Fridays for Future-Aktivisten präsentieren am 8.4.19 ihren Forderungskatalog im Berliner Naturkundemuseum (Bild: rbb/Thomas Blecha)
Video: mittagsmagazin | 08.04.2019 | Bild: rbb/Thomas Blecha

"Fridays for Future" präsentiert Klimaschutzziele - "Werden die Forderungen nicht erfüllt, wird weiter gestreikt"

Mit Dinosauriern als mahnenden Beobachtern im Hintergrund haben die Aktivisten von "Fridays for Future" ihren Forderungskatalog vorgestellt. Im Berliner Naturkundemuseum formulierten sie ambitionierte Ziele wie den Kohleausstieg im Jahr 2030.

Die jungen Klimaschützer von "Fridays for Future" haben am Montag ihre Kernforderungen an die Politik vorgestellt. Sie nutzten dafür einen Ort mit hohem Symbolcharakter: Im Sauriersaal des Naturkundemuseums in Berlin definierten sie eine ganze Reihe von Zielen, mit denen die Bundesregierung dem Klimawandel begegnen müsse.

Netto-Null bis 2035

An ihrem "Forderungskatalog" hätten sämtliche Ortsgruppen der jungen Aktivisten mitgewirkt und ihn gemeinsam beschlossen, sagte Klimaaktivistin Svenja Kannt. Er richte sich an Politiker, nicht die Verbraucher, betonte sie.

Konkret fordert "Fridays for Future" darin die Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens und eine maximale Erderwärmung um 1,5°C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Der Kohleausstieg in Deutschland müsse wesentlich früher kommen als von der Kohlekommission vorgeschlagen - die hatte für spätestens 2038 plädiert. Die jungen Klimaschützer fordern dagegen 2030.  

Bis 2035 müsse zudem der Anteil der erneuerbaren Energien bei 100 Prozent liegen, auch das Ziel der Netto-Null-Emissionen müsse schon 2035 erreicht werden, forderten die Aktivisten weiter. Bislang verfolgt die Europäische Union lediglich das Ziel, bis 2050 einen klimaneutralen Kontinent zu haben.

FridaysForFuture mit Transparenten am 8.4.19 vor dem Naturkundemuseum (Bild: rbb/Thomas Blecha)Nach der Pressekonferenz vor dem Naturkundemuseum: Der Druck soll aufrecht erhalten werden

"Fridays for Future"-Aktivisten wollen hart bleiben

Aber auch schon für dieses Jahr erheben die Schülerinnen und Schüler von "Fridays for Future" klare Forderungen: Bis Ende 2019 dürfe es keine Subventionen mehr für fossile Energieträger geben, ein Viertel der deutschen Kohlekraftwerke müssten noch in diesem Jahr abgeschaltet werden, auf alle Treibhausgasemissionen müsse eine Steuer von 180 Euro pro Tonne CO2 erhoben werden, heißt es in dem Forderungskatalog.

"Wir streiken, bis ihr handelt", betonte Klimaaktivist Linus Steinmetz. Klimaschutz sei kein Kompromiss. Auch wenn die deutsche Politik nur eine der Forderungen nicht erfülle, werde weiter gestreikt, kündigte er an.

Die Umweltbewegung "Fridays for Future" geht auf die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg zurück. Diese begann im August 2018 jeden Freitag vor dem Stockholmer Reichstag für den Klimaschutz zu demonstrieren statt zur Schule zu gehen. In vielen Ländern schlossen sich junge Menschen ihrem Beispiel an. Ende März besuchte Thunberg die Freitagsdemonstration in Berlin. Vor mehr als 20.000 meist jungen Menschen warf sie den älteren Generationen Versagen beim Klimaschutz vor.

Sendung:  Inforadio, 08.04.2019, 12:40 Uhr

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51 Kommentare

  1. 51.

    Wer ist "es"? Wer "vergisst" die Schulpflicht? Diese Vorurteile und Pauschalisierungen sind falsch. Wir Eltern wägen ganz genau ab, was geht und was nicht. Tauschen uns z.t. mit Lehrern darüber aus. Wenn wir die Teilnahme an der Demo erlauben, dann bewusst. Wie kommen Sie darauf, dass unsere Verantwortlichkeit vergessen wird? Das ist eine oberflächliche Behauptung, die sich vielleicht schmackig liest, aber unwahr ist.

