Clara, Otis und Kind Malte (Quelle: privat)
Bild: privat

Armut in Berlin - Wenn die Arbeit nicht zum Leben reicht

Fast so viele Berliner, wie Potsdam Einwohner hat, fallen trotz regulärer Arbeit unter die Armutsgrenze, fast 100.000 stocken mit Hartz IV auf. Der Musiker Otis Driester etwa baut Bühnen für Konzerte auf. Doch das Geld reicht nicht. Von Niklas Münch und Lina Verschwele

Wenn Otis Driester* ein Schreiben des Jobcenters sieht, will er nur noch schlafen. Ob "Erstausstattungszuschuss" oder "Bedarfsgemeinschaft", die Sprache des Amtes ermüdet. Seit einem Jahr bekommt er viel Post: Der 29-Jährige ist einer von momentan knapp 100.000 AufstockerInnen in Berlin.

Obwohl Otis eine feste Stelle hat, erhält er Geld vom Jobcenter. Als "Stagehand" baut er Bühnen für Konzerte auf, schleppt Instrumente und Technik. Um die 55 Stunden arbeitet er im Monat, beim aktuellen Mindestlohn kommen so rund 500 Euro zusammen. Otis ist damit einer von vielen, die unter die Armutsgrenze fallen.

Wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt, gilt in Deutschland als arm. 2017 lebten allein in Berlin 683.425 Menschen an oder unter dieser Grenze – knapp ein Viertel von ihnen war arm trotz Arbeit. Auch Otis und seine Freundin Clara gehören dazu.

Während Clara noch studiert, hat Otis zehn Jahre als Musiker gearbeitet. Seit vor einem Jahr Sohn Malte geboren wurde, pausiert seine Künstlerkarriere. Was früher nur Nebenverdienst war, muss nun für drei reichen: Mit Otis‘ Gehalt als Stagehand und Claras Einkommen bei einer Onlineplattform verdienen sie weniger als 1.412 Euro, die für Kleinfamilien bemessene Armutsschwelle.

Wenn Arbeit nicht zum Leben reicht, soll der Staat die Hand reichen. So sieht es das Sozialgesetzuch II [arbeitsagentur.de] vor. "Aufstocken" heißt es, wenn auch Arbeitende Hartz IV beziehen, um über die Runden zu kommen. Im Jahr 2017 betraf das 110.087 Beschäftigte in Berlin. Deutlich mehr Erwerbstätige verdienten im selben Jahr so wenig, dass sie als arm eingestuft wurden: insgesamt 174.362.

Dass Otis heute zu den Aufstockern gehört, war eher Zufall. "Uns wäre es gar nicht eingefallen, aufzustocken", erzählt seine Freundin Clara. Das änderte sich erst, als Malte unterwegs war.

Plötzlich brauchen sie ein Kinderbett und Strampler, Wickeltisch und Kinderwagen. Schließlich beantragt das Paar einen sogenannten Erstausstattungszuschuss beim Jobcenter. Letztlich ist es das Amt, das sie danach über ihren Anspruch auf Hartz IV informiert. Seitdem erhalten sie zwischen 90 und 270 Euro im Monat, je nach dem, wie viel beide arbeiten. Bislang werden sie außerdem finanziell von ihren Eltern unterstützt. Ohne das Geld des Amtes müssten sie um mehr Geld bitten. Auch deswegen freut sich Clara über die Zahlungen vom Amt. Schwieriger ist es für Otis.

Vor allem zu Beginn wollte ich diese Abhängigkeit vermeiden. Ich habe schon das Gefühl, man wird da sehr durchleuchtet.

Otis Driester

In ihrem direkten Umfeld kennen Clara und Otis nur ein einziges Paar, das auch aufstockt. Sie leben in Treptow-Köpenick, Aufstocken ist hier selten. Überhaupt gibt es in Ostberlin weniger AufstockerInnen als im Westen der Stadt. Die Statistiken zeigen, dass der Osten Berlins heute besser dasteht als der Westen. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung haben die Menschen dort häufiger eine Arbeit – die zudem seltener zu Armut führt.

Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin überraschen diese Zahlen nicht. Er ist Experte für Konjunkturanalysen und sieht die Situation heute als logische Konsequenz einer Entwicklung, die mit dem Mauerfall ihren Anfang nahm.

