Artisten zeigen vor großem Publikum in Mauerpark während der Walpurgisnacht 2018 ihre Feuershow (Bild: imago/Christian Mang)
Audio: inforadio | 14.04.2019 | Joachim Held | Bild: imago/Christian Mang

Wegen Anwohnerbeschwerden - Walpurgisnacht im Mauerpark abgesagt

Nach 15 Jahren ist Schluss mit dem Fest zur Walpurgisnacht im Mauerpark. Die Veranstalter teilten am Freitag auf Facebook [externer Link] mit, dass die Feier aufgrund von Anwohnerbeschwerden ausfalle. In der Stellungnahme der Initiatoren heißt es, dass die Kooperation zwischen Bezirksamt, Polizei und Ehrenamtlichen nach vielen Jahren guter Zusammenarbeit mit einem Schlag beendet wurde. Das Fest werde von den Behörden in der etablierten Form und dem bisherigen Zeitrahmen nicht mehr geduldet, heißt es weiter. "Das Fest, das vor 15 Jahren zur Befriedung der Kieze von Anwohnern ins Leben gerufen wurde, wurde nun von der 'Anti-Lärm-Anwohner-Initiative' zu Fall gebracht."

Zu hohe Auflagen und starke Einschränkungen für das Fest

Nach Angaben der Organisatoren habe die Polizei hohe Auflagen und starke Einschränkungen für das Fest angekündigt. Das Fest im Mauerpark sollte ohne Lagerfeuer und ohne Musik stattfinden, wie der Vereinsvorsitzende Alexander Puell der "Berliner Morgenpost" sagte. Ein Polizeisprecher konnte am Samstag auf Nachfrage von rbb|24 keine weiteren Angaben machen.

Wie das Blatt weiter schreibt war dem verantwortlichen Stadtrat Daniel Krüger (parteilos, für AfD) bekannt, dass die Polizei Gespräche über die Veranstaltung der Walpurgisnacht führen wollte. Über die Nachricht der Absage zeigte sich Krüger am Samstag dem Blatt zufolge überrascht: Er könne zu den Vorwürfen, dass der Bezirk "den Stecker zieht", am Wochenende nichts sagen.

Das Fest im Mauerpark gehört neben dem Myfest in Kreuzberg zur Tradition rund um die Feierlichkeiten am 1. Mai. Beide Veranstaltungen zogen in den Jahren auch tausende Besucher an. Eigentlich wollte man in diesem Jahr das 15-jährige Bestehen feiern. Nun werde man im privaten Rahmen an einem anderen Ort die Walpurgisnacht friedvoll feiern, schreiben die Organisatoren auf Facebook.

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29 Kommentare

  1. 29.

    was ein quatsch.
    Wieder was OHNE NOT seitens der POLIZEI platt gemacht.
    Hallo meine gewählten Vertreter, wieso wird hier ein BÜRGERFEST gestoppt.
    Ich wohne in der Gleim und ich kenne wirklich KEINEN meiner Nachbarn (egal ob neu oder alt) der was dagegen hat.

  2. 28.

    Irgendwo in der Mitte liegt, wie so oft, die Lösung. Ich kann die Anwohner schon verstehen. Ständig Party, Dreck und gestörte Nachtruhe, da verliert man irgendwann das Verständnis für die Feiermentalität der Leute. Das schmälert die Lebensqualität. Wenn es wirklich nur ein paar Events wären, die dann gezielt statt finden würden, wären die Anwohner sicherlich bereit sich darauf einzustellen. Der Senat ist also, gemeinsam mit den Veranstaltern, gefordert, sich um eine sinnvolle Planung zu bemühen. Denn eines ist gewiss: das Partyvolk mag nach durchfeierter und durchzechter Nacht bestimmt auch nicht um 6 aus dem Bett gegrölt werden. Die würden dann am lautesten auf ihr Recht zu schlafen bestehen^^ Berlin war schon immer eine Party-Stadt, das kann ja auch so bleiben, aber in dieser leben Menschen, die auch ihr Recht auf Ruhe und geregelten Nachtschlaf haben. Also müssen Kompromisse gefunden werden.

