12.05.2019, Berlin: Frederick Curzon (l-r), 7. Earl Howe, Staatssekretär für Verteidigung im britischen House of Lords, Rosinenbomber-Pilot Gail Halvorsen und Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, stehen bei der Gedenkfeier anlässlich des 70. Jahrestages der Beendigung der Berlin-Blockade am Denkmal der Luftbrücke vor dem ehemaligen Flughafen Tempelhof zusammen (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka).
Video: Abendschau | 12.05.2019 | Arndt Breitfeld | Bild: dpa

"Fest der Luftbrücke" in Tempelhof - Berlin feiert Ende der sowjetischen Blockade vor 70 Jahren

Ein "Wunder" der Solidarität: Mit dem "Fest der Luftbrücke" hat Berlin am Sonntag an das Ende der sowjetischen Blockade vor 70 Jahren erinnern. Zeitzeugen berichteten beim Fest auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof - der bekannteste war stolze 98 Jahre alt.

Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin sind am Sonntag mehrere zehntausend Besucher zum "Fest der Luftbrücke" gekommen. Anlass für das Fest war das Ende der sowjetischen Blockade des Westteils der Stadt vor genau 70 Jahren. Die Veranstalter sprachen von 50.000 Besuchern.

Stolze 98 Jahre alt war der prominenteste Gast: Der frühere US-Pilot Gail Halvorsen wurde mit viel Applaus begrüßt: Er hatte während der Berlin-Blockade in den Jahren 1948 und 1949 als erster aus dem Flugzeug selbstgebastelte Taschentuch-Fallschirme mit Schokolade und Kaugummis für die Berliner Kinder abgeworfen. Viele seiner Kollegen in den "Rosinenbombern" ahmten es nach.

Mit grüner Uniformjacke, umgehängten Orden und einer blauen Schirmmütze trat Halvorsen vor die geladenen Gäste und rief ihnen auf Deutsch zu: "Berlin ist meine zweite Heimat."

Ein "Wunder" der Solidarität

In seiner Ansprache dankte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) den Veteranen für ihre damalige Hilfe. "Die Luftbrücke zeigte den Menschen, dass sie nicht allein gelassen wurden", betonte Müller. Und sie habe deutlich gemacht, "dass es gemeinsam gelingen kann, die größten Herausforderungen zu überwinden". Die Berliner würden das nie vergessen.

Justizministerin Katarina Barley (SPD) sagte: "Mit dieser Luftbrücke ist Unmögliches möglich geworden." Nur Solidarität habe dieses "Wunder" möglich gemacht.

70 Jahre Berliner Luftbrücke

Beim "Fest der Luftbrücke" fanden außerdem Gespräche mit weiteren Zeitzeugen statt. Historische Fahrzeuge, Fotos und Alltagsgegenstände aus der Zeit der Blockade waren zu sehen sowie eine Videoinstallation aus Archivmaterial. 

Die Geschichte der Luftbrücke

Die Blockade aller Land-, Schienen- und Wasserwege zwischen West-Berlin und den drei westlichen Zonen durch die Sowjetunion dauerte vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949. In diesen elf Monaten der Blockade wurden in fast 230.000 Flügen über 2,1 Millionen Tonnen Waren eingeflogen - nach Tempelhof, Gatow und Tegel. Insgesamt 78 Menschen verloren bei Unfällen während der Luftbrücke ihr Leben.

Sendung: Inforadio, 12.05.2019, 10:19 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

20 Kommentare

  1. 20.

    Also wächst nicht nur billiges Gras über die Sache sondern reflektiert dies auch die heutige Verbundenheit der Berliner Landesregierung mit den aufopfernden Heldentaten der Luftbrückenpiloten sowie allen, die West-Berlin vor der Sowjetdiktatur schützten. Das ukrainische Volk wurde 1932-33 durch die Sowjets dem Holodomor ausgesetzt, ohne dass die Weltstaaten den millionenfachen Mord an diesen Menschen verhinderten. Wer sonst konnte den Schutz der West-Berliner*innen vor der Gefahr solch einer Grausamkeit bieten als die westlichen Siegermächte? - Diese moralische Pflichterfüllung sucht ihresgleichen.

  2. 19.

