Archivbild: Nach Öffnung der Glienicker Brücke 1989 passieren DDR-Bürger in ihren "Trabbis" die Brücke (Bild: dpa/akg-images/Pansegrau)
Inforadio | 16.05.2019 | Torsten Sydow | Bild: dpa/akg-images/Pansegrau

Jubiläumsfeier auf der Glienicker Brücke - Programm zu 30 Jahren Mauerfall in Brandenburg vorgestellt

Brandenburg hat sein Programm anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Mauerfalls und der Friedlichen Revolution vorgestellt.

Geplant sind zum Auftakt am 10. November 2019 ein Festgottesdienst in der Potsdamer Nikolaikirche und eine Feier auf der geschichtsträchtigen Glienicker Brücke zwischen Potsdam und Berlin. Weiterhin wird es Gesprächsrunden und Ausstellungen geben, wie eine Schau mit Fotos von Bernd Blumrich. Seine Fotos zeigen das Gefängnis in der Potsdamer Lindenstraße in der Zeit der Friedlichen Revolution kurz nach der Wende zeigen.

Zwei Jubiläen binnen weniger Wochen

Mit den Feierlichkeiten sollen vor allem der Mut und die Zivilcourage der Menschen gewürdigt werden, die gegen Wahlbetrug und Unterdrückung in der DDR demonstrierten, sagte Landtagspräsidentin Britta Stark am Donnerstag bei der Vorstellung des Programms. Die Friedliche Revolution 1989 sei ein Glücksfall in der Deutsche Geschichte, so Stark. Das Leben fast aller Brandenburger habe sich dadurch geändert.

Für das Bundesland gibt es im Herbst 2020 zwei große Feierlichkeiten innerhalb kurzer Zeit: Die Wiedergründung Brandenburgs jährt sich am 1. November 2020. 2019/20 hat Brandenburg auch den Vorsitz im Bundesrat inne. Am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober, gibt die Landesregierung diesen Vorsitz wieder ab. Deshalb werden die offiziellen Feiern zum 30. Jahrestag der Einheit am 3. Oktober 2020 in Potsdam stattfinden. Für das Jubiläumsjahr hat die Brandenburger Regierung Kosten von 700.000 Euro eingeplant.

Pro-Europa-Bewegung plant eine Musikaktion

Die Bewegung "Pulse of Europe" will an der früheren innerdeutschen Grenze eine Europafahne entrollen und gemeinsam Beethovens "Ode an die Freude" anstimmen. Dafür habe sie zahlreiche Chöre aus Berlin und Brandenburg eingeladen, auf der Glienicker Brücke zu singen. Das teilten die Initiatoren am Donnerstag mit. Die DDR-Grenze, die einst Potsdam und West-Berlin trennte, stehe wie kaum ein anderer Ort symbolhaft für die Teilung Europas und den Kalten Krieg, hieß es.

"Wir sind froh darüber, dass so viele Nationen, Völker und Kulturen in der Europäischen Union ohne gewaltsame Konflikte zusammenleben", erklärten die Potsdamer "Pulse of Europe"-Initiatoren. Die europäische Geschichte zeige, dass dies nicht selbstverständlich sei.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrages hieß es, Brandenburg würde am 3. Oktober 2020 den Vorsitz des Bundesrates übernehmen. Das ist falsch, der Vorsitz beginnt bereits 2019 und endet 2020. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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4 Kommentare

  1. 4.

    Dieser Tag ist Anlass genug, folgende Frage zu stellen: Warum haben seitdem so viele Brandenburger ihrer Heimat den Rücken gekehrt? Warum lässt es Brandenburg zu, dass sich ausgerechnet Parteien, wie die DVU und AfD so massiv entwickeln konnten?

  2. 3.

    Guten Morgen Mikesch,

    Sie haben recht, da ist uns leider ein Fehler unterlaufen. Wir haben ihn korrigiert, danke für Ihren Hinweis und ein schönes Wochenende.

  3. 2.

    Brandenburg übernimmt bereits am 01.10.2019 den Vorsitz des Bundesrates, stellt also den Präsidenten. Die Feier am 03.10.2020 ist der Abschluss des Vorsitzjahres . Eine saubere Recherche seitens des rbb gab es hier leider nicht.

  4. 1.

    Vielleicht wäre der 30. Jahrestag des Mauerfalls und die Übernahme des Bundesrats-Vorsitzes eine willkommene Gelegenheit, von Potsdam aus auch nahverkehrspolitisch in Richtung Berlin zu denken. Und dass die Berliner das auch zulassen.

    Damit meine ich die simple Tatsache, dass Potsdam zwar völlig selbstverständlich und zu Recht Teil von "Berlin C" ist, der an Potsdam angrenzende Teil von Berlin nicht aber umgekehrt Teil von "Potsdam C". Wer bspw. eine Potsdamer Monatskarte hat, der muss für die Busfahrt zur Pfaueninsel und zur Gegend um den Telegrafenberg völlig neu lösen.

    Dass das Größere das Kleinere mit beinhaltet, ist glasklare Logik. Warum aber soll das Kleinere an den Toren des Größeren Halt machen, wenn wir vom Anspruch her eine Gesellschaft sind, die davon ausgeht, dass es nicht nur auf numerische Größe ankommt?

    Dies als Gedankenanstoß.

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