Rucksäche im Eingangsbereich einer Kita im brandenburgischen Wandlitz (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
Video: Brandenburg aktuell | 24.05.2019 | Stefan Sperfeld | Bild: dpa/Monika Skolimowska

Vertrag unterschrieben - Bundesmittel für Brandenburger Kitas sind unter Dach und Fach

Rund 165 Millionen Euro soll Brandenburg aus dem sogenannten "Gute-Kita"-Gesetz des Bundes erhalten. Das Geld soll vor allem für längere Betreuungszeiten und eine Steigerung der Qualität verwendet werden. Am Freitag wurde der entsprechende Vertrag unterzeichnet.

Die Ausstattung von Kitas in Brandenburg soll ab dem 1. August deutlich verbessert werden. Zudem ist geplant Eltern, die wenig verdienen, bei den Betreuungskosten weiter zu entlasten. Ermöglicht wird das durch rund 165 Millionen Euro, die der Bund dem Land Brandenburg im Rahmen des sogenannten "Gute-Kita"-Gesetzes zur Verfügung stellt.

Längere Betreuungszeiten, niedrigere Beiträge

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und die brandenburgische Jugendministerin Britta Ernst (beide SPD) haben am Freitag in Potsdam einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Neben niedrigeren Beiträgen sollen auch längere Betreuungszeiten finanziert werden. Wie das Bildungsministerium mitteilte, ist Brandenburg damit nach Bremen und dem Saarland deutschlandweit das dritte Bundesland, in dem ein solches Abkommen geschlossen wurde.

Wie die Staatskanzlei in diesem Zusammenhang mitteilte, investiert das Land Brandenburg aus eigenen Mitteln jedes Jahr etwa 500 Millionen Euro in die Kitas, darunter 44 Millionen Euro für die Beitragsfreiheit im letzten Jahr vor der Einschulung.

Gelder sollen vor allem in Qualitätsverbesserung fließen

"Ich bin sehr froh, dass wir mit den Möglichkeiten, die uns das 'Gute Kita'-Gesetz eröffnen wird, jetzt noch schneller vorankommen, was die Qualität in den Kitas betrifft", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (ebenfalls SPD).

Bundesfamilienministerin Giffey lobte das Vorhaben des Landes, vor allem in die Einrichtungen zu investieren. Ihren Angaben zufolge will Brandenburg 90 Prozent in die Verbesserung der Qualität fließen lassen, zehn Prozent soll dazu dienen, Familien mit kleinem Einkommen zu entlasten.

Ernst betonte, dass es vor allem "um mehr Chancengleichheit und mehr Qualität" gehe, darunter auch die Gewinnung von Fachkräften, "um jedem Kind eine hochwertige Kita-Betreuung zu sichern". Weitere Handlungsfelder seien die Gewinnung und Sicherung qualifizierter Fachkräfte sowie die Stärkung der Elternbeteilung auf Landesebene und bei den örtlichen Träger der Jugendhilfe.

Auch der Fachkraftschlüssel soll verbessert werden

Eine besonders wichtige Maßnahme sei die Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels - für verlängerte Betreuungszeiten, heißt es in einer Mitteilung der Staatskanzlei. Mit den zusätzlichen Mitteln solle eine Erzieherinnen- und Erzieher-Stunde pro Tag für eine Mischgruppe von sechs Kindern, die durchschnittlich mehr als acht Stunden täglich betreut werden, anteilig mitfinanziert werden. So könne mit Unterstützung des Landes ein guter Fachkraft-Kind-Schlüssel auch bei verlängerten Betreuungszeiten für Kinder im vorschulischen Bereich gewährleistet werden.

Mit dem zum Jahresbeginn in Kraft getretenen sogenannten "Gute-Kita-Gesetz" verpflichtet sich der Bund, bis 2022 insgesamt 5,5 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Das Geld kann aber erst ausgezahlt werden, wenn er mit allen Ländern Verträge darüber abgeschlossen hat, wofür die Mittel genutzt werden sollen.

Jedes Bundesland kann aus zehn Bereichen die aus seiner Sicht wichtigsten auswählen. Möglich sind etwa mehr Erzieher, die Förderung sprachlicher Bildung und die Senkung der Kita-Gebühren für Eltern. Berlin kann mit 300 Millionen Euro an Zuschüssen erhalten, der Vertrag mit dem Bund soll im Juni unterschrieben werden.

Sendung: Brandenburg aktuell, 24.05.2019, 19.30 Uhr  

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