Grafik Sonntagsfrage Berlin Mai 2019, Quelle: rbb
Video: Abendschau | 08.05.2019 | Gabriele von Moltke | Bild: rbb

BerlinTrend Mai 2019 - Grüne weiter stärkste Kraft, AfD verliert deutlich

Die AfD hat in Berlin in den vergangenen Monaten an Zustimmung verloren - das zeigt der neue BerlinTrend von rbb-Abendschau und "Berliner Morgenpost". Leichte Verluste verbuchen auch die Grünen, während die Linke zulegt.

Die Grünen bleiben in Berlin weiterhin stärkste Partei, verlieren aber leicht an Zustimmung. Das geht aus dem neuen BerlinTrend von infratest dimap hervor, den die rbb-Abendschau und die "Berliner Morgenpost" in Auftrag gegeben haben. Wenn am nächsten Sonntag ein neues Abgeordnetenhaus gewählt würde, kämen die Grünen auf 23 Prozent. Das ist ein Minus im Vergleich zur letzten Umfrage aus dem November von einem Prozentpunkt.

SPD bleibt weiter auf Platz vier

Die Linke gewinnt einen Prozentpunkt und ist mit 19 Prozent zweitstärkste Kraft, gefolgt von der CDU mit 17 Prozent (-1). Die SPD bleibt weiter nur auf Platz vier in der Wählergunst und steht unverändert bei 15 Prozent.

Eindeutiger Verlierer der Sonntagsfrage ist die AfD: Die Partei rutscht im Vergleich zum November um drei Prozentpunkte ab und landet mit zehn Prozent auf dem fünften Rang. Auch die FDP würde mit unverändert sechs  Prozent wieder ins Berliner Abgeordnetenhaus einziehen.

Deutlich können auch die kleineren Parteien (+4) zulegen, die mittlerweile auf zehn Prozent kommen.

Ergebnisse des BerlinTrends Mai 2019 in Bildern

Der Westen wählt grün, der Osten wählt links

Deutliche Unterschiede gibt es, wenn man den West- und Ostteil der Stadt vergleicht. In den westlichen Bezirken gewinnt die rot-rot-grüne Landesregierung insgesamt hinzu. Die Grünen kommen auf 27 Prozent (+/-0), die SPD auf 17 (+2) und die Linke auf 13 (+1).

In den östlichen Bezirken dagegen können nur die Linken zulegen. Sie sind hier mit 28 Prozent (+1) stärkste Kraft. Die Grünen mit 16 Prozent (-4) und die SPD mit 13 Prozent (-2) verlieren.

Die AfD würde sowohl im Westen (-3) als auch im Osten (-2) Stimmen einbüßen.

Nur ein Prozent mit Senat "sehr zufrieden"

Insgesamt hat die Zufriedenheit mit der Arbeit des Berliner Senats weiter abgenommen. Nur ein Prozent der Bevölkerung gibt an, "sehr zufrieden" zu sein. 30 Prozent (-4) sagen, sie seien "zufrieden". Dagegen bezeichnen sich 45 Prozent (+4) der Berlinerinnen und Berliner als "weniger zufrieden" und 21 Prozent (+/-0) sind "gar nicht zufrieden".

Am größten ist die Zustimmung noch unter SPD-Anhängern. Von ihnen geben 55 Prozent an, "zufrieden" oder "sehr zufrieden" zu sein. Dagegen kritisiert die Mehrheit der Grünen- und der Linken-Anhänger den Senat. Bei den Linken-Anhängern sagen 53 Prozent sie seien mit der Arbeit des Senats "weniger zufrieden oder "gar nicht zufrieden", bei den Grünen sind das 51 Prozent.

Müller verliert weiter an Beliebtheit

Diese Stimmung schlägt sich auch bei der Frage nach der Politiker-Zufriedenheit nieder. Nur 36 Prozent der Berlinerinnen und Berliner sind mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) "zufrieden" oder "sehr zufrieden". Das ist ein Minus von drei Prozentpunkten im Vergleich zur November-Umfrage. 53 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit des SPD-Politikers "weniger zufrieden" oder "gar nicht zufrieden".

Mit diesen Werten gehört Müller zu den am schlechtesten bewerteten Regierungschefs. Beim Ländervergleich schneidet nur Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) noch schwächer ab. Den besten Wert erreicht Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mit einer Zufriedenheitsquote von 72 Prozent. Mit der Arbeit von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sind immerhin noch 55 Prozent der Befragten zufrieden.

Auch die anderen Berliner Spitzenpolitiker von Rot-Rot-Grün verlieren deutlich an Zustimmung. Mit Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sind nur noch 29 Prozent zufrieden (-2).  Am meisten büßt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop von den Grünen ein. Sie verliert sechs Prozentpunkte und kommt nur noch auf 23 Prozent Zustimmung.

