Demonstanten auf dder DGB-Demonstration in Berlin (Quelle: rbb|24/Kohlick)
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Video: rbb|24 | 01.05.2019 | Anne Kohlick | Bild: rbb|24/Kohlick

Tag der Arbeit - DGB-Demonstranten fordern europäischen Mindestlohn

Zehntausende haben sich in Berlin und Brandenburg den traditionellen DGB-Demonstrationen zum Tag der Arbeit angeschlossen. Neben der Forderung nach einem europaweiten Mindestlohn gehörte der Strukturwandel zu den bestimmenden Themen.

Zehntausende Demonstranten haben sich am Mittwoch an den traditionellen Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zum 1. Mai in Berlin und Brandenburg beteiligt. Rund 33.000 Menschen seien unter dem Motto "Europa. Jetzt aber richtig!" auf die Straße gegangen, hieß es. Allein in Berlin hätten 13.000 Menschen an einem Umzug vom Hackeschen Markt zum Brandenburg Tor teilgenommen, wie eine DGB-Sprecherin mitteilte. In Potsdam hätten rund 2.000 Menschen für faire Löhne demonstriert.

"Die tatsächlichen Verteilungskämpfe in diesem Land verlaufen nicht zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, sondern zwischen Arm und Reich, zwischen Kapital und Arbeit", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Werneke. Er warb für eine solidarische, vielfältige und gerechte Gesellschaft. "Deshalb akzeptieren wir nicht, dass Rassismus und rechtsextremes Gedankengut wieder an Boden gewinnen."

Demonstranten der Gerwerkschaftsdemo am 1. Mai 2019. (rbb/Kohlick)
DGB-Demonstranten bei der Gerwerkschaftsdemo am 1. Mai 2019 in Berlin Mitte. | Bild: rbb/Kohlick

Gute Arbeitsbedingungen in Europa statt Dumping-Wettbewerb

Knapp drei Wochen vor der Wahl zum Europäischen Parlament forderten die Gewerkschaften unter anderem einen europaweiten Mindestlohn. Im Aufruf dazu forderte der DGB "europaweite Standards für gute Arbeitsbedingungen statt Dumping-Wettbewerb zwischen den Mitgliedsstaaten mit prekärer Arbeit und niedrigen Löhnen".

Die Brandenburger Arbeitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) sagte anlässlich des 1. Mai in einer Mitteilung, nötig seien einheitliche Lebens- und Arbeitsbedingungen in ganz Europa. Karawanskij wollte am Mittwoch bei einer DGB-Kundgebung in Eberswalde (Barnim) sprechen.

Die Berliner Verkehrsinformationszentrale teilte mit, aufgrund der Demonstration seien "große Einschränkungen bis zum Abend möglich". Geplant waren auch ein Motorrad- und ein Fahrradkorso. Danach sollte es ein Bühnenprogramm geben.

Bei einer Kundgebung in Cottbus betonte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) die Rolle auswärtiger Fachkräfte für die Lausitz. "Für die im Zuge des Strukturwandels entstehenden Arbeitsplätze brauchen wir Fachkräfte - aus der Lausitz, aus anderen Bundesländern, aus dem Ausland", sagte Steinbach am Mittwoch. "Ein Wirtschaftsstandort, der nicht offen ist für Menschen aus aller Welt, ist wie ein Segelschiff ohne Segel."

Zentralkundgebung in Leipzig

Bei der zentralen 1.-Mai-Kundgebung in Leipzig sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann, viele Menschen hätten den Eindruck, die deutsche Einheit sei noch nicht vollendet. Hier seien vor allem Wirtschaft und Politik in der Pflicht. Zuvor hatte er die Bürger aufgerufen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Zugleich warf er den Parteien Mutlosigkeit im Europawahlkampf vor.

Traditionell mobilisiert die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Der Tag der Arbeit wird seit fast 130 Jahren begangen. In Deutschland gab es am 1. Mai 1890 erstmals Massendemonstrationen.

So protestiert, mahnt und feiert sich Berlin durch den Tag

Sendung: Inforadio, 01.05.2019, 11.00 Uhr

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