Ein Jugendlicher auf einem S-Bahnsteig in Berlin (Quelle: dpa/Steinberg)
Bild: dpa/Steinberg

Interview | Mutter zu Schulwechsel in Berlin - "Das wären täglich zwei Stunden Fahrtweg für meinen Sohn"

Nach der sechsten Klasse wechseln Kinder in Berlin auf eine weiterführende Schule. Dass nicht jeder an die Wunschschule kommt, wusste die Mutter von Tim aus Prenzlauer Berg. Dass ihr Kind aber nun bis in den Grunewald pendeln soll, will sie nicht hinnehmen.

Tausende Sechstklässler in Berlin werden in diesen Tagen per Post informiert, welche weiterführende Schule sie nach den Sommerferien besuchen. Im Februar hatten sie sich an ihrer Erstwunsch-Schule anmelden - und auch einen Zweit- und Drittwunsch äußern können. Doch die Berliner Schulen sind überfüllt, und nicht jedes Kind bekommt den Platz an einer der drei Schulen Schule, die es sich ausgesucht hat. Manche Kinder bekommen am Ende irgendeine Schule zugewiesen, teils in einem anderen Bezirk. Der elfjährige Tim aus Prenzlauer Berg soll künftig nach Grunewald fahren. Viel zu weit, findet seine Mutter, die hier auf ihren Wunsch hin anonym bleibt.

rbb|24: Wo in Berlin leben Sie?

Mutter: Wir wohnen in Prenzlauer Berg. Da geht unser Sohn Tim, der bald zwölf Jahre alt wird, in die Grundschule - und hier haben wir uns natürlich auch für die weiterführende Schule beworben und uns ungefähr zehn bis zwölf Schulen angeschaut.

Welche Förderprognose für die weiterführende Schule hat Tim erhalten?

Er hat die Förderprognose für ein Gymnasium bekommen - mit der Note 1,9. Für uns war schnell klar, dass wir eine Oberschule mit gymnasialer Oberstufe oder direkt ein Gymnasium für ihn wollen. Als wir die Förderprognose von der Schule bekamen, hat der Lehrer noch gesagt, Tim habe ja beste Aussichten und jedes Gymnasium würde sich quasi um ihn reißen.

Welche drei Wunschschulen haben Sie gewählt?

Alle drei Wunschschulen, die wir angegeben haben, sind in unserem Kiez. Davon waren zwei Gymnasien und eine ISS mit gymnasialer Oberstufe. Auf keiner haben wir einen Schulplatz bekommen.

Wie hat das Schulamt die Ablehnung begründet?

Relativ schlüssig: Bei der Erstwunsch-Schule sind wir beim Losverfahren nicht durchgekommen. Da lag der Notendurchschnitt derer, die direkt einen Schulplatz bekamen, in diesem Jahr bei 1,3. Und die anderen beiden Schulen waren schon mit den Erstwünschen komplett voll. Da fliegt man dann quasi direkt wieder raus. Dann sucht einem das Schulamt irgendeine Schule, die in Berlin noch freie Plätze hat. Das geht dann berlinweit.

Welche Schule soll es denn jetzt werden?

Es wurde uns eine Schule in Grunewald zugewiesen. Die ist bestimmt nicht schlecht - aber der Schulweg würde einfach mindestens 42 Minuten bedeuten. Und wir wissen ja alle, wie die Ringbahn so fährt.

Würde Tim denn auf dieser Schule irgendwen kennen?

Nein. Und das war schon Thema, als wir uns Schulen angeschaut haben. Tim würde natürlich am liebsten weiter mit seinen Freunden zur Schule gehen. Das darf man aber mittlerweile nirgendwo mehr angeben. Aber wir dachten immer, dass wir in Prenzlauer Berg so viele Leute kennen, dass man schon irgendwen kennen wird. Das wird im Grunewald nicht so sein.

Was macht Ihnen jetzt die größten Sorgen?

Das größte Problem ist der Weg. Er kommt ja dann täglich auf zwei Stunden Fahrtweg. Er könnte dann weder weiter zur Musikschule noch zum Sportverein. So spät finden Kurse für Kinder ja dann gar nicht mehr statt. Also müsste er sich auch da was Neues suchen. Das gilt ja dann auch für die neuen Freunde. Unser Sohn müsste von da immer irgendwie wieder nach Hause kommen. Und mit 14 will man sich sicher auch nicht immer von Mutti abholen lassen - und Mutti will das auch nicht.

Wie sind Sie denn bei der Auswahl der Wunschschulen vorgegangen: Haben Sie da schon strategisch gewählt oder einfach die drei Schulen aufgelistet, die Sie gut fanden?

