Archiv - Beate Stoffers, Pressesprecherin der Senatorin für den Bereich Bildung, posiert im Berliner Arbeitsgericht, wo über das Kopftuchverbot für Lehrerinnen an Berliner Schulen am 14.04.2016 in Berlin verhandelt wird. (Bild: dpa/Jörg Carstensen)
Audio: rbb 88.8 | 09.04.2019 | Simone Augustin | Bild: dpa/Jörg Carstensen

Nachfolge für Mark Rackles - Scheeres-Sprecherin Stoffers wird neue Bildungsstaatssekretärin

Bildungssenatorin Sandra Scheeres macht ihre langjährige Sprecherin Beate Stoffers zur neuen Staatssekretärin - einen entsprechenden rbb-Bericht hat sie jetzt offiziell bestätigt. Was genau zum Aus von Stoffers-Vorgänger Rackles führte, ließ Scheeres aber offen.

Beate Stoffers ist ab Mittwoch Berlins neue Bildungsstaatssekretärin. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) gab die Personalie am Dienstagmittag bekannt und bestätigte damit einen entsprechenden rbb-Bericht.

Die 51-jährige Stoffers ist seit 2010 Sprecherin der Bildungsverwaltung. Dorthin hatte sie bereits Scheeres-Vorgänger Jürgen Zöllner geholt. Zuvor arbeitete Stoffers bei der Wall AG und als Pressereferentin der Stadtentwicklungsverwaltung.

Beate Stoffers ist Diplom-Politologin und Beamtin. Als Bildungsstaatssekretärin wird sich insbesondere dem Thema Schulqualität widmen. Sie wird außerdem die Task Force Schulbau leiten, wie ihr Vorgänger. Der Staatssekretärsposten war frei geworden, weil die Bildungssenatorin den bisherigen Staatssekretär Mark Rackles in den einstweiligen Ruhestand versetzte.

Streitthema Verbeamtung von Lehrern

Bereits am Montag hieß es aus der Bildungsverwaltung, die Trennung erfolge in beiderseitigem Einvernehmen. Doch dem Schritt gingen durchaus handfeste Differenzen voraus. Während Scheeres für die Wiedereinführung der Verbeamtung von Lehrern plädierte, war Rackles vehement dagegen. Er übte das Amt seit Dezember 2011 aus. Bis 2018 war Rackles, der als Partei-Linker gilt, stellvertretender SPD-Landesvorsitzender. Nach rund acht Jahren kandierte er beim Parteitag im Juni 2018 nicht erneut.

Er verband seinen Abgang seinerzeit mit heftiger Kritik am Zustand der Hauptstadt-SPD, ihren Strukturen und ihrem Vorsitzenden, Regierungschef Michael Müller. Die Führungsstrukturen seien von "Mehltau" befallen. Rackles sprach zudem von "inhaltlicher Entkernung und personellen Stillhalteabkommen" zwischen den Flügeln.

Weitere Staatssekretäre mussten unter RRG gehen

Seitdem der rot-rot-grüne Senat Ende 2016 seine Arbeit aufgenommen hat, sind bereits mehrere Staatssekretäre ausgeschieden. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) trennte sich erst im Februar von Henner Bunde, der ein CDU-Parteibuch hat.

Im Dezember 2018 zog Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) Unmut auf sich, weil sie ihren erkrankten Verkehrs-Staatssekretär Jens-Holger Kirchner in den einstweiligen Ruhestand versetzen ließ - für ihren Umgang mit Kirchner musste sie sich entschuldigen. Im selben Monat feuerte Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) ihren Staatssekretär Boris Velter, auch diese Entlassung sorgte für Ärger in der Koalition.

Sendung: Inforadio, 08.04.2019, 16:00 Uhr

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10 Kommentare

  1. 10.

    Wieso? Jetzt werden uns die mangelhaften Bildungseinrichtungen für die Kinder in Berlin noch besser verkauft werden - auf einem schönen Silbertablett ;) "Nothing is permanent in this world, not even our troubles." Charlie Chaplin

  2. 9.

