30 Jahre nach dem Mauerfall ist die ehemalige Teilung der Stadt auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr sichtbar. (Quelle: Anna Bayer)
Bild: Anna Bayer

Wendeverlierer und Akademiker in Berlin - Abgehängt trotz des Booms

Berlin war einst die Hauptstadt der Arbeitslosen, vor allem in den Ostbezirken. Heute ist die Teilung der Stadt auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr sichtbar. Aber viele Menschen mit DDR-Biografien blieben auf der Strecke - und nicht nur die. Von Anna Bayer und Daniel Donath

Einer, der nicht vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitiert hat, ist Ronny. In der DDR geboren, hat der heute 54-jährige dort eine Maurer- und eine Bäckerlehre absolviert. Er verfügt also über zwei Berufsausbildungen. Trotzdem konnte er nach der Wende nicht richtig Fuß auf dem Berliner Arbeitsmarkt fassen und ist seit 19 Jahren arbeitslos. Vor eineinhalb Jahren hat ihm das Jobcenter eine Maßnahme im Franziskanerkloster in Pankow vermittelt. Dort ist er für die Kleiderkammer zuständig und verteilt gespendete Hosen, Hemden und Schuhe an Bedürftige. Über sein Leben als Langzeitarbeitsloser spricht er im Audio.

Mit dem Mauerfall brach auch das Wirtschaftsmodell der ehemaligen DDR zusammen. Staatliche Betriebe in Ost-Berlin, die einst tausende Mitarbeiter beschäftigten, mussten in kürzester Zeit ihre Pforten schließen. Viele dieser sogenannten Volkseigenen Betriebe (VEB) waren auf dem internationalen Markt nicht mehr konkurrenzfähig. Der Personalstock war aufgebläht und die Technologien veraltet.

Das 360-Grad-Bild zeigt die ehemalige Bärenquell-Brauerei in Niederschöneweide. An den Infopunkten spricht Professor Burda von der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt Universität in Berlin über die Umbrüche in der ehemaligen DDR

Doch auch im ehemaligen Westteil der Stadt stieg die Arbeitslosigkeit zunächst stark an. Die einstige Enklave war bis zur Wiedervereinigung von Subventionen aus der Bundesrepublik abhängig. Dadurch sollten die Produktion und vor allem Arbeitsplätze in West-Berlin aufrechterhalten werden. Mit dem Mauerfall fielen diese weg und die Arbeitslosigkeit nahm zu.

Seit 2014 geht die Arbeitslosigkeit in Berlin aber kontinuierlich zurück. Im März 2019 lag die Arbeitslosenquote in der Hauptstadt auf dem niedrigsten Niveau seit 1991 und betrug 7,8 Prozent. Auffällig ist, dass vor allem die Langzeitarbeitslosigkeit in Berlin stark abgenommen hat. Der Rückgang ist bisweilen um ein Vielfaches höher, als in einigen westdeutschen Bundesländern, zum Beispiel Bremen.

Bereits 2016 gab es kaum noch Unterschiede zwischen den Berliner Ost- und Westbezirken in Bezug auf die Arbeitslosenquote. Im ehemaligen Westteil der Stadt lag die Arbeitslosenquote sogar über der des Ostteils, wie die folgende Grafik zeigt.

Wer in Berlin Arbeitslosengeld empfängt, lebt oft unter der Armutsschwelle

Mit durchschnittlich 916 Euro, die eine alleinstehende Hartz IV-Empfängerin oder ein Hartz IV-Empfänger in einem Single-Haushalt in Berlin zur Verfügung hat (inklusive Übernahme der Mietkosten), bewegt sie oder er sich unter der Armutsschwelle: Arbeitslose haben weniger als 50% des durchschnittlichen Nettohaushaltseinkommen zur Verfügung. Dieses liegt bei 2.025 Euro.

"Langzeitarbeitslose sind vom normalen Leben abgeschnitten, denn sie können nicht am normalen gesellschaftlichen Konsum teilnehmen", sagt Bernd Backhaus, Leiter der Suppenküche im Franziskaner Kloster in Pankow. Die Suppenküche befindet sich direkt an der ehemaligen Grenze, die Ost- und Westberlin geteilt hat. Sie entstand nach dem Mauerfall. Auch heute noch kommen viele Wendeverlierer in die Suppenküche, um eine warme kostenlose Mahlzeit zu essen.

