E Scooter stehen in einer Wiener Strasse (Quelle: dpa/Karl Schöndorfer)
Bild: www.picturedesk.com

Umfrage - Mehrheit der Deutschen will nicht mit E-Scootern fahren

Die viel diskutierten E-Tretroller stoßen bei einer Mehrheit der Deutschen auf große Skepsis. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Tüv-Verbands.

Akzeptanz bei Jüngeren und bei Männern höher

Demnach gaben 56 Prozent der 1.001 Teilnehmer an, sie könnten es sich nicht vorstellen, mit einem E-Scooter zu fahren. Lediglich 7 Prozent der Befragten sagten, sie seien schon einmal mit einem elektrischen Roller unterwegs gewesen. Tendenziell sei die Akzeptanz der E-Scooter bei Jüngeren größer. Zudem könnten sich mehr Männer vorstellen, einen E-Scooter zu nutzen, als Frauen (49 bzw. 38 Prozent).

Mit Blick auf die Frage, wo die E-Scooter fahren sollen, war das Votum eindeutig: 83 Prozent plädierten für Radwege. Auf der Straße (22 Prozent) und auf dem Gehweg (11 Prozent) wollten deutlich weniger Teilnehmer die Roller sehen. Der Tüv-Verband riet künftigen Nutzern dazu, einen Helm zu tragen. "Ein Helm kann bei einem Sturz Leben retten oder vor gefährlichen Verletzungen schützen", sagte der Geschäftsführer des Tüv-Verbands, Joachim Bühler, laut einer Mitteilung.

Scheuer gibt auf Druck der Bundesländer nach

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wollte langsame E-Scooter ursprünglich auf Gehwegen zulassen. Am Dienstag lenkte er aber ein: Um eine rasche Zulassung der neuen Gefährte zu ermöglichen, ging er auf Vorbehalte der Bundesländer ein. Denn der Bundesrat muss der Verordnung zustimmen - voraussichtlich am 17. Mai.

Scheuers Änderung der Pläne wurde überwiegend begrüßt. Allerdings gab es auch Warnungen, dass Radwege schon heute oft zu schmal seien - für E-Scooter müsse daher mehr Platz geschaffen werden.

Sowohl die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos / für Grüne) als auch ihre Brandenburger Kollegin Kathrin Schneider (SPD) hatten sich Ende April im Verkehrsausschuss des Bundesrats gegen E-Roller auf Gehwegen ausgesprochen.

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14 Kommentare

  1. 14.

    Hallo Peter, nicht ganz. Ich würde sofort ein E-Auto fahren, wenn es praktikabel und wirklich umweltfreundlich wäre. Ich bin da frei von jeglicher Ideologie. Die Akkutechnik im Auto ist keine Zukunftstechnologie, sie hat den Nachteil, zu viel Gewicht mit zu geringer Energiedichte herumzufahren. Die Gewinnung der notwendigen Rohstoffe ist zudem alles andere als umweltbewusst. Das größte Potential sehe ich derzeit im Wasserstoffantrieb, wo der nötige Strom an Bord des Fahrzeugs generiert wird. Sicher wird es irgendwann noch effizientere Formen geben. Da muss dringend geforscht werden.
    In Norwegen gibt es im Übrigen sehr ernsthafte Diskussionen, E-Autos weiter so massiv zu bevorzugen. Die entgangenen Steuern und Abgaben nehmen ja zwangsläufig zu und müssen mit Einnahmen aus dem Ölverkauf kompensiert werden. Zudem werden wie schon beschrieben, stadtnahe Einwohner gegen ländlich wohnenden massiv bevorzugt. Die umweltfreundlichste Lösung ist nicht der Individualverkehr sondern der ÖPNV.

  2. 13.

    Hallo Steffen,

    na dann schließt sich ja wieder der Kreis zu meinem Ursprungs-Kommentar.
    Es gibt Menschen, die setzen alles in Bewegung, damit etwas funktioniert und man eine Verbesserung herbeischafft.
    Und es gibt Menschen, die sehen immer nur die Gründe, warum etwas nicht funktionieren kann und belassen dann lieber den schlechteren, ursprünglichen Zustand.
    (Dazu angemerkt: Ich kenne keinen einzigen E-Auto-Fahrer - und das sind einige, der jemals wieder zu einem Verbrenner zurückkehren würden.)
    Sofern man es mal pauschalisieren möchte: Die Skandinavier und Chinesen, aus welchen Gründen auch immer, gehören eher zur ersterer Gruppe.

  3. 12.

    Werter Peter, weder die Norweger noch die Chinesen sind ein brauchbares Beispiel. Die Chinesen werden einfach gezwungen. Die Norweger sind zwar frei in der Entscheidung, ohne Betrachtung der Hintergründe kann man schnell zu falschen Schlüssen kommen. Man muss grundsätzlich beachten, dass PKW in Norwegen mit einer enormen Luxussteuer belegt sind, von der E-Autos befreit sind. Damit kostet dort ein Tesla Modell S ähnlich viel wie ein normaler Golf. Gleichzeitig dürfen E-Autos kostenfrei in die eigentlich mautpflichtigen Innenstädte einfahren, Busspuren nutzen, zahlen keine Strasenmaut, nutzen Fähren gratis und dürfen bevorzugt parken. Zusammen mit den spottbilligen Strom in Norwegen ergibt sich ein enormer Preisvorteil. Den nutzen dann auch fleißig genau die Pendler, die täglich zum Arbeiten in die Städte fahren, statt offensichtliche Verkehrsmittel zu nutzen. Es ist zwar etwas umweltfreundlicher, deshalb aber noch lange nicht umweltfreundlich.