  2. 50.

    Hätten die Schüler Samstagnachmittag demonstriert, wäre gar nichts passiert. Es ist ja nun nicht so, dass die Befürworter von fff völlig undifferenziert ausblenden, dass das mit den Demos während der Schulzeit und eine schwierige Sache ist. Aber außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Und es bewegt sich ja so gaaaaanz langsam etwas. Zielführend sollte definitiv sein, dass die Schüler zurück ins Klassenzimmer kommen. Aber bis dahin muss ganz offensichtlich doch noch etwas mehr passieren. Raus aus der Komfortzone, liebe Politiker, tut etwas, sucht das Gespräch, findet Lösungen, handelt. Von alleine wird sich die Situation wohl doch nicht in Luft auflösen, so wie Ihr wahrscheinlich gehofft habt. Ich persönlich finde die Aktion richtig und wichtig, habe aber auch Kinder und wüsste nicht, wie Schule und freitags Demo auf Dauer zu vereinbaren wäre. Sie waren schon dabei, aber das geht, bei allem Verständnis von uns Eltern, nicht oft. In unserer Brust schlagen diesbezüglich zwei Herzen.

  3. 49.

    Es wird immer vergessen, dass Staatsbürger auch Pflichten haben. Das Recht auf Bildung beinhaltet auch die Pflicht daran diese wahrzunehmen. Demonstration können gern in der Freizeit veranstaltet werden. Zudem sollte jeder zu dem Klimaschutzzielen beitragen. Damit sind alle gemein

  4. 48.

    Fridays for Future.Es scheint verlockend,mit kleinen Videos und Blogeinträgen viel Geld zu verdienen und in kürzester Zeit von vielen Tausend Nutzern bewundert zu werden.
    Am lohnendsten ist aber das sogenannte Product-Placement,also das mehr oder weniger
    unauffällige Platzieren von Markenprodukten im Video,vom Technik-Gadget oder Chemischen Kosmetikprodukten.Da geht es keinen um die Umwelt.Durch unsere Nachfrage –oder eben Nicht-Nachfrage –bestimmen wir,welche Produkte sich auf dem Markt halten können.Wir leben auf Kosten anderer Menschen,wir verschmutzen die Meere,wir überlassen die Welt den Konzernen.Ob Youtuber,Blogger oder Instagram-Star.Wo sind da die Aktivisten?Die jungen Klimaschützer?Laufen den traditionellen Konzernen die Kunden weg,werden sie ihre Geschäftsmodelle überdenken.Bewusster Konsum bedeutet eben auch:Mit unseren Kaufverhalten können wir die Welt verändern.

  5. 47.

    Warum fühlen Sie sich persönlich angegriffen? Das meinte weder Greta T. so, noch ist es für mich nachvollziehbar, wie man so empfinden kann. Es ist ja nun nicht zu leugnen, dass die Eltern- und Großelterngeneration (auch ich) ihre Prioritäten woanders gesetzt hatte, definitiv nicht beim Umweltschutz. Damit ist doch nicht gemeint, dass wir verteufelt oder zum Sündenbock gemacht werden sollen. Im Gegenteil. Die jungen Leute möchten alle ansprechen und mit ins Boot holen. Und wie sollen sie sich denn Ihrer Meinung nach beweisen? Sie sind motiviert und aktiv und werden dafür verlacht und angegriffen. Na was und wie denn nun?

  6. 46.

    Ihre Erfahrungen mit der Zeit nach dem Mauerfall tun mir sehr leid. Ich war "West" und versichere Ihnen, dass ich mich nicht so dumm verhalten habe. Ich bin auch nicht mehr jung. Und fühle mich überhaupt nicht angegriffen oder unter Generalverdacht gestellt. Ich sehe diesen Protest und die Äußerungen eher als Chance auch für mich umzudenken. Da ist man nie zu alt für. Ich habe auch vor fff versucht so wenig wie möglich zu verschwenden, sinnvoll einzukaufen, bescheiden zu leben.usw. Nachhaltigkeit war schon vorher kein Fremdwort für mich. Und jetzt halt umso mehr ;-) Ja, die heutige Generation muss zeigen, ob sie es besser macht. Ist okay. Aber dann lassen wir sie das doch versuchen^^ Anstatt sie für ihre Aktion klein und lächerlich machen zu wollen.

