Hermannplatz in Berlin-Kreuzberg (Bild: imago/Schöning)
Bild: imago/Schöning

Tumulte auf Palästinenser-Fest - Drei Verletzte auf dem Hermannplatz

Es begann mit einem palästinensischen Fest auf dem Hermannplatz in Neukölln - und endete am Samstag voriger Woche mit Tumulten. Beteiligt waren mehrere Männer, darunter ein Israeli. Drei Menschen wurden verletzt, wie die Berliner Polizei erst jetzt mitteilt.

Bei einem palästinensischen Fest in Berlin-Neukölln am Samstag vor einer Woche sind mehrere Männer verletzt worden. Wie die Polizei erst am Sonntag mitteilte, skandierte ein 26-jähriger Mann Pro-Israel-Rufe am Rande des Festes auf dem Hermannplatz. Daraufhin habe es einen Tumult gegeben, bei dem zwei Veranstaltungsteilnehmer und der 26-Jährige verletzt worden seien. Die Zeitung "Morgenpost" berichtete zuerst. Der genaue Tathergang ist laut Polizei noch unklar.

Fest war nicht als politische Veranstaltung angemeldet

Fünf Anzeigen wurden demnach aufgenommen, unter anderem wegen Körperverletzung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. "Das Fest war als gewerbliche Folklore-Veranstaltung angemeldet und nicht als politische Demonstration", sagte ein Sprecher der Polizei. Der Staatsschutz ermittelt.

Hinzu kommen Ermittlungen wegen eines Nazi-Symbols: Auf dem Festgelände soll ein auf Israel bezogenes Plakat mit einer SS-Rune platziert worden sein, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Vertreter einer Terrororganisation vor Ort

Wie das "Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus" (JFDA) auf seiner Facebookseite berichtet, sollen auf einer Bühne auf dem Fest Vertreter der anti-israelischen Boykott-Kampagne "BDS" und ranghohe Vertreter der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) Reden gehalten haben. Die EU, Israel und die USA stufen die PFLP als Terrororganisation ein, die für zahlreiche Anschläge in Europa und Israel verantwortlich gemacht wird.

In Berlin kommt es seit Anfang 2018 verstärkt zu antisemitischen Vorfällen. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus in Berlin (RIAS) zählte im ersten Halbjahr 2018 mehr als 1.000 entsprechende Zwischenfälle, das waren 14 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2017. Die Zahl tätlicher Angriffe habe sich von 18 auf 46 mehr als verdoppelt, teilte die Stelle im April mit.

Die Berliner Polizei zählte im vergangenen Jahr 324 antisemitische Vorfälle, das waren 18 Fälle mehr als im Vorjahr. Noch drastischer gestiegen sind laut Berliner Polizeistatistik die antisemitischen Straftaten: Gab es im Jahr 2017 noch sieben gewalttätige Angriffe, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 27.  

Kommentarfunktion am 13.05.2019, 14:51 Uhr geschlossen

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1 Kommentar

  1. 1.

    Ich fühle mich weder der sog. Berliner antiimperealistischen Szene angehörig, noch bin ich in irgendeiner Weise irgendwelcher blau braunen Islamfeundlichkeit, aber:

    Dieser immer und immer wieder erkennbare ud festzustellende offene Antisemitismus - vorrangig in dem Stadtteilen Berlins, in denen vermehrt Menschen mit arabisch-palästinensischer Migrationsbiografie leBen, wie in Neukölln ist unerträglich und entbehrt jeglicher Grundlage.
    Wieso ist die Polizei nicht um Stande eine solche Veranstaltung vorab auf deren Besucher oder Redner oder Protagonisten zu überprüfen.
    Das ist eine absolute Amateurhaltung der Berliner Polizei.

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