  4. 11.

    Ich seh für mich auch keinen Zusatznutzen in den E-Scootern. Wenn ich schneller als zu Fuß sein will, nehme ich ein Fahrrad, damit ist man auch wesentlich komfortabler unterwegs (und kann Dinge transportieren). So gehfaul, wie ich viele Leute aber erlebe - nicht wenige nehmen sogar für eine einzige Haltestelle den Bus, obwohl man die nächste Haltestelle schon sehen kann und vielleicht drei bis maximal fünf Minuten bis dorthin läuft. Und ich meine damit keine Leute, die ernsthafte Gehbehinderungen haben und auf Mobilitätshilfen angewiesen wären. Wer zu faul ist, selbst kleinste Strecken zu Fuß zu gehen, freut sich bestimmt über so ein Gerät, dass ihm auch das abnimmt.

  5. 10.

    Naja, die Norweger (oder Skandinavier) und Chinesen schaffen das alle, warum wir nicht?
    Und Tesla hat mehr als 500 echte Km Reichweite, beim Roadster sogar 1.000.
    Der neue Supercharger lädt mit 250 kW max, andere Technologien schaffen bald noch mehr.
    Da bleibt nicht mehr viel an Argumenten übrig.
    Wollte man anderes herum E-Autos durch Diesel ersetzen wäre es ein No-Go, dass hinten giftige Gase rauskommen mitten in der Stadt.

  6. 9.

    Vor allen Dingen etwas belämmert, so ein Gewese um die Dinger zu machen, obwohl man fast nirgends damit fahren kann. Naja, ein paar Leute werden dran verdienen, das war‘s dann aber bestimmt bald mit dem Thema. Next...^^

  7. 7.

    Dass die Leute angetan sind, glaube ich Ihnen sogar. Das bedeutet aber im Umkehrschluss noch lange nicht, dass sie solch ein Teil auch kaufen würden. Für sicher 90% der Leute, die auf einen Pkw angewiesen sind, ist ein BEV schlicht nicht praktikabel nutzbar. Das Problem liegt in der maximalen Energiedichte und im Gewicht der Akkus verbunden mit der Ladezeit. Für reinen Stadtverkehr ist das kein Thema, wenn man nachts eine Steckdose zum Nachladen hat. Die jährliche Urlaubsreise ist dagegen schon ein Problem. Die Ausrede des mietbaren Benziners lasse ich da nicht gelten, denn das funktioniert nur, solange es wenige E-Autos gibt. Es macht keinen Sinn, solche Mietwagen für wenige Wochen im Jahr auf Halde zu produzieren. Für die Zukunft braucht es also Techniken, den Strom für E-Autos an Bord zu erzeugen. Erst dann kann es sich durchsetzen.

  8. 6.

    So ist der Deutsche, noch nie so ein Ding genutzt oder sich ein tieferes Bild davon gemacht, aber dagegen.
    Leider kenne ich die Analogie von den E-Autos. Aber ausnahmslos jeder der ca. 30 Leute, mit denen ich dann mal E-Auto gefahren bin, hat seine Skepsis überwunden und war hinterher positiv angetan.

  9. 5.

    Also bauen wir mehr SUVs.

  10. 4.

    Dass die Mehrheit der Deutschen auf einmal vom Auto auf den Roller umsteigt hat ja auch nie jemand behauptet. Schon wenn wenige Prozent statt des Autos die Bahn und einen Roller für die Wege zum und vom Bahnhof benutzen würden, wäre ja schon viel gewonnen.

  11. 3.

    Bei den erreichbaren Geschwindigkeiten und der Nähe zum Asphalt ist eine Schutzkleidung, wie beim Inlineskating zumindest für Ungeübte ratsam. Besser erstmal in einem verkehrsarmen Bereich üben, z.B. auf dem Tempelhofer Feld :)
    Die meisten (auch schweren) Verletzungen gibt es bei Stürzen an den Handgelenken und Händen. Ein Helm ist für den Kopf natürlich trotzdem gut.

  12. 2.

    Die E-Scooter werden doch sicherlich auch in der Uckermark erlaubt. Wo kann ich meinen E-Scooter beim Einkauf in einer Kaufhalle abstellen und wie gegen unerlaubte Entwendung (Diebstahl) sichern? Eine Möglichkeit wären die Fahrradabstellplätze und Parkdecks. Und soll es eine Altersbegrenzung nach oben geben - ich meine für ältere Senioren? Oder einen kostenpflichtigen Befähigungsnachweis in einer Fahrschule? Was sagt der Gesetzgeber dazu? Hauptsache, die Dinger werden erst mal verkauft.

  13. 1.

    Das Umfrageergebnis ist in Anbetracht der Demographie nicht wirklich verwunderlich. Und abgesehen davon: Wenn das Rollerfahren so praktisch wäre, würden viele auch mit dem Tretroller fahren. Tun sie aber nicht. Stattdessen ist das Fahrrad das Fortbewegungsmittel der Wahl und zwar auch ohne e-Antrieb. An der nicht vorhandenen Praktikabilität der e-Scooter ändert auch der e-Antrieb nichts. Hätten die Leute Interesse daran, würden die Dinger schon vielfach gekauft und gefahren. Werden sie aber nicht. So gsehen, ist der politische Budenzauber um e-Scooter nichts als ein Hype und Beschäftigungstherapie für die Veranstalter.

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