Treppen des Lustgartens (realities:united/Flussbad Berlin e.V.)
Bild: realities:united/Flussbad Berlin e.V.

Finanzierung der Freitreppe steht - Bau des Flussbades an der Spree kann starten

Der Tag, an dem ganz legal in der Berliner Spree gebadet werden kann, rückt näher: Bund und Land haben grünes Licht für den Bau einer Freitreppe am Humboldt-Forum gegeben, über die das kühlende Nass erreicht werden kann.

Der Bau des Flussbades am Berliner Spreekanal kann beginnen. Bund und Land fördern die Freitreppe "Schlossfreiheit" mit insgesamt mehr als sechs Millionen Euro. Damit könnten Planung und Bau der ersten Freitreppe als Wasserzugang für das Flussbad an der Schlossfreiheit finanziert werden.

Verein zeigt sich erfreut

Die 38 Meter breite Sitzstufenanlage am sonnigen Südufer führt vom Humboldt-Forum zum Spreekanal, in dem nach den Plänen des Vereins Flussbad Berlin schon bald das Schwimmen im natürlich gereinigten Spreewasser möglich sein soll.

Die Entscheidung zum Bau dieses ersten Flussbad-Moduls zeige, dass der zivilgesellschaftliche Einsatz für eine "lebenswertere Stadt und eine saubere Spree" erfolgreich sei, heißt es in einer Mitteilung des Vorstand von Flussbad Berlin e.V. am Montag.

Kanalisation könnte zum Problem werden

Um eine dauerhafte Genehmigung für ein neues Flussbad zu bekommen, muss der Verein den Spreekanal auch dauerhaft sauber halten. Was im Prinzip nicht so schwer ist, sagt Kai Dolata, Gründungsmitglied des Vereins: "Die Spree ist meistens sauber genug, um darin zu schwimmen. Das ändert sich dann, wenn es stark regnet und die Kanalisation überläuft". Dann öffnen die Berliner Wasserbetriebe ihre Ventile und der Dreck aus der Kanalisation läuft ungefiltert in die Spree. Und der Fluss - und damit auch sein Kanal - wird zur Kloake. Genau wie einst anno 1925.

Die Berliner Wasserbetriebe sind zwar schon seit Jahren dabei, mehr und mehr Regenwasser unterirdisch zu stauen, um die Kanalisation und die Spree zu entlasten. Aber das funktioniert nicht zu 100 Prozent. Nach dem Horror-Starkregen im Juli 2017 war die Spree tagelang dreckig.

Das Konzept für das Flussbad wurde zuerst von der Berliner Künstler- und Architektengruppe realities:united entwickelt und bereits 1998 erstmalig öffentlich vorgestellt. Das Projekt wurde international ausgezeichnet, unter anderem mit dem "Award for Sustainable Construction" 2011 und 2012. Projektträger ist der Verein "Flussbad Berlin“.

Sendung: Abendschau, 15.04.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Wasserschützer] vom 16.04.2019 um 15:32
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4 Kommentare

  1. 4.

    Antwort auf Wasserschützer.
    Und dann ist jeden Abend Party auf der Treppe und der Müll landet anschließend im Wasser. Ich freue mich schon drauf.

  2. 3.

    Viel Spaß in der Dreckbrühe, die Krankenkassen haben ja Überschuss

  3. 2.

    Ja klar saubere Gewässer und Umweltschutz sind Hipster Ideen! Vor wenigen Jahrzehnten waren viele Flüsse defakto tot wegen Umweltvernichtung. Dann kam mit dem Umweltrecht der neue Gewässer- und Wasserschutz :) Siehe z.B. :
    https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/wasserrecht
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%A4sserschutz

    Ich freue mich auf den Tag der Eröffnung des Flussbades. Und ich freue mich über jedes Gewässer in dem wir wieder bedenkenlos schwimmen können, weil es nicht mehr verschmutzt wird und keine Gesundheitsgefahr mehr davon ausgeht.

  4. 1.

    Und wieder mal ein schönes Hip-sexy-Berlin Projekt, wird einiges kosten, kein Problem, es könnte doch der Eintritt für den Volks-Breiten- und Gesundheitssport in den Hallenbädern auf 12.50 angehoben werden,dann kommt das Geld locker rein.
    Und noch ein Projektvorschlag: Whirlpool in der Kuppel des neuen Hohenzollernschlosses.

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