Aktivisten von "Extinction Rebellion" haben die Berliner Oberbaumbrücke besetzt. (Quelle: rbb)
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Video: rbb24 | 15.04.2019 | Bild: Quelle: rbb

"Extinction Rebellion" in Berlin - Klimaaktivisten blockieren zeitweise die Oberbaumbrücke

Mit einer Blockade von Spree-Brücken wollten Klimaaktivisten in Berlin ein Zeichen für besseren Klimaschutz setzen. Besetzt wurde aber offenbar nur die Oberbaumbrücke. Der Verkehr rundherum staute sich. Am Abend trug die Polizei die Aktivisten von der Fahrbahn.

Über mehr als zwei Stunden haben Klimaaktivisten am Montagnachmittag in Berlin die Oberbaumbrücke besetzt. Zunächst etwa 100 Personen setzten sich bei dem Klima-Protest auf die Fahrbahn. Die Zahl der Brückenbesetzer schwankte allerdings stark. Die Aktivisten folgten mit ihrer Aktion einem Aufruf der Initiative "Extinction Rebellion" [frei übersetzt: Rebellion gegen das Aussterben, Anm.d.Red.], zu einer "internationalen, gewaltfreien Rebellion". "Wir bleiben, bis wir weggetragen werden" hieß es in dem Aufruf [externer Link].

Nach der Blockade durch Aktivisten von "Extinction Rebellion" hat die Berliner Polizei die Oberbaumbrücke wieder freigeräumt. (Quelle: rbb)
Am Abend räumte die Polizei die Fahrbahn auf der Oberbaumbrücke. | Bild: Quelle: rbb

Protest und Polizeieinsatz verliefen friedlich

Nach rund eineinhalb Stunden Besetzung fing die Polizei an, die Oberbaumbrücke zu räumen. Sie trug die sitzenden Demonstranten von der Straße. Zuvor hatten die Beamten mit den Aktivisten verhandelt, damit diese die Fahrbahn freiwillig räumten - vergeblich. Kurz vor 19 Uhr hatte die Polizei die Fahrbahn dann wieder vollständig freigeräumt. Der Einsatz verlief ohne Zwischenfälle. 

Die Einsatzkräfte hatten nach Beginn der Blockade die Oberbaumbrücke auch für Fußgänger gesperrt, damit nicht noch mehr Aktivisten an der Blockade teilnehmen konnten. Der Verkehr rund um die Brücke staue sich, sagte ein Polizeisprecher. Gegen 19 Uhr war die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben.

Die Demonstration verlief den Angaben zufolge weitgehend friedlich. "Das wichtigste Prinzip bei uns war, dass wir uns gewaltfrei verhalten", sagte Hannah Elshorst, eine Sprecherin der Bewegung Extinction Rebellion in Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur. "Das Verhalten von Seiten der Polizei war sehr deeskalativ, wo wir auch sehr dankbar für sind."

"Wirtschaft schnellstens klimafreundlich umbauen"

Zuvor hatten mehrere hundert Aktivisten auf der Jannowitzbrücke in Berlin-Mitte demonstriert. Zu einer zunächst geplanten Blockade der Brücke kam es nicht. Die Demonstranten hielten sich laut Polizei nur an der Brücke auf und störten den Straßenverkehr nicht.

Der Protest hatte mit einer Kundgebung vor dem deutschen Bundestag begonnen. Die Aktivisten fordern von der Bundesregierung die Ausrufung eines Klimanotstandes. Nur so sei es möglich, "die Wirtschaft auf schnellstem Wege klimafreundlich umzubauen". Dies müsse "deutlich vor dem Jahr 2038 geschehen".

Offenbar keine weiteren Brücken blockiert

Ursprünglich sollten mehrere Brücken über die Spree blockiert werden. Dafür waren mehrere Aktionsgruppen in der Stadt unterwegs. Gesperrt wurde am Ende aber offenbar nur die Oberbaumbrücke. 

"Extinction Rebellion"-Sprecherin Elshorst sagte, die Demonstration sei der Auftakt zu weiteren Aktionen des zivilen Ungehorsams. Man wolle die Menschen in ihrem Alltag wachrütteln. Die Aktion sei Teil der "Rebellion-Week" der Bewegung, in "bis zu 43 Ländern weltweit", so Elshorst weiter.

