Geschändetes Grab des getöteten Polizisten Roland Krüger (Bild: Morris Pudwell)
Video: rbb24 | Abendschau | 03.04.2018 | Bild: Morris Pudwell

Parkfriedhof in Berlin-Buckow - Gräber von im Dienst getöteten Polizisten verwüstet

Unbekannte haben in Berlin-Britz die Grabsteine von zwei Polizisten mit Hakenkreuzen beschmiert. Die Beamten waren im Dienst getötet worden. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt, ein politischer Hintergrund wird nicht ausgeschlossen.  

Unbekannte haben auf dem Parkfriedhof Neukölln im Berliner Ortsteil Buckow die Gräber zweier im Dienst getöteter Polizisten verwüstet. Die Grabstätten wurden außerdem mit Hakenkreuzen beschmiert. Es sähe derzeit so aus, als seien die Gräber von Roland Krüger und Uwe Lieschied gezielt ausgewählt worden, sagte Polizeisprecher Michael Gassen rbb|24.

Das Gartenpersonal hatte die verwüsteten Gräber am Mittwochmorgen laut Polizei auf dem Parkfriedhof Neukölln am Buckower Damm entdeckt und die Behörden verständigt. Über die Schmierereien hinaus stießen die Täter demnach in der Nacht einen Grabstein um und rissen Blumen und Pflanzen heraus.

Die Spurensicherung vor Ort ist nach Polizeiangaben abgeschlossen. Der Staatsschutz ermittelt.

Uwe Lieschied starb 2006, Roland Krüger 2003

Bereits 2016 hatte es in Berlin-Neukölln einen Brandanschlag auf eine Gedenktafel für den im Dienst erschossenen Polizisten Uwe Lieschied gegeben.

Der Polizeibeamte war im März 2006 mit einem Kollegen auf Zivilstreife in der Hasenheide. Die Polizisten beobachteten, wie zwei Männer flüchteten, nachdem sie einer Frau die Handtasche gestohlen hatten. Uwe Lieschied und sein Kollege verfolgten die Tatverdächtigen. Einer der Männer schoss auf Lieschied, der vier Tage danach starb. Der Mörder wurde 2007 zu lebenslanger
Haft verurteilt.

Der SEK-Beamte Roland Krüger kam 2003 ums Leben, als er nach einer Messerstecherei zwischen Clan-Mitgliedern einen Verdächtigen festnehmen wollte. Er wurde bei der Stürmung einer Wohnung in Berlin-Neukölln erschossen. Wie die "Berliner Zeitung" berichtet, wurde der Täter zu 15 Jahren Haft verurteilt, ist aber inzwischen wieder frei.

Politiker und Gewerkschaften verurteilen Vorfall

Politiker und die Berliner Polizeigewerkschaft (GdP) verurteilten die Schmierereien. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller schrieb auf Twitter: "Die zwei ermordeten Beamten haben für uns ihren Kopf hingehalten, damit wir friedlich und sicher leben können." Es zeuge von entsetzlicher Menschenverachtung, deren Gräber zu besudeln.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) drückte den Angehörigen sein Mitgefühl aus. "Abscheu und Scham empfinde ich bei dem Gedanken, dass Gräber von Menschen geschändet wurden, die als Polizeibeamte im Dienst erschossen wurden", erklärte er.

Die Berliner GdP verurteilte den Vorfall ebenfalls. Krüger und Lieschied hätten ihren entschlossenen Kampf gegen Kriminelle und für die Sicherheit der Menschen in Berlin mit dem Leben bezahlt, teilte der Landesvorsitzende Norbert Cioma mit. "Wer gezielt ihre Gräber schändet und beschmiert, beschmutzt nicht nur ihr Andenken, sondern spuckt auf die Werte, für die unsere Kollegen tagtäglich auf der Straße sind."

Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber (SPD) nannte den Anschlag auf Twitter "unfassbar". Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Burkard Dregger, zeigte sich "zutiefst erschüttert" über die Tat. Am Nachmittag wollte er Blumen an den Gräbern niederlegen.

Kommentar

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27 Kommentare

  1. 27.

    Sie lästern doch in Ihrem Kommentar über diejenigen, die später respektiert werden sollen. Merken Sie das nicht? SIE entscheiden, wer fähig und geeignet ist? Entscheiden Sie dann später auch, ob der dann fertig ausgebildete Polizist es verdient hat höflich behandelt zu werden, oder kommt es dann auch drauf an, wie Sie das wahrnehmen und entscheiden?

  2. 26.

    Für mich sind Polizisten Ersthelfer. Im Osten haben sie mir damals geholfen und jetzt auch. Ich habe bis jetzt nie was negatives erlebt (und ja, ich weiß, was im Osten los war). Ich weiß auch, dass es negative Meldungen geben wird. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es ohne Polizei nicht gehen würde...

  3. 25.

    "Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte."

  4. 24.

