Archivbild: 22.04.2019, Brand, Nassenheide: Feuerwehrleute löschen einen Waldbrand. In einem Waldstück im nördlichen Brandenburg ist ein großes Feuer ausgebrochen (Quelle: dpa/ Stähle)
Video: rbb24 | 10.05.2019 | Bild: dpa/ Stähle

Brandenburger Waldbrandbericht - Feuerwehren fordern mehr Personal und bessere Technik

Der Dürre-Sommer 2018 hat die Feuerwehren in Brandenburg vor enorme Aufgaben gestellt. Es gab so viele Waldbrände wie Jahrzehnte nicht. Der jetzt vorgelegte Waldbrandbericht zeigt: Es herrscht Handlungsbedarf - besonders bei Personal und Technik.

Brandenburg will Waldbränden künftig mit besserer Technik, mit mehr Personal und einer langfristigeren Vorbereitung begegnen. Das kündigte Innenstaatssekretärin Karin Lange am Freitag in Potsdam an. Dort präsentierte sie gemeinsam mit den Spitzen der Brandenburger Feuerwehr den offiziellen Waldbrandbericht 2018.

Mehr Personal für Führungsstäbe

Aus dem Bericht geht hervor, dass die Waldbrandsaison 2018 besonders brisant war. Im vergangenen Jahr gab es mehr als 500 Waldbrände, insgesamt waren Waldflächen von fast 1.700 Hektar betroffen. Und die Lage bleibt auch in diesem Jahr brenzlig: Wegen anhaltender Trockenheit mussten Brandenburgs Feuerwehren in diesem Frühling schon zu mehr als 100 Waldbränden ausrücken, die aber bisher nicht so großflächig waren wie jene im vergangenen Jahr.

Der aktuelle Waldbrandbericht soll jetzt dabei helfen, aus den Erfahrungen des Jahres 2018 zu lernen, betonte der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg, Werner-Siegwart Schippel. Handlungsbedarf sieht er vor allem bei der personellen Besetzung in Führungsstrukturen. Der Bericht schlägt mobile Führungsunterstützungsstäbe vor, mit denen schneller und flexibler auf Waldbrände reagiert werden könne. Außerdem solle Personal aus nicht betroffenen Landkreisen hinzukommen.

In Wünsdorf entsteht zweite Landesfeuerwehrschule

Eine besonders große Gefahr sehen die Feuerwehrvertreter in der Brandbekämpfung auf Flächen, in denen Hinterlassenschaften und Blindgänger des Zweiten Weltkriegs vermutet werden. Neben Sondertechnik und -ausrüstung sollen den Löschkräften und Führungsstäben spezifische Karten zur Verfügung gestellt werden.

Grundsätzlich sollen die Landkreise und kreisfreien Städte in Brandenburg frühzeitig und regelmäßig abfragen, ob und in welchem Umfang schweres Gerät wie Bergepanzer, Planierraupen und auch Löschhubschrauber verfügbar sind, heißt es im Bericht weiter. Angeregt wird auch die Beschaffung von Drohnen zur Lageerkundung. Auch die Kommunikation, der mobile Funk, soll auf einen aktuellen technischen Stand gebracht werden: Die Verbindung zwischen allen Beteiligten müsse eine möglichst hohe Bandbreite haben, um alle Vorteile digitaler Datenübermittlung nutzen zu können.

Und auch beim Nachwuchs sollen die Stellschrauben nachgezogen werden: Das Lehrgangsangebot an der Landesfeuerwehrschule soll um eine spezielle Waldbrandausbildung erweitert werden, fordert der Bericht. Innenstaatssekretärin Lange sagte bei diesem Punkt Unterstützung zu: In Wünsdorf soll demnach ein zweiter Standort für die Landesfeuerwehrschule aufgebaut werden. Ein Fokus soll auf dem Management von Waldbrandsituationen liegen. Dazu wolle man mit allen Partnern wie Kommunen, Landkreisen, Bundeswehr und Forst intensiv zusammenarbeiten, so Lange.

Land hat bereits mit eigenem Plan reagiert

Brandenburgs Landesregierung hatte nach den Großbränden bereits einen "Zehn-Punkte-Plan" erstellt. Er sieht vor, dass die Waldbrandzentralen in Wünsdorf für den Süden und Eberswalde für den Norden konzentriert werden. Ende April teilte Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde mit, Wünsdorf sei in schon Betrieb, Eberswalde folge 2020. Ein neuer Waldschutzplan zur Beseitigung weißer Flecken bei Löschwasserstellen und Brandschutzwegen solle bis September vorliegen. Zusätzliche Stellen für Waldbrandvorsorge und Kontrolle sind geplant, aber noch nicht alle besetzt.

Das Land erstattete den Landkreisen und Gemeinden vier Fünftel der Kosten, die im vergangenen Jahr für den Einsatz von Hubschraubern und Löschpanzern gegen Waldbrände entstanden. Von den 1,7 Millionen Euro gingen laut Innenminister Schröter allein fast 1,3 Millionen Euro an den Kreis Potsdam-Mittelmark - unter anderem in Treuenbrietzen gab es sehr große Brände.

Sendung: Brandenburg aktuell, 10.05.2019, 16 Uhr

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