  7. 45.

    Wissen Sie, wir beide sind in vielem beieinander. Ich habe als Alte eben nur ein Problem damit, wenn meine Generation unter Generalverdacht gestellt wird und so automatisch keine reale Chance mehr hat. Warum soll ich bitte jemanden unterstützen, der mich unter Generalverdacht stellt? Das hatten wir übrigens schon mal. Ist gar nicht so lange her. War ab 03.10.1990 in Brandenburg so. Da waren alle ehemaligen DDR Bürgerinnen und Bürger plötzlich Menschen zweiter Klasse. Manche sind es noch heute. Der RBB Vorgänger ORB berichtete damals sehr oft über dieses Phänomen. Allein deshalb bleibe ich dabei: Die heutige Generation soll erst einmal zeigen, dass sie es besser kann.

  8. 44.

    Fordern, fordern, fordern und nichts beitragen. Sie haben völlig recht. Das tun Sie. Sie fordern Lösungen von Kindern für Missstände, die die Erwachsenen verursacht haben. Weil...? Ja, warum eigentlich? Weil sie sich wehren? Weil sie etwas ändern wollen? Weil sie es wagen aufzumucken? Sie sollen Probleme lösen, die angebliche Experten nicht zu verhindern wussten? Und weil diese Kinder sich jetzt bemerkbar machen, müssen sie, natürlich sofort, auf alles verzichten. Sollen ihre Smartphones wegschmeißen, dürfen nicht mehr mit Papas Auto mitfahren uvm. Was ist denn das für ein hanebüchener Unsinn? Das ist kindisch und absurd. Natürlich sollen auch diese Schüler umweltbewusster handeln und leben. Stück für Stück. Wie wir alle. Auch Sie! Was tun Sie eigentlich für die Umwelt, fürs Klima? Wer fordert muss auch handeln, das sind doch Ihre Worte, oder?^^

  9. 43.

    Ich verstehe Ihre Punkte nicht ganz: "Um so interessante die spannende Frage: Was wird die heutige junge Generation tuen, um das selbst um zu setzen, was sie heute fordert?" - also davon ist doch erst einmal auszugehen, zumindest sind doch die Teilnehmer der Demos dahingehend sensibilisiert. Das würde ich denen einfach mal 'unterstellen'. Weiter: "Für mich fängt Klimaschutz nicht mit Forderungen, sondern tagtäglichem Handeln an." - mit der aktiven Teilnahme an den Demos ist das tagtägliche Handeln meiner Meinung nach bewiesen.

  10. 42.

    Fragen Sie doch mal beim Naturkundemusseum nach - die unterstützen die Bewegung und viel finanzieren muss man da nicht. Die Fragen, die Sie stellen sind schon wieder dermaßen off topic, dass man meinen könnte, es ginge uns alle gar nichts an, dass Kreta und der Iran derzeit überschwemmt werden, die Weinproduktion im Languedoc dieses Jahr durch die massiven Hagelschäden wohl ausfallen wird, die Dürre in Oberitalien eine normale Sache. Hier werden keine Fäden gezogen, hier wird einfach mal eingefordert, dass etwas getan wird und nicht nur geredet. Und ehrlich gesagt, ist eine Schande, dass die jungen Leute dafür auch noch ständig blöd angemacht werden ...

  11. 41.

    Immer mehr Eltern tun das ;-) Und die Kinder machen es dann hoffentlich nach. Und wo man dann in 20 Jahren steht, wird man in 20 Jahren wissen. Aber zumindest wird jetzt versucht auf die Thematik zu fokussieren und darauf zu sensiblisieren. Damit sich Schritt für Schritt etwas ändert. Weil einfach weitermachen.geht nicht. Und das fängt beim Einzelnen an, da gebe ich Ihnen absolut recht. Daher sind auch alle Eltern, Großeltern und Lehrer aufgefordert sich dieser Dinge anzunehmen. Vorbild zu sein. Bescheidener leben, nachhaltiger und bewusster einzukaufen. Gibt viel Nachholbedarf. Und das nicht nur bei den jungen Demonstranten, sondern auch bei uns "Alten". Also statt Vorwürfe zu machen und zu kritisieren lieber selber nachdenken und auch sich ändern. Klimaschutz fängt mit täglichem Handeln an, das stimmt, die Forderungen müssen aber gleichzeitig massiv an die Politik gestellt werden. Es wurde viel zu lange einfach alles geduldet. So sehe ich das.

