Al Kuds-Demonstration am 9.6.2018 in Berlin (Bild: imago/Rolf Zoellner)
Bild: imago/Rolf Zoellner

Gegendemo in Berlin geplant - Bündnis fordert Protest gegen Al-Kuds-Demonstration

Auch in diesem Jahr zieht der anti-israelische Al-Kuds-Marsch wieder durch Berlin - und erneut formiert sich Widerstand. Zahlreiche Organisationen wollen am Samstag mit einer Gegendemonstration ein deutliches Zeichen gegen "antisemitische Hetze" setzen.

Mehrere Parteien, Gruppen und Initiativen haben zu einer Demonstration gegen die anti-israelische Al-Kuds-Kundgebung am Samstag in Berlin aufgerufen. Beim sogenannten Al-Kuds-Tag von radikal-islamischen Gruppen gehe es um antisemitische Hetze, teilte das Bündnis in Berlin am Dienstag mit. "Dieser Marsch ist ein Marsch des Hasses, der die falsche und widerrechtliche Forderung erhebt, Jerusalem dürfe nur den Muslimen gehören", erklärte die Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin und Brandenburg.

Auch Klein ruft zur Gegendemo auf

Unterstützt wird sie vom Jüdischen Forum, der Kurdischen Gemeinde, dem Lesben- und Schwulenverband, dem American Jewish Committee Berlin und den meisten im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien. Das Motto der Gegendemonstration am Samstagnachmittag (15 Uhr) am Ku'damm lautet: "Kein Islamismus und Antisemitismus in Berlin - Gegen den Kuds-Marsch." Die Veranstalter hoffen auf 800 Teilnehmer.

Auch der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, schloss sich dem Aufruf an. An diesem Tag werde in unerträglicher Weise gegen Israel und Juden gehetzt, sagte Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag).

Kippa tragen als Zeichen der Solidarität

Klein appellierte zugleich an die Menschen in Berlin und bundesweit, als Zeichen der Solidarität eine Kippa zu tragen. "Wenn Politik und Gesellschaft mit vereinten Kräften gegen Antisemitismus vorgehen, dann haben wir eine echte Chance, diesen Kampf zu gewinnen", sagte er in dem Zeitungsinterview.

Vor Kurzem hatte Klein Juden davon abgeraten, jederzeit und überall in Deutschland Kippa zu tragen. Er erklärte inzwischen, die Äußerung sollte ein Weckruf angesichts der gestiegenen Zahl antisemitischer Straftaten sein.

Zentralrat der Juden fordert strenge Auflagen

Am Al-Kuds-Tag, der am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan liegt, ruft der Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf. An dem alljährlichen Al-Kuds-Marsch in Berlin beteiligen sich unter anderem Sympathisanten der radikalen Palästinenserorganisation Hamas und der islamistischen Hisbollah.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert strikte Auflagen für die Demonstration sowie ein Verbot der Hisbollah. Bei der Propagandaveranstaltung werde für eine Eroberung
Jerusalems und die Vernichtung Israels demonstriert und das iranische Mullah-Regime gepriesen, kritisierte Zentralratspräsident Josef Schuster am Montag in Berlin. "Uns ist es unverständlich, dass diese Demo Jahr für Jahr genehmigt wird", sagte er.

Sollte sich die Veranstaltung auch in diesem Jahr nicht verhindern lassen, erwarte der Zentralrat strikte Auflagen sowie die konsequente Ahndung bei Verstößen.

Sendung: Inforadio, 28.05.2019, 15 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um eine Antwort zu verfassen.

Antwort auf [Zach ] vom 28.05.2019 um 18:06
Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

14 Kommentare

  1. 14.

    Eine Al-Kuds-Demonstration in Berlin. Schande über Berlin.

  2. 13.

    Ich kann Sie da nur voll und ganz unterstützen! Solche Demonstrationen gegen unsere jüdischen Mitbürger und gegen Israel regen mich ständig auf. Das sollte ein für allemal verboten werden.
    Außerdem möchte ich noch hinzufügen, die Leute, die gegen Israel, dem einzigen demokratischen Staat im Nahen Osten, demonstrieren unterstützen Diktatoren wie die Mullahs im Iran. Über 500 Todesurteile wurden im Iran wieder vergangenes Jahr wie die ganzen Jahre zuvor vollzogen. Wenn einer z.B. vom Islam zum Christentum konvertiert, ist er ein Todeskandidat. Für mich völlig unverständlich, daß solche Regime von Bürgern in unserem Land überhaupt unterstützt werden.

  3. 12.