    Ein liebloses Pflichtevent zum historischen Ende der Berliner Blockade, schade! Ich hatte mir mehr erwartet z.B. an historischen Informationen, die chronologisch und verständlich aufbereitet sind. Stattdessen eine Multimediashow im Hangar 4, bei der weder akustisch noch visuell auch nur annähernd die Ereignisse von damals vermittelt wurden. Hangar 5 war vollgepackt, aber mehr auch nicht. Den ehemaligen Flughafen dazu fast nur für den Verzehr von Bier und Currywurst herzurichten, ist -trotz musikalischer Unterhaltung- ziemlich phantasielos und einfach zu wenig. Der Tag der Offenen Tür war um Klassen besser! Such a pity!!!

  3. 18.

    Tja, davon hatte ich mir heute auch mehr versprochen. Vor einigen Jahren war das "Fest der Luftbrücke" bedeutend besser. Da ging es nicht vordergründig um Rummel mit Fressbuden und diverse Werbestände für Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr, Rotes Kreuz und THW. Sondern innerhalb des Flughafens waren viele Räumlichkeiten mit interessanten Informationen begehbar, während heute das Flughafengebäude überhaupt nicht betreten werden durfte.Stattdessen lief in einem Hangar ein Video auf diversen Bildschirmen gleichzeitig, während Hangar V mit weiteren Infos von damals derart bestürmt wurde, dass wir nach einigem Gedränge kehrt gemacht und auf eine Besichtigung verzichtet haben.
    Also die Stände entlang geschaut. Und als wir bei der Bundeswehr Holzkisten mit dem Aufdruck "2 PATRONE 120 MM MÖRSER" gesehen haben, sind wir gegangen. Kriegswaffen statt humanitäre Luftbrücke? Nein danke!

  4. 17.

    Entschuldigung, aber das stimmt nicht ganz. Es gab einen Shuttlebus für Besucher, die nicht ganz so gut zu Fuß waren. Der fuhr ständig zwischen Haupteingang und Einlasskontrolle hin und her.

  5. 16.

    Hier hat jemand schon vorausgesehen, dass das Fest (dessen angeblich 50.000 Besucher im Voraus überal herumposaunt wurden) blamabel, lächerlich und unwürdig sein würde:
    https://www.bz-berlin.de/berlin/kolumne/das-grosse-jubilaeum-der-luftbruecke-wird-vom-senat-klein-gehalten
    Den Stiftungen wurde anscheinend die Organisationsarbeit überlassen, die der Senat einsparen wollte - und da haben alle ihr eigenes Süppchen gekocht, mit zum Teil ziemlich aufdringlicher Werbung für ihre aktuellen Anliegen.

  6. 15.

    Kritik Teil 2:
    Wucher ist eine Ungerechtigkeit, die mich ärgert. Angesichts der Preise passte zu der Feier der Spruch "Alle Tiere sind gleich (der Eintritt ist für alle frei), aber einige sind gleicher als andere (nicht jeder darf auf der Feier essen)". Einige Standbesitzer erzählten mir von horrenden Standmieten, sodass ich mich frage, ob auf diese Weise ein Ausgleich zum freien Eintritt geschaffen werden sollte.
    Immerhin hatte diese auch von staatlicher Seite getragene Veranstaltung den Anspruch, ein Fest für alle zu sein. Ich rechne immer um, wie viele Tage Arbeitslose (das sage ich lieber als "Hartz-IV-Empfänger") HUNGERN müssen und keinen Cent ausgeben dürfen, um sich eine Sache zu leisten. Für viele Angebote - die nicht für einen Tag und oft auch nicht für eine Mahlzeit vorhalten - hätten sie 1,5-2 Tage nichts mehr ausgeben dürfen. Auch die Erbsensuppe der Bundeswehr ist meines Erachtens teurer geworden.

  7. 14.

    Ich stimme der Kritik völlig zu.
    1. Die Veranstaltung war sehr lieblos. Die Videoinstallation "Experience" war eine Bilderüberflutung mit unverständlichem Ton, wegen des Lichts waren die Bilder auch kaum zu sehen. Man hat wohl etwas Modernes machen wollen. Informativ war es fast gar nicht und wegen den genannten Störfaktoren erst recht nicht, wie beabsichtigt, immersiv.
    Von der Ausstellung hatte ich viel erwartet - es war aber keine gemeinsame Ausstellung mit einem gemeinsamen Konzept, sondern eine lieblos und konzeptlos aneinandergeklatschte Selbstdarstellung der Sponsoren. Immerhin konnte man etwas lernen, aber auch andere waren enttäuscht.

  8. 13.