Doch 30 Jahre nach dem Mauerfall sind die Unterschiede zwischen West- und Ostberlin längst nicht mehr so groß. Vor allem die Langzeitarbeitslosigkeit hat in den vergangenen Jahren abgenommen - das macht sich auch in der Suppenküche in Pankow bemerkbar. Bernd Backhaus führt eine Statistik über abgewaschene Suppenschalen. Diese weist in den letzten Jahren einen leichten Rückgang auf: Während die ehrenamtlichen Mitarbeiter 2015 im Schnitt 244 Suppenschüsseln spülten, waren es 2016 nur noch 237 und im vergangenen Jahr 224.

Wo früher Fabriken standen, ensteht jetzt Wohnraum

Seit den 2000er durchläuft die Hauptstadt einen Strukturwandel. Vor allem die Bau– und Tourismusbranchen boomen. Dort wo früher marode Fabrikhallen standen, ist in den vergangenen Jahren neuer, häufig teurer Wohnraum entstanden. So auch im Südosten Berlins, auf dem Areal des ehemaligen VEB Fotochemische Werke Köpenick. Hier haben vor der Wende mehr als 1.200 Menschen gearbeitet.

Studium ist keine Jobgarantie

Wer in Berlin zurzeit auf Jobsuche ist, hat es vor allem in der Baubranche leicht. Handwerker und ähnliche Facharbeiter sind gefragt. In vielen akademischen Berufen ist die Suche nach einem Arbeitsplatz deutlich komplizierter.

Kompliziert ist es auch für Johannes (Name v. d. Redaktion geändert). Er hat vor über einem Jahr sein Masterstudium abgeschlossen, seither sucht er eine Arbeit. Mehr als 70 Bewerbungen hat der Kulturwissenschaftler geschrieben. Von seinen Erfahrungen berichtet er im Audio.

Akademiker sind in Berlin fast doppelt häufig arbeitslos wie im restlichen Bundesgebiet. Das liege auch daran, dass die Hauptstadt bei Akademikern besonders beliebt ist, sagt Professor Burda von der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt Universität in Berlin. Sie bevorzugten Großstädte, da sie dort für sich bessere persönliche und berufliche Entfaltungschancen sehen.

Arbeitslosigkeit in Berlin betrifft Menschen mit unterschiedlichen Biografien, wie die Geschichten von Ronny und Johannes zeigen. Akademiker und Wendeverlierer - vor dem Jobcenter sind sie alle gleich.

Ein Projekt der Volontäre der Evangelischen Journalistenschule Berlin  

Korrektur: Das 360-Grad-Bild zeigt die ehemalige Bärenquell-Brauerei in Niederschöneweide, und nicht, wie in einer früheren Version geschrieben, das ehemalige VEB Metallhütten und Halbzeugwerke. Wir haben den Fehler korrigiert.

Armut in Berlin - die Beiträge zum Thema

Eine Frau hält am 01.07.2016 ein Kind an der Hand (Quelle: dpa/Marcel Kusch)
dpa/Marcel Kusch

Ein Projekt der Evangelischen Journalistenschule - Armut in Berlin

Den einen macht Arbeitslosigkeit arm, eine Familie treibt ein Krankheitsfall in Schulden, anderen reicht die Rente nicht: Armut hat viele Gründe - und viele Gesichter. Die Volontäre der Evangelischen Journalistenschule untersuchen Berlin: Wer ist arm, wo und warum? 

Beitrag von Anna Bayer und Daniel Donath (EJS)

Kommentar

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41 Kommentare

  1. 41.

    1) Wie bitte? "durchschnittlich 916 Euro = alleinstehende/r Hartz IV-Empfänger/in in einem Single-Haushalt in Berlin!

    Im Bundesland Brandenburg bewegt man sich bei 650-700 €.

    2) Wie bitte? "Ganz strenge Armut = 810 €"

    Kann man das nach unten etwa noch erweitern? Wie würde man es dann benennen?

  2. 40.

    Es gibt ein Grundeinkommen, nennt sich Hartz IV bzw. Grundsicherung im Alter. Unkonditioniert(Was ist das schon?) ist das natürlich nicht und das ist auch gut so. Alles andere wäre nämlich durchaus nicht sozial.

  3. 39.