Befragt wurden 1.000 Wahlberechtigte in Berlin im Zeitraum vom 30. April bis zum 4. Mai 2019.

Sendung: Abendschau, 08.05.2019, 19:30 Uhr

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46 Kommentare

  1. 46.

    Na, da kennt sich aber jemand mit dem politischen System der Schweiz aus!

    In der Schweiz werden ebenso Parteilisten gewählt wie in Deutschland. Die Bürger haben eher noch weniger Einfluss auf die Regierungsbildung als hierzulande, weil nach der „Zauberformel“ traditionell alle großen Parteien an der Regierung beteiligt sind. Da kann man lange Blocher wählen, die Sozialisten kriegen trotzdem ihren Ministerposten. Die Berliner Bezirksämter werden übrigens genauso gebildet. Und Volksentscheide gibt es in Berlin ebenfalls …

    Kurzum: Berlin ist der Schweiz viel ähnlicher als Sie glauben. OK, landschaftlich eher nicht. ;-)

  2. 45.

    Die Wählergunstentwicklung korreliert mit der Zustimmung zur Kampagne "Deutsche Wohnen & Co. enteignen". Daher ist diese Entwicklung positiv, wenn Grüne und Linkspartei alleine den entscheidenden Schritt machen und die Immobiliemonopole in eine Anstalt des öffentlichen Recht (AöR) überführen, wo die Mieterinnen per Delegierte im Verwaltungsrat mitentscheiden können, die Mieten nicht mehr steigend dürfen und die Mieten nicht an Aktienbesitzer oder Banken abfliessen, sondern in Instandhaltung, Sanierung, neuen Mitarbeiter, öffentlich-sozialen Wohnbau investiert werden. Teu Teu Teu. Die einzige Rettung für die SPD wäre eine Politik zu machen, die nicht in Worten sozial ist, sondern konsquent. Dann hätte sie eine letzte Chance noch eine zentrale Rolle zu spielen. Dafür müssten Hindernisse wie Müller zur Seite geschoben werden. Entsprechend ist positiv, dass die Parteien wie CDU und FDP, die das Haushaltsloch zu verantworten haben (siehe Bankenaffaire) eine untergeordnete Rolle spielen.

  3. 44.

    Nicht zu vergessen haben Diepgen und Landowsky den Grundstein zum Milliardengrab BER gelegt und den ungeeignetsten Standort von allen: Schönefeld gewählt. Ausserdem scheinen sie auch die unfähigsten Firmen wie Bosch ausgewählt zu haben.

  4. 42.

    schon wieder eine "Statistik"
    warten wir mal die Wahlen ab, dann wird es realistischer.
    Problem wäre da nur eine "demokratische Wahl" die in der BRD nich voll umsetzbar ist.
    Wir brauchen eine direkte Demokratie wie in der Schweiz und keine indirekte Demokratie wie in der BRD.

  5. 41.

    Das stimmt, dass die Alt-BRD plus neue BL nach einer zweiten gescheiterten Sozialismusphase ohne das ganze Westkapital, was damals sogar noch in die DDR gepumpt wurde, einfach im Vergleich zu anderen europ. Staaten völlig "abschmieren" würde. Wir würden uns dann wohl sogar noch hinter Rumänien einordnen, auf jeden Fall weit hinter Polen. Und ja, das befürworten viele, weil sie es nicht trotz Venezuela, Kuba usw. einfach nicht schnallen, wie das mit dem Sozialismus und der Ausmerzung jeglicher funktionierender Wirtschaft läuft. Spricht übrigens nicht für den dt. Geschichtsunterricht, aber Lehrer wählen statistisch ja allgemien die Richtung vom Berliner Senat mit Grün vorn. Da kann, darf und will man den Sozialismus Jugendlichen natürlich nicht realistisch erklären.

  6. 40.

    Wer die Situation heute mit der der DDR damals vergleicht hat entweder keine Ahnung von Geschichte oder will sie absichtlich verfälschen.

    Offensichtlich haben sie keine Ahnung was hier in Berlin passiert (ist), sonst wüßten sie was vorhergehende Senate unter cDU (Berliner Bankenskandal)und nachher sPD ("dicker Pulli" Sarrazin, Fugmann-Heesing) angerichtet haben.

    Der eine hinterlässt ein Milliardengrab, die anderen haben Berlin an Heuschrecken verscherbelt um das Milliardenloch zu deckeln und die Amigos der "Herren" Diepgen und Landowsky lachen sich ins Fäustchen.

