Archivbild: Al-Kuds-Marsch am 09.06.2018 in Berlin-Charlottenburg (Quelle: imago/Rolf Zöllner)
Bild: imago/Rolf Zöllner

Propaganda gegen Israel - Zentralrat der Juden übt scharfe Kritik an Al-Kuds-Demo

Innensenator Andreas Geisel findet den alljährlichen Al-Kuds-Marsch "unerträglich", doch ein Verbot der anti-israelischen Demo sei schwierig. Vor der diesjährigen Kundgebung am kommenden Samstag fordert der Zentralrat der Juden nun "strikte Auflagen".   

Der Zentralrat der Juden hat zum Protest gegen die anti-israelische Al-Kuds-Demonstration am Samstag in Berlin aufgerufen. Bei der islamistischen und antisemitischen Propaganda-Veranstaltung werde für eine Eroberung Jerusalems und die Vernichtung Israels demonstriert und das iranische Mullah-Regime gepriesen, kritisierte Zentralratspräsident Josef Schuster am Montag in Berlin.

Iran ruft zur Eroberung Jerusalems auf

"Uns ist es unverständlich, dass diese Demo Jahr für Jahr genehmigt wird. Sollte sich die Veranstaltung auch in diesem Jahr nicht verhindern lassen, erwarten wir strikte Auflagen sowie die konsequente Ahndung bei Verstößen." Außerdem rief Schuster dazu auf, die geplante Gegen-Demo am Samstag (15 Uhr) zu unterstützen.

Im vergangenen Jahr hatten 1.600 Menschen am Al-Kuds-Marsch teilgenommen. Sie forderten ein eigenständiges Palästina und griffen Israel in Sprechchören an. Al Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Am Al-Kuds-Tag, der am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan liegt, ruft der Iran zur Eroberung Jerusalems auf.

Geisel spricht von hohen Verbotshürden

Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte die Demonstration 2018 scharf kritisiert und es bedauert, dass sie sich nicht verbieten lasse. Der Aufmarsch der radikalen Muslime sei zwar "unerträglich" und reize die Grenzen der Versammlungsfreiheit aus. Ein Verbot unterliege aber hohen Hürden. Die Polizei hatte Fahnen mit Bezug zur Terrororganisation Hisbollah beschlagnahmt und Sprechchöre mit dem Inhalt "Israel Kindermörder" dokumentiert. Auch ein Hitler-Gruß war gezeigt worden.

Streit um Kippa-Äußerung des Antisemitismus-Beauftragten

Erst am Wochenende war es zu einer neue Debatte um antisemitische Tendenzen gekommen. Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hatten den Zeitungen der Funke-Mediengruppe gesagt: "Ich kann Juden nicht empfehlen, jederzeit überall in Deutschland die Kippa zu tragen. Das muss ich leider so sagen." Er habe seine Meinung "im Vergleich zu früher leider geändert".

Kritik an der Äußerung kam von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. "Ich hätte von Herrn Klein erwartet, dass er nämlich hinter seiner richtigen Diagnose klar und unmissverständlich hinzufügt: "Ich werde alles dafür unternehmen, dass sich Juden in Deutschland zu jeder Tages- und Nachtzeit angstfrei bewegen können", sagte der Antisemitismus-Beauftragte der Gemeinde, Sigmount Königsberg.

Mitte April hatte die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus in Berlin (Rias) über die Entwicklung bei antisemitischen Gewalttaten berichtet. Demnach wurden im vergangenen Jahr 1.083 antisemitische Vorfälle in Berlin verzeichnet - gegenüber 2017 war das ein Anstieg um 14 Prozent.

Sendung: Abendschau, 27.05.2019, 19.30 Uhr  

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22 Kommentare

  1. 22.

    Nicht aufregen, Sie diskutieren mit einem Radikalen ;-) Alles gut, Sie haben es schon richtig kommentiert.

  2. 21.

    Ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht, was am Kommentar von @ H.E. ( 12) falsch sein soll. Beschreibt dieser doch alles richtig. Dem kann ich nur Zustimmen.

  3. 20.

    Am besten ignorieren. Der Vorwurf der Hetze kommt immer dann, wenn er keine Argumente zur Entkräftigung bringen kann. Wer solche radikalen Kräfte, wie die vom Iran oder Saudi-Arabien gestützten radikalmuslimischen Aufpeitscher in Schutz nimmt, sagt mehr über sich aus, als er will. Im Kampf gegen alles rechts des eigenen Standpunkts geht da schon mal die Objektivität verloren.

  4. 19.

    Ich hetze nicht, ich nenne nur Roß und Reiter. Die einzige echte Demokratie hat Israel, alles andere sind in meinen Augen Diktaturen mit Todesstrafen. Und da zähle ich besonders den IRAN mit seinen Mullahs dazu, wo jährlich über 500 Todesurteile vollstreckt werden und zwar schon, wenn jemand vom ISLAM zum Christentum konvertiert.

  5. 18.

    Nun machen Sie es mal nicht so spannend. Warun denn nun nicht - Ihrer Meinung nach ?

  6. 17.

    Solange Israelis und Palästinenser zu keinem vernünftigen, friedvollen Umgang miteinander finden können, wird es weiterhin Nutznießer aus dem leidvollen Konflikt geben. Sind und waren die Worte Jesu Christi, heute wie damals so schwer zu verstehen? - Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

  7. 16.

    "...was müssen wir denn noch alles ertragen von einer bestimmten Religion und Anhänger von bestimmten Ländern."

