Christian Lindner (Parteivorsitzender und Spitzenkandidat der FDP) spricht während einer Wahlkampfveranstaltung der FDP in Potsdam. (Quelle: imago/Martin Müller)
Bild: imago/Martin Müller

FDP-Chef Lindner - "Wohnungsbau auf Tempelhofer Feld zweites Mal anpacken"

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat den rot-rot-grünen Senat von Berlin aufgefordert, das Thema Wohnungsbau auf dem Tempelhofer Feld erneut anzugehen. "Ich erwarte vom Senat, dass der Wohnungsbau auf dem Tempelhofer Feld ein zweites Mal angepackt wird. Stattdessen werden Eigentümer zum Sündenbock gemacht, und die Berliner CDU schaut zu", kritisierte Lindner in einem Interview der "B.Z." (Sonntagsausgabe) mit Blick auf das in Berlin angelaufene Volksbegehren zur Enteignung großer Wohnungskonzerne.

Lindner kritisiert Berliner Grüne

Lindner nannte die Forderung nach einer Enteignung größerer Wohnungsbauunternehmen "linkspopulistisch", da die Wohnungsnot in der Hauptstadt damit nicht gelindert werde. "Enteignung kostet viele Milliarden Euro Entschädigung, schafft aber keine einzige neue Wohnung", sagte Lindner. "Die Lage lässt sich nur durch ein größeres Wohnungsangebot entspannen. Das heißt: Dachgeschosse ausbauen, Gebäude aufstocken, Baulücken schließen, Genehmigungen beschleunigen, neue Flächen ausweisen."

In Berlin passiere das Gegenteil, kritisierte Lindner. Den Grünen warf er vor, 11.000 Wohnungen auf Flächen wie am Westkreuz oder auf der Elisabeth-Aue in Berlin-Pankow verhindert zu haben. Deshalb solle nun auch das Tempelhofer Feld wieder für den Wohnungsbau berücksichtigt werden.

Ein Volksentscheid hatte sich im Mai 2014 mit großer Mehrheit von 64 Prozent dafür ausgesprochen, keinerlei Bebauung auf dem mehr als 300 Hektar großen Gelände des stillgelegten Flughafens Tempelhof zuzulassen.

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Antwort auf [G. M.] vom 15.04.2019 um 13:57
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24 Kommentare

  1. 24.

    Auch sorry, bevor sie hier ihre neoliberalen Märchen weiterspinnen, sollte sie sich erkundigen bevor sie hier Fake News in die Welt setzen.

    Das Tempelhofer Feld hat definitiv Auswirkungen auf das Stadtklima und Tegel kann von allen 4 Seiten verkehrstechnisch bestens erschlossen werden.

  2. 23.

    Wowereit hat das vergeigt. Müller war nur sein Handlanger. Das sich nun andere Parteien darauf stürzen war nur eine Frage der Zeit. Und die FDP wird genau die gleiche Politik betreiben wie die SPD. Sie lernen es nicht. Es wird bebaut werden. Wenn wir Glück haben sind dann vielleicht 100 Wohnungen dabei die bezahlbar sind. Bestimmt nur mit WBS. Dann fallen mal wieder Menschen mit einem geringen Verdienst durch das Raster.

  3. 22.

    Ex-Bausenator Müller (unser aktueller Bürgermeister) konnte 2013 schon nicht überzeugen. Wären mind. 80% der Flächen an Wohnungsgenossenschaften, mit der Auflage des Bauens von einfachen und bezahlbaren Wohnungen, vergeben worden hätte der Volksentscheid nicht gewonnen. Wenn er jetzt den Wohnungsmangel beklagt fragt man sich doch: warum hat er nicht schon damals begonnen sich dafür einzusetzen ?

  4. 21.

    Sorry, aber das Tempelhofer Feld hat klimatisch fast überhaupt keine positiven Effekte! Das ist eine Gras- und Betonwüste, die sich in der Sonne ungehindert aufheizt, nicht mal ansatzweise vergleichbar mit den positiven Effekten durch den Tiergarten. Zudem hat Tempelhof bereits jetzt eine perfekte Verkehrsanbindung, die in Tegel mehr als ausbaufähig sein wird, wenn diese Fläche irgend wann mal erschlossen wird.
    Das Tempelhofer Feld ist eine Brache, wo sich vergleichsweise wenige Menschen aufhalten, einen Teil davon zu bebauen und einen Teil zum Park umzugestalten, wäre eine echte Verbesserung und für den benötigten Wohnraum dringend angebracht. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt heute ist eine deutlich schlechtere als zu Zeiten des damaligen Volksentscheids. Daher muss die damalige Entscheidung auch auf den Prüfstand gestellt werden dürfen.

