Beim Betreiber des geplanten Aquariums hofft man auf schnelle Umsetzung des Konzeptes. Das Wasserhaus sehe sich auch als Dialog-Plattform, sagt Gabriele Thöne von der Coral World Berlin GmbH. "Um im Gespräch zu sein über die Fragen unserer Zukunft, über unseren Planeten, über die Ökologie hier am Standort, die aber auf das Engste verbunden ist mit den Ozeanen und den marinen Lebensformen", ergänzte Thöne vorab.

Anwohner fürchten, die Bucht wird zum Spekulationsobjekt

Viele Anwohner fürchten, dass die Rummelsburger Bucht zu einem weiteren Spekulationsobjekt werden könnte und die Lebensqualität letztlich auf der Strecke bleibt - ganz abgesehen von stark steigenden Mieten.

Zu den Gegnern des Bebauungsplans gehört auch Lutz Haase von der Bürgerinitiative "Rummelsburger Bucht retten". Vor allem das Aquarium stört die Initiative. "Das sehen wir nicht an dem Standort", sagte Haase. "Stattdessen wollen wir mehr bezahlbaren Wohnraum, eine Kita, eine Schule und dass 90 Prozent der Bäume erhalten bleiben", sagte Haase am Freitag dem rbb. Derzeit sammelt die Bürgerinitiative Unterschriften. Nach eigenen Angaben habe man 20.000 Unterschriften erhalten. Damit könnte das Alternativkonzept im Abgeordnetenhaus vorgestellt werden.

Sendung:  rbb24, 29.04.2019, 21.45 Uhr

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 12.

    Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat demokratisch legim beschlossen. Erstaunlich was die SPD-Linke, also die Mehrheit in der dortigen BVV, so treibt - ich find es jedenfalls lustig.

  2. 11.

    Lieber Alfred Neumann.

    Wir haben 20.000 Stimmen gesammelt, die gegen den Wasserpark sind, das sind Daten, belastbare Fakten. Sie haben nicht eine Umfrage gemacht, nicht ein belastbares Bürgerecho, das die Menschen am Ostkreuz einen Wasserpark wollen, Geschweige denn brauchen. Solange Sie diese Beweise nicht haben, können Sie uns nicht mal im Ansatz Halbwahrheiten unterstellen. Ihr Arroganz macht die Menschen wütend und dann fordern sie Polizeischutz, weil Sie vor diesen Menschen Angst haben, die verdrängt werden und sich ihrem Schicksal nicht kampflos ergeben wollen. Das ist traurig.

  3. 10.

    Lieber Daniel,
    wer liest und versteht ist klar im Vorteil :-)
    Einen schönen 1. Mai gewünscht (ohne Rachegelüste oder sonstigem Gewaltgedöns)

  4. 8.

    Ich bin ja mal gespannt, ob die Leute, die so glücklich mit dem aktuellen Bebauungsplan sind, weil sie sich erhoffen, dass die Alternativen, die Boote und die Obdachlosen dann verschwinden, immer noch so glücklich sind, wenn dann Horden von Touristen am See campieren und feiern. Ich glaube nicht, dass es dann sauberer und leiser wird.

  5. 7.

    Lieber Neo, Ihr Beitrag strotzt nur so von sozialromantischen Vorurteilen... Fragen Sie doch mal die Anwohner was dort jede Nacht los ist.
    Das Verfahren lief über Jahre, wenn man zu lang schläft ... Chance vertran!

  6. 5.

    Wer lebt hier in Berlin auf die Kosten anderer? Wer verhält sich undemokratisch und hindert die BVV an der Arbeit?

    Traurig, dass Politiker unter Polizeischutz tagen müssen und anderen empfohlen werden muss, der Versammlungsort zu meiden.

    Traurig, dass Leute wie Hasse mit Halbwahrheiten hausieren gehen.

  7. 4.

    Es siegt das Kapital. Die 110 Wohnungen, die angeblich sozial vertraglich sein sollen, gehen wir doch im Sumpf derer verloren, die schön auf Kosten Anderer leben. Berlin wird immer hässlicher für Berliner und immer geiler für die, die mit Argwohn auf die schauen, die sich nichts viel leisten können, oder die ihnen die Rendite sichert.
    Ein weiterer Schritt der Verdrängung wird gegangen, Chancen wurden nicht genutzt.
    Herzlichen Glückwunsch.

  8. 3.

    180 neue Kitaplätze, eine neue Grundschule, eine Jugendfreizeiteinrichtung und ein Ärztehaus sind vorgesehen.

    Ich kann mich manchmal nicht des Zweifels erwehren, dass die neuen Arbeitsplätze als Grundübel angesehen werden. Doch gerade diese Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie die "Besserverdiener" finanzieren doch mit ihren Steuern das alternative, bunte Leben, von dem die links-grünen Sozialromantiker träumen.

  9. 2.

    Der Bezirk hat sowieso eine Vorliebe für große monotone Häuserblöcke und die Bucht ist sowieso schon mit sterilen Neubauten eng zugepflastert. Alles nur zum Weglaufen!

  10. 1.

    Der Senat solle den Beschluss aufheben. Den Bauplan sozialer gestalten.

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