Tunnel auf der Bundesallee in Berlin (Bild: imago/Joko)
Bild: imago/Joko

Forderung nach weniger Autoverkehr - Bürgerinitiativen wollen Bundesallee-Tunnel zuschütten

Beim Wiederaufbau West-Berlins nach dem Krieg stand das Auto im Zentrum der Stadtplaner. Das war ein Fehler, sagen nun sechs Bürgerinitiativen. Sie fordern, die Tunnel der Bundesallee zuzuschütten. Und auch an anderen Auto-Trassen stören sie sich.

Mehrere Berliner Bürgerinitiativen haben sich am Dienstag zusammengeschlossen, um ihrer Forderung nach weniger Autoverkehr mehr Nachdruck zu verleihen. Ein gemeinsam entwickeltes Positionspapier [menschengerechte-stadt.de] soll jetzt sowohl dem Senat als auch den Bezirken vorgelegt werden.

"Nachkriegs-Stadtplanung hat den Menschen geschadet"

Konkret wird darin unter anderem die Zuschüttung der beiden Straßentunnel in der Bundesallee im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf gefordert. Die Bundesallee solle zu einem "Boulevard und Promenade mit Baumreihen" umgestaltet werden, heißt es in dem Papier. Außerdem solle die Autobahnbrücke, die seit den 1970er Jahren den Breitenbachplatz in Steglitz-Zehlendorf verunstaltet, abgerissen werden.

Die autolastige Stadtplanung der Nachkriegsjahrzehnte habe dem Zusammenleben der Menschen geschadet, erklärten die Initiativen am Dienstag. Es gebe Fahrspuren, die überhaupt nicht benötigt würden, sagte ihr Sprecher Ulrich Rosenbaum. "Das Ganze ist völlig überdimensioniert."

Initiatoren bemängeln "Zuständigkeits-Ping-Pong"

Das Bündnis setzt sich zusammen aus sechs Bürgerinitiativen in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg. Das gemeinsame Ziel sei es, Kräfte zu bündeln und dadurch die Politik zum Handeln zu bewegen, erläuterte Rosenbaum.

Als einzelne Initiative sei es schwierig, bei den Bezirken und dem Land Berlin etwas zu erreichen, sagte Wolfgang Severin von der Initiative Bundesplatz. Das habe mit dem "Zuständigkeits-Ping-Pong" der Bezirks- und Landesbehörden zu tun. Deshalb könne das Thema nur bezirksübergreifend behandelt werden.

Sendung: Abendschau, 28.5.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

54 Kommentare

  1. 54.

    "Nachkriegs-Stadtplanung hat den Menschen geschadet"
    Stimmt man hätte von West nach Ost eine 8-spurige Autobahn bauen sollen.

  2. 52.

    Ich fahre täglich Auto und stehe nicht im Stau.... Verstehe auch nicht wo das Problem ist.

  3. 50.

    "Beim Umbau Berlins in den Jahren "nach Greta" stand der Hass auf den motorisierten Individualverkehr im Zentrum der Stadtplaner. Das war ein Fehler, sagen nun sechs Bürgerinitiativen." (rbb, im Jahre 2039)

  4. 49.

    "Also bitte mal die Perspektive wechseln und auch an Andre denken."

    Ja bitte! Sie, der beruflich auf ein Fahrzeug angewiesen ist müßte eigentlich zu denen gehören denen an eine drastische Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs gelegen ist.

    Um es mal ganz platt auszudrücken: Jedes Fahrrad ist ein Auto im Stau vor ihnen weniger! Natürlich kann nicht jeder Handwerker ein Lastenrad benutzen, das fordert auch niemand aber es sollen immer mehr ein Lastenrad benutzen KÖNNEN. Und dafür muß die Verkehrsinfrastruktur geschaffen werden.

    "Deutschland und die ganze Welt hat dem Automobil viel zu verdanken." Ja, Staus, Verkehrstote und -verletzte, Krebskranke, Herzinfarkte aufgrund von Lärm, lungenkranke Kinder...

    Deutschland hat auch den Pferden viel zu verdanken, nur braucht sie heute keiner mehr. Das KfZ ist eine ineffiziente Technik von vorgestern. Je länger wir daran festhalten umso teuerer wird es wenn wir die Zukunft weiter verschlafen.

  5. 48.

    "Der Mensch will sich eben schnellstmöglich bewegen." Warum stehen sie dann ständig im selbstgemachten Stau?

    "Wie alle sollten mal wieder den Kopf einschalten. " E-ben.

    Die die ihren Kopf einschalten wollen einen Rückbau, die die ihren Kopf nicht einschalten müssen halt gezwungen werden.
    Das war mit Einführung der Gurtpflicht nicht anders.

