Protestaktion von Naturschützern in Fichtenwalde (Quelle: imago/Steinach)
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Nabu-Beschwerde beim OVG erfolgreich - Insektizid-Einsatz muss wieder gestoppt werden

Der Naturschutzbund (Nabu) Brandenburg hat im Kampf gegen das umstrittene Insektizid "Karate Forst flüssig" einen juristischen Erfolg erzielt. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat am Freitag mit sofortiger Wirkung die aufschiebende Wirkung des Nabu-Widerspruchs gegen die Genehmigung der Anwendung des Mittels wieder hergestellt. Damit wird die weitere Ausbringung des Insektizids über Kiefernwaldflächen im Landkreis Potsdam-Mittelmark gestoppt, wie das Gericht mitteilte. Den Angaben zufolge ist der Beschluss unanfechtbar.  

Grüne: "schallende Ohrfeige"

Die Grünen sprachen am Samstag von einer "schallenden Ohrfeige" für Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD). Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade betonte dagegen, der Insektizid-Einsatz sei notwendig, um die Kieferwälder vor dem Schädling "Nonne" zu retten. Die Empfehlung dafür habe das Landeskompetenzzentrum Forst ausgesprochen.

Mittel wird gegen Kiefernschädling eingesetzt

Am Mittwoch hatte die Vorinstanz, das Verwaltungsgericht, noch einen entsprechenden Eilantrag mit der Begründung abgelehnt, dass der Nabu nicht antragsbefugt sei. Dagegen legten die Umweltschützer in der nächsten Instanz Beschwerde ein.

Der Nabu sieht schwerwiegende Auswirkungen durch "Karate Forst" auf Insekten und Vogelwelt. Der Landesbetrieb Forst dagegen hält den Einsatz des Mittels für notwendig, um den Kahlfraß von mindestens 3.000 Hektar Wald durch den Kiefernschädling Nonne zu verhindern.

Seit vergangener Woche flogen Hubschrauber des Landesbetriebs Forst Brandenburg über Wälder im Landkreis Teltow-Fläming und versprühten das Insektizid. Für kommende Woche waren weitere Flüge in den Gemeinden Borkheide, Borkwalde sowie dem Beelitzer Ortsteil Fichtenwalde geplant.

Kommentar

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21 Kommentare

  1. 21.

    " Keine machbare eigene Vorschläge" ? Schon mal etwas vom Waldumbau gehört? Seit Jahren ist bekannt das die Monokultur Kiefernwald durch Mischwälder ersetzt werden sollten. Vorteile wurden oft genug benannt - auch die Brandschutzfrage.

  2. 20.

    Warum akzeptieren die Beelitzer Spargelbauer das Wälder rund um die Spargelfelder und den Heidelbeerfelder mit Dioxinen. einem Nervengift, berieselt werden?

    Glauben wirklich tausende Menschen, dass diese Felde nichts abbekommen?

    Warum schauen Regional- und Landespolitiken schon seit Jahren weg?

    Warum werden betroffene Bürger nicht ausreichend informiert?

    Warum schalten sich die Medien nur widerwollig mit ein?

    Warum liegen verstärkt tote Tiere im Wald nach dem besprühen rum?

    Fragen über Fragen, die auch Herr Hofreiter nicht wirklich beantworten konnte!

  3. 19.

    Power, 18.05.2019 | 12:19 Uhr:
    "Darf ich dann den NABU verklagen, wenn mein Wald aufgrund des Nichteinsatzes von Insektenmitteln durch die Nonne kahlgefressen wird?"

    Wie kann man nur auf solch eine Schwachsinnsidee kommen?!?

    NEIN, Sie dürfen nicht alle möglichen Lebewesen gefährden, nur weil eine Art sie wirtschaftlich schädigt!

    Im Gegenteil: Jeder darf Sie verklagen, wenn er durch Ihre Gifte geschädigt wird.

  4. 18.

    Pilz, Cottbus, Samstag, 18.05.2019 | 20:02 Uhr:
    "Seit vielen Jahren schon werden über Brandenburger Wäldern zielgerichtet Insektizide aus der Luft eingesetzt. ... Und jahrelang gab es keine Aufregung darum. Warum jetzt? ... Bis vor kurzem hat sich keiner von denen dafür interessiert."

    Lieber Pilz, was man lange gemacht hat, muss nicht unbedingt richtig sein.

    Pilz:
    "Und warum spielen die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren und Jahrzehnten mit dieser Art der Schädlingsbekämpfung in der laufenden Debatte keine Rolle?"