    "Man sah auf Pressefotos genau, was dies für Leute waren, besonders bei den Frauen."

    Sie sind doch mit ihren Hetzparolen kein bißchen anders als diese Demonstranten die sie hier kritisieren.

  8. 15.

    Weshalb rufen Gewerkschaften ,Kulturschaffende,Kirchen usw,nicht zum gemeinsammen Gegenprotest auf......?
    Ja weshalb wohl nicht melden sie sich nicht zu Wort ?

  9. 14.

    Ihren falschen Behauptungen stehen die Aussagen Geisels diametral gegenüber. Hier hat niemand behauptet "nächstes Jahr wird es anders sein" und ich sehe auch nicht dass "die Politik die Demo nicht verbieten WILL".

    "Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte die Demonstration 2018 scharf kritisiert und es bedauert, dass sie sich nicht verbieten lasse. Der Aufmarsch der radikalen Muslime sei zwar "unerträglich" und reize die Grenzen der Versammlungsfreiheit aus."

  10. 13.

    Ganz schlimm, dass diese islamistische Hetze namens Al-Quds-Tag hierzulande unter den Schutz der Grundrechte fällt. Ich bin betroffen und schäme mich dafür, aus tiefstem Herzen. Ich hoffe, dass sich genug Kippa-tragende Gegendemonstranten einfinden, die diesen verblendeten Fanatikern Paroli bieten. Dass von unserem deutschen Boden wieder solcherlei Hass gegen Israel geschürt wird und offen bei Begehung dieses "Feiertages" der Terror unterstützt wird - das ist unfassbar.

  11. 12.

    Sie haben völlig recht, was müssen wir denn noch alles ertragen von einer bestimmten Religion und Anhänger von bestimmten Ländern. Sogar in Süddeutschen Zeitungen konnte man lesen, daß in Berliner Schulen in bestimmten Berliner Bezirken auf Schulhöfen antisemitische Hetzparolen zu hören waren, oder die Demonstration am Brandenburger Tor wo ebenfalls gegen Juden gehetzt wurde und israelische Fahnen verbrannt wurden. Man sah auf Pressefotos genau, was dies für Leute waren, besonders bei den Frauen.
    Und nun müssen wir die antisemitischen Al-Quds-Demos jedes Jahr ertragen, die immer aggressiver zu werden scheinen mit Anhängern von Staaten, denen die Demokratie ein Fremdwort ist und die den einzigen demokratischen Staat im Nahen Osten vernichten wollen. Warum unternimmt der Berliner Senat nichts dagegen und verbieten diese Demonstration einfach.

  12. 11.

    Für jeden hier lebenden Juden muss diese Horrorveranstaltung eine unzumutbare Provokation darstellen. Warum wird das nicht sofort verboten? Gerade hier im Land der (ehem.) Täter. Wäre schön, wenn Frau Merkel in dem aktuellen CNN Interview dazu was angekündigt und nicht nur bekannte Absichtserklärungen geäußert hätte.

  13. 10.

    Sehr gut, ich finde es inzwischen auch unerträglich, was diese Leute von einer bestimmten Religion und aus bestimmten Ländern sich eigentlich in unserem Land ständig herausnehmen. Zuerst die unerträglich antisemitischen Beschimpfungen auf bestimmten Berliner Schulhöfen, wo das Berliner Schulamt wegschaute, dann die Demonstration am Brandenburger Tor wo antisemitische Haßparolen skandiert und isrealische Flaggen verbrannt wurden und man sah genau auf den Pressefotos, woher die Leute kamen, natürlich besonders bei den Frauen. Und nun dies! Warum wird die A-Quds-Demo nicht vom Berliner Senat verboten!

  14. 9.

    Ihren falschen Behauptungen stehen die Aussagen Geisels diametral gegenüber. Hier hat niemand behauptet "nächstes Jahr wird es anders sein" und ich sehe auch nicht dass "die Politik die Demo nicht verbieten WILL".

    "Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte die Demonstration 2018 scharf kritisiert und es bedauert, dass sie sich nicht verbieten lasse. Der Aufmarsch der radikalen Muslime sei zwar "unerträglich" und reize die Grenzen der Versammlungsfreiheit aus."

  15. 8.

    Gibt es vielleicht auch eine Demo, welche für die Zwei-Staaten-Lösung sowie eine Aussöhnung zwischen Israel und Palästina wirbt?
    Ich fühle mich etwas zwischen den Stühlen...

  16. 7.

    Seit Jahren müssen wir diese Demo ertragen in Berlin und jedesmal würd sie großer und aggressiver. Trotzdem hören wir von der Politik, nächstes Jahr wird es anders sein, und es ist nichts anders. Weil die Politik die Demo nicht verbieten will.

  17. 6.

    Selbstverständlich ist das möglich, wenn es nicht mit einer Forderung zur Abschaffung des israelischen Staates oder einer Kritik am Judentum verbunden ist. Ist doch eigentlich nicht so schwer!

  18. 5.

    Ist es möglich, Kritik an Isreael zu üben, ohne sich gleich mit dem Vorwurf des Antisemitismus konfrontiert zu sehen?

  19. 4.

    Wieso bitte ist das Verbot einer anti israelischen Demo schwierig? Das erschliesst sich mir nicht.

  20. 3.

    Am nächsten Tag wird ein "Berlin trägt Kippa" ausgerufen und allgemeine Betroffenheit geheuchelt, während Die Linke mit den BDS "Aktivisten" kuscheln.

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