Nach der Wiedervereinigung verloren nicht nur viele Beschäftigte in Ostberlin ihre Arbeit, sondern auch in Westberlin. Die Berlinförderung fiel weg und damit die finanzielle Unterstützung, die viele Betriebe im Westen während der Teilung am Leben hielt.

Die Ostberliner ArbeiterInnen schafften es nach einer gewissen Zeit wieder zurück in den Arbeitsmarkt – weil die meisten von ihnen gelernte Fachkräfte waren. Schwieriger hatten es die WestberlinerInnen und besonders Menschen mit Migrationshintergrund, die keine passende Berufsausbildung hatten. Während auf kurz oder lang Beschäftigte in Ost und West neue Anstellungen fanden, wurden die ArbeiterInnen aus dem Osten besser bezahlt auf Grund ihrer Qualifikation.

Auf Bezirksebene lässt sich das ebenfalls erkennen: Verglichen mit der Gesamtzahl der Erwerbstätigen lebten die meisten AufstockerInnen in Neukölln, Reinickendorf und Mitte. Warum sich besonders diese Bezirke vom Gesamtdurchschnitt negativ abheben, lässt sich auch mit dem umgekehrten Gentrifizierungseffekt erklären: in Ortsteilen wie Wedding, Moabit, Kreuzberg und Neukölln ballten sich einkommensschwache Menschen mit schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt, da dort die Mieten billig waren und schon ein Milieu ansässig war, dem sie sich zugehörig fühlten.

Auch unter Otis’ KollegInnen haben viele aufgestockt – die meisten aber nur kurz. Als Stagehand arbeitet Otis teils von acht Uhr morgens bis drei Uhr nachts. "Du bist da wirklich das letzte Glied in der Kette. Du machst die schwerste Arbeit für das wenigste Geld."

Im Unterschied zu ihm arbeiten viele seiner KollegInnen in Vollzeit: "Die Leute machen sich da wirklich kaputt." Trotzdem haben die meisten das Aufstocken aufgegeben oder nie ausprobiert – zu abschreckend der Ton im Amt, zu anstrengend die Formulare.

Fragt man Clara und Otis, was es zum Antragstellen braucht, haben sie eine deutliche Antwort: Geduld, einen finanziellen Puffer und ein Talent für Behördendeutsch. Mit einem dicken Stapel Dokumente ging Clara schon Monate vor der Geburt zum Jobcenter. Bis der Zuschuss gestattet wurde, war das Kind schon fast auf der Welt.

Am Anfang habe ich noch versucht, alles zu verstehen. Jetzt schaue ich nur noch, welche Summe es diesen Monat gibt

Otis Driester

Bis heute verbringt die 27-Jährige mehrere Stunden pro Woche mit der Dokumentation für das Jobcenter. Mal werden Kontoauszüge verlangt, mal Gehaltsnachweise, vieles muss Clara immer wieder einreichen und erklären. Selbst die einfache Tatsache, dass sie noch studiert.

Der Soziologe Stefan Stuth berichtet, dass auch im Jobcenter viele Sachbearbeiter prekär beschäftigt sind: Häufig würden Stellen für nur zwei Jahre vergeben, sodass sich die MitarbeiterInnen kaum auf ihre Kunden einstellen können – und sich im schlimmsten Fall nach der Befristung auf der anderen Seite ihres Tisches wiederfinden.

Weil Otis beim Anblick eines Bescheids jedes Mal "steinmüde" werde, hat Clara den Job mit dem Jobcenter übernommen. Die Bescheide, die sie zurückbekommt, füllen einen großen Ordner. Anders als Clara kann Otis sich vorstellen, dass hinter der sperrigen Behördensprache auch gezielte Abschreckung steht.

Helena Steinhaus (Quelle: Oliver Betke)Helena Steinhaus

Helena Steinhaus sieht das drastischer: "Das System Hartz IV bedingt ein Machtungleichgewicht. Da kommt es schnell zu verqueren Situationen oder auch Gängeln. Und dazu noch dieser Dschungel an Paragraphen."