    Wie kommen Sie auf diesen Unsinn? Die Gerichte berücksichtigen alles und wägen Nutzen und Risiko gegeneinander ab.

    Lieber "Pilz", Ihre Vermutungen zu Zugezogenen vs. Ureinwohner sind naiver Verschwörungswahn. Sie sprechen uns Ostdeutschen ab, sich kritisch für Natur, Umwelt und unsere eigene Gesundheit zu interessieren! Das ist überheblich und arrogant gegenüber uns Ostdeutschen!

  5. 17.

    Besorgter, K, Samstag, 18.05.2019 | 17:39 Uhr:
    "Ich nenne das Ganze „Kasperletheater „ was NABU hier veranstaltet. Selbst haben die Leute keine Lösungen, lehnen aber den Einsatz des Spritzmittels ab."

    Umweltschutz = Kasperletheater?

    Man muss keine Alternativ-Lösung haben, um gefährliche Gifte verbieten zu lassen!
    Schließlich hat Angeblich-"Besorgter" auch keinen Alternativ-Vorschlag außer nur sinnfrei Rummeckern, dass nicht jeder alles vergiften darf.

  6. 16.

    Wolfgang, HoyWoy, Samstag, 18.05.2019 | 08:29 Uhr:
    "Wenn der Wald mit Hilfe der grünen Ideologen dann kahl gefressen wurde, können da noch ein paar Windräder hin, ganz im Sinne der Bevormunder mündiger Bürger. Hier wundert sich langsam niemand mehr über irgendwas. Nur Kopfschütteln alleine wird aber nicht reichen um dieser Wahnsinnsideologie paroli zu bieten."

    Da spricht wohl der ChefIDEOLOGE der Schädlingsbekämpfungsindustrie: JEDES Gift muss recht sein beim Bekämpfen von Insekten, egal, wie es sich auf Natur und Mensch auswirkt! Eine klare und eindeutige Ideologie des Wolfgang.

    Wir sehen ja, wohin uns solche Wolfgang-Ideologien bisher schon gebracht haben: Insektensterben mit den Auswirkungen auf die Nahrungskette > weniger Vögel.

  7. 15.

    Besorgter, K, Samstag, 18.05.2019 | 00:59 Uhr:
    "Typisch NABU! Keine machbare eigene Vorschläge. Aber immer wieder vorne dran wenn es ums meckern geht. Toll solche Menschen brauchen wir."

    Nach "Beorgter" sollte man gefährliche Gifte erst dann verbieten, wenn es Alternativen gibt. Bis dahin dürfen diese Gifte weiter verwendet werden und müssen Natur und Mensch sterben. TOLL!

    "Machbare eigene Vorschläge" hat "Besorgter" aber auch nicht.

  8. 14.

    Mal etwas zur Aufklärung der die aus der Ferne zum Thema äußern.
    Wir Anwohner im Außenbereich von Fichtenwalde wurden auch von der Forst angeschrieben das unsere Grundstücke beflogen werden.
    Es wurde auch uns mitgeteilt das in unserem Baumbestand ein starker Schädlingsbefall festgestellt wurde ...
    Man sollte der kostenpflichtigen Befliegung zustimmen oder selber für die Bekämpfung Sorge tragen und dieses der Forst nachweisen.
    Der gesetzliche Mindestabstand zu Siedlungsbereichen beim Befliegen beträgt 25m, die Wipfelhöhender Kiefern hier ca. 30m, der Waldbaumbestand geht fließend auf die Wohn- und Erholungsgrundstücke über ....
    Wer glaubt das wir hier vor dem Sprühgift sicher wären ist herzlich eingeladen sich bei der Befliegung ungeschützt hier in den Garten zu setzen .... fall's es doch noch weiter gehen sollte.
    Danke an den NABU für das stoppen dieser Aktion der Forst ...deren Briefumschläge mit www.waldwirtschaft-aber-natürlich.de gestempelt sind.

  9. 13.

    Die Erfahrung hat ergeben, dass diese Art der Schädlingsbekämpfung nicht sinnvoll ist. Es ist zum dem leicht darüber zu urteilen, wenn man nicht in der Nähe wohnt. Es kann natürlich sein, dass sie kein Problem damit haben, Insektizide einzuatmen. Wie kommen sie eigentlich darauf, dass es die Menschen mit dem Domizil sind?

    Die Diskussion mit dem Mischwald ist auch schon länger da, und die betroffenen Waldbesitzer haben es letztlich verpennt. Und nun müssen sie sich nicht wundern, wenn sich die Menschen dort wehren.

