Blick in einen Brandenburger Mischwald (Quelle: imago/blickwinkel)
Audio: radioeins | 12.05.2019 | Bild: imago/blickwinkel

Entscheidung des Agrarministeriums - Brandenburg fördert nur noch Aufforstung mit Laubbäumen

Brandgefährlich und anfällig für Schädlinge: Früher wurden in Brandenburg fast nur Kiefern gepflanzt - aus wirtschaftlichen Gründen. Jetzt steuert das Agrarministerium um und fördert nur noch neue Laubbäume mit öffentlichem Geld. Das Ziel: ein gesunder Mischwald.

Nach den verheerenden Waldbränden von 2018 nutzt Brandenburg die Wiederaufforstung, um den Anteil der Kiefern in seinen Wäldern zu reduzieren und mehr Laubbäume anzupflanzen. Wer Nadelbäume pflanze, bekomme dafür grundsätzlich keine Förderung mehr aus öffentlichen Mitteln, teilte das Agrarministerium in Potsdam auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion mit. Die einzige Ausnahme gelte für die heimische Kiefer, sollte ihre Anpflanzung wegen der Verhältnisse im jeweiligen Waldbereich zwingend erforderlich sein.

Das Bundesland bemüht sich seit Jahren um den Waldumbau - hin zu mehr Mischwald und entspricht damit Forderungen von Ökologen und Waldexperten. Deren Ansicht nach haben großflächige Monokulturen schon mittelfristig keine Zukunft mehr. Der Mischwald dagegen biete mehrere Vorteile: Laubbäume brennen nicht so schnell wie Kiefern. Außerdem ist Mischwald weniger anfällig für Schädlinge und Sturmschäden.

Umwandlung in Mischwald dauert Jahrzehnte

Rund 70 Prozent der Waldfläche Brandenburgs ist bislang reiner Kiefernwald. Von den 1,1 Millionen Hektar Wald im Bundesland sind nach Angaben des Ministeriums in den vergangenen rund 25 Jahren mehr als 85.000 Hektar zu Mischwäldern umgebaut worden. Bei Waldbränden im vergangenen Jahrwaren Baumbestände auf einer Fläche von rund 1.670 Hektar zerstört oder stark beschädigt worden. Rund 60 Prozent der märkischen Waldfläche werden von nahezu 100.000 privaten Besitzern bewirtschaftet. Welche Baumarten diese Eigentümer anpflanzen, sei der Landesregierung nicht bekannt.

Pro Jahr werden in Brandenburgs Landeswald etwa 1.500 Hektar durch Saat oder Pflanzungen in Mischwald umgewandelt. Bis der märkische Wald einen dem Klima angepassten natürlichen Zustand erreicht hat, werden nach Einschätzung des Agrarministeriums noch Jahrzehnte vergehen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.05.2019, 10 Uhr

Kommentar

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9 Kommentare

  1. 9.

    Es sind 1.500 ha von gut 250.000ha *Landes*Wald. Der grosse Rest entfällt auf sonstige Waldeigentümer. Damit wären es "nur" 166 Jahre.

    Es macht jedoch wenig Sinn, vergleichsweide junge Wälder zu schlagen. Im Hinterkopf muss man deshalb auch die Umtriebszeit behalten. Kiefern werden meist im Alter von achtzig bis einhundertzwanzig Jahren geschlagen. Die meisten Kiefer-Monokulturen dürften deshalb wesentlich eher "umgebaut" sein.

  2. 8.

    Hier haben sich in den letzten 50 Jahren aus Kiefernschonungen Mischwald entwickelt. Es wachsen aber auch seit gut 20 Jahren Eiben und das offenbar durch unsere Vogelwelt verbreitet. Diese Eiben wachsen offenbar sehr langsam, sind oftmals von Laubbäumen überwuchert aber sie schaffen es.

  3. 7.

    Und was ist schlecht an Forstwirtschaft? Holz ist doch ein guter nachhaltiger Rohstoff und wenn wir weniger produzieren, wird mehr importiert. Sehr ökologisch.
    Auf den sandigen Böden Brandenburgs, insbesondere im südlichen Teil wächst eh nicht viel mehr als Kiefer.
    Übrigens finde ich die Namensherkunft der Stadt Zossen interessant: Leitet sich laut Wikipedia von einem altsorbischen Wort für Kiefer ab.
    Natürlich sind solche Wälder anfälliger für Brände, aber nicht durch irgendeinen Klimawandel, sondern durch menschliche Fahrlässigkeit.

  4. 5.

    Was stimmt Sie daran eigentlich so negativ? Kiefernwälder sind einfach nur langweilig. Monokultur. Nutzen bringen diese nur der Forstwirtschaft. Gehen Sie doch mal wieder durch einen Mischwald, dann erleben Sie die volle Pracht eines Waldes. Freuen tun sich im übrigen so oder so erst spätere Generation in diesen neu entstehenden Wäldern.

  5. 4.

    Typisch für die Rot-Rote Landesregierung. Von einem Extrem in das andere ohne Hirn und Verstand. Das neue Zauberwort heißt Mischwald. Und dieser besteht aus Laub- und Nadelbäumen. Werden nun nur noch die Laubbäume bei Mischwäldern gefördert????

  6. 3.

    Bei dem Tempo wird der Waldumbau wohl eher noch Jahrhunderte dauern. Umbau von ca. 7% des Waldes in den letzten 25 Jahren. Geplanter staatlicher Waldumbau jetzt 1.500 von 1.100.000 Hektar Wald jährlich, also gut ein Tausendstel der gesamten Waldfläche pro Jahr. Bis zum kompletten Mischwald würde das beim jetzigen Tempo noch mindestens 250 Jahre dauern - ca. bis zum Jahr 2270 - ohne die Berücksichtigung weiterer klimatischer Veränderungen.

    @rbb Gibt es ein zeitliches Zielszenario seitens des Agrarministeriums für die nähere Zukunft?

  7. 1.

    Halleluja... Eine längst fällige Entscheidung.

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