  3. 27.

    Ja, wir brauchen unbedingt noch mehr Kurzzeit-Touristen. Das ist gut für´s Klima!

    Liebe Frau Ender, wir hören nicht ständig auf Minderheiten, sondern auf Mehrheiten. Zum Beispiel die Mehrheit im Parlament, die beschlossen hat, dass man nicht einfach überall sonntags oder nachts einfach mit Verstärkern oder Trommlern die Nachbarn beschallen darf. Wenn Ihnen das so wichtig ist: Warum sorgen Sie nicht für ein Happy End und laden die bei sich in Ihren Hinterhof ein?

  4. 26.

    Es ist zu schade, dass immer auf ein paar Schnarchnasen Rücksicht genommen wird. Das ist eine Nacht, die vielen Menschen Spaß macht, Touristen in die Stadt lockt und Geld in die Berliner Kassen spült. Warum hören wir ständig auf Minderheiten und gehen nicht nach dem, was die Mehrheit der Bürger möchte?

  5. 25.

    Haha, Sie haben offensichtlich keine Ahnung. Die Bauten in der Wolliner Str., direkt an den Lärmorten, gehören der degewo. Alles Mietwohnungen im Wedding. Die Grothe Bauten weiter nördlich sind nicht betroffen, da gibt es auch keine Beschwerden. Der Neubau mit dem Denn´s besteht auch aus vielen Mietwohungen, die Gebäude in der Kremmener sind gemischt.

  6. 24.

    Ein GROßES Dankeschön an dieser Stelle an allen,die daran beteiligt waren, das auch wir diesmal in Ruhe die Walpurgisnacht und den ersten Mai feiern dürfen.....nach etlichen Jahren der Belagerung und des Komasaufens rund um den Mauerpark. DANKE

  7. 23.

    ach New York, London, Amsterdam und vielen anderen Orten, reiht sich nun auch Berlin endgültig in die Liste der langweiligsten Städte der Welt ein. Willkommen in meinem Gentrifizierungs-Stadtteil!! Welchen "Plan B" haben die unzähligen Kinderwageneltern eigentlich für später, wenn ihre kleinen Lieblinge auf Wochenendpartys gehen wollen und dann erst durch die halbe Großstadt dafür fahren müssen? Oooops...!

  8. 22.

    Es gibt auch Leute, die Neujahr arbeiten, darum werden Silvesterfeiern auch nicht abgesagt. Dieser Egoismus, der hier durch Sie gezeigt wird, ist nicht auszuhalten!

  9. 21.

    HM warum nimmt man das recht der Jugend ihre Freiraum weg. Sie waren doch auch jung und habe ihre Musik gehört ja das sind die zugezogende (ALT BUNDESGEBIET) den prenzel berg können dort schon lange nicht mehr die Miete zahlen die verlangt wird . und mir ist es wichtiger das menschen fest feiern lieber als wenn sie steine schmeissen

  10. 20.

    Genau! Und an Täve, ja ich kenne genau noch ein Pärchen, dass direkt am Mauerpark im Altbau wohnt. Der Rest wurde durch Eigenbedarf schon gekündigt bzw. verdrängt. Und die und ihre Nachbarn haben kein Problem mit Karaoke und den Festen...es ist definitiv ein Problem der Zugezogenen. Der RBB kann sich gern mal mit dem Bezirksamt in Verbindung setzen. Die kennen die Beschwerdeführer ganz genau, mehr sage ich dazu nicht mehr...

  11. 19.

    Schön erkannt und danke für die Aufklärung.
    Fehlt eigentlich nur noch der Kommentar von Lothar, der in Charlottenburg wohnt, oder war's im Prenzlauer Berg?
    Dafür haben wir ja die von Täve Schur, der ja unmittelbar am Mauerpark zu wohnen scheint und Ahnung hat und viele "Prenzelberger" kennt. "Ärzte, Krankenschwestern und Feuerwehrleute".