    Übrigens der NABU setzt sich für den Schutz der Natur ein.

  10. 12.

    Seit vielen Jahren schon werden über Brandenburger Wäldern zielgerichtet Insektizide aus der Luft eingesetzt. Jedes Mal wird das angekündigt, in den Amtsblättern, in der Lokalpresse, sogar im Videotext des RBB. Und jahrelang gab es keine Aufregung darum. Warum jetzt? Und warum spielen die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren und Jahrzehnten mit dieser Art der Schädlingsbekämpfung in der laufenden Debatte keine Rolle? Meine Vermutung: weil die Themen solcher Debatten von Zugezogenen aus den Alt-Bundesländern gesetzt werden. Das gilt sowohl für die Bürgerinitiativen vor Ort, als auch für das Gros der Redakteure der Massenmedien. Bis vor kurzem hat sich keiner von denen dafür interessiert. Aber nun, da man sich selbst ein Domizil im schönen Brandenburg zugelegt hat, wird so getan, als sei das alles ganz neu und ungeheuer gefährlich.

  11. 11.

    Ich nenne das Ganze „Kasperletheater „ was NABU hier veranstaltet. Selbst haben die Leute keine Lösungen, lehnen aber den Einsatz des Spritzmittels ab.

  12. 10.

    Nein können sie leider nicht. Weil wer seinen Wald falsch betreibt, ist ja irgendwie selber schuld. Im Prinzip könnten andere Waldbesitzer, diejenigen mit Monokieferwäldern verklagen, weil diese ja eine massenhafte Vermehrung von Nonnen durch diese Monokultur fördern.

    Wenn ich mich Einseitig ernähre, kann ich ja auch nicht meine Krankenkasse oder andere verklagen, wenn ich krank werde.

    Und wir leben mittlerweile im Jahr 2019, es ist wohl klar, wie man einen Wald optimal betreiben sollte. Wissensdefizite kann man ausschließen, außer man bildet sich nicht mehr weiter.

  13. 9.

    Ich verstehe das nicht. Zum einen gibt es die Horrorberichte über das große Insektensterben. Zum anderen gibt es die Absicht trotzdem in den Wäldern Insektizide zu versprühen. Hallo ? Irgendetwas passt hier nicht.

  14. 8.

    Die Nonne ernährt sich nicht nur von der Kiefer. Wenn die aufgefressen ist, nimmt sie die Fichte, die Eiche, die Buche usw. Vielleicht wäre der Einsatz doch sinnvoll um die Naturverjüngung zu schützen. Beim Waldumbau denkt man übrigens in Generationen, der ist übermorgen noch nicht fertig!

  15. 7.

    Darf ich dann den NABU verklagen, wenn mein Wald aufgrund des Nichteinsatzes von Insektenmitteln durch die Nonne kahlgefressen wird?

  16. 6.

    Warum soll der Wald kahl gefressen werden, habe ich in der Natur noch nie gesehen? Woher kommen eigentlich ihre Angsttheorien? Und zweimal der Begriff Ideologie in einem Kommentar sagt schon alles über sie aus.

  17. 5.

    Wenn der Wald mit Hilfe der grünen Ideologen dann kahl gefressen wurde, können da noch ein paar Windräder hin, ganz im Sinne der Bevormunder mündiger Bürger. Hier wundert sich langsam niemand mehr über irgendwas. Nur Kopfschütteln alleine wird aber nicht reichen um dieser Wahnsinnsideologie paroli zu bieten.

  18. 4.

    Danke Nabu. Ich werde die Region mit meinen Kindern dieses Jahr meiden und auch keine landwirtschaftlichen Produkte von dort essen. Schade, dass die "verantwortlichen" Landesbetriebe, Behörden und Politiker weiter Gifteinsätze befürworten.
    Die kurzfristigen Sperrungen des Waldes von wenigen Tagen und das Verzehrverbot von Beeren und Pilzen für nur wenige Wochen waren mir bereits vorher suspekt. Die Angaben des Giftherstellers zur Wirkung auf den Menschen kann ich ohnehin nicht glauben. Bis zum Verbot galten in der Vergangenheit viele Gifte allgemein als unbedenklich, sogar DDT.

  19. 3.

    Typisch NABU! Keine machbare eigene Vorschläge. Aber immer wieder vorne dran wenn es ums meckern geht. Toll solche Menschen brauchen wir.

  20. 2.

    Super. Kann man eigentlich den Waldbesitzer verklagen, wenn Menschen in der Nähe durch den Pestizideinsatz erkranken?

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