    Für Interessierte hier noch ein paar Quellen:

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungsreformen_in_Deutschland#Die_W%C3%A4hrungsreform_1948_in_der_Sowjetischen_Besatzungszone

    https://www.sueddeutsche.de/politik/us-praesident-kennedy-und-der-mauerbau-ich-bin-doch-kein-berliner-1.1131047

  9. 12.

    Diese Veranstaltung ging größtenteils völlig am eigentlichen Thema vorbei find ich. Ich meine was haben der Polizeiheli oder diese Vorführungen der Feuerwehr mit der Luftbrücke zu tun? Ich hätte mir mehr Präsenz von den damaligen Amerikaner gewünscht, die teils auf dem Central Airport ihren Dienst taten, weiterhin fand ich auch die Freßbuden total fehl am Platze, naja bis auf die Hamburgerbude oder den Hot Dog Stand aber den Hamburger wollte ich mir ohnehin nicht gönnen weil SIEBEN Euro nee Leute, der hätte vielleicht so geschmeckt wie die Bratwurst im völlig lapprigen Billig Aldi Aufbackbrötchen!

  10. 11.

    „Die Berliner“ würden das nie vergessen. Aber nur, weil Ihr uns jährlich mit dieser Lügengeschichte nervt. Wer von der Luftbrücke ohne den Kontext berichtet, warum sie errichtet wurde, begeht Geschichtsfälschung!

    Ohne die einseitige Währungsreform in Westberlin und Westdeutschland, durch die die gemeinsame Währung (Reichsmark) über Nacht wertlos wurde und den Osten zu überfluten drohte, ist die Blockade und die Luftbrücke nicht denkbar. Das gehört zu Geschichte dazu.

    Jeder Westberliner durfte nur 40 Reichsmark in DM umtauschen. Die restlichen Reichsmark waren über Nacht wertlos, aber in Ostberlin noch gesetzliches Zahlungsmittel. Die Grenze war offen. Diese Währungsreform war, da sie geheim organisiert wurde und der Osten keine Chance hatte, gleichzeitig eine Währungsreform durchzuführen, ein Wirtschaftskrieg, der den dritten Weltkrieg hätte auslösen können. Statt dessen wurden nur die Grenzen für Warentransporte geschlossen (Personen durften passieren). Dabei hätte die Reaktion durchaus auch den Einmarsch der sowjetischen Truppen in Westberlin provozieren können.

    Also mich kann Müller nicht gemeint haben heute. Ich empfinde keinerlei Dankbarkeit. Adenauer mit seiner „lieber ein halbes Deutschland ganz, als ein ganzes Deutschland halb“ Doktrin hat die Teilung Deutschlands massiv befördert. Und Kennedys Einverständnis zum Bau der Mauer im Telefonat mit Chrustschow, sofern sie den Status Westberlins nicht verändert, ist auch nicht vergessen. Das war Verrat an den Berlinern! Die „Ich bin ein Berliner“ Geste einige Wochen später war hohles Gerede und die Westberliner fielen drauf rein.

    Nur Menschen, die vergesslich sind oder von Geschichte keine Ahnung haben, glauben die einfachen Heldengeschichten von der Luftbrücke und den Kampf der Alliierten für die Freiheit. Es ging immer nur um Macht und dafür war jede Lüge recht.

  11. 10.

    genau so ist es.
    Was mehr als hinderlich war, der Weg. Die Berliner sollten zum Laufen gebracht werden. Vom Platz der Luftbrücke
    gut ausgezeichnet. Der lange Weg zum Eingang aufs Feld und dann an den Zäumen zurück bis zum Eingang der
    Veranstaltung. Dort anstehen um eingelassen zu werden, da hat es mir gereicht und ich habe aufgegeben.
    Die für die Organisation Verantwortlichen sollen sich einen Rollator nehmen und als gehbehinderter ablaufen.
    Es kamen sehr viele Alte und Behinderte, darüber wurde wohl nicht nachgedacht, es waren die, die Luftbrücke
    erlebten.
    Von Behinderten Freundlichkeit war keine Spur.


  12. 9.

    Die heutigen USA. sind SICHER NICHT unser/Europas Freund. Wir sind denen u. ihrem derzeitigen Regime - bestenfalls - sch...egal ! Oder bestenfalls als Zahlmeister (f. "Deals") interessant. Gleichgültigkeit ist sicher (jedenfalls f. mich) keine Freundschaft, sondern eher d. Anfang d. Intoleranz. Oder haben Sie die Politik/Entwicklung d. verg.. Wochen/Jahre nicht mitbekommen. Es wäre angemessen, dies endlich anzuerlennen u. entspr. zu handeln.