"Die Zeit läuft uns davon"

Als Motivation benennen die Aktivisten den Klimawandel. "Die Zeit läuft uns davon. Wir stehen vor einer beispiellosen globalen Klimakatastrophe", schreiben sie auf ihrer Website. "Unsere Regierung tut nicht, was nötig wäre, um uns zu schützen, obwohl die Lösungen auf dem Tisch liegen. Das Überleben der Menschheit zu sichern, wird von uns nun alles abverlangen." Und: "Wir werden nicht still und folgsam in das Aussterben gehen."

Die Bewegung "Extinction Rebellion" hat sich nach eigenen Angaben im Oktober 2018 in London gegründet. Damals startete sie dort eine ähnliche Aktion: Friedlich hätten 6.000 Aktivisten fünf große Themse-Brücken in London blockiert.

Forderungen gehen über "Fridays for Future" hinaus

Weltweit wird derzeit für Klimaschutz protestiert, vor allem von Schülern. Die internationale Bewegung "Fridays for Future" wurde von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg gestartet. In Deutschland fordert das Bündnis beispielsweise, ein Viertel der Kohlekraftwerke noch in diesem Jahr abzuschalten, und eine CO2-Steuer auf klimaschädliche Treibhausgase. Die Proteste sind umstritten, weil Schüler dafür die Schule schwänzen.

Die Forderungen der "Extinction Rebellion" gehen über die Forderungen von "Fridays for Future" hinaus. Die Klimaaktivisten verlangen etwa, die "anthropogenen Emissionen von Treibhausgasen" bis 2025 auf Netto-Null zu reduzieren. Auf ihrer deutschen Seite fordern sie unter anderem, die Regierungen sollen "die Wahrheit über die tödliche Bedrohung durch die ökologische Krise" offenlegen. Und eine "Bürger*Innenversammlung" solle die Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen kontrollieren und sicherstellen.

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79 Kommentare

  1. 79.

    Ich staune immer wieder, wie doch dieses Thema so die Gemüter erhitzen kann. Dabei ist es doch ganz einfach mit dem Klimaschutz: Zur Arbeit gehen anstelle mit dem Auto zu ihr zu fahren. Nur noch beim Bauern des Vertrauens einkaufen anstelle im Supermarkt. Nichts mehr kaufen, was im entferntesten aus Plaste ist. Hatten wir übrigens alles schon einmal. Ist gar nicht so lange her.

  2. 78.

    Nein nicht dreist, einfach eine logische Schlußfolgerung.

    Wer von "Wir wollen stets die ganze Welt retten, was völlig absurd ist. Kommt endlich zur Vernunft, schließt die Grenzen." fabuliert, dem unterstelle ich Fremdenhass.

    Und ihren Quatsch mit der Schnappatmung und dem Zwang... sie müssen nicht immer von sich auf andere schließen. Und immer wieder benutzen sie und ihresgleichen das Wort "Andersdenkenden" für Menschen die extrem rechts eingestellt sind.

    Gerade die sind es die anderen Menschen, also "Andersdenkenden" das anders Denken mit Gewalt austreiben wollen, wenn schon nicht mit körperlicher Gewalt, so auf jeden Fall mit Gewalt. Sei es durch Worte, Gesetze, Polizei oder Grenzen schließen.

    Alleine schon der Satz "Bitte 5x tief einatmen u. ausatmen, dann kehrt die Klarheit auch bei Ihnen zurück." beweist wer hier "Andere mit Gewalt Andersdenkenden ihre Meinung aufzwingen will." PUNKT

  3. 77.

    Eine neue RAF hilft gegen den Klimawandel? Her damit ;-))) Wahnsinn, wie Sie es schaffen, ohne Sinn und Verstand Themen derart zu vermengen, dass man nicht einmal sinnvoll dagegen halten kann. Ich hoffe auf einen friedlichen Protest und dass unsere Ordnungshüter den Überblick behalten.

  4. 76.

    Ganz schön dreist! Sie kennen mich nicht, unterstellen mir aber Fremdenhass! Ach ja, u. die Erde ist eine Scheibe, aber gewiss doch. Wissen Sie, ihre Schnappatmung höre ich bis hier her. Genauso hysterisch, wie Andere mit Gewalt Andersdenkenden ihre Meinung aufzwingen will. Darin steckt das Wort Zwang, womit Diktaturen gut umgehen können.
    Bitte 5x tief einatmen u. ausatmen, dann kehrt die Klarheit auch bei Ihnen zurück.

  5. 75.

    Häme, Spott, Vorurteile, Klischees. Also auch zu diesem Thema. Sie sind gegen alles und jeden. Alle Aktionen, die Menschen wie Sie ärgern, beweisen, dass sie es wert sind, stattzufinden^^

  6. 74.