  12. 18.

    Mal zuerst: wer "Prenzelberger" sagt, ist KEIN Prenzlauer Berger. Dieser unsägliche Begriff, die Verniedlichung, kam, als sich die Zugezogenen hier breit machten. Ob nun die Gleimstraße, die noch der unfähige Verkehrsstaatssekretär Kirchner, zu einer Fahrradstraße umfunktionieren, um seinem grünen und zugezoge en Klientel zu gefallen, bis hin zum Verbot der traditionellen Walpogisnacht.

  13. 17.

    Hören Sie doch endlich mal mit den "Zugezogenen " auf.
    Ich kann es wirklich nicht mehr hören.....weil es so auch nicht stimmt. Kennen Sie persönlich Menschen die im Umfeld des Mauerparks wohnen ? Ich kenne so einige,und das sind alles gebürtige Berliner.....viele sogar Prenzelberger. Und da sind auch Ärzte, Krankenschwestern und Feuerwehrleute dabei.
    Und nein,wir brauchen auch nicht jedes Wochenende diese Partytouristen.

  14. 16.

    "... Und die Polizei macht sich auch noch zum willfährigen Erfüllungsgehilfen der Neureichen, Spießer und Bedenkenträger, zum Werkzeug der besorgten Bürger und Rechten. ..." Sie scheinen ja über eine Menge Hintergrundwissen zu verfügen. Erzählen Sie mal, woher Sie diese Informationen haben. Der Artikel gibt das nicht her.

    "...Und das Ganze unter "Schirmherrschaft" eines Rot-Grünen-Senats - unvorstellbar. ..." Berlin hat keinen rotgrünen Senat. Ein bisschen weniger Polemik und Interpretation täte der Diskussion ganz gut.

    Schönen Sonntag noch

    Gruß
    Hajakon

  15. 15.

    Gerne Ton-Steine-Scherben-Songs von Berlinern, also Menschen, die hier wohnen (und günstigerweise hier sogar arbeiten oder studieren). Sie müssen früh raus und sind nicht gezwungen, die Nacht draußen zu verbringen, weil sie zu geizig sind, ein Hotelzimmer zu bezahlen. Schlimmstenfalls eine Ferienwohnung zu mieten. Diese Wochenendler halten sich mit Randale wach und

  16. 14.

    Kleiner Tipp am Rande: Die Mauer ist weg!

  17. 13.

    Es gibt zum Lärmthema scheinbar nur noch Schwarz und Weiß. Derjenige der am lautesten brüllt, bekommt dann sein Recht. Und de Beamten machen es sich leicht, anstatt mal nach Kompromisse zu suchen. Die Zugezogen sind bestimmt nicht der Busfahrer oder die Krankenschwester, die am 01.05. arbeiten müssen...Berlin wird seinen Reiz bald verlieren. Die Partytouristen, die übrigens die "teuren" Touris von morgen sind kommen dann nicht mehr in Scharen, dies möchte man wahrscheinlich auch so haben....Im übrigen ich wohne im Grünen und habe jeden Samstag ne Grillparty und Feuerwerk von irgendeinen Nachbarn zu ertragen. Da ist es In der Stadt zum Teil ruhiger.

  18. 12.

    Nagut, dann eben keine Befriedung mehr!

  19. 11.

    Danke für die Informationen über das Tempelhofer Feld.
    Das haben die sehr gut geklärt dort, wusste ich bisher nicht. Das wäre doch auch eine Option für den Mauerpark .....spätestens um 22.00 Uhr schließen.. im Sinne der Anwohner und all derer,die morgens zur Arbeit müssen. Die Stadt sollte für alle da sein, nicht nur für Partygänger . Schönen Sonntag

  20. 10.

    Tja, so läuft das, wenn Schwaben einen auf Berliner machen. Mich würde es wundern, wenn sich die Berliner das am 1. Mai gefallen lassen.

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