Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen will einen denkmalgeschuetzten Wohnblock mit 527 Wohnungen im Kreuzberger Milieuschutzgebiet kaufen (Quelle: Imago/ Ditsch)
Video: Abendschau | 31.05.2019 | Sabrina Wendling | Bild: Imago/ Ditsch

Sozialwohnungen in Kreuzberg - Deutsche Wohnen: "Wir kaufen das nicht"

Gerüchten zufolge wollte der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen einen Wohnblock in Kreuzberg zu kaufen, dagegen protestierten Bewohner. Die Deutsche Wohnen hat die Kaufgerüchte nun zurückgewiesen - und ein anderer Interessent ist wieder im Spiel.

Die Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen weist Gerüchte zurück, nach denen sie in den geplanten Verkauf eines Sozial-Wohnungs-Blocks in Kreuzberg involviert seien soll. "Wir sind nicht an diesem Verfahren beteiligt. Das ist eine Ente", man habe nie zu den potenziellen Käufern gehört, sagte Manuela Damianakis, Unternehmenssprecherin der Deutsche Wohnen, dem rbb am Freitagmittag. "Wir kaufen das nicht", so Damianakis weiter.

Stattdessen soll das landeseigene Wohnungsbau-Unternehmen als Käufer des Wohnblocks in Frage kommen. Gewobag erklärte dem rbb, dass sich das Blatt in den Verhandlungen mit den Eigentümern am Freitag gewendet habe. Man sei der einzige städtische Mitbewerber um die zum Verkauf stehende Immobilie und wieder im Rennen.

Seit Wochen wird offenbar über den Verkauf der mehr als 500 Wohnungen verhandelt. Zuvor hieß es, die Verhandlungen der Gewobag mit dem Eigentümer, einem Kölner Immobilienfonds, seien gescheitert. Eine Entscheidung über den Kauf soll es Anfang der kommenden Woche geben, so die Gewobag.

Gewobag wieder im Spiel

Über das Kaufinteresse der Deutsche Wohnen an den Wohnungen in einem Milieuschutzgebiet zwischen Hedemann- und Putkammerstraße hatte die taz berichtet. Demnach sollen sich Vertreter der Deutsche Wohnen in dem Wohnblock umgesehen haben, berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine Mietervertreterin.

Mieterinitiativen hatten daraufhin am Freitag zu einer Spontan-Demonstration aufgerufen, um gegen einen möglicherweise drohenden Verkauf der Gebäude an Spekulanten zu protestieren. An dem Protest mit etwa 50 Teilnehmern nahm auch der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt (Grüne), teil.

Auch er bestätigte später dem rbb, dass die Gewobag wieder im Spiel sei, dass hätten ihm Vertreter der zwei Fondsgesellschaften, also der Eigentümer, am Mittag am Telefon mitgeteilt.

Er hatte zuvor über Twitter bestätigt, dass die Wohnungen an Investoren verkauft werden sollen - statt an eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft, die ebenfalls ein Gebot abgegeben hatte.

"Es gibt da widersprüchliche Aussagen", erklärte er sein vorheriges Statement, wonach die Deutsche Wohnen die Wohnungen habe kaufen wollen.

Baustadtrat will Vorverkaufsrecht des Bezirks prüfen

"Ich haben den Eindruck, dass die Verhandlungen unterbrochen wurden oder gestockt haben. Dass eben heute um 12.30 Uhr, nochmal Verhandlungen geführt wurden", so Schmidt. Aufgrund der Medienberichterstattung und auch aufgrund der Mobilisierung der Nachbarschaft sei das nochmal in Bewegung gekommen. "Jetzt haben wir die Gewobag wieder fest in den Verhandlungen drin."

In der rbb-Abendschau am Freitag sagte Schmidt, ein kommunaler Eigentümer könne den Erhalt der Sozialwohnungen am besten sicherstellen. Denn eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft könne so ein Gebäude zu "erträglichen Preisen erwerben". Dazu sei vielleicht finanzielle Unterstützung vom Land nötig. Ein privater Interessent hingegen werde langfristig versuchen, die Mieter austauschen, obwohl die Immobilie in einem Milieuschutzgebiet stehe, so Schmidt. Deswegen prüfe der Bezirk, ob er sein Vorkaufsrecht geltend machen kann. Ob die Angebote anderer Interessenten vom Tisch sind, darüber könne er keine Aussage machen.

Sieben- bis achtgeschossige Bauten unter Denkmalschutz

Beim dem Kreuzberger Wohnblock aus den 1970er-Jahren zwischen Friedrich- und Wilhelmstraße leben etwa 1.500 Menschen. Nach Schmidts Angaben wurde die Anlage 1973 bis 1976 mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung gebaut. Momentan befinde sie sich in der Anschlussförderung. Die sieben- bis achtgeschossigen Bauten stehen unter Denkmalschutz. Nach Angaben des Landesdenkmalamts gibt es in dem Block ganz unterschiedliche Wohnungstypen: Familienwohnungen, Atelier-, Maisonette- und Dachwohnungen mit großen Terrassen.

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Wie oft wollen Sie eigentlich noch schreiben, dass Ihnen das Haus nicht gefällt? Ihren Hass auf das denkmalgeschützte Gebäude haben Sie ja schon im vorherigen Artikel zu diesem Thema ausgedrückt. Es geht hier aber nicht um Ihren privaten Geschmack. Das Gebäude ist das Zuhause von über tausend Menschen. Es hat einen Wert von mehreren Millionen Euro. Für Sie aber nur "Müll", der abgerissen gehört. Unmöglich! Vielleicht finden andere Leute ihre Behausung ja auch total häßlich. Sollen die jetzt auch den Abriss-Bagger bestellen, damit Sie sich eine neue Wohnung suchen? Man kann nur mit dem Kopf schütteln.

  2. 4.

    Verständlich, die DW ist ja nicht blöd. Ich würde diese Schrottimmo auch nicht kaufen. 70er Jahre, vermutlich eh mit Asbest gebaut.

  3. 3.

    "Gerüchten zufolge wollte der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen einen Wohnblock in Kreuzberg zu kaufen"
    Das nenne ich Journalismus, "Gerüchten zufolge"... Zur Wiedergutmachung des BASHING der DW müsste sie die ~500 geschenkt bekommen.

  4. 2.

    Die Gewobag ist zwar im Spiel, aber da ist noch lange nichts entschieden.

  5. 1.

    Der gewünschte pawlowsche Reflex hat also funktioniert.

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