Als erstes haben wir alle Schulen, auf denen man Abitur machen kann, in Pankow und Mitte angeschaut, bei denen man maximal zwei Mal umsteigen muss. Ich war selbst überrascht, dass ich fast alle Schulen gut fand. Deshalb haben wir immer gesagt, dass es egal ist, welche Schule in Pankow das wird. Wir hatten dann fünf bis sechs Schulen in der engeren Auswahl. Man darf ja nur drei aufschreiben. Da haben wir uns am Ende für die Schulen entschieden, wo uns das Profil am besten gefallen hat und die am dichtesten an uns dran waren.

Wie geht es denn Tim mit der Situation jetzt?

Er ist fix und fertig und sagt, dass er nicht an die Schule möchte. Aber er kann das ganz schlecht überblicken und sich vorstellen - es kann ja auch sein, dass es eine super Schule ist. Wir haben uns gestern dann die Website angeschaut. Und es gibt ganz bestimmt schlimmere Schulen. Aber für unseren Sohn, der sich zwar auch mal frei in Berlin bewegt, ist tatsächlich auch der Weg ein Problem. Schon die Vorstellung, jetzt jeden Morgen viel früher aufstehen zu müssen, wo er jetzt einen Schulweg von fünf Minuten hat - das überfordert ihn.

Haben noch mehr Schüler aus Tims Umfeld an keiner ihrer Wunschschule einen Schulplatz bekommen?

Tatsächlich haben alle, die wir so kennen, ihren Erstwunsch bekommen. Von einigen weiß ich, dass sie noch keinen Bescheid haben.

Wie weit sind Sie jetzt bereit zu gehen, um nicht nach Grunewald fahren zu müssen?

Wir waren jetzt erstmal am Dienstagmorgen beim Schulamt. Denn man konnte zwar angeben, auf welche Art von Schule das Kind gehen soll, wenn die drei Wunschschulen nicht klappen, aber auswählen konnte man da nur zwischen ISS und Gymnasium. Da haben wir uns für ein Gymnasium entschieden. Wir konnten aber nicht angeben, dass eine ISS mit gymnasialer Oberstufe für uns auch okay wäre. Deshalb haben wir beim Schulamt jetzt auch gesagt, dass jede in Pankow oder auch Mitte für uns in Ordnung wäre. Also alles, was man in 20 Minuten erreichen oder man im Notfall auch mit dem Fahrrad fahren kann.

Wir haben uns aber auch an einen Anwalt gewandt. Mit ihm werden wir gegen den Bescheid jetzt erst einmal Widerspruch einreichen. Falls der abgelehnt wird, würden wir auch den weiteren Schritt der Klage gehen.

Würden Sie jetzt bei der Bewerbung für die Oberschule etwas anders machen als im Februar?

Darüber habe ich inzwischen auch nachgedacht. Aber nachdem ich mir die Gründe für die Ablehnung angesehen und gesehen habe, dass selbst bei unserer Drittwunschschule, wo auch Freunde von uns angenommen wurde, 40 Schüler mit Erstwunsch abgelehnt wurden, kann ich keine andere Taktik cleverer finden. Denn ich wüsste keinen Weg, wie es sicher geklappt hätte.

Was könnte Berlin ändern, damit sich die Situation für künftige Bewerber an weiterführenden Schulen verbessert?

Für mich ist nicht nachvollziehbar, wie man mit Geburtenraten und Schulplätzen - also als mein Kind eingeschult wurde, wurden noch Schulen geschlossen - so schlecht rechnen kann. Ich verstehe nicht, wo das Problem liegt und wie es sein kann, dass es einfach nicht genug Schulplätze gibt. Es sollen ja sogar Kinder gar keinen Schulplatz bekommen haben [siehe Infobox]. Und selbst für uns, wo wir einen haben, kann ich mich nicht mit so einem weiten Schulweg anfreunden. Wir wohnen ja absichtlich in der Stadt, wo alles um die Ecke ist und leben nicht auf dem Land, wo klar ist, dass das Kind erstmal mit dem Bus irgendwohin fahren muss.

Würden Sie jetzt gerade lieber auf dem platten Land wohnen, wo es ohnehin nur wenige Schulen zur Auswahl gibt?

