Frank Steffel im November 2018 im Bundestag (Bild: imago/M. Popow)
Audio: rbb 88.8 | 08.05.2019 | Jan Menzel | Bild: imago/M. Popow

Streit um Doktortitel - Steffel verklagt FU Berlin wegen Plagiatsvorwürfen

Anfang Februar erkannte die Freie Universität Berlin dem Reinickendorfer CDU-Bundestagsabgeordneten Frank Steffel den Doktortitel ab. Begründung: Die Prüfung seiner Dissertation habe einen Plagiatsvorwurf bestätigt. Das will Steffel nicht hinnehmen.

Der Berliner Bundestagsabgeordnete Frank Steffel geht juristisch gegen Plagiatsvorwürfe vor. Der CDU-Politiker reichte Klage gegen die Freie Universität Berlin ein, wie ein Sprecher des Verwaltungsgerichts Berlin am Mittwoch sagte. Mit einer Entscheidung sei nicht vor dem Jahr 2020 zu rechnen.

FU bemängelt "bedingt vorsätzliche Täuschung"

Anfang Februar hatte die Hochschule Steffel den Doktortitel aberkannt. Steffel habe 1999 in seiner Dissertation als Wirtschaftswissenschaftler die Texte anderer Autoren wörtlich oder fast wörtlich übernommen, ohne dies kenntlich zu machen, hieß es zur Begründung. Das Präsidium der Freien Universität wertete das nach einer Untersuchung als bedingt vorsätzliche Täuschung.

Steffel hatte den Doktortitel vor 20 Jahren für eine Arbeit zu Unternehmen in den neuen Bundesländern erhalten.

Auch Giffeys FU-Doktorarbeit steht am Pranger

Mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sieht sich derzeit eine weitere prominente Politikerin Plagiatsvorwürfen ausgesetzt. Auch sie promovierte an der FU Berlin. Auf der Internetseite der Plagiatsjäger "VroniPlag" heißt es, auf mehr als jeder dritten Seite von Giffeys Arbeit sei Plagiatstext gefunden worden. Auf einer Seite ihrer Arbeit habe Giffey sogar mehr als drei Viertel aus fremden Texten übernommen.

Giffey promovierte von 2005 bis 2009 im Bereich Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU. Ihre Dissertation verfasste sie zum Thema "Europas Weg zum Bürger - Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft".

Die FU prüft Giffeys Doktorarbeit seit Februar - darum hatte die Ministerin die Hochschule selbst gebeten. Ein Ergebnis der Untersuchung steht noch aus. Giffey betonte am Dienstag auf der Digitalkonferenz re:publica erneut, sie wolle zunächst die Überprüfung durch ihre ehemalige Universität abwarten. "Für mich ist eine anonyme Internetplattform nicht der Ort, der die Entscheidung trifft, sondern meine Universität, an der ich diese Dissertation geschrieben habe. Ich werde das Ergebnis abwarten und dann entsprechend damit umgehen", so Giffey.  

Sendung: rbb 88.8, 08.05.2019, 8 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Steffen? Er ist wieder da?

  2. 2.

    Das war vermutlich schon immer so, lässt sich aber erst relativ einfach nachweisen, seitdem Computertechnologie mit entsprechender Software zur Verfügung steht.

  3. 1.

    Irgendwie ist es komisch dass die Unis soviele Plagiate produzieren.

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