Das Dragoner-Areal am Mehringdamm in Berlin-Kreuzberg (Quelle: dpa/Jensen)
Video: Abendschau | 25.04.2019 | Cathrin Bonhoff | Bild: dpa/Rainer Jensen

Wohnungen und Gewerbeflächen in bester Lage - Berlin will Dragoner-Areal ab 2021 bebauen

Ende 2018 besiegelten Bund und Senat die Rückübertragung des Dragoner-Areals in Kreuzberg auf das Land Berlin. 2021 will die landeseigene Immobiliengesellschaft BIM nun mit der Bebauung des Grundstück beginnen. Entstehen sollen Wohnungen in bester Lage.

Der geplante Bau Hunderter Wohnungen auf dem sogenannten Dragoner-Areal in Berlin-Kreuzberg könnte nach Einschätzung der landeseigenen Immobiliengesellschaft BIM in zwei Jahren beginnen. "Wir wünschen uns, dass wir den ersten Spatenstich für den Wohnungsbau im Sommer 2021 haben", sagte BIM-Geschäftsführerin Birgit Möhring am Donnerstag bei einem Termin vor Ort.

Auch Gewerbeflächen berücksichtigen

Zuvor müsse jedoch zunächst ein städtebauliches Konzept erarbeitet werden, in dem auch Gewerbeflächen und soziale Infrastruktur berücksichtigt werden. Dies solle unter breiter Beteiligung der Zivilgesellschaft geschehen.

Finanzstaatssekretärin Margaretha Sudhof sagte, aus Sicht des Senats sollten "auf jeden Fall" mehr als 500 Wohnungen errichtet werden. Gerade in zentralen Teilen der Stadt herrsche Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Sudhof machte deutlich, dass eine breite Beteiligung an Planungsverfahren aus ihrer Sicht wichtig ist. Genauso müsse man aber Interessen der Wohnungssuchenden und der Menschen, die von Verdrängung bedroht seien, im Auge haben.

Einem Investor abgejagt

Das knapp fünf Hektar große Dragoner-Areal gehört zu den größten innerstädtischen Entwicklungsgebieten. 2015 wollte es der Bund für 36 Millionen Euro - den damals dreifachen Verkehrswert - an einen privaten Investor verkaufen. Auf Druck des Landes stoppte der Finanzausschuss im Bundesrat jedoch das Geschäft. Anschließend gab es juristische Auseinandersetzungen mit dem Investor, schließlich konnte Berlin das Grundstück vom Bund übernehmen. Allerdings müssen der Haushaltsausschuss des Bundestags und das Abgeordnetenhaus den Deal noch endgültig absegnen, wie Sudhof sagte.

Der Name des Dragoner-Areals leitet sich von seiner früheren militärischen Nutzung ab. Von Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkriegs waren dort Dragoner-Regimenter stationiert, also berittene Soldaten. Heute befinden sich auf dem Gelände Firmen, ein Biomarkt, Gastronomie- und Handwerksbetriebe.

Mehr unverkäufliche Grundstücke in Berlin

Außerdem hat das Land Berlin die Zahl seiner unverkäuflichen Grundstücke erhöht. Wie die BIM bei dem Termin ebenfalls mitteilte, hat Berlin jetzt insgesamt mehr als sieben Millionen Quadratmeter Grundstücksfläche als strategische Reserve. Dort sollen in Zukunft Schulen, Kitas oder Wohnungen gebaut werden können.

Im vergangenen Jahr stellte die BIM vor allem städtischen Wohnbaugesellschaften insgesamt rund 20 Hektar zur Verfügung, um dort Häuser oder Wohnungen zu bauen. Das entspricht einer Fläche von 28 Fußballfeldern. Die meisten dieser Grundstücke lagen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf.

Sendung: Abendschau, 25.04.2019, 19:30 Uhr

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10 Kommentare

  1. 10.

    2021? Die Berliner können froh, wenn bis dahin die Arbeit der diversen Stuhlkreise abgeschlossen ist. Zwingende Voraussetzung ist dafür, dass die Bürgerbeteiligung zu einem der gültigen Parteidoktrin entsprechenden Ergebnis kommt.

    Schön, dass ein paar weitere Flächen nicht verkauft werden dürfen. Wie groß sind eigentlich die grundsätzlich für eine Bebauung geeigneten Flächen des Landes, die aber trotz zunehmenden Mangel an Wohnungen aus politischen Gründen und zur Wahrung von Partikulärinteressen nicht bebaut werden dürfen?

  2. 9.

    Schulen, Kitas oder Wohnungen für Drachen, für weißen oder schwarzen? Aus der Geschichte kennen wir, das Berlin – Lebensort der Slawen, die den Drachen besiegen werden.

  3. 8.

    Ab 2021... Und 500 Wohnungen. Tröpfchen auf den immer heißer werdenden Stein.

  4. 7.

    Erstmal abwarten wann tatsächlich der erste Spatenstich stattfindet und ob es bei der Fertigstellung überhaupt noch einen echten Urberliner Einwohner hier gibt.

  5. 6.

    ....in Sachen dieser langen Planungsphase (mind. noch 2 Jahre!!!!) kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren dass dabei eher die Interesen der Beauftragten der "Zivilgesellschaft" (stern stattbau und wie sie alle heissen) berücksichtigt werden als die INTERESSEN der Bürger nach Wohnungsbau. Die Planungsbüros werden gut bezahlt und haben kein Interesse an einer bedarfsgerechten Plaung oder was ist bitte der Grund für dieses Schneckentempo?

    Unerträglich, diese Lahm............. !

  6. 5.

    Unbegreiflich - diese lahme Vorgehensweise......

    Noch zwei Jahre wird an einem Konzept gearbeitet - das ist wirklich angesichts der Lage nicht nachvollziehbar.
    Mir scheint, die beauftragten Firmen sog. Zivilgesellschaftsfirmen) haben gar kein Interesse an einer zügigen Bearbeitung und Planung - verdienen sie doch recht gut durch entsprechende Planungsaufgaben!
    Das ginge zügiger ! Es scheint mir zynisch und lächerlich - welchen Zeithorizont sich die Verantwortlichen "leisten"!

  7. 4.

    Unbegreiflich - diese lahme Vorgehensweise......

    Noch zwei Jahre wird an einem Konzept gearbeitet - das ist wirklich angesichts der Lage nicht nachvollziehbar.
    Mir scheint, die beauftragten Firmen sog. Zivilgesellschaftsfirmen) haben gar kein Interesse an einer zügigen Bearbeitung und Planung - verdienen sie doch recht gut durch entsprechende Planungsaufgaben!

    Das ginge zügiger ! Es scheint mir zynisch und lächerlich - welchen Zeithorizont sich die Verantwortlichen "leisten"!

  8. 2.

    Wäre ja mal schön gewesen ein Link zu einer Karte anzubieten. Ich bin zwar Berliner aber Dragoner-Areal habe ich noch nie gehört. Wo befindet sich denn die "Beste Lage" genau?

    /Daniel

  9. 1.

    die Zeit rennt dahin--------------------
    nun legt endlich mal richtig los !!!!
    und bebaut die 7 Millionen qm !!
    aber da sind dann wieder sonstwelche Hemnisse--und das Jahrhundert geht vorbei

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