  5. 20.

    Eine konsequente Politik der angeblich liberalen Partei FDP: Tempelhofer Feld entgegen Volkes Willen zubauen, aber Flughafen Tegel weiterbetreiben statt dessen Fläche auch für Wohnungsbau zu nutzen.

    Und weil die FDP auch bekannt dafür ist, wieviel Ahnung sie von Ökologie hat, schert es sie(ebenso wie manche Kommentatoren hier) offenbar nicht im Geringsten, welch überragende Bedeutung das VOLLSTÄNDIG UNBEBAUTE Tempelhofer Feld für das Klima der Berliner Innenstadt und die sommerlichen Temperaturen dort hat.

  6. 19.

    Was ist denn daran "Stück Naherholungsgebiet"? Da muss eine Dekontamination vorgenommen werden, ist ja nicht zu glauben, das sich da Menschen freiwillig hinbegeben!

  7. 18.

    Die Freiheit des Kite-Surfers ist durch die wohnungsnotbedingte Randbebauung des Feldes nur wenig gefährdet.

    Das gleiche Volk, dass so naiv ist und glaubt, dass das Feldgesetz in Stein gemeisselt ist, wollte übrigens über die Landesgrenzen hinaus zig andere Gesetze geändert haben und damit noch ein paar tausende Wohnungen mehr verhindern. So schlimm wie einige laut krakehlen, scheint es um die Wohnungsnot aber dann doch nicht bestimmt zu sein.

  8. 17.

    Die Freiheit des Feldes bedeutet die Freiheit des Volkes!

  9. 16.

    Lindner sagt zum Wohnungsnotstand viele richtige Sachen, und wie das so oft bei zutreffenden Ansagen ist, wird er natürlich gebasht, z. T. einfach, weil man das so möchte. Er ist ja FDP, also von vornherein "phöse". Gegen eine Randbebauung spricht gar nichts, das Areal ist rieisg. Ich persönlich finde es nicht einmal besonders attraktiv, weil da am Rand einfach Bäume fehlen und die Leute in heißen Sommern einfach in der schattenlosen Sonne vor sich hin brüten.
    Berlin wird es aber gar nicht schaffen, da ausreichend und günstig zu bauen, solange wir die Bauvorschriften nicht vereinfachen. Also beißt sich die Katze einfach nur wieder in den Schwanz.
    War auch eine super Idee, Altneubauten im Osten zu reduzieren, hat mich zu Beginn der Flüchtlingskrise als groteske Planung eh schockiert. Hinterher als Politikermasse erstaunt jammern klappt immerhin wunderbar.

  10. 15.

    Für mich zeigen die Kommentare eher das Misstrauen in die Politik. Randbebauung Tempelhofer Feld bedeutet, dass es einen neuen Rand geben wird und wie viel Jahre wird es wohl dauern, bis es wieder eine Randbebauung geben wird und so weiter und so fort und nach kurzer Zeit ist dann doch alles bebaut.

    Ich persönlich fände eine Randbebauung am Tempelhofer Feld gut, aber aus den oben beschriebenen Gründen lehne ich das ab.

  11. 14.

    Ich habe den Eindruck, dass Sie glauben, dass Kinder das komplette Feld bebauen wolle. Genau wie bei den Kleingärten geht es aber um Kompromisse zwischen Wohnungsbesitzenden und -suchenden. Sie schlagen sich auf die Seite der Besitzenden und tragen mit Ihrer kompromisslosen Haltung zur Wohnungsnot bei.

  12. 13.

    Die Kommentare zeigen wie paradox das ist: Schaffende werden neidisch beschimpft von Nehmenden. Schaffende sind nicht die Bösen, Schaffende müssen/wollen auch (besser) wohnen. Es macht keinen Sinn, so wie in Brb. den Mindestlohn für Alle zu "feiern". Die Leute, die hier Anderen was wegnehmen wollen, sollte man zuerst verbieten Windeln zu benutzen, bis ihre Kinder in die Schule und darüber hinaus kommen. Zum Bauen mit einem gesunden Mix aller Wohnformen gibt es keine Alternative.

