Flaschensammeln im Alter (Quelle: Christian Allinger)
Bild: Christian Allinger

Grundsicherung im Alter - Arm jetzt und in Zukunft

Schauspieler Klaus Bräuer geht bald in Rente - und fällt sofort in die Grundsicherung. Sein Fall illustriert: Am Rentensystem muss sich dringend etwas ändern - wie auch der Selbstversuch der Autoren zeigt. Von Jann-Luca Künßberg und Teresa Roelcke

Ganz in der Nähe des S-Bahnhofs Feuerbachstraße, da, wo das bourgeoise Friedenau zum nicht minder gut bürgerlichen Steglitz wird, gibt es noch ein paar günstige Wohnungen. Aus deren Fenstern blicken die BewohnerInnen auf die A103, einen kurzen Ausläufer der Berliner Stadtautobahn. Und auf die parallel verlaufenden Gleise der S-Bahnlinie 1. Der Verkehr ist zu hören. In einer dieser Wohnungen wohnt Klaus Bräuer. Im Hinterhaus allerdings, da ist es nicht ganz so laut. Bräuer ist 64 Jahre alt, gelernter Schauspieler und langzeitarbeitslos.

Klaus Bräuer (Quelle: Jann-Luca Künßberg)
Bild: Jann-Luca Künßberg

Kurz vor einer Rente in Grundsicherung bezieht er aktuell noch Hartz IV. Als Schauspieler gehört er zu einer im Diskurs eher unterrepräsentierten Gruppe Arbeitsloser: Unstete oder unregelmäßige Beschäftigungen sind unter Schauspielern selbstverständlich, nur Fernsehserien oder große Prominenz werden entweder dauerhaft oder ausreichend gut bezahlt, sagt Bräuer.

Nach diversen Theater-Engagements war er in vielen Fernsehshows zu sehen: GZSZ, Unser Charlie, SOKO Wismar sind die bekannteren Formate. Allerdings nur in Nebenrollen, davon vielleicht zwei, drei, im besten Fall vier im Jahr. Die Gagen dafür reichen nie, um 365 Tage davon zu leben. Deshalb ist Klaus Bräuer seit langem Hartz IV-Empfänger. Einen anderen Job will er nicht. Er ist schließlich Schauspieler.

Zertifiziert und staatlich anerkannt: Klaus Bräuer ist Schauspieler (Quelle: Jann-Luca Künßberg)
Bild: Jann-Luca Künßberg

Das bleibt er auch, wenn er dann Rentner wird. Viel wird sich für den Westfalen dann nicht ändern - aus Hartz IV wird Grundsicherung. Niemand wird dann mehr versuchen, ihn in Jobs zu vermitteln, die er nicht machen will. Es wird aber auch niemand mehr Kosten für Castings oder aktuelle Fotos übernehmen. Nicht, dass das derzeit eine Selbstverständlichkeit wäre, sagt Klaus Bräuer. Aber mit Glück bekäme man schon mal das Geld für ein professionelles Shooting erstattet. Und solche seien wichtig, sonst verliere man die wichtige Präsenz in den Onlinekarteien. 

Für Berufsausgaben muss er oft in Vorkasse gehen

Oft muss er in Vorkasse gehen, wie gerade erst wieder, um sich für 109 Euro bei einem Videoportal für SchauspielerInnen zu registrieren. Klaus Bräuer will sichtbar bleiben. Dann leiht er sich Geld und hofft, dass es schnell vom Jobcenter erstattet wird. Allzu viele FreundInnen hat er nicht, bei denen er sich Geld leihen kann, vor allem die vielen KollegInnen teilen sein Schicksal. 

Die Rentner, die mit fünf Euro drüber sind, stehen am Ende noch beschissener da.

Klaus Bräuer

Bei der Berliner Tafel holen sich viele beschäftigungslose SchauspielerInnen Nahrung, Bräuer trifft immer wieder welche bei der Ausgabe in Steglitz. Einmal pro Woche bekommen hier TransferleistungsbezieherInnen gegen Nachweis Lebensmittel für ein bis zwei Euro. Die Mengen sind oft recht üppig, wird in Deutschland doch immer noch viel gutes Essen nicht mehr verkauft. Das zeigt auch der virtuelle Blick in Klaus Bräuers Küche und Kühlschrank.