    Nein, wie verlogen ist ihr Kommentar wenn sie nicht in der Lage sind ihre Diffamierungen zu beweisen?

  7. 73.

    Na klar, der warnt vor der RAF. Nein, er rückt absichtlich solche Menschen in die Nähe von Terroristen.

    Mit Meinungen habe ich kein Problem, mit ihrer eindeutigen Gesinnung z.B. schon...

  8. 72.

    Ich bin total verwundert, was man heute im Namen "Klimawandel" alles veranstalten darf: die Schule schwänzen, Straßen und Brücken blockieren, Osterfeuer verbieten, Braunkohleförderung sabotieren, ... .
    Da ist man geradezu gespannt, was sich die Umwelt"Aktivisten" noch alles ausdenken, uns Bürger auf den "guten Weg" zu bringen.
    Blockade von Flughäfen?
    Mich wundert's, dass sich keiner dieser "Aktivisten" in Hamburg vor die Fracht-, oder Kreuzfahrtschiffe werfen.
    Ja, die einen liefern die billigen Waren, die diese "Aktivisten" kaufen, um danach in den Urlaub zu fahren bez. zu fliegen.
    Wie verlogen ist das?

  9. 71.

    Es ist richtig das es vor tausenden Jahren drastische Temperaturveränderungen aus unterschiedlichen Gründen gab. Aber erstmals hat die Menschheit Erkenntnisse über die Zusammenhänge der aktuellen Situation u nur, wer diese gewaltigen Stürme, noch nie erlebt hat, die neuerdings auch in Europa vermehrt auftreten, der mag glauben, dass das auch ohne Klimahysteriker ins Lot kommt. Oder der hat keine KINDER....

  10. 70.

    Kennen wir... legen sie mal eine andere Platte auf. Die hier hat einen Sprung, einen gewaltigen.

    Wer heute noch den von Menschen verursachten, besser beeinflußten Klimawandel leugnet, der glaubt auch noch die Erde wäre eine Scheibe und die Menschen stammen von einem Gott ab, Stichwort Kreationismus.

    https://www.rbb24.de/panorama/thema/2019/klimawandel/beitraege/Klima-skeptiker-leugner-psychologe-klimawandel-interview.html

    Aber sie gehen ja noch einen Schritt weiter, sie vebinden das ja auch noch mit Fremdenhass, gratuliere! *facepalm*

  11. 69.

    "Wie wärs denn mal mit Airport Tegel -Stillegung? Ach nein, geht ja nicht, dann kommt man ja nicht mehr zur Partyinsel Malle."

    Nee, da kommt eher die Polizei und prügelt den Weg für "unsere" Eliten wieder frei. Die könnten ja ein Geschäftsessen in Düsseldorf verpassen, nicht dass man das heutzutage bequem per Videokonferenz erledigen könnte aber bei Hummer und Kaviar erledigt sich das doch gleich doppelt so schön oder?

    Sie sehen, nicht nur sie können Polemik...

  12. 68.

    Falsch! Wer solche Aktionen in die Nähe von Terroristen setzt, mahnt, dass nie wieder eine neue RAF entsteht!
    Und wer andere Meinungen nicht akzeptieren kann, hat Probleme mit der Demokratie!

  13. 67.

    Diese Klimahysterie geht mir gehörig auf den Keks. es gab schon immer Temperaturschwankungen auf der Erde. Vor 1000 Jahren waren Alpengletscher viel stärker abgeschmolzen, als heute. Grönland war fast eisfrei. Daher der Name Grünland, vergeben von siedelnden Wikingern. Maßgeblichen Einfluss darauf hat die Sonnenaktivität. Ab 1300 begann die kleine Eiszeit. Missernten führten zu Hunger, Verelendung u. Kriegen. Aber auch Meteoriteneinschläge o. Vulkantätigkeiten verändern urplötzlich das Klima. Heute, so denke ich, leben wir wieder in einem Zeitalter einer Erderwärmung. Dessen Folgen wir bereits spüren mit einer großen in Gang gesetzten Völkerwanderung. Wasserknappheit, Dürren u. Kriege werden sie weiter forcieren. Deutschland könnte sich als Hauptaufnahmeland von Klimaflüchtlingen hervortun. Wir wollen stets die ganze Welt retten, was völlig absurd ist. Kommt endlich zur Vernunft, schließt die Grenzen. Politiker, helft lieber Menschen vor Ort mit nachhaltigen Projekten zur Selbsthilfe.