  13. 12.

    Das Potential der Parkplätze wird schon genutzt. Nur ist das insgesamt kaum grösser als Blankenburger Süden, Elisabeth Aue und Randbebauung des Tempelhofer Feldes zusammen. Wenn man einen Bruchteil der versteppten Baulandreserven im Eigentum der öffentlichen Hand bebaut, kostet das dem Land nicht viel mehr als die Vergesellschaftung der Deutschen Wohnen. Einen Sanierungsstau müsste man dabei nicht für viel Geld beseitigen.

    In Hakenfelde würden über 1000 Wohnungen für 200 Millionen neu gebaut. Rechnet man das auf 100.000 Wohnungen hoch, landet man in der gleichen Größenordnung wie die Aktivisten, deren Schätzung bei bis zu 18 Mrd. liegen.

  14. 11.

    Die FDP macht sich sorgen um Berliner Mieterinnen? Bestimmt nicht. Die kümmern sich nur um die Brieftaschen der Privatisierungsprofiteure.

  15. 10.

    Jeder Hausbesitzer freut sich über die Unterstützung von Leuten wie Ihnen. Da Berlin noch auf lange Zeit mit einem anhaltenden Zuzug rechnen muss, können sich die Vermieter freuen, dass die Mieten weiterhin allein durch den Nachfragedruck steigen. Dazu bedarf es nichtmals irgendwelcher Modernisierungsexesse.

  16. 9.

    In der Sache thematisiert Lindner zurecht den Wahnsinn, angesichts dramatischer Wohnungsnot nicht auch die öde Tempelhofer Brache des ehemaligen Flughafengeländes bebauen zu können. Es ist die dringend abzustellende Rot-Rot-Grünes Wirrnis, im Berliner einschlägigen Milieu nach dem Motto entstanden "Wenn es dem Esel zu wohl ist, geht er auf das Eis tanzen".

    Denn die "Nachverdichtung" führt immer mehr zu beängstigenden hochkonzentrierten unwirtlichen Wohnlandschaften, wo die Leute wegen der Enge des Raumes immer aggressiver werden. Und über die Berliner Traufhöhe weitere Stockwerke zu setzen, i.d.R. zwei, benötigt dauerhaft jugendlich sportliche Eigenschaften für die Bewohner, wo es immer mehr Alte gibt. Aufzüge sind in den Aufstocker-Nachverdichtungs-Blöcken meistens nicht vorhanden.

    Allerdings ist Lindner, wie er es in seiner kurzen bisherigen Amtszeit bewiesen hat, der alte FDP-Umfaller, und sein Vorschlag wohl eher taktischer Natur.

  17. 8.

    Ach Hr.Lindner. wenn der Senat das Votum beim Flughafen nicht beachtet ist das in Ihren Augen undemokratisch. Beim Tempelhofer Feld ist das was anderes?????Das ist "liberale" Politik.....

  18. 7.

    Von den Enteignungen halte ich auch nicht so viel, mit dem Geld sollten wirklich lieber neue Wohnungen gebaut werden. Aber solange es noch so viele Supermärkte im Flachbau mit riesigen Parkplätzen davor gibt, solange braucht man die Berliner Grünflächen nicht platt zu machen.

  19. 6.

    Das Tempelhofer Feld ist einmalig und sollte so bleiben!

  20. 5.

    Lieber Herr Lindner, ich bin mir sicher, dass sie mit dem selben Einsatz für die Bebauung des Tempelhofer Feldes kämpfen würden, wenn es 1. in Ihrem Wahlkreis liegen würde und 2. überwiegend Ihre Wähler von dem Stück Naherholungsgebiet profitierten. Dort, wo einer wie Sie herkommt, Herr Lindner, weiß man doch gar nicht,beide *Wohnungsnot" geschrieben wird - geschweige denn "Armut"... Wer in Berlin das Feld anfasst und an Immobilien-Haie (wenn auch nur partiell) verschachtelt, muss wissen, dass das polizeilicher Selbstmord ist!!

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