  6. 47.

    Schöne Idee lastenfahrrad und Co. Aber für manche einfach nicht umsetzbar. Als Gärtner brauche ich sperrige Maschinen, ohne Auto unmöglich. Wer hat das Auto zum Feind gemacht ? Deutschland und die ganze Welt hat dem Automobil viel zu verdanken. Zudem zahlen Autofahrer Unmengen an Steuern, wovon auch Radwege bezahlt werden. Diese irrsinnige Ideologie voranzutreiben, würde die Wirtschaft ins Chaos stürzen. Also bitte mal die Perspektive wechseln und auch an Andre denken.

  7. 46.

    Mimimi... Ja, Sie jammern nur. Und wollen mit Angst (Tote) Ihre Meinung verkünden. Populistisch. Der Kommentar von Falcone (44) trifft es. Wo anders Straßen übertunneln, hier die Tunnel zuschütten. Das hat alles nichts mit Verkehrsplanung und -Lenkung mehr zu tun. Das ist reine Ideologie. Wie alle sollten mal wieder den Kopf einschalten. Straßenverkehr wird es immer geben (jetzt werden E Autos gefördert). Der Mensch will sich eben schnellstmöglich bewegen.

  8. 45.

    Die Stadtautobahnzubringerbrücke bzw. langgezogene Abfahrt am Breitenbachplatz muss wohl innerhalb der nächsten fünf Jahre saniert, neu gebaut oder abgerissen werden (lese ich im Tagesspiegel). Dieses Bauwerk ist massiv dominant und unschön. Hier könnte man einen Rückbau ernsthaft in Erwägung ziehen.

    Auf der Bundesallee fließt der Verkehr gut. Autos rollen teilweise unter der Erde ohne Stop-and-Go. Ein seperater Radweg läßt Radfahrer sicher und schnell vorankommen. Eine breite Fußgängerbrücke verbindet den Wilmersdorfer Stadtpark mit dem Schöneberger Stadtpark. Es gibt in Berlin soviel zu sanieren und zu bauen dass es irrsinig wäre Geld für nicht notwendigen Rück- oder Umbau vorhandener Infrastruktur auszugeben. Berlin hat genug Schulden für die auch jedes Jahr Millionen Zinsen gezahlt werden müssen.

  9. 44.

    Jede Straße zerschneidet ein Wohngebiet.
    An anderen Stellen wird über eine Überdeckelung von Straßen nachgedacht und hier sollen kreuzungsfreie Strecken mit fließendem Verkehr zurück gebaut werden?
    Auf der Bundesallee in den Tunneln bzw. durch die Tunnel werden Abbremsungen und Beschleunigungen reduziert. Also weniger Kraftstoffverbrauch und Abrieb.
    Vom Friedrich-Wilhelm-Platz bis zur Lietzenburger-Straße und umgekehrt gibt es einen durchgängigen Radweg. Man kommt hier mit dem Auto und Fahrrad zügig und sicher voran. Ich möchte nicht dass hier Steuergelder für einen Um- oder Rückbau verwendet werden. Das Geld ist im Neubau von ökologisch orientierten Wohngebieten und einer bequemen U-Bahn ohne Bettler, Schmutz, Kippen, Rauch und Schmierereien sinnvoller investiert. Hier wird wieder ideologische Stimmung gegen den individuellen motorisierten Verkehr gemacht.

  10. 43.

    Ulrich Petzinna, Hohen Neuendorf, 29.05.2019 | 10:19 Uhr:
    "Schluss mir diesen grün-linken Phantastereien, Verboten und Bevormundungen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe. Nämlich der der Autofahrer."

    Es werden keine "bestimmten Bevölkerungsgruppen" bevormundet! Autofahren ist keine angeborene Eigenschaft von Menschen. Jeder kann sich jederzeit gegen das Autofahren entscheiden. Keiner ist per Geburt oder aus anderen Gründen zum Autofahren gezwungen.

    Ulrich Petzinna, Hohen Neuendorf, Mittwoch, 29.05.2019 | 10:19 Uhr:
    "Nicht jeder Mensch will sich in die gefährlichen, dreckigen Öffis quetschen und mit unangenehmen Leuten nebeneinander sitzen. Wir leben in einer pluralistischen Weltstadt und nicht in Klein Kleckersdorf."

    Das ist Unfug von einem, der offenbar noch nie ÖPNV benutzt hat. Im Straßenverkehr gibt es mehr Tote als im ÖPNV. Der Straßenverkehr IST gefährlich, nicht der ÖPNV. Es gibt kein Recht darauf, dass ich mit mir alleine 6 m² öffentliches Straßenland blockiere.

  11. 42.