  14. 66.

    In eigener Sache!

    Wenn ich gerade Wortbeiträge von radioeins höre, in denen von "Hassemelden.de - Gegen Hetze im Netz" die Rede ist, stösst mir die Aktion der betreffenden SM Redakteure von gestern doppelt sauer auf.

    Ihr habt eine Verantwortung! Lasst doch solche Hetze gar nicht erst zu! Das hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun, das ist Hetze aufgrund einer eindeutigen Gesinnung. Wer solche Aktionen in die Nähe von Terroristen rücken will, der hetzt! Und ausgerechnet diese Person nicht zum ersten Mal. Nomen est omen.

    https://www.radioeins.de/programm/index.htm/psdoc=%21content%21rbb%21rad%21programm%21sendungen%21sendungen%2126%211904%21190414_09_00_zwei_auf_eins_4636.html

  15. 65.

    Wenn hier relativ harmlose Aktionen mit denen von Terroristen gleichgesetzt werden, dann weiß man doch wohin die Richtung gehen soll.

    Außerdem ist zu befürchten dass die Polizei wieder einmal dafür sorgen wird das es eben nicht friedlich bleiben wird.

  16. 64.

    Nun sollen also die Brücken blockiert werden. So, so. Dabei findet der größte Umwelt-Kanibalismus doch durch die Ferienflieger statt, der gerade an diesem Wochenende um 20% ggü. dem Vorjahr in Tegel-Airport zugenommen hat, wie hier berichtet wurde. Wie wärs denn mal mit Airport Tegel -Stillegung? Ach nein, geht ja nicht, dann kommt man ja nicht mehr zur Partyinsel Malle.

  17. 63.

    Wenn man hier (zu viele) Kommentare ließt, dann wird einem klar, die persönlichen Befindlichkeiten sind vielen Menschen wichtiger als eine zukünftige lebenswerte Umwelt. LEIDER bestätigt sich Kommentar 23 von Ulf B. 13.04.2019 | 07:31 Uhr. Statt einmal abzuwarten ob hier tatsächlich Straftatbestände erfüllt werden, was ich persönlich und auch insgeheim nicht unterstützen würde, wird nicht das Positive gesehen. Es machen sich Menschen Gedanken über eine langfristig lebenswerte Zukunft und dafür energisch zu protestieren. Anhand der Wetterkapriolen erscheint dies auch notwendig. Der offiziele Staatsapparat ist offensichtlich nicht willens notwendige Maßnahmen einzuleiten. Streichung von subventionierten Flugbenzin, CO2-Steuer, Reduzierung von Schweröl bei Schiffen, usw.; einhergehend mit sozial ökonomisch gerechter Besteuerung. Dann haben verantwortungsbewusste Staatsbürger das Recht hier energisch Maßnahmen einzufordern.

  18. 62.

    Jain.

    Es sind eben die "einfachen Leute", die mit ihrem SUV den Klimawandel leugnen. Wenn 90 % der "einfachen Leute" von der Politik fordern etwas zu ändern, dann wird kein Politiker das ignorieren können. Man muß eben versuchen die Lethargie der "einfachen Leute" zu durchbrechen, sonst ändert sich nichts.

    So war es bei den Instandbesetzern, so war es bei der Umweltbewegung. Heute hat das jede Partei im Programm.

  19. 60.

    Kluge Worte, guter Kommentar. Leider wird davon bei vielen nichts ankommen. Hauptsache alles bleibt wie immer, das Auto hat freie Fahrt und das Thema Klimaschutz wird weggelacht. "Das Klima" nährt uns, wie Sie treffend bemerken. Und wenn es überhaupt noch eine Chance auf Umkehr gibt, dann jetzt. Aber solange die Regale in den Discountern rappelvoll sind, lassen die Meisten diese Erkenntnis nicht an sich heran, nein, es wird sogar gegen diejenigen "geschossen", die sich dafür stark machen. Bei uns ist das Thena schon immer präsent und wir versuchen uns im Alltag noch nachhaltiger und bewusster zu verhalten. Daher begrüssen wir alle Aktionen und Demos, die darauf abzielen. Auch wenn sie den Alltag in diesem Momenten einfach mal etwas ausbremsen. Leute, guckt Euch kommenden Sommer die vertrockneten Felder an, dann müsste Euch eigentlich klar werden, was Sache ist. P.S.: Die ersten Waldgbrände gab es dieses Jahr schon. Weil es jetzt schon viel zu trocken ist. Zumindest uns wird's langsam Angst und Bange.

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