  12. 40.

    Viele derjenigen, die die junge Generation heute kritisiert werden wahrscheinlich 2035 nicht mehr leben. Um so interessante die spannende Frage: Was wird die heutige junge Generation tuen, um das selbst um zu setzen, was sie heute fordert? Ist sie wirklich in der Lage, dass selbst um zu setzen? Denn die heute von ihnen warum auch immer unter Generalverdacht gestellten Alten gibt es ja dann nicht mehr. Dann sind die heutigen Junge die Alten. Ob das jedem klar ist, wage ich zu bezweifeln. Für mich fängt Klimaschutz nicht mit Forderungen, sondern tagtäglichem Handeln an. Wer hat bspw. den Mut an der Kasse des Supermarktes alles auszupacken und die Verpackungen im Geschäft zu lassen? Das ist lt. EU Verpackungsverordnung jederzeit möglich. Nur wer tut es?

  13. 38.

    Aha. Ein Schulmeister regt sich über ein umgangssprachliches Wort auf, das im Kontext akzeptabel ist. Aber wo waren Ihre moralischen Belehrungen den Leuten gegenüber, die hier seit Monaten respektlose Dinge über die fff-Aktion und die demonstrierenden Schüler äußern??? Schon ulkig, das mit dem Besserwissen und andere belehren wollen...^^

  14. 37.

    Wer wird denn da auf einmal so empfindlich sein?^^ Wenn aber Woche für Woche dieselben Stammtischparolen und pauschalen Diffamierungen über die Schüler von meist denselben Kommentatoren geäußert werden, da fehlte mir Ihr hoch erhobener Zeigefinger bisher. Schon ulkig. Joa, habe ich auch sehr viele Male explizit betont. Meinung ja, Kinder-Bashing nein. Und das mit dem Dreck vor der Tür ist ja genau das, was mein Kommentar ausdrücken sollte: mit Dreck nach Kindern zu werfen, jedes Mal wenn das Thema aufkommt, ohne sich und sein Handeln und Tun zu reflektieren und ohne zu argumentieren, ist unwürdig und peinlich. Meckerköppe trifft‘s daher schon ganz gut. Kein Grund zur Aufregung ;-)

  15. 36.

    Wer finanziert eigentlich diese "Bewegung"? Wie schafft man es eigentlich eine Pressekonferenz im Naturkundemuseum abhalten zu dürfen? Also, wer steht hinter dieser Gruppe? Wer zieht die Fäden?

  16. 35.

    Bitte den eigenen Stil der Kommunikation reflektieren. Meckerköppe? Was ist denn "Meckern" für Sie? Eine andere Meinung zu vertreten? Andere politische Ansichten zu haben und zu äußern? Einer jeder kehre vor der eigenen Tür, da hat er Dreck genug dafür..... Die Kids dürfen demonstrieren und fordern. Ebenso wie andere auf die Schulpflicht hinweisen dürfen. Und Kids sind in diesem Alter unterschiedlich entwickelt. Da sollte niemand pauschalieren.

  17. 34.

    "Ambitionierte" Ziele? Die sind nicht ambitioniert, sondern schlichtweg nötig, um den Klimawandel nicht völlig außer Kontrolle geraten zu lassen! Werden die Forderungen (die übrigens wissenschaftlich fundiert sind) nicht eingehalten, droht eine Kettenreaktion, die zur weiteren Erwärmung führt. Die Folgen wären absolut fatal, wie der rbb ja selbst beschreibt: https://www.rbb24.de/panorama/thema/2019/klimawandel/

    Selbstverständlich wird weitergestreikt, wenn die Forderungen (die mit denen aus der Wissenschaft übereinstimmen) nicht erfüllt werden. Greta Thunberg hat vorgemacht, was Konsequenz bedeutet. Sie streikt seit Monaten. Wenn man sich das Special vom rbb zu den Klimawandel-Folgen ansieht, ist das m.E. auch eine völlig logische Reaktion. So eine Zukunft kann niemand haben wollen!

  18. 32.

    Das Umwelt-Schlamassel, dass wir unseren Kindern hinterlassen, ist so eine Sauerei, dass es an Unverschämtheit grenzt, den Schülern jetzt auch noch dumm zu kommen. Schämt Euch!

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