    Ich denke, hier teilt sich eine kurzfristige Sichtweise und eine langfristige.
    In kurzfristsiger Hinsicht ist gegen Ihre Annahme nichts zu sagen. Ein zugeschütteter Tunnel bei gleichbleibendem Autoverkehr fühte dazu, dass die Kfz., die jetzt durch den Tunnel gefahren werden, jetzt oberirdisch gefahren werden. Über den nur kurzfristigen Zeithorizont hinausgedacht, ergeben sich andere Schlussfolgerung. Ein Straßenzug, der weniger stark ausgebaute Fahrbahnen hat, wird unattraktiver für jene, die mit dem Kfz. in Richtung Innenstadt fahren wollen. Angesichts der zugestellten Räume in den innerstädtischen Gebieten und der überproportionalen, recht einseitigen Beanspruchung von Flächen kann eine für den Kfz.-Verkehr unattraktivere Bundesallee nur gut sein.

  12. 41.

    Dass 2. physikalische Gesetz, dass da, wo ein Festkörper ist, nicht gleichzeitig ein zweiter sein kann, werden auch Sie nicht aufheben können. MIt anderen Worten: Da, wo Kfz. den Straßenraum belegen, kann demnensprechend nur entsprechend weniger Straßenraum für zu Fuß Gehende, Radfahrende und Benutzende von öffentlichen Verkehrsmittel sein. Es sei denn, es wird zum Flächenabriss der 1950er, 60er und 70er geschritten und damit zur Stadtverwüstung.

    Mithin wären Überlegungen anzustellen, wie denn die wertvollen Flächen gerade in den innerstädtischen Gebieten sinvoll genutzt werden können: Zum AufentHALT und zur platzsparenden Fortbewegung. Alles andere sind Partikularinteressen der einen zu Lasten der anderen.

  13. 40.

    250kg Zuladung sind bei einem Lastenrad für Handwerker drin. Sie werden ja nicht jeden Tag durch ganz Europa fahren, sonst kämen Sie kaum noch zum Arbeiten. Aber vielleicht sind sie ja einer von denen, die von der Verknappung des Raums für Autos am Ende profitieren: Je weniger Leute privat mit dem Auto umherfahren, desto mehr Platz für Sie.

  14. 39.

    Ich fahre erst seit Ende 2016 wieder privat Auto. Im Mai 2012 hatte ich vorübergehend damit aufgehört. BVG geht oft einfach nicht, vor allem abends und nachts nicht. Zu den Sicherheitsbelangen kommt noch, dass in unserer Gegend obwohl zentral die Bahnhöfe extrem verdreckt sind. Man kann einfach nicht mit halbwegs Büroklamotten und Brechreiz in eine von Vögeln dauerhaft zugekaxxte U-Bahn (plus Schlimmeres) eintreten und sich sagen, das wird ein "toller Arbeitstag". Kann mich nicht erinnern, woanders jemals so extreme Probleme erlebt zu haben. Paris ist auch nicht gerade sauber, aber der Dreck stapelte sich da im Zentrum höchstens mal in Ecken, aber nicht derart täglich auf der U-Bahn-Treppe. Wenn da mal jemand ein Keks fallen lässt, ist das in Relation echt harmlos. Bei uns werden auch noch Döner direkt unter Vogelkaxxe verkauft.

  15. 38.

    "Die Bundesallee solle zu einem "Boulevard und Promenade mit Baumreihen" umgestaltet werden, heißt es in dem Papier. " - Wer das möchte, braucht dafür den Erhalt des Tunnels, sonst staut sich das auf der "Promenade". Wissen die Leute das nicht? Der Tunnel entlastet doch alles über der Erde.

  16. 37.

    Sie müssen sich doch nicht rechtfertigen! Es gibt zahlreiche Menschen die brauchen einen Pkw und viele sind individuell und bequem. Und dafür braucht es Raum. Gibt es den nicht, wohne, reise und konsumiere ich wo es diesen Raum gibt. Es macht doch keine Freude regelmäßig im Stau zu stehen. Das hat aber jeder selbst zu entscheiden. Mir ist mein individuelles Gefährt jedenfalls sehr wichtig. Klein, leicht sowie bescheiden und zukünftig noch wesentlich schadstoffärmer.

  17. 36.

    So ein Tunnel ist ja auch dafür gedacht, den Durchgangsverkehr abfließen zu lassen. Dicht ist der Verkehr dort zwar nicht, aber alles oberirdisch würde ihn verdichten. Davon haben die Anwohner nichts.

  18. 35.

    Da man heute in der Schule nichts mehr lernt, sieht man natürlich keine Sinn im Tunnel...

Das könnte Sie auch interessieren