    Ich lese gerade, der ehemalige CDU Chef Barzel wollte die parlamentarischen Staatssekretäre abschaffen, er hielt sie für "überflüsssig wie ein Kropf".

    Auch die AfD will einen Gesetzentwurf einbringen, der diese Posten ersatzlos streicht. Grund: Grundsätzlich rechtspoliitsche Bedenken und natürlich Verschlankung des größten Parlaments der Welt bestehend u.A. auch aus hochdotiert hauptberuflichen Abgeordneten und einem Heer von 3/4 besoldeten Ministern als Staatssekretäre..

  3. 8.

    Dieser Senat hat bis jetzt nicht gelernt was es heißt zusammen zu arbeiten.
    Nur persönlich Eitelkeiten sollen befriedigt werden.Ein ewiges Geschachere . Furchtbar.

  4. 7.

    BZ, Stand vor zwei Jahren:

    "Ein Regierender Bürgermeister, zehn Senatoren und 25 Staatssekretäre – so viele Mitglieder hatte der Senat noch nie! Als Stadt-Staat hat Berlin fast so viele Staatssekretäre wie die Bundesregierung (30), was bei einem monatlichen Grundgehalt von 8900 Euro im Jahr Kosten von 2,67 Millionen Euro verursacht.
    Zum Vergleich: die meisten Bundesländer haben zwischen elf und 13 Staatssekretäre, Bayern sogar nur fünf. "

    Der Müller-Senat zeichnet sich zusätzlich durch eine Fülle von Staatssekretären im einstweiligen Ruhestand aus, dessen Zahl fortlaufend anwächst. Es sind exorbitant hoch bezahlte Frührentner.

  5. 5.

    Soweit ich weiß, haben beide das gleiche Parteibuch. Oder gibt wieder eine USPD? Das wäre für mich als Mitglied auch eine richtige Entwicklung, von der ich gern wüsste...

  6. 4.

    RRG bleibt seinem Motto treu, Kompetenz durch Parteifreunde austauschen. So wird es sicher weiter bergab gehen.

  7. 3.

    Wenn ich der Meinung bin, das allumfassende Wissen mein Eigen zu nennen, dann will man keinen Kritiker und Querulant in meinem Amt.
    Mit diesem Handeln glaubt die bis dato blasse Frau Scherer an Farbe zu gewinnen, wenn sie sich mit servilen Claqueure umgibt.
    Ist in anderen Berliner Senatsverwaltungen nicht anders. Senatoren*innin möchten beklatscht werden, ihre Entscheidungen gefeiert.
    Und wenn da einer aus der Reihe tanzt ..........

  8. 2.

    Natürlich muss der Fähigste der leitenden Protagonisten der Berliner Bildungsverwaltung gehen. Bloß niemanden mit Ahnung oder gar Ahnung und Talent dort beschäftigen. Hilfe!
    Dass der Müller Frau Scheeres noch nicht ersetzt hat, ist größter und letzter Ausweis seiner Inkompetenz und das könnte auch dem Rackles nicht verborgen geblieben sein. Vermutlich hat er den Mund aufgemacht...
    Berlin ist nicht nur in Sachen Bildung ein Failed State aufgrund dieser Personen, Frau Scheeres ganz weit vorne mit dabei. Traurig dass es Herrn Rackles und nicht sie trifft. Davon hätte Berlin, vor allem Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte mehr gehabt. Vor allem jemanden mit Ahnung von der Sache, anders als seine Nachfolgerin. Nun Geklungel, SPD lernt es einfach nicht...

  9. 1.

    Interessant wäre zu erfahren, was ein vorzeitiger Ruhestand mit 52 den Steuerzahler kostet. Bei einer Diskussion, dass die 1970er Jahrgänge wohl bis 70 arbeiten müssen und ein Großteil der Bevölkerung in die Altersarmut fallen wird, ist das alles nur noch absurd.

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