    Es lästert bestimmt niemand über normale, dass heißt "fähige" Polizeischüler. Wir hatten z. B. mal zufällig Weihnachtsfeier mit so einem Trupp in derselben Lokation, die haben alle einen positiven Eindruck gemacht, sind auch gut mit ihren Frauen umgegangen. Aber wer Disziplin und Unterricht bei Ausbildern blockiert oder verweigert, einfach zu dumm ist oder gehässige Bemerkungen über Frauen macht, hat dort und anderswo im Staatsdienst nichts zu suchen. Genausowenig Vorbestrafte und Verwandtschaft der Clans. Das Problem beim derzeit heftig kritisierten Berliner Nachwuchs liegt auf der höheren Ebene, die von der Politik gesteuert wird.

  5. 23.

    Danke für diesen Kommentar. Ich finde einfach keine Worte über eine solch frevelhafte Tat.

  6. 22.

    Verachtenswerte Tat - aber doch ganz offenbar von einem oder wenigen Einzeltaetern. Bitte, Kommentatoren, missbraucht diese Toten nicht dazu, unbelegte Thesen zur Gesellschaft loszuwerden.

  7. 21.

    So? Nennen sie uns doch mal ein paar Taten wo "Linke" Hakenkreuze geschmiert haben?

    Umgekehrt fallen mir jede Menge abscheuliche Taten ein die man "Linken" zuschrieb, bis die Wahrheit ans Tageslicht kam. Der Anschlag von Bologna dürfte da einigen bekannt sein.

  8. 20.

    Nunja, hier wettert z.b. immer eher die "Rechtsfraktion" gegen die Auszubildenden bei der Polizei. Da fängt nämlich die Respektlosigkeit gegenüber der Polizei schon an. Was hier z.t. über Polizeischüler für Äußerungen getätigt wurden, ist schlimm. Und das kommt nicht von "links". Deswegen sollte sich jeder an die eigene Nase fassen. Auch ich. Nehmen wir unsere Ordnungshüter wirklich noch ernst? Halten wir uns an Gesetze und moralische Regeln, oder erwarten wir das immer nur von Anderen? Es gibt viele Gründe für uns alle, "bessere Menschen" zu werden. Ein wenig toleranter, fairer, empathischer, das reicht schon. Nicht nur Polizisten gegenüber. Ich fange sofort damit an. Nur über die böse Gesellschaft zu wettern, bringt nichts. Wir sind ein Teil davon. Sind wir wirklich so toll, wie wir es gerne von uns hätten, wie wir uns wahrnehmen? Solche negativen Situationen, wie diese hier mit der Grabschändung, könnten ein Anstoß sein, sich zu besinnen. Ich wünsche allen eine gute Nacht!

  9. 19.

    Ich kann (auch nur) meine Abscheu zu solcher Tat zum Ausdruck bringen und will das ausdrücklich tun.
    Das ist kein Kavaliersdelikt, nee, dazu bin ich schon zu alt und wahrscheinlich zu wertkonservativ in der aktuellen (Berliner) Demokratie.
    Sehr verehrte Familie Krüger, sehr verehrte Familie Lieschied, Ihre Söhne haben das nicht verdient!
    Ich stelle mich hinter die Aussage der Berliner GdP und achte die Handlung Herrn Dreggers, Blumen an den Gräbern niederzulegen.

  10. 17.

    Ich finde es sehr bedenklich, wie Polizisten angegangen werden und welchen Ruf sie haben.

    Allgemein sollte man Respekt vor der Polizei haben, und vor den dortigen Bediensteten, die diese Stadt sicherer machen.

    Schade, dass gerade die bunte, angeblich ja ach so tolerante Linksfraktion so oft gegen die Polizei wettert. Passt halt nicht ins Weltbild, dann muss man eben laut werden. Gelebte Intoleranz getarnt als Toleranz.

  11. 16.

    Was man mit diesen Grabschändern machen müsste, darf man hier nicht schreiben.

  12. 15.

    So schäbig und pietätlos das ist, sollten wir nicht paranoid werden. Es ist nicht "die Gesellschaft" oder "die Welt", die so etwas tut. Das sind immer noch einzelne Täter. Es hält sich zum Glück immer noch die große Mehrheit an Gesetze und moralische Regeln.

  13. 14.

    Das ist ja wirklich abartig und nicht mehr normal. Wie ich gelesen habe , haben sich Polizeikollegen daran gemacht die Gräber wieder in Ordnung zu bringen.
    Ob das nun von rechts oder links oder geradeaus kommt ist eigendlich bei solch einer wiederlichen Tat völlige Nebensache. Ich weiss nicht in was für eine Welt wir leben das den Menschen gar nichts mehr heilig ist.

  14. 13.

    Nicht nur lebende Polizisten werden vermehrt zur Zielscheibe kranker Individuen sondern jetzt auch im Dienst getötete. Was ist das für eine Gesellschaft. Ekelhaft!!!

  15. 11.

    Gesundheit! In der ersten Fassung des Berichtes gab es weder ein Foto noch wurden Hakenkreuze erwähnt.

  16. 9.

    Unbeschreiblich. Allerdings würde ich mich nicht darauf versteifen das es sich um eine "rechte" Tat handelt. Ein Hakenkreuz kann jeder hinschmieren. Das ist kein Beweis. Würde das durchaus auch dem linken Spektrum zutrauen.

  17. 8.

    Die Beamten haben sich im Dienst für Recht und Gesetz eingesetzt, Menschen beschützt. Solche abartigen und kriminellen Typen muss man hinter Gitter bringen.

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