Pasanten schauen am 15.04.2019 zu, wie die Kathedrale Notre-Dame in Paris brennt (Bild: imago/Nicolas Liponne)
imago/Nicolas Liponne
Video: rbb|24 | 16.04.2019 | Naomi Noa Donath | Bild: imago/Nicolas Liponne

Weltberühmte Kathedrale teilweise zerstört - Partnerstadt Berlin schockiert über Brand in Notre-Dame

Berlin hat als Partnerstadt von Paris mit Erschütterung auf das verheerende Feuer in der Kathedrale Notre-Dame reagiert. Die Berlinerinnen und Berliner fühlten mit Paris, schrieb Bürgermeister Müller. Für den Wiederaufbau der Kirche rief er zu Spenden auf.

Nach dem Brand der Kathedrale Notre-Dame in der Berliner Partnerstadt Paris [externer Link: tagesschau.de] haben der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, Wirtschaftssenatorin Ramona Pop und Kultursenator Klaus Lederer ihr Mitgefühl zum Ausdruck gebracht. Viele Berlinerinnen und Berliner hätten "unsere wunderbare Partnerstadt und die Sehenswürdigkeiten, insbesondere Notre-Dame, erlebt.

Nicht zuletzt deshalb haben uns die erschütternden Bilder vom gestrigen Brand der großen Kathedrale Notre-Dame tief bewegt", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Menschen in Berlin stünden an der Seite der Pariserinnen und Pariser und trauerten mit ihnen. Paris ist seit 32 Jahren die Partnerstadt Berlins.  

Müller ruft zu Spenden für Notre-Dame auf

Die Berliner Landesregierung rief außerdem dazu auf, dass die Berlinerinnen und Berliner für den Wiederaufbau der Kirche spenden sollen. "Wir wünschen uns, dass Paris, dass Frankreich diese einmalige Kathedrale schnell wieder aufbauen kann", heißt es in einer Mitteilung des Regierenden Bürgermeisters Müller und seiner Senatskollegen Lederer und Pop. Für Spenden verwiesen sie auf die französische Kulturerbe-Stiftung Fondation du patrimoine.

Müller, Pop und Lederer würdigten auch die Arbeit der Pariser Feuerwehr, die mutig und schnell gehandelt habe. Dank ihrem Einsatz seien "für viele Christen unersetzbare Reliquien nicht Opfer des Feuers geworden". Den drei Verletzten wünsche man eine baldige und vollständige Genesung.

Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat in einem Brief an die Botschafterin Anne-Marie Descôtes seine Betroffenheit und Verbundenheit ausgedrückt. "Wir mussten mit ansehen, wie das Wahrzeichen Frankreichs und ein Weltkulturerbe zum Opfer der Flammen wurden. Dank des großartigen Einsatzes Ihrer Feuerwehren wurde das Allerschlimmste verhindert", so Woidke. Den angekündigten Wiederaufbau werde man mit großem Interesse verfolgen.

Polizei und Feuerwehr drücken Mitgefühl aus

Auch Feuerwehr und Polizei in Berlin drückten ihr Mitgefühl aus. "Bei der Brandbekämpfung an einem geliebten Wahrzeichen blutet jedem Feuerwehrangehörigen das Herz", schrieben die Brandbekämpfer aus Berlin auf Twitter und wünschen den Kollegen in Paris "viel Kraft im Kampf um #NotreDame".

Die Berliner Polizei twitterte: "Wir sind in Gedanken bei den Einsatzkräften, die gerade alles für das Herz von #Paris geben."

Bischof Dröge würdigt Kathedrale

Auch der Evangelische Bischof von Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, reagierte betroffen auf den verheerenden Brand. "Dass die wunderschöne Kathedrale Notre-Dame in Flammen steht, schmerzt mich sehr", sagte Dröge am späten Montagabend in Berlin. Sie sei ein besonderer Ort des Gebetes und ein Wahrzeichen der Berliner Partnerstadt Paris. "Meine Gedanken und meine Fürbitte sind bei den Rettungskräften, die jetzt das Feuer bekämpfen", so Dröge.

Die bewegte Geschichte einer besonderen Kathedrale

Macron sagt Wiederaufbau zu

Das Pariser Wahrzeichen war am Montagabend in Brand geraten. Das ganze Ausmaß der Zerstörung war am Morgen noch ungewiss. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron sagte den Wiederaufbau des berühmten Bauwerks zu und bat seine Landsleute und das Ausland um Unterstützung.

Der Brand war am Montagabend gegen 18.50 Uhr ausgebrochen. Der Spitzturm stürzte ein, rasch griff das Feuer auf große Teile des Dachstuhls über. Nach Kirchenangaben brannte auch die hölzerne Inneneinrichtung. Flammen schossen aus dem Dach und tauchten den Abendhimmel in Orange, Rauch stieg auf. Rund 400 Feuerwehrleute waren im Einsatz, während Hunderte Schaulustige die Szenerie von Brücken rund um die Insel Île de la Cité verfolgten, auf der sich Notre Dame befindet. Nahegelegene Gebäude wurden aus Sorge vor einem Einsturz der Kathedrale geräumt.

Sendung: Abendschau, 16.04.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

21 Kommentare

  1. 21.

    Das missachtet allerdings den Zeithorizont der beiden (Wiederauf)Bauvorhaben: Der Flughaften ist spätestens 50 Jahre nach seiner Eröfffnung nur noch eine blanke Fußnote in der Lokalgeschichte von Berlin, um Notre Dame werden die Menschen in Europa in 200 Jahren ebenso wissen wie bspw. um das Brandenburger Tor oder den Gendarmenmarkt.