Wir hatten gerade am Wochenende ein Kita-Fest. Da kamen alle von früher zusammen. Es waren auch Freunde da, die an den Rand von Berlin gezogen sind. Dort gibt es das eine Gymnasium auf das man geht, wenn man da wohnt. Das erleichtert die Sache sicher.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Sabine Prieß, rbb|24

Wechsel auf die weiterführende Schule in Berlin

In Berlin besuchen Kinder die Grundschule in der Regel sechs Jahre lang. Manche Kinder wechseln schon nach der Jahrgangsstufe 4 an eine weiterführende Schule, hier gelten aber spezielle Regeln. Für alle anderen startet kurz vor Abschluss des sechsten Schuljahres ein jedes Jahr ähnlich ablaufender Prozess zum Schulwechsel.

So werden bei der Wahl der weiterführenden Schule Eltern und Kinder zunächst von den Grundschulen beraten. Die weiterführenden Schulen bieten zudem Tage der offenen Tür, wo sie beispielsweise auch besondere Fächer, Sprachangebote oder AGs vorstellen, aber auch bestimmte Auswahlkriterien.

In einem festen Anmeldezeitraum, meist im Februar, können Eltern dann ihr Kind in einer Erstwunschschule anmelden. Sie können auch einen Zweit- und Drittwunsch angeben. Bei der Anmeldung müssen sie einen Anmeldebogen und die Förderprognose vorgelegen.

Die Förderprognose wird von der Grundschule ausgestellt. Sie beinhaltet eine Durchschnittsnote, die aus den Zeugnisnoten des 2. Halbjahres der 5. Klasse und des 1. Halbjahres der 6. Klasse gebildet wird. Bei Noten über 2,2 wird ein Gymnasium oder eine Integrierte Sekundarschule (ISS) empfohlen, unter 2,8 eine ISS. Dazwischen wird je nach Situation entschieden. Die Schulwahl ist dennoch frei von der Empfehlung.

Die Schulen entscheiden dann nach einem festgelegten Schema, welche Kinder aufgenommen werden: 10 Prozent der Plätze ist für Härtefälle und Geschwisterkinder reserviert, 60 Prozent nach Note oder bestimmten Anforderungen im Schulprofil (z.B. Musik-Test an einer Schule mit Musik-Profil) - und 30 Prozent im Losverfahren.

Am 17. Mai gehen Informationsbriefe an die Kinder raus, in denen sie über ihren neuen Schulplatz informiert werden. Hat ein Kind weder an der Erst-, zweit- oder Drittwunschschule einen Platz bekommen, wird ihm ein Platz zugewiesen - irgendwo im Berliner Stadtgebiet.

Quelle: Senatverwaltung für Bildung

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51 Kommentare

  1. 51.

    Sie sind offenbar schon lange raus aus dem Geschäft! Sekundarschule vor allem jene mit gymnasialer Oberstufe sind NOCH nachgefragter als Gymnasium. Da braucht's teilweise auch schon einen Schnitt von 1,4 um sicher einen Platz zu bekommen. Es wird immer sehr gern "Schuld" bei den Eltern gesucht, weil diese angeblich zu anspruchsvoll seien bei der Schulwahl. Da muss man klipp und klar sagen: Das ist Unsinn. Das Versagen liegt zu 100% bei der Politik. Es gibt viel zu wenige Schulplätze in Berlin, die Verwaltung hat bei der Planung komplett versagt. Und die Situation wird von Jahr zu Jahr schlimmer, weil die Schülerzahlen stetig steigend sind.

  2. 50.

    Na ja. Unsere Tochter hat einen Schnitt von 1,1 und geht auch weiterhin zur Grundschule. Das ist völlig okay. Zumal eigenartiger Weise wahnsinnig viele Kinder einen Schnitt von 1,5 und besser in der Grundschule haben ...
    Ein Schnitt von 1,2 ist per se sicher kein Grund, sein Kind unbedingt auf ein Gymnasium schicken zu müssen. Und ganz ehrlich: Ehe ich mein Kind jeden Morgen durch die halbe Stadt schleife, gönne ich ihm doch lieber noch zwei Jahre mit seinen Freunden in der Grundschule zusammen zu sein, als es auf Biegen und Brechen mit 10 schon aufs Gymnasium zu stecken. Manchmal sollte man auch die Motivation hinterfragen, die hinter dem eigenen elterlichen Eifer steht. Wenn Ihr Sohn ein guter Schüler ist, würde er in der 7. den Wechsel vermutlich wesentlich geschmeidiger schaffen als jetzt, wo er sich nicht nur an eine neue Schule, sondern auch an ein komplettes neues Umfeld gewöhnen muss.

  3. 49.

    Das spricht mir aus der Seele! Wir sind ganz krank mittlerweile und die Nerven liegen blank. Das Kind hat so sehr geweint und man fühlt sich einfach ohnmächtig ...

  4. 48.