Im interaktiven Videoquiz erzählt Bräuer auch von den RentnerInnen, deren Bezüge ein paar Euro über der Bemessungsgrundlage für die Grundsicherung liegen. Die dürfen nicht günstig bei der Tafel Essen kaufen, die haben keinen BerlinPass für Vergünstigungen im Kulturangebot oder eine günstigere Monatskarte. So stehen diese RentnerInnen schnell noch schlechter da als jene in Grundsicherung. Wie sich das in Zahlen ausdrückt, zeigt unsere Grafik unten.

Klaus' Kühlschrank

Zu viel für Grundsicherung, noch weniger zum Leben?

Finanzielle Armut geht oft einher mit einem Mangel an Partizipationsmöglichkeiten, an sozialer Teilhabe. Die Grundsicherung im Alter soll genau diese sicherstellen. Wie erfolgreich das ist, hängt natürlich auch an den Präferenzen der Einzelnen. Der BerlinPass, zu dem alle Sozialleistungsempfänger der Stadt berechtigt sind, ermöglicht immerhin günstige Mobilität in Form eines vergünstigten Nahverkehrstickets oder Zugang zu Kulturangeboten.

RentnerInnen ohne Grundsicherung können immerhin ein sogenanntes "65plus-Ticket" kaufen, das zwar günstiger als das normale, aber fast doppelt so teuer ist wie das Sozialticket mit BerlinPass. Das führt dazu, dass RentenbezieherInnen knapp über der Bemessungsgrenze für die Grundsicherung unter Umständen noch schlechter gestellt sind. Die unten stehende Grafik zeigt den Vergleich der beiden Rentengruppen mit einer DurchschnittsverdienerIn in Berlin.

Wie viel Rente bekomme ich?

Ein Experiment: Wenn ich nach dem Volontariat eine der immer seltener werdenden Festanstellungen als Journalist bei einer Zeitung bekomme und tariflich bezahlt werde, wie viel Rente bekäme ich dann mit 67?

Während der Recherche zu Armut im Alter wurde ich schnell mit dem Thema Rente konfrontiert. Ich hatte diese Stimmen im Kopf, die sagen: Die jungen Menschen beschäftigten sich nicht mit ihrer Altersvorsorge. Dann habe ich überlegt, was denn eine Beschäftigung damit sein könnte. Sollte ich schon eine Lebensversicherung abschließen? Mir Gedanken machen, wie ich später als freier Journalist meinen Lebensunterhalt im Alter am besten vorbereiten kann?

Die Inflation frisst Gehälter auf, die Tarife kommen kaum hinterher

Ich wollte erst einmal wissen, wie es aussähe, wenn alles einigermaßen glatt läuft. Ich beende mein Volontariat, unterschreibe einen tarifgebundenen Vertrag bei einer Zeitung inklusive betrieblicher Altersvorsorge. Die ist in der Medienbranche sehr gut, die Tarifanpassungen dafür eher nicht.

Dann arbeite ich 40 Jahre bis zum Renteneintritt für diese Zeitung als Redakteur ohne leitende Funktion, bekomme die tariflichen Gehaltserhöhungen und regelmäßigen Anpassungen und zahle beim Versorgungswerk der Presse ein.

Herausgekommen ist eine große Tabelle, die mein Bruttogehalt für jedes Jahr, jeden Monat als Reallohn und auch als Barwert wiedergibt, also die inflationsbereinigte Kaufkraft meines Lohnes im Verlauf der Jahre. Zuerst war ich ganz angetan: in meinem letzten Erwerbsjahr würde ich über 7.500 Euro verdienen. Als ich die Inflationsrate dann einbezog, kam eine Summe heraus, die meinem Einstiegsgehalt nach dem Volontariat nahe ist. Der drastische Verlauf wird in untenstehender Grafik deutlich.

Und in der interaktiven Timeline kann im Zehnjahrestakt nicht nur mein Ergrauen, sondern auch die Entwicklung meines Gehaltes nachvollzogen werden. Am Ende steht die Rente. Spoiler: Es könnte mehr sein.

