Polizisten von hinten mit Schusswaffe und kugelsicheren Westen in Nahaufnahme als Symbolbild bei strahlendem Sonnenschein am 02.04.19 in Berlin (Quelle: dpa/Gora)
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Rechtsextreme Schreiben - Droh-Mails: Staatsanwalt geht von zweitem Verdächtigem aus

In einer bundesweiten Serie von rechtsextremen E-Mails ist vor wenigen Tagen ein weiteres Schreiben aufgetaucht. Sie richtet sich gegen die Generalstaatsanwältin Margarete Koppers. Ein Verdächtiger sitzt bereits in Haft. Nun wird vermutet, dass es einen weiteren gibt. 

Die Berliner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die bundesweit verschickten Drohmails mit rechtsextremen Inhalten von mindestens zwei Tätern stammen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, sagte am Dienstag, nachdem in der vergangenen Woche ein Mann in Schleswig-Holstein gefasst wurde, gebe es jetzt einen weiteren Verdächtigen. Nähere Angaben machte Steltner nicht.

Er bestätigte aber, dass es eine Drohmail an Generalstaatsanwältin Margarete Koppers gab. Man nehme das Schreiben sehr ernst. Die Mail wurde nach Informationen des ARD-Politikmagazins "Kontraste" am Sonntagabend verschickt und liegt der Redaktion vor. Der Text richtet sich gegen Koppers sowie den Kölner Rechtsanwalt Mustafa Kaplan. Eine angebliche Gruppe unter dem Namen "Staatsstreichorchester" fordert darin 100 Millionen Euro in der Kryptowährung Monero; andernfalls werde eine neue Terrorgruppe Anschläge auf Juden, Moslems, linke Politiker und Journalisten verüben.

Überführung nach Berlin geplant

Das "Staatsstreichorchester" sei aus anderen Mails bekannt, sagte Steltner der Nachrichtenagentur dpa. Ob es einen Zusammenhang zwischen der möglichen Gruppierung und dem Mann gibt, der seit Samstag in Schleswig-Holstein in Untersuchungshaft sitzt, sei Gegenstand der Ermittlungen. Dieser Verdächtige, zu dem weder das Alter noch die Staatsangehörigkeit mitgeteilt wurden, soll in eine Haftanstalt in der Hauptstadt überführt werden. Wann, war noch unklar. Ermittler schreiben ihm mehr als 200 rechtsextreme Droh-Mails, unter anderem mit dem Absender "Nationalsozialistische Offensive" bzw. "NSO", zu. 

Berlin hat die Federführung bei den Ermittlungen. Es geht laut Staatsanwaltschaft um die Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten. Bisher war die Staatsanwaltschaft von einem allein handelnden Mann ausgegangen.

Mails seit April 2018 verschickt

Kriminalpolizisten aus Berlin und Schleswig-Holstein hatten am vergangenen Donnerstag die Wohnung des Verdächtigen in Schleswig-Holstein durchsucht und Beweismittel sichergestellt. Laut Staatsanwaltschaft gab es bei gefundenem Schriftmaterial Indizien, "dass der Mann sich möglicherweise kundig gemacht hat, wie man eine Bombe baut", hatte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft gesagt.

Die Mails, die seit April 2018 verschickt wurden, seien unter anderem mit "Nationalsozialistische Offensive" unterzeichnet gewesen. Sie gingen nach den Angaben an Behörden in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg. Gedroht wurde mit Bomben, aber auch mit Exekutionen auf offener Straße. Mehrfach wurden Rathäuser, Hauptbahnhöfe, ein Finanzamt und auch ein Kindergarten evakuiert. Sprengkörper wurden aber nicht gefunden.

Sendung: Inforadio, 09.04.2019, 14:00 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Ja eben nicht blind auf dem linken eher auf dem rechten Auge, aber das wollen die ganzen AfD Jünger, die mit an solchen Zuständen Schuld sind, wahrhaben...

  2. 1.

    Mehr als zwei Rechtsradikale gibt es in Deutschland auf keinen Fall. Da ist sich die politisch motivierte Staatsanwaltschaft jetzt schon sicher. Man ermittelt lieber gegen Künstler oder vermeintliche Linke nach §129, Bildung einer kriminellen Vereinigung. Dabei werden dann gleich noch deren Verwandte und Freunde bespitzelt.

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