    Traurig, oder? Die Spannung und Aufregung, die Belohnung für den bisherigen Fleiß in der Schule, das wird alles zunichte gemacht. Aus Spannung wird Angst, aus Aufregung Stress. Was dann noch kommt, macht‘s nicht besser. Zu volle Klassen, gescheiterte Inklusion, Lehrermangel, Unterrichtsausfall...Bildungssystem 2019 in Berlin. Ein Garant den Kindern die Kindheit und Schulzeit zu versauen. Beschämend.

  5. 47.

    Ich habe meine Kinder schon durch. Zum Glück, möchte ich fast sagen. Ich finde es erschreckend und peinlich, dass eine eigentlich so positive Sache wie der Übergang auf die Oberschule so negativ belastet ist. Kinder strengen sich jahrelang an, um gute Noten zu erzielen, damit sie problemlos auf eine der erwählten Schulen angenommen werden und dann das. Kein schöner Start in die neue Lebensphase. Die Folge müsste sein, dass auf die Strasse gegangen wird. Von Eltern, zukünftigen Eltern und denen mit bereits erwachsenen Kindern. Damit das Bildungssystem saniert wird und Verantwortung für das Wichtigste, was eine Gesellschaft hat, gezeigt wird. Kinder. Kopf hoch an alle Eltern, ich kann die Wut und Verzweiflung gut verstehen.

  6. 46.

    "Wir hatten dann fünf bis sechs Schulen in der engeren Auswahl. Man darf ja nur drei aufschreiben." Wenn es auf dem Formular die (meiner Meinung nach sinnfreie) Beschränkung auf drei Wunschschulen gibt, dann kann man da eben nur bis zu drei Schulen angeben. Da die üblicherweise wohlgewählt sind, bleibt für die Angabe weiterer möglicher Schulen als "Zweitwahl", beispielsweise, wie von ihnen angemerkt, aus den Nachbarbezirken, eben keine Möglichkeit. Was daran war nicht zu verstehen?

  7. 45.

    ein sehr interessanter Artikel hierzu aus dem Tagesspiegel

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/schulplaetze-fuer-berliner-siebtklaessler-bezirk-wehrt-sich-gegen-groessere-klassen/24367782.html

  8. 44.

    T-K weigert sich auch, Klassen bis zum Maximum (26) zu bilden und liegt deswegen im Clinch mit der Bildungssenatorin. Andere Bezirke lassen Klassen von 26 zu. T-K will nur 25 Schüler pro Klasse.

  9. 43.

    Mein Sohn hat zur 5ten Klasse ebenfalls eine Ablehnung erhalten. Wir haben es mit einem Schnitt von 1,2 am KKG versucht - mit 7 von 10 Punkten in der Aufnahmeprüfung (was nicht so schlecht ist) haben wir eine Ablehung erhalten. Die Zweit- und Drittwunschschule hat natürlich keine Kapazitäten und so soll ein Kind mit einem Notendurchschnitt von 1,2 dann zurück auf die Grundschule, das es in ganz Pankow keinen freien Platz an einem Gymnasium gibt. Der Bezirk hat uns eine unbrauchbare Liste mit Scheinalternativen vorgeschlagen. Ich werde als Alleinerziehende und berufstätige Mutter jeden Tag nun zwei Stunden mit dem Sohn in den Öffentlichen sitzen, bis wir hoffentlich eines Tages eine Wohnung am neuen Schulort finden - es ist eine Zumutung - dem Schulamt sind Einzelschicksale vollkommen egal - das ist fast schon Menschenverachtend aus meiner Sicht.

  10. 42.

    Ja, in diesem einen Fall. Aber Kinder sollten überall die Augen und Ohren offen halten, wenn sie unterwegs sind. Es geht um's Überhaupt. Der gesunde Mittelweg ist es, wie fast immer. Helikopter-nein, aber ein wenig Achtsamkeit und Wachsamkeit sollte man seinem Kind schon mit auf den Weg geben. Egal in welchem Bezirk es unterwegs ist!

  11. 41.

    Wir haben heute leider auch einen Negativbescheid erhalten. Ablehnung der 1., 2. und 3. Wunschschule. Wenigstens wurde uns eine Schule im Bezirk angeboten, wenn diese auch ungünstig zu erreichen ist. Es fehlen dieses Jahr hier in Treptow/Köpenick um die 100 Plätze. Nächstes Jahr werden wohl noch weniger zur Verfügung stehen. Der Schulausbau hätte bereits vor Jahren erfolgen sollen.

  12. 39.

    Offensichtlich sind Sie schon Jahrzehnte nicht mehr mit der Ringbahn gefahren, sonst würden Sie nicht so einen Blödsinn schreiben. Ringbahn muss ich jedcen Tag fahren: das ist nur noch Viehtransport und keine Beförderung mehr!