Berechnungsgrundlage ist der Gehaltstarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure an Zeitschriften, der ab dem 01.11.2019 gültig wird. Für die Extrapolierung der Tarifanpassungen habe ich die der vergangen 25 Jahre in die Zukunft projiziert. Die Inflationsrate beruht auf Aussagen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und dem Plan der Europäischen Zentralbank, die Inflation mittelfristig im Bereich von 2 Prozent zu halten. Die Beiträge für das Versorgungswerk der Presse sind festgelegt. Die Berechnung der gesetzlichen Rente erfolgte auf Grundlage des Schlüssels der Deutschen Rentenversicherung.

Natürlich kann dieses Szenario keine empirischen Ansprüchen gerecht werden. Es kann aber unalarmistisch einen Ausblick geben und Forderungen aufmachen: Am Rentensystem muss sich dringend etwas ändern. Das Beispiel orientiert sich an einem relativ idealen Fall ohne Brüche in der Erwerbsbiografie, dauerhafte sozialversicherungspflichtige Anstellung, keine Elternzeit. Das ist weder im Guten noch im Schlechten ein zeitgemäßes Beschäftigungsverhältnis, geschweige denn ein realistisches in Zukunft.

Reallohn vs. Kaufkraft

Ein Projekt der Volontäre der Evangelischen Journalistenschule Berlin  

Armut in Berlin - die Beiträge zum Thema

Eine Frau hält am 01.07.2016 ein Kind an der Hand (Quelle: dpa/Marcel Kusch)
dpa/Marcel Kusch

Ein Projekt der Evangelischen Journalistenschule - Armut in Berlin

Den einen macht Arbeitslosigkeit arm, eine Familie treibt ein Krankheitsfall in Schulden, anderen reicht die Rente nicht: Armut hat viele Gründe - und viele Gesichter. Die Volontäre der Evangelischen Journalistenschule untersuchen Berlin: Wer ist arm, wo und warum? 

Beitrag von Jann-Luca Künßberg und Teresa Roelcke (EJS)

Kommentar

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58 Kommentare

  1. 58.

    "Im Gegenzug fördert der Staat entsprechend die offizielle Bindung in Form der Ehe oder eingetragenen Lebenspartnerschaft." - Das ist der Lacher des Tages! Schauen Sie bitte in die Höhe des Regelbedarfs bei einer erwachsenen alleinstehenden Person und bei erwachsenen Partnern einer Ehe, Lebenspartnerschaft, eheähnlichen oder lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft. https://de.wikipedia.org/wiki/Regelbedarf Fröhliches Ansparen! Und nicht zu vergessen, was die damalige Sozialministerin und heutige Verteidigungsministerin an dubiosen Kürzungen vornahm.

  2. 57.

    Wollen Sie bitte mal ausführen, was an meiner Aussage angeblich falsch sein soll? Die Wiederholung immer derselben falschen Behauptung ist als "Argument" ein wenig dürftig, zumal Ihr Link das Gegenteil Ihrer Aussage bekräftigt.

    Eine Diskriminierung unverheirateter Familien liegt nicht vor. Es steht jedem Paar frei, den Bund der Ehe einzugehen und damit die Vorteile des Staates in Anspruch nehmen zu dürfen, gleichzeitig aber auch die Pflichten gegenüber dem Staat einzugehen - nämlich zwingend füreinander einzustehen. Während unverheiratete Paare sich jederzeit trennen und in den Genuss staatlicher Unterstützung kommen können, ist dies bei Verheirateten deutlich schwieriger und langwieriger. Im Gegenzug fördert der Staat entsprechend die offizielle Bindung in Form der Ehe oder eingetragenen Lebenspartnerschaft.

  3. 56.

    Falsch ist ihre Aussage: Quasi jede Familie, sofern die Eltern verheiratet sind, profitiert vom Ehegattensplitting.,
    folge dem link einfach:
    https://www.finanztip.de/steuererklaerung/ehegattensplitting/
    Von der Diskriminierung unverheirateter Familien einmal abgesehen.

  4. 55.