Steinhaus findet, Hartz IV baue eine Drohkulisse auf, durch unverständliche Schreiben, abschätzige SachbearbeiterInnen, aber vor allem über Kürzungen. Mit dem Verein Sanktionsfrei setzt sie sich für Hartz-IV-EmpfängerInnen ein. Mit drei AnwältInnen geht der Verein gegen eingereichte Sanktionen vor und ist eigenen Angaben zufolge in 90 Prozent seiner Beschwerden erfolgreich. Bis zur Entscheidung gleichen Spenden sogenannter ‚Hartzbreaker‘ aus. Rund 70.000 Euro haben sie seit Ende 2016 verteilt. Demgegenüber stehen 904.000 Kürzungen, die das Jobcenter 2018 in Deutschland vollzog.

Auch Clara und Otis wurden schon sanktioniert. Nach einem verpassten Termin zahlte das Jobcenter drei Monate lang 38 Euro weniger. Mehr als die Kürzung ärgert sie der Umgang an sich: "Den fand ich schon manchmal sehr herablassend", sagt Clara. Sie erinnert sich, wie ein Sachbearbeiter nachfragte, warum ihr Partner keine 40 Stunden pro Woche arbeite – andere würden das ja auch schaffen. Natürlich habe es auch nette Gespräche gegeben – insgesamt hatte das Paar aber selten das Gefühl, man wolle ihnen helfen.

Helena Steinhaus glaubt, dass vielen Menschen das Recht auf Grundsicherung nicht wirklich bewusst sei. "Ich kann mir schon vorstellen, dass gerade Leute, die arbeiten, eher sagen: ‚Nee, ich gehe nicht zum Jobcenter.‘ Viele sind es gewöhnt, mit wenig Geld zu leben. Sie haben diesen Arbeitsethos, diesen Stolz, irgendwie alleine hinzukommen. Aber da kann ich nur spekulieren."

Tatsächlich geht die Zahl der Aufstocker seit 2014 zurück. Dazu beigetragen hat der Mindestlohn, der im Jahr 2015 eingeführt wurde. Laut verschiedenen SoziologInnen profitieren Beschäftigte aber vor allem von der Erholung des Arbeitsmarktes in Deutschland. Besonders wer vorher nur in Teilzeit oder in geringfügigen Beschäftigungen angestellt war, habe durch eine gute Wirtschaftslage die Chance, in einen Vollzeit-Job zu wechseln, sagt Karl Brenke vom DIW in Berlin. Durch eine Vollzeitanstellung sei die Chance auch am geringsten, in die Gruppe der Armen zu fallen oder Sozialleistungen beziehen zu müssen.

Worin sich WirtschaftswissenschaftlerInnen und SoziologInnen einig sind: Vor allem Aus- und Weiterbildungen helfen, um in gut bezahlte Jobs zu kommen. Diesen Weg gehen auch Clara und Otis. Im August ziehen beide nach Nordrhein-Westfalen. Otis wird ein duales Studium im Bereich soziale Arbeit beginnen und Clara ein Praktikum aufnehmen. Mit den Verdiensten werden sie zumindest vorübergehend nicht mehr auf das Jobcenter angewiesen sein.

*Alle mit Sternchen gekennzeichneten Namen haben wir zum Schutz der ProtagonistInnen geändert

Ein Projekt der Volontäre der Evangelischen Journalistenschule Berlin 

Armut in Berlin - die Beiträge zum Thema

Eine Frau hält am 01.07.2016 ein Kind an der Hand (Quelle: dpa/Marcel Kusch)
dpa/Marcel Kusch

Ein Projekt der Evangelischen Journalistenschule - Armut in Berlin

Den einen macht Arbeitslosigkeit arm, eine Familie treibt ein Krankheitsfall in Schulden, anderen reicht die Rente nicht: Armut hat viele Gründe - und viele Gesichter. Die Volontäre der Evangelischen Journalistenschule untersuchen Berlin: Wer ist arm, wo und warum? 

Beitrag von Niklas Münch und Lina Verschwele (EJS)

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

39 Kommentare

  1. 39.

    Betrachten Sie bitte sämtliche Geldströme der Volkswirtschaft Deutschlands und ich garantiere Ihnen ein Aha-Erlebnis der besonderen Art, wenn Sie den Mut für die "Wofür-Frage" bei einigen nicht so offensichtlichen Einkommensquellen aufbringen. Den Bezieher*innen von Sozialleistungen ist es immer leicht, die Schuld für zu geringes Einkommen und/ oder hohe Abgaben zuzuschieben.