  13. 38.

    Typisch Deutschland ein Schulsystem aus der Kaiserzeit soll das geforderte hohe Bildungsniveau bringen. Gute Nacht Deutschland.

  14. 37.

    In der S-Bahn die Augen zumachen und entspannen. - Das wollen Sie allen Ernstes in dieser kriminell belasteten Hauptstadt Deutschlands, den Schulkindern während der Fahrt in den lauten Rumpelzügen raten? Was für ein leichtsinnige Äußerung Ihrerseits!

  15. 36.

    Meine Kinder sind 13 und 14. Und brauchen keine ewig langen Schulwege, um nicht vor'm PC zu verblöden. Der Schulweg von beiden beträgt jeweils 40 Minuten. Mit dem Bus, 1x umsteigen. Um die Zeit, in der sie morgens und nachmittags fahren, ist es proppevoll und höllisch laut. Sitzplätze gibt es meist nicht und lernen, lesen oder entspannen ist überhaupt nicht drin. Zumal wir auch möchten, dass sie Augen und Ohren offen halten, um ihre Umgebung im Blick zu behalten. Ihre Ratschläge sind wirklich nicht alltagstauglich, aber bestimmt gut gemeint ;-)

  16. 35.

    Statt PC in Berlin zu Stoßzeiten Bahn oder Bus fahren. Juchhuuu...Machen Ihre Kinder das? Todmüde um 7h morgens Vokabeln in der vollen Bahn lernen? Nach 7-8 Stunden Schule Hausaufgaben machen oder Bücher lesen? Mit 11??? Hätten Sie das in dem Alter gemacht? Positiv denken ist ein guter Tipp, der Rest, bei allem Respekt, ein großer Schmarrn!^^

  17. 34.

    Selbstverständlich sind manche der gewünschten Schulen auch im Nachbarbezirk. Was für eine Frage. Wir haben 3 Schulen in 3 Bezirken auf der Liste gehabt. Wäre gar nicht anders gegangen. Ich sehe es übrigens wie andere User, es sind zuviele Schüler ohne gymnasiale Empfehlung in den Gymnasien, die Plätze wegnehmen. So auch in der Schule meines Kindes. Bei mindestens 4 Schülern ist das falscher Ehrgeiz der Eltern, die entlarven sich auch im Elternchat und auf Elternabenden. Mir tun deren Kinder leid, die sind in der 8. schon völlig überfordert und bremsen den Unterricht aus. Damit ist niemandem gedient. Die Vergabekriterien müssen geändert werden. Dann gibt es auch wieder mehr freie Plätze.

  18. 33.

    Anstatt über lange Schulwege zu "jammern" sollten die Betroffenen das ganze auch mal positiv sehen.
    In der Zeit in der S-Bahn kann endlich mal wieder ein Buch gelesen werden, einfach mal die Augen zumachen und entspannen,....
    Das Kind hängt nicht vor TV oder PC/Tablet. Und wo steht geschrieben, dass nicht bereits in Bus/Bahn nicht schon Vokabeln gelernt werden können? Auch so manche Texte für die einzelnen Fächer können doch bereits vorab gelesen werden. Die Aufsätze können dann zu Hause geschrieben werden.

    EINFACH MAL POSITIV DENKEN!

  19. 32.

    Hört sich schick an, ist aber auf unsere derzeitige Gesellschaftssituation nicht anwendbar. Das "Dorf" schert sich einen sonstwas um unsere Kinder. Das ist ja das Problem. Eltern und Kinder sind allein gelassen mit dem Schlamassel. Um Ihre Frage zu beantworten: ich bin Mutter zweier bereits erwachsener Kinder, Großmutter und habe beruflich viele Jahre mit problematischen Jugendlichen gearbeitet. Zudem bin ich ehrenamtlich seit knapp 10 Jahren als Lesepatin in der ehemaligen Schule meiner Kinder aktiv. Ich weiß wovon ich spreche und kann das alles aus eigener Erfahrung sehr gut beurteilen. Ihre abwertenden Äußerungen machen mich einfach ärgerlich. Weil sie sich so oberflächlich und fern der Realitäten anhören. @Berlinerin: Auf den begehrten erweiterten Sekundarschulen in Berlin mit Abitur nach 13 Jahren sieht es wie auf den Gymnasien aus, teils noch schlimmer. Gerade weil viele ihren Kindern ein Jahr mehr ermöglichen wollen. Da braucht's auch sehr gute Notendurchschnitte, die Anmeldelisten sind extrem lang.

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