    Wieviele Ehepartner verdienen denn exakt gleich viel, um nicht vom Ehegattensplitting zu profitieren? Ja, das Hausfrauenmodell wird dabei besonders stark gefördert. Und? Es gibt kein gerechteres System, was die Anforderungen nach Gleichbehandlung erfüllen würde. Die Einsparmöglichkeiten sind ohnehin begrenzt. Bei den wirklich Reichen zahlen beide den Spitzensteuersatz.
    Den Beleg für fehlende Qualifikation finden Sie auf jeder beliebigen Jobsuchseite im Internet. Die mal aufzurufen, sollte kein Problem darstellen. Es gibt faktisch nur noch Angebote für Hochqualifizierte auf der einen und Hilftätigkeiten ohne nennenswerte Vorkenntnisse auf der anderen Seite. Darauf müssen sich Arbeitnehmer heute einstellen und rechtzeitig weiterbilden, entweder in der Firma oder privat. Ist leider so.
    Auf den Rest Ihrer Unterstellung beliebe ich nicht einzugehen.

  5. 54.

    Dass fehlende Qualifikation oft nicht an den Betroffenen selbst liegt, bestreite ich ja gar nicht. Nur ist es eben so, dass eine am Markt nicht mehr nachgefragten Qualifikation den Betroffenen dazu zwingt, sich entweder zu qualifizieren, den Arbeitsort dorthin zu verlagern, wo die Fähigkeiten nachgefragt sind, oder sich eben beruflich neu zu orientieren. Das ist oft mit finanziellen Einbußen verbunden, aber immer noch besser als "Stütze". Wer dazu nicht bereit ist, bekommt die Härten des Sozialstaates zu spüren und nicht nur dessen Segen. Es existiert kein Anspruch der Gesellschaft gegenüber, sich für seine persönlichen Vorlieben finanzieren zu lassen. Wer als Schauspieler nicht genug verdient, hat halt den falschen Beruf gewählt. Dann verwirklicht er sich vielleicht selbst, aber niemand oder einfach zu wenige wollen sich das anschauen.

  6. 53.

    Wer profitiert vom Ehegattensplitting Ehe mit gleichen Einkommen oder Ehe wo Frau nur zu Hause rum sitzt? Können Sie ihre komischen Thesen [..... Hartz-IV-Empfänger wären zu faul, Arbeit zu suchen. Bei den meisten mangelt es an der Qualifikation,] belegen?

  7. 52.

    "Qualifikationsmaßnahmen müssten deutlich früher greifen als bei Als II"

    Ja, im Idealfall. Tut es aber offensichtlich oft nicht. Und das liegt nur selten an den Erwerbslosen.

    Außerdem vergessen Sie hier, dass sehr viele direkt in ALG II kommen. Sei es, weil sie (noch) keine genügende ALG I Ansprüche aufbauen konnten oder weil die ALG I Ansprüche alleine nicht ausreichen und sie von daher ergänzend ALG II in Anspruch nehmen müssen.

    Auch ist es in diesem Kontext völlig egal, ob das Versagen bei der ALG I oder ALG II Instanz zu finden ist (oder auch DRV). Mangelnde oder falsche Qualifikation liegt nur zu einem kleinen Teil in der Verantwortung der Betroffenen- meistens fehlt es an Möglichkeiten/Förderung.

    Dass das Versagen dann auch noch weitere Kategorien/Stellen umfasst, wie die von Ihnen zurecht gerügte mangelhafte Kinderbetreuung, ergänzt das dann noch. Das System an sich krankt und ist ursächlich für die Misere- und nicht die Betroffenen selber(überwiegend zumindest)

  8. 51.

    Wenn die Leute qualifiziert genug für den aktuellen lokalen Arbeitsmarkt wären, hätten sie innerhalb von 12 Monaten eine Stelle gefunden. Eine falsche Qualifikation, die am lokalen Arbeitsmarkt nicht gefragt ist, ist leider völlig wertlos. Als Melker ist man vielleicht qualifiziert, in Berlin besteht aber null Nachfrage dafür. Qualifikationsmaßnahmen müssten deutlich früher greifen als bei Als II. Je länger man aus dem regulären Arbeitsmarkt raus ist, um so schlechter werden die Chancen für eine erfolgreiche Bewerbung.