    Es muss eben zwischen bedeutungsstiftenden und völlig unbedeutenden Bauwerken unterschieden werden. Vieles mag vordergründig wichtig sein, bedeutend ist es nicht.

  2. 20.

    Wetten das Notre Dame schneller wieder steht als unser neuer BER, da sollte Hr. Müller mal für Spenden aufrufen,

  3. 19.

    Außer Sachschaden ist nichts passiert, auch die meisten Kunstwerke sind heil. Und den Rest kann man wieder aufbauen. Also, keine Tragödie und kein Horror. Und niemand ist verletzt oder gar gestorben.

  4. 18.

    "Müller ruft zu Spenden für Notre-Dame auf"
    Das war ja wieder klar... hat der Vatikan bzw. Bistum kein eigenes Geld oder was?

  5. 17.

    Nach der Wende lernte ich in Berlin einen Franzosen kennen und lieben. Ich wurde als Deutscher im Kreis seiner Familie aufgenommen. Seine Heimatstadt Paris. Ich erlebte Notre Dame nicht als Tourist. Für seine wunderbare Tante Hélène fand eine Trauerfeier in der Kapelle hinter dem Chor statt.

  6. 16.

    Ja, Sie haben Recht damit, dass es ein unermesslicher Schaden für uns alle ist und besonders auch für die Menschen, die Notre-Dame noch nie aus der Nähe bewundern konnten und es nun, in naher Zukunft, nicht mehr tun können…

  7. 14.

    Das macht mich fassungslos und es ist ein unermesslicher Schaden für die französische Gesellschaft und das Land. Wenn solche Kunstwerke von einem Feuer vernichtet werden, dann gibt es leider
    niemals einen Ersatz, weil diese so einmalig und einzigartig sind. Hoffentlich wird alles dafür getan, dieses Kunstwerk wiederherzustellen, auch wenn es nie wieder so sein wird wie zuvor.

  8. 12.

    Notre-Dame, ein Stück gemeinsamer europäischer Kultur, in guten wie in schlechten Zeiten, aber immer ein Wahrzeichen gemeinsamer Wurzeln. Möge dieses Bauwerk mit seine kostbaren Inneneinrichtung wieder strahlend auferstehen.

  9. 11.

    Mir blutet das Herz. Für mich ist die Île de la Cité ein ganz besonderer Ort - und Note Dame de Paris das Herz davon. Ein Wahrzeichen der historischen Stadt Paris, des christlichen Glaubens und der Kultur Europas. Ich fühle im wahrsten Wortsinne mit den Franzosen - insbesondere den Parisern.

  10. 10.

    Einfach nur geschmacklos so eine Tragödie für persönliche Ressentiments gegen die Kirche zu missbrauchen.

  11. 9.

    Mein Mitgefühl bei den Franzosen und vor allem den Einwohnern von Paris.

    Seit es Menschen gibt und ihre Fähigkeit, zu bauen, sind Bauwerke aufgrund Fehlberechnungen wieder eingestürzt oder durch unachtsamen Umgang mit Feuer abgebrannt. Das kann zu keiner Zeit völlig ausgeschlossen werden. Die ersten Versicherungen kamen auf, weil es Architekten ansonsten völlig ruiniert hätte.

    Ich habe nicht den geringsten Grund anzunehmen, dass Notre Dame nicht wieder hergestellt wird, dazu ist sie zu identitätsstiftend. Was allenfalls herauszufinden wäre, ist, ob genauso (wenig) kontrolliert worden ist wie seinerzeit bei Bauarbeiten an der Wuppertaler Schwebebahn. Dem bis dato sichersten Verkehrsmittel der Welt, dass durch eine in der Führungsschiene hängende Hakenkralle am nächsten Morgen abstürzte.

    Wie wurde der Abschluss der Bauarbeiten nach 17 Uhr kontrolliert und wer hat die Bauarbeiten ausgeführt? Ggf. ein Subunternehmen eines Subunternehmens eines Subunternehmens?

  12. 7.

    Die katholische Kirche in Frankreich hat Angst, daß noch mehr passiert, wenn das Bisherige öffentlich wird.

    https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/mehrere-kirchen-in-frankreich-geschandet-bischofe-schweigen

  13. 6.

    Vielleicht hilft dieser Brand das der Senat endlich seinen Sparwahn überdenkt und nicht mehr an der Sicherheit spart. Und als Zeichen das man die Zeichen erkannt hat einfach Dus Befolgung endlich anpassen.

  14. 4.

    Ist die Orgel beschädigt worden? Gibt es Informationen hierzu?

  15. 3.

    Es ist fürchterlich und ich werde sie so in Erinnerung behalten, wie ich sie gesehen habe. Jetzt will man wieder aufbauen, sollen sieh's tun. "Täglich werden in Frankreich drei Gotteshäuser Opfer von Vandalismus. Von der katholischen Kirche wurden die Vorfälle lange nicht an die große Glocke gehängt - jetzt finden sie größere Aufmerksamkeit. Zu Beginn des Jahres brannte in Grenoble die Kirche Saint-Jacques. (..) Im März brannte es an einem Sonntagmorgen in der Kirche Saint-Sulpice im sechsten Pariser Arrondissiment."(Faz, 09.04.2019)

  16. 2.

    Brandstiftung?

    Bauarbeiter waren Meldungen zufolge zum Zeitpunkt des Brandausbruchs (kurz vor 19 Uhr) keine mehr da.

Das könnte Sie auch interessieren