Symbolbild: Ein Demonstrant hält ein Schild mit der Aufschrift «Miete essen Rente auf !!!». (Quelle: dpa/Scholz)
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Audio: Inforadio | 13.05.2019 | Thorsten Gabriel, landespolitische Redaktion des rbb | Bild: dpa/Scholz Download (mp3, 1 MB)

Mietpreisbremse - Das können Sie gegen eine zu hohe Miete tun

Die Menschen ermutigen, überhöhte Mietforderungen nicht zu akzeptieren – das will Berlins Bausenatorin Katrin Lompscher. Doch was können Mieterinnen und Mieter eigentlich tun? Baran Datli gibt einen Überblick.

Lena suchte ein halbes Jahr vergeblich nach einer Wohnung. Sie saß nach der Arbeit bis spätnachts oder am Wochenende am Computer und durchforstete die gängigen Webseiten. Sie bewarb sich zahlreich – nichts, keine Zusage, kein Mietvertrag, keine Wohnung. Vier Monate lebte sie zur Zwischenmiete. Von Tag zu Tag stieg der Druck, würde sie keine eigene Wohnung finden, würde sie bei Freunden auf der Couch schlafen müssen.

Dann die Zusage. Doch Lena bekam das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Die fehlende Küche hätte sie akzeptiert oder den schlechten Zustand des Bodens. Als sie sich den Mietvertrag genauer durchlas, sah sie es: Zusätzlich zur Staffelmiete von 3,5 Prozent kam hinzu, dass die Kaltmiete um 400 Euro höher sein sollte als in der Internetanzeige angegeben. Insgesamt hätte sie eine Kaltmiete von 1.200 Euro für 55 Quadratmeter in Friedrichshain zahlen müssen – weit über der ortsüblichen Vergleichsmiete. In ihrer Verzweiflung hätte sie beinahe unterschrieben. Lenas Fall ist ein realer, einer unter vielen, die täglich in Berlin passieren.

Das muss nicht so bleiben. Ein Überblick darüber, wie Mieterinnen und Mieter ihr Recht einfordern können. 

Was tun, wenn die Miete zu hoch ist – Fragen und Antworten

  • Was sagt das Gesetz?

  • Wo können Mieterinnen und Mieter nachsehen, ob sie zu viel zahlen?

  • Wie können Mieterinnen und Mieter ihr Recht einfordern?

  • Wer kann mir beim Gang vor Gericht helfen?

  • Wo gibt es Hilfe, wenn das finanzielle Risiko zu hoch ist?

Lena hat heute übrigens eine Wohnung. Nachdem sie das überteuerte Angebot abgelehnt hat, musste sie tatsächlich eine zeitlang auf der Couch einer Freundin übernachten. Doch das Warten und Suchen hat sich für Lena ausgezahlt - sie hatte Glück.

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7 Kommentare

  1. 7.

    Ich finde jeder sollte zu jeder Zeit das Recht auf bezahlbare Mieten in der Friedrichstr. 1 in Berlin haben und wenn nicht, dann müssen die Rot-Rot-Grünen dafür sorgen, dass ich nicht bestraft werde, dass ich nie zur Schule oder Uni gegangen bin und einen Hilfjob angenommen habe - wo ich nichts verdiene - kurzum - andere sollen für mein Leben zahlen und wenn nicht muss ein Gesetz her und ein Radweg auch.

  2. 6.

    Viel besser wäre gewesen den Mietvertrag zu unterzeichnen und dann den Teil der zu hohen Kaltmiete zurück zu verlangen. Kostet nur den monatlichen Mitgliedsbeitrag beim Berliner Mieterverein.

  3. 5.

    Und was sagt mir das als einer der Betroffenen, der ich bald ausziehen darf? Es als Naturgesetz hinnehmen, dass ich aus meinem Umfeld vertrieben werde, weil Rendite auf Grundrecht gestattet ist und bleibt? Dass ich ausziehen muss, weil ich mir die Wohnung nicht mehr leisten kann, mag normal sein. Dass ich keine Chance habe etwas halbwegs Entlastendes zu finden ist es nicht. Wenn Dich das nervt, dass es Menschen gibt, die ernste Existenznöte haben, dann solltest du Dich glücklich schätzen ob Deiner wohl wesentlich besseren Lage. Die DW steht stellvertretend für die Situation am Wohnungsmarkt, einzelne mögen schlimmer sein - egal

  4. 4.

    Bezogen auf den Wohnungsbestand sind die Gewinne der Deutsche Wohnen eher gering. Nur, weil die Zahl groß ist, heißt das im Umkehrschluss erst mal nichts. Ja, die geldgebenden Aktionäre wollen auch eine Rendite, so wie das jeder Anteilseigner und Geldgeber tut. Dieses einseitige Herumhacken auf einzelnen Großunternehmen nervt aber nur noch, weil es nicht der Realität entspricht. Die Mieten der DW in Berlin liegen nur wenige Cent über dem Durchschnittsmietpreis. Das heißt im Umkehrschluss, dass Andere deutlich mehr an jeder einzelnen Wohnung verdienen, insbesondere unter den kleinen privaten Vermietern, da die restlichen Kommunal- und Genossenschaftswohnungen ja meist unter dem Durchschnitt liegen.

  5. 3.

    Solange Vereine wie die Deutsche Wohnen einen Jahresgewinn von über 500Mio anpeilen DÜRFEN, um ihre Aktionäre in Ihrer Sucht nach Mehrung des Geldes zu befriedigen und die Niedrigzinspolitik das Kapital in Immobilieninvestments treibt wird sich an der Lage nichts ändern. Dieses ganze Gefuddel an der Mietpreisbremse ist eine riesen Nebelkerze. Es sind endlich Maßnahmen nötig, die das Grundrecht auf Wohnen FÜR JEDERMANN durchsetzt.

  6. 2.

    Das selbe gilt ja wohl für alle Menschen mit schlecht bezahlten Jobs. Bildungsstand hin oder her. Und das ist das Traurige, der Mensch wird aufgrund seines Geldes eingestuft.

  7. 1.

    Personen mit geringem Bildungsstand und dementsprechend Jobs mit niedrigen Löhnen haben nun einmal in einer Gesellschaft mit Fokus auf Kapital und Konsum die A-Karte gezogen!

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