    Dass jeder dritte Alleinerziehende Hartz-IV-Leistungen erhält, ist korrekt. Da sind aber auch Aufstocker mit dabei, weil bei Alleinverdienern mit geringem Einkommen das Existenzminimum für die Kinder oft nicht anders gesichert werden kann. Hier liegt aber vor allem ein Versäumnis des Staates bei der Kinderbetreuung vor, die es Alleinerziehenden quasi unmöglich machen, Vollzeit zu arbeiten. Das Problem liegt also nicht bei Hartz IV an sich.

  9. 50.

    Wo ist da das Märchen? Quasi jede Familie, sofern die Eltern verheiratet sind, profitiert vom Ehegattensplitting., würde ansonsten deutlich mehr Steuern zahlen, was dann in der Haushaltskasse fehlt. Sie vergessen zudem, dass es nur ein Teil der Familienförderung ist, wenn auch ein wichtiger.

  10. 49.

    "Ich habe zudem nie behauptet, alle Hartz-IV-Empfänger wären zu faul, Arbeit zu suchen. Bei den meisten mangelt es an der Qualifikation, wenige familiäre Gründe wie Alleinerziehende oder Pflegende Angehörige mal ausgenommen. Dann muss man auch Arbeit als Unqualifizierter akzeptieren."

    Den meisten mangelt es mitnichten an Qualifikation. Und wo das der Fall ist, wäre vor allem Qualifikationsmaßnahmen angebracht. Schließlich haben wir Fachkräftemangeln.

    Und Alleinerziehende sind mitnichten eine kleine Gruppe der Hartz IV Empfänger. Ca. 37 % von ihnen sind Leistungsempfänger- in Zahlen über 600.000.

    Hat aber alles nichts mit dem in diesem Artikel formulierten Problem und den angesprochenen Betroffenen zu tun, die nur knapp über Hartz IV/Gundsicherungsniveau liegen.

  11. 48.

    Es war einmal ein Ehegattensplitting, dass ist ja zur Familienförderung ...... So fangen Märchen an.

  12. 47.

    Was soll ich am Ehegattensplitting bittesehr nicht verstanden haben? Jeder Steuerpflichtige hat ein zu versteuernden Einkommen und einen Steuerfreibeträge. Ehegattensplitting heißt nun nichts anderes, als das für die Berechnung der Steuerschuld bei gemeinsam veranlagten Eheleuten beide Beträge addiert werden. Damit nutzt der höher Verdienende den nicht genutzten Steuerfreibetrag des Partners aus. Also klassische Familienförderung.
    Ich habe zudem nie behauptet, alle Hartz-IV-Empfänger wären zu faul, Arbeit zu suchen. Bei den meisten mangelt es an der Qualifikation, wenige familiäre Gründe wie Alleinerziehende oder Pflegende Angehörige mal ausgenommen. Dann muss man auch Arbeit als Unqualifizierter akzeptieren. Sich dann wieder zu verbessern, verbietet ja niemand. Bewerbungen haben dann ohnehin mehr Erfolgsaussichten, Arbeitslose habe es da immer schwerer.

  13. 46.

    Kann ja sein, daß es solche Stimmen gibt, aber der Begriff ist viel zu schwammig und läßt sich kaum eingrenzen. Denn dafür sind Menschen viel zu individuell.
    Außerdem muß klar bleiben, daß ich, solange ich nicht eingeschränkt bin, in dieser Gesellschaft arbeiten muß, wenn ich mir dies und jenes leisten will. Und die Leute, die da wer weiß was beanspruchen, sollten erstmal einsehen, daß das Geld, was sie leistungslos bekommen wollen, von anderen erstmal erarbeitet werden muß.

  14. 45.

    Dass mit dem Ehegattensplitting haben Sie nicht verstanden. In iher Antwort an Dissident im­pli­zie­ren sie den Hartz IV Emfängern fehle es am Anreiz zur Aufnahme neuer Arbeit ?????

  15. 44.