    Ich hatte das gestern schon mal festgestellt:
    Wir sind Deutschland, das Land des Holocaust! Da darf es einfach nicht möglich sein, dass derart antisemitische und rassistische Hassdemos – und um nichts anderes handelt es sich hier – stattfinden dürfen. Hier muss es ein Totalverbot geben!
    Es ist lächerlich, dass wir das nicht auf die Reihe kriegen und hier statt dessen weinerlich zu „Gegendemonstrationen“ aufgerufen wird Oder haben wir auch einfach nur Angst vor Terroranschlägen?
    Ich bin entsetzt, dass wir aus unserer historischen Vergangenheit/Geschichte wohl tatsächlich gar nichts gelernt haben, man kann sich als Deutscher auch heute nur noch weiterschämen!

  4. 11.

    Ich sagte schon mal, wenn Jassir Arafat nicht auf Maximalforderungen bestanden hätte bei den Verhandlungen mit Itzak Rabin, dann hätten die Palästinenser schon lange einen eigenen Staat. Deutschland hat bei der Wiedervereinigung doch auch nicht auf Rückgabe von Oberschlesien bestanden, oder?

  5. 10.

    Wenn Sie ringsherum von Nachbarn umgeben sind, die ihre Vernichtung wollen, dann würde Sie das anders sehen. Da geht es wirklich um die Existenz. Ja, Israel ist in seiner Siedlungspolitik fragwürdig, aber diese Region der Welt ist nunmal nicht mit normalem Maß zu bewerten. Israel ist offensiv in seiner Abwehr, sonst wäre es schon längst von der Landkarte verschwunden. Der Iran mach keinen Hehl daraus, Israel ausradieren zu wollen. Und viel schlimmer ist, wenn Kritik an Israel nur als Deckmantel für Antisemitismus benutzt wird. Die antisemitischen Vorfälle in Deutschland nehmen zu.

  6. 9.

    Solange Israelis und Palästinenser zu keinem vernünftigen, friedvollen Umgang miteinander finden können, wird es weiterhin Nutznießer aus dem leidvollen Konflikt geben. Sind und waren die Worte Jesu Christi, heute wie damals so schwer zu verstehen? - Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

  7. 8.

    Man muss diese und ähnliche "Kundgebungen" verbieten.

  8. 6.

    Israelbezogener Antisemitismus ist leider weit verbreitet, auch wenn die radikalen Forderungen und Haltungen der Al-Quds-Anhängerschaft drastischer ausfallen, als ein "das wird man doch wohl noch sagen dürfen" des Antisemitismus der Mehrheitsgesellschaft. Regelmäßig lassen sich auf der besagten Demo uralte antisemitische Narrative von Kindsmördern und Brunnenvergiftern beobachten. Zu beneiden sind die Polizist*innen um ihre Aufgabe, ggf. einzugreifen, sicher nicht, aber es ist zwingend nötig.

    Antisemitismus hat etwas von einer sozialen Bewegung, da viele deutlich unterschiedliche politische Haltungen auf diesem gemeinsamen Nenner zusammenkommen. Rechtsextreme, Verschwörungstheoretiker*innen, Teile der muslimischen Communitys, Teile der Linken, nicht zu vergessen diejenigen, die, analog zu Pegida-Demos, sich selbst politisch für völlig normal halten.

    Kleins Aufruf fand ich allerdings falsch. Er ist unsolidarisch und bestärkt Antisemit*innen.

  9. 5.

    Welche im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien beteiligen sich denn nicht? Bitte Aufklärung!

  10. 4.

    Zweimal hatten die Palästinenser die Möglichkeit, einen eigenen Staat zu bekommen, aber sie haben es jedesmal abgelehnt. Man kann nicht immer auf Maximalforderungen bestehen. Dies konnte Deutschland auch nicht bei der Wiedervereinigung.

  11. 3.

    Am Al Quds-Tag werden Israel-Fahnen verbrannt und man hat zum Tod aller Juden aufgerufen. Dieser Auftritt von Terrorunterstützern muss verboten werden, und man muss in dieses Gemenge von Judenhassern tief eindringen mit allen staatlichen Mitteln, bis hin zur Abschiebung. WIR haben nämlich kein Problem mit Israel und "den Juden". Das wird in unsere Gesellschaft hineingetragen, hier sogar u.a. von den Terrorpaten aus dem Mullahregime in Teheran. Abscheulich.

  12. 2.

    Der Al-Quds-Tag ist ein vom Iran ausgehender Aktionstag an dem zur Vernichtung Israels und der Juden aufgerufen wird. Selbst der Islamrat hat sich schon vor Jahren davon distanziert. Nur die übelsten Antisemiten befürworten ihn noch.

  13. 1.

    auch Palästinenser haben das Recht auf ihre Situation in den besetzen Gebieten hinzuweisen und dafür auf die Straße zu gehen. Die Politik in Israel muss sich grundsätzlich ändern

Das könnte Sie auch interessieren