  13. 8.

    Eigentlich KEIN Grund f. grosse Feiern [gemeinsam mit US-Offiziellen] ! Unabhängig v. d. Leistung u. Menschlichkeit d. damals Handelnden, sollte wohl jedem klar sein, dass die "AMERICA FIRST" USA heute so etwas garantiert nicht mehr machten. Zumal es den Mitgl. d. Trump-Regimes keinerlei persönl. Profit verspricht ! Und Europa ? Wohl auch nicht - und sicher nicht nur mangels entspr. Kapazitäten ! Gelegenheit/Bedarf dazfür gäbe es ja - leider - mehr als genug ...
    MfG. B.W.

  14. 7.

    Eine absolut ärmliche "Leistung" des Berliner Senats. Dieser Anlass hätte tatschächlich ein "Erinnerungsevent" werden können wenn sich solche Ärmelschonerträger nicht hinter "nicht vollständig eingereichten" Anträgen versteckt hätten. Mal über Parteigrenzen hinweg, die jeweilige Doktrin mal draussen lassen, vll. mal 'n Auge zudrücken (geht am Görli ja wohl problemlos) - menno wäre das schön gewesen. So ein Überflug der Rosinenbomber, vll. ein, zwei Landungen in THF, gerne auch 'n Wasserflugzeug ggü. dem ehem. Flughafen Gatow (GWW) - so auf der Havel. Da die techn. Anlagen dazu noch funktionstüchtig sind, wäre das aus dieser Sicht kein grosses Problem gewesen. Stattdessen hohle Worte eines gesichtslosen RegBM und hier im Forum z.T. Einträge wo man echt nur noch "facepalmen" kann.

  15. 6.

    Fein auswendig gelernt. Respekt. Im bundesdeutschen Schulunterricht gabs dafür bestimmt ein Bienchen. Auch wenn die Agression seit jeher von deutscher Seite ausgegangen ist. Oder hat sich Russland/ die SU 1812, 1914 und 1941 selbst angegriffen? Das werden Sie vermutglich im Unterricht so gelernt haben.

  16. 5.

    Ich weiss nicht was diese anderen Kommentare aussagen wollen. aber ich finde diesen Artikel sehr gut.
    Ich habe zwar zu dieser Teit noch nicht gelebt aber das ist doch eine wunderbare Sache gewesen.
    Und mit Solitarität und Zusammenhalt der Menschen schafft man viel das sind gute Worte. Sollten sich viele daran ein Beichspiel nehmen. Dies ist und bleibt ein Teil der Berliner Geschichte.
    einige User/innen müssen gleich wieder alles politisieren, Bedrohung kommt von überall

  17. 4.

    Spielt es wirklich so die große Rolle, ob es russische, amerikanische, britische, französische oder deutsche Imperialisten sind? Ja Moskau betreibt wunderbar wie alle Staaten eine gewisse Form von Imperialismus, aber so ist das nun einmal mit Staaten (Staatsvolk, Staatsgebiet, Staatsgewalt) und Nationalgedanken jeder Form!

  18. 3.

    Spätestens ab dem Zeitpunkt der Luftbrücke war für die Berliner klar, wer Freund und und wer Feind ist. Da hat sich bis heute nichts geändert. Die Bedrohung durch die Imperialisten in Moskau ist auch aktuell stets präsent.

  19. 2.

    Die Luftbrücke, die Piloten und die Menschen, die beteiligt waren - ihnen gehört der größte Respekt.

    Scheinheiliges Getue, zu dem die Zeitzeugen zur Schau einer Politik herhalten müssen, die mit Wertschätzung dessen nichts gemein hat.

    Ein Rummel, mehr nicht. Die Zeitzeugen und das damalige Geschehen sollten im Fokus stehen.

    Und welcher Gemeinsamkeit spricht Herr Müller bitte? Ich sehe keine mehr.
    Berlin ist ein Spielplatz für Zugezogene (Politiker) geworden, die ihre Arroganz und Einfalt mit dem Segen der Politik ausleben dürfen, ohne Berlin und ihre Menschen zu kennen.

  20. 1.

    Also besteht begründete Hoffnung für die Krim und den Donbas.

Das könnte Sie auch interessieren