  2. 38.

    Ich musste das eingebrachte Beispiel des Musikers tatsächlich 2x lesen, bevor ich es glauben konnte. 55h/Monat und ist Aufstocker? Was erwartet er denn? Arithmetisch arbeitet er nicht einmal 2h/Tag. Wieso nimmt er keinen zweiten Nebenjob an? Ich arbeite 45 h/Woche und komme gut mit meinem Gehalt aus. Er hat sich für einen anderen Weg entschieden und sollte froh sein das sich die Solidargemeinschaft um seinen Lebensunterhalt kümmert. Diskussionswürdig wird es erst dann, wenn jemand Vollzeit (40h/Woche) arbeitet und davon nicht leben kann.

    Wenn ich mir allerdings manche Kommentare hier durchlese, wird mir klar das viele Menschen ein monatliches Salär haben wollen, ohne eine Gegenleistung zu erbringen. Dabei vergessen sie aber, dass für alle Sozialleistungen, andere Menschen arbeiten und Steuern abführen müssen. Für Menschen die nicht oder nur eingeschränkt leistungsfähig sind, gibt es die soziale Struktur in Deutschland.

  3. 37.

    Hallo !!
    ich würde den beiden gerne Helfen !! Unsere Kinder sind Groß .
    Und wir haben noch viele Sachen und Spielsachen , wir wollten es schon oft anderen geben die kleinere Kinder haben aber keiner wollte was :( . Ich glaube bei den beiden sieht es anders aus . Bitte gibt unsere E-Mail Adresse weiter für einen Kontakt !!

  4. 36.

    Und ich vermutete hier werden mal die Schuftenden, die jeden Tag die Wohnung um 4 Uhr verlassen und um 17 Ur nach hause kommen, eine 45+ STUNDEN Woche haben, denen das Geld nicht reicht, vorgestellt... ?

    "Um die 55 Stunden arbeitet er im Monat"
    "Wie viele Menschen sind arm trotz Arbeit?"
    Ok ich versuche im nächsten Leben einen 1 Stunden Job zu bekommen, und erwarte Vollbezahlung.... Junge junge

  5. 35.

    alles klar Kohl und Merkel sind ja Linke. Wer regiert gleich im Baden-Württemberg? Der Frage von Potsdamer schliss ich mir an. Wie erklären Sie dann nur die Armut in Sachsen?

  6. 34.

    Was die meisten für sich als Arbeit betiteln ist keine, sondern Jobben.

  7. 33.

    ja. ist normal, dort wo wirtschaftsfreundliche Politik gemacht wird, siedeln sich Unternehmen an und schaffen Arbeitsplätze. Das zusammen erhöht die Erwerbstätigkeit und dadurch die Einkommen. Linke können keine Wirtschaft.

  8. 32.

    Dass tifft heute nicht mehr zu.
    "Nicht zuletzt ist die Schweiz geografisch insoweit begünstigt, dass bereits die Verteidigung weniger strategischer Punkte das Staatsgebiet weitgehend vor Angreifern schützt. Die Schweizer Bunker zu diesem Zweck sind legendär"

    Bei den Auslandseinsätzen liegen Sie auch daneben.

  9. 31.

    ist halt schon ..... wenn Ursache und Wirkung verwechselt wird. Wie erklären Sie dann nur die Armut in Sachsen?

  10. 30.

    Ist eigentlich schon mal jemanden aufgefallen, dass Armut immer da zu Hause ist, wo die SPD mal mit Grünen und mal mit Linken das sagen hat? Warum ist das in Bayern anders mit der Armut?

  11. 29.

    Die Schweiz als traditionell neutrales Land ist nicht Mitglied der NATO. Die Schweiz nimmt an keinen Auslandseinsätzen zur Friedenssicherung oder zur Verteidigung von Menschenrechten teil. Nicht zuletzt ist die Schweiz geografisch insoweit begünstigt, dass bereits die Verteidigung weniger strategischer Punkte das Staatsgebiet weitgehend vor Angreifern schützt. Die Schweizer Bunker zu diesem Zweck sind legendär. Insofern ist der Vergleich der Rüstungsausgaben ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen, zumal die Schweizer Zahlen nicht alle tatsächlichen Kosten ausweisen, weil dort die Kommunen und Kantone einen Teil der Kosten tragen müssen.

    https://www.nzz.ch/schweiz/bei-der-armee-zeichnet-sich-eine-trendwende-bei-den-ruestungsausgaben-ab-ld.1404593

  12. 28.