    Und mit Amigos kennt ihr Bayern euch doch bestens aus. Apropos, war das nicht euer Oberamigo, der die DDR künstlich durch Milliardenkredite seiner Spezis verlängert hat?

    Mit Grüßen an den Würstchenverkäufer und immer schön den Ball flachhalten...

  7. 39.

    Sie vergessen dabei aber den Anteil von einer Frau Fugmann-Heesing (SPD):
    " Als Berliner Finanzsenatorin war Fugmann-Heesing an der Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe AöR beteiligt. Das komplizierte, geheime Vertragswerk zwischen den Wasserwerken und den privaten Investoren RWE, Vivendi (jetzt Veolia) und Allianz hatte sie maßgebend entwickelt. Rund zwölf Jahre später gab es einen erfolgreichen Volksentscheid zur Offenlegung der Verträge.[4]
    Fugmann-Heesing war von 1996 bis 2000 Aufsichtsratsmitglied der Bankgesellschaft Berlin sowie von 1996 bis 2001 der Landesbank Berlin (LBB). Die Geschäftspolitik der Bankgesellschaft Berlin, die 2001 im Berliner Bankenskandal mündete, fand unter ihrer Aufsicht statt.[5] "
    auch aus Wikipedia

  8. 35.

    Befragt wurde in allen Berliner Bezirken, gleichmäßig verteilt nach Bevölkerungsanteil. Die Befragungszeit war jeweils 17.00 Uhr bis 21.00 und am Sonnabend 10.00 bis 18.00. Befragt wurde mit Dual-Frame-Ansatz (Festnetz und Mobilfunk)sowie Online.

  9. 34.

    Da sind doch die Parteien die einen "Osterappell" zur Aufnahme von Migrantinnen und Migranten aus dem Mittelmeer an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gerichtet haben.
    Die Zustimmung könnte da leicht kippen.

  10. 33.

    Wer weiß in welchen Bezirken und um welche Uhrzeit befragt wurde.

  11. 32.

    Mit Berlin geht es politisch immer weiter bergab. Scheinbar sind die Bürger blind, was RRG in dieser Stadt (und hoffentlich niemals im Bund) anrichtet. Scheinbar wollen alle wieder Sozialismus, Bevormundung, staatliche Regulierung, wirtschaftlichen Stillstand und ausschließlich betreutes Denken - bis zum nächsten Bankrott. Nur gibt es dann keine 2-te Bundesrepublik, die die DDR MK2 wieder aufbaut. Anders ist diese Umfrage -sollte sie im Ergebnis real sein- nicht erklärbar. Irre!

  12. 31.

    Die Grünen könnten noch zulegen wenn: der Prenzlauer Berg zur Fußgängerzone erklärt wird, die dann entstehenden Freiflächen mit Zelten/Notunterkünften füllen, damit die "li./gr. schwäbische Hausfrau" schneller helfen kann: mit übrig gebliebenen Essen, mit Hilfe durch Beschäftigung die kontrolliert werden muss (z.B. SUV-Waschkontrollgang), vergüten, gegen Quittung (für die Steuer)und Frau R.Popp zu neuen Nachbarn mit Paten/Bürgschaft verhelfen. Das wirkt glaubwürdig.

  13. 30.

    Düstere Aussichten für die Hauptstadt. Man weiß jetzt schon, wie es weitergeht nach der Wahl. Der Schlendrian, die Steuer Verschwendung, sowie die Unternehmer feindliche Politik gehen weiter. Nur weil es keinen neuen Diepgen gibt.

  14. 29.

    66 Prozent sind mit der derzeitigen Regierung unzufrieden. Und trotzdem schafft es die "IPO" noch kräftig an Prozentpunkten zu verlieren. 4 Prozentpunkte gegenüber der letzten Umfrage, sogar 5 Prozentpunkte gegenüber des Wahlergebnisses vom Herbst 2016.
    Zurecht, wie ich finde! CDU / AfD bieten keine Politik für eine Großstadt und sind mit ihrem Personal beschäftigt. Und die FDP mit "ihrem" Czaja ist nicht ernst zu nehmen.

  15. 28.

    Die Grünen wissen ja auch nicht, dass der stark steigende Strombedarf mit den derzeitigen Mitteln und trotz höchster Strompreise ever gar nicht zu bewerkstelligen ist, und einen Teil von den Werken wollen sie gerade jetzt schließen. Blockouts werden eine aufklärende Wirkung in der Bevölkerung und aber nicht bei diesen Politikern zeigen, denn die naturwiss. Zusammenhänge werden ja konsequent ignoriert.

  16. 27.

    Der Kevinismus könnte den Sozialdemokraten helfen wieder auf die Beine und überhaupt zu einer politischen Überzeugungen zu kommen.

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