    Was heißt reich? Viele haben sich alles erarbeitet, haben nie geerbt, heben nie Vitamin-B (=Beziehungen) gehabt, sind nicht anderen karrierewegen in den Hintern gekrochen, haben sich von jung an auf den Hosenboden gesetzt, haben nicht im Park bis Sonnenuntergang eine auf KARAOKE-Kinderei gemacht.
    Haben schon als Kinder nicht anti-autoritär den Sinn des Lebens durch ihre bodenständigen Elternerfahren: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Und so ist es. Jetzt wollen andere diese als reich betiteln?

  16. 43.

    Könnt ihr den Text auch in normalem Deutsch anbieten? Das kann man ja nicht lesen..
    Oder geht es hier tatsächlich nur um das weibliche Geschlecht?
    Vielleicht solltet ihr euch in Ze.tt2 umbenennen.

    Ist mir auch klar,dass diese Kritik wieder nur die Moderation zu Gesicht bekommt. Die heile Scheinwelt soll ja aufrecht erhalten bleiben. Ganz wie früher..

  17. 42.

    Das Recht auf Entwicklung wurde 1986 von den Vereinten Nationen zu einem „unveräußerlichen Menschenrecht“ erklärt, „kraft dessen alle Menschen und Völker Anspruch darauf haben, an einer wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Entwicklung, in der alle Menschenrechte und Grundfreiheiten voll verwirklicht werden können, teilzuhaben, dazu beizutragen und daraus Nutzen zu ziehen.“ Quelle: Wikipedia - Es würde mich interessieren, wie Sie jedem von Grundsicherungsleistungen abhängigen Menschen, die geeignete, individuelle Entwicklungsstrategie vorschlagen. Arbeit suchen lassen, die nicht existiert, machen schon die Jobcenter.

  18. 41.

    "Was ist für Sie denn ein "soziokulturelles Existenzminimum" und wo haben Sie das her?"

    "Das soziokulturelle Existenzminimum garantiert über das physische Existenzminimum hinaus ein Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben."

    und weiter

    "Die Sozialgerichte haben den Begriff des soziokulturellen Existenzminimums geprägt. Er umfasst den materiellen Bedarf, der unerlässlich ist, um bei sparsamem Wirtschaften am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können."

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Existenzminimum

    Gerne darf man auch weiterlesen. Dann liest man u.a.:

    "Kritiker bemängeln, dass infolge von sachlich nicht gerechtfertigten Abschlägen das (real erforderliche) soziokulturelle Existenzminimum erheblich unterschritten werde"

    Letztendlich wird das ja auch mit den Aussagen einiger hier untermauert, die meinen, dass Hartz IV nur knapp das Existenzminimum abdecken würde. Für Teilhabe am Leben bleibt dann nichts mehr.

  19. 40.

    Was ist für Sie denn ein "soziokulturelles Existenzminimum" und wo haben Sie das her? Das Existenzminimum ist greift im übrigen bei allen Bürgern, d.h. darnach richten sich die Freibeträge in der Einkommenssteuer.
    Im übrigen sind Lebensmittel in Deutschland mit die billigsten Konsumgüter, selbst was zum Rauchen und Bier ist im Discounter sehr günstig.
    Und mein Kühlschrank ist sicher nicht so voll.

  20. 39.

    Sehen Sie mir bitte nach, dass ich es hier mit den Begrifflichkeiten nicht so genau genommen habe. Es ist stets die staatliche Pflicht zur Sicherung des Existenzminimums gemeint gewesen.
    Die Regelsätze sind zwar extrem niedrig, aber verfassungsgemäß. Damit erfüllt Hartz IV bei allen vorhandenen Härten seine Pflicht. Ich habe mehrere Bekannte, die mit weniger Geld im Monat um die Runden kommen müssen. Es klappt irgendwie. Man muss aber extrem diszipliniert sein und Fertigessen sind im Supermarkt nicht drin. Das Leben mit so wenig Geld ist wirklich hart, aber genau deshalb heißt es ja Minimum der Existenz.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Regelbedarf

    Ein echtes Problem ergibt sich, wenn Haushaltsgeräte unerwartet kaputt gehen. Neugeräte sind dann kaum bezahlbar.

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