    „Hartz IV war ein Jobmotor für junge Juristen“ ... wäre ein weiterer Aspekt dessen, was Millionen Menschen in Deutschland mit HartzIV erleben. http://aktuelle-sozialpolitik.de/2015/01/15/15-sgb2-jobmotor/ - Sollte ein Gedanke in Richtung Neid entstehen; ich würde z. B. aus Gewissensgründen nicht mit HartzIV-Richter*innen tauschen wollen.

  13. 27.

    sie schreiben:
    Einzelheiten sind hier abrufbar: https://www.bundeshaushalt.de/#/2019/soll/ausgaben/einzelplan.html
    Nach Zuschüssen zur Rentenversicherung folgen Ausgaben nach dem zweiten und dritten Sozialgesetzbuch. Sozialausgaben sind mehr als dreimal so hoch, wie für Verteidigung:

    Wie hoch sind die Ausgaben für HartzIV im Vergleich zur Verteidigung?
    Wäre schön wenn mir erklären könnten, warum die Schweiz mit sowenig für Verteidigung so sicher sein kann.

  14. 26.

    Für solche "Kommentare" ist das mehr als ausreichend. Ich kann nämlich keine Argumente finden, nur AfD/FDP Sprech pur. Sehr dürftig. Das stimmt.

  15. 23.

    Einzelheiten sind hier abrufbar: https://www.bundeshaushalt.de/#/2019/soll/ausgaben/einzelplan.html
    Nach Zuschüssen zur Rentenversicherung folgen Ausgaben nach dem zweiten und dritten Sozialgesetzbuch. Sozialausgaben sind mehr als dreimal so hoch, wie für Verteidigung. Diese Ausgaben sind wiederum zu gering, um Deutschlands Verteidigungsbereitschaft aufrecht zu erhalten, heißt unsere Sicherheit geht zu Lasten anderer NATO-Länder. Ganz so schlicht ist es eben doch nicht.
    Im Übrigen sind alle Ausgaben des Staates mal als Steuern eingenommen worden. Gerade deshalb sollte ein sorgsamer Umgang damit herrschen. Dazu gehört auch, die zu unterstützen,die es brauchen und nicht pauschal Geld zu verschenken. Klappt nicht immer perfekt, aber insgesamt ganz gut.

  16. 22.

    Das "Hamsterrad der HartzIV-Bürokratie" führt auf vielfältige Weise zur Ermüdung. Wer sich den existentiellen Problematiken stellen will, muss sich nach meinen Erfahrungen mit schmerzhaften Erkenntnissen auseinander setzen. Diese Grundsicherung wurde auf der Basis von Illusionen und Willkür erschaffen, und instrumentalisiert die Abhängigen zu Spielzeugen des Staates, was der Menschenwürde deutlich zuwider läuft. Ich halte die HartzIV-Gesetzgebung für ein destruktives Lügengebilde, weil sie wegen Überforderungen krank macht.

  17. 21.

    Beim Sozialetat werden die mit Abstand größten Posten für die
    Rentenversicherung,
    die Krankenversicherung,
    die Beamtenpensionen,
    und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verwendet.
    Dann folgen mit prozentual viel kleineren Posten
    die Grundsicherung für Arbeitssuchende
    sowie die Sozialhilfe.
    Die allermeisten Bürger, Steuerzahler, Arbeitnehmer und Rentner erhalten also (indirekt) nur das Geld wieder was sie selbst eingezahlt haben!
    Daher kann und soll der Sozialetat auch der größte Etat im Bundeshaushalt sein. Die Steuereinzahlungen in diesen Etat sind auch so hoch weil die seit den Siebzigerjahren für versicherungsfremde Leistungen unrechtmäßig entnommen Gelder zum Teil wieder eingezahlt werden.
    Wenn irgendwo gespart werden müsste dann gern beim Verteidigungs- bzw. Kriegs- und Aufrüstungsetat.

  18. 20.
    Antwort auf [Karina] vom 07.07.2019 um 09:43

    55 Stunden im Monat

Das könnte Sie auch interessieren