    Es kommt auch auf die Prioritäten jedes Einzelnen an! Wer sein Leben lang dienen, schuften, sich ausbeuten, schlecht behandeln, erniedrigen, demütigen lassen will, sich davon nichtmal ein gutes Leben finanzieren kann und nichts anderes im Leben hat, als Arbeit, für den ist die Erwerbsarbeit das Nonplusultra. Für Andere ist das ein Beschäftigungstaumel..man hat ständig Stress, nie genug Zeit für Kinder, Hobbys,Freunde,Haushalt, Kochen und Backen (frisst Fertigprodukte, die auf Dauer krank machen)-zum Sport kommt auch selten, weil man kaputt ist nach einem stressigem Arbeitstag. Wenn man dann sieht, dass seine Mutter mit 59 stirbt (nach 40 Jahren Arbeit und Stress), ohne einen Cent Rente bekommen zu haben (die übrigens am Ende auf Hartz4-Niveau lag), überlegt man sich, was einem wirklich wichtig ist im Leben und das ist nunmal nicht ein Ausbeuterjob, sondern eher ein Ehrenamt, ein besonderes Engegement, eine besondere Erfahrung oder Reise oder sonstiges! Grundeinkommen ist die Zukunft ;)

  4. 38.

    Einerseits die Währungsunion, die der ostdeutschen Wirtschaft den Boden unter den Füßen weggezogen hat und im Anschluß der Ausverkauf durch die Treuhand. Der letzte Chef der Treuhand hat das ja mal in einem Interview sehr gut beschrieben, wie auf Teufel komm raus die Betriebe verschachert wurden.
    Wenn die Produktion im Osten so schlecht war, frage ich mich immer, warum dann in so vielen westdeutschen Haushalten die ganzen Geräte (z.B. Kühlschränke, Kaffemaschinen, Waschmaschinen, Nähmaschinen etc.) aus Ostproduktion standen. Dort natürlich unter den "Markennamen" der jeweiligen Versandhäuser.
    Neckermann vertrieb unter Anderem auch Mopeds der Marke "Spatz" oder Kleinkrafträder der Marke MZ, auf der Dieter Braun im Team "Neckermann" sogar eine deutsche Meisterschaft gewann.
    Der Beispiele kann man hunderte anführen und dies Beispiele versetzen junge Menschen regelmäßig in Staunen.
    Napoleon soll in etwa gesagt haben: Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat.

  5. 37.

    ..vom Flughafen, Oper..bis zum Stadtschloss! Milliarden verschwendet, aber keine Wohnungen(bezahlbaren), keine Kitas (im Osten gab's für jedes Kind ein Platz), keine saubere Luft, da immer mehr stinkende Autos in die Innenstadt müssen (autofreie Innenstadt!)und auch keine Jobs, von denen man als Nichtakademiker leben kann (alles Ausbeutung und Sklavenarbeit) und so weiter und so fort.Nichtsdestotrotz möchte ich nirgendwo anders in Deutschland leben als in Berlin, da es wenigstens noch die bunte Vielfalt gibt, während es in meiner Heimatstadt Cottbus und dem Rest vom Osten immer brauner und trister wird! Pfui Teufel ihr Fremdenhasser im Osten-Menschen ausgrenzen und sich als was besseres fühlen! Ich verstehe die Unzufriedenheit, denn ich habe sie auch, ab.deshalb geht man doch nicht auf Schwächere oder noch Ärmere los! Das System hat keine Kriese-es ist die Krise! (mein Lieblingsaufkleber meiner Tochter)! Meine Hoffnung gilt der Jugend, die was tut!Zusammenschluss statt Ausgrenzung!

  6. 35.

    Einmal abgesehen von der der Geschichte, der ehemaligen DDR, der wieder ein Beitrag, zur Geschichtsklitterung beiträgt, von welchem Boom, wird hier Land auf Land ab geschrieben?
    Von den offiziellen Zahlen von 2,8 Mio. arbeitssuchenden? die eher wohl annähernd 5 Mio. sind? Dagegen stehen nach offiziellen Zahlen ca. 800 Tsd. offene Stellen gegenüber? Und davon zwei Drittel in Leiharbeit, Werksverträge und zu so niedrigen Konditionen, das man sich fragen muss, kaufe ich mir davon Essen, oder bezahle ich die Miete, beides geht heute nicht mehr?
    Was boomt seitdem sind Suppenküchen, was man beschönigend "Tafeln" nennt. Während es in Deutschland ein Barvermögen von 5000 Milliarden Euro gibt ohne Immobilien, was stimmt die Reichen werden im reicher, die Armen immer ärmer. Deutschland den Reichen, wurde unter Adenauer schon umgesetzt.

  7. 34.

    Welcher BOOM denn? Die Arbeitsmarktlage war nie anders.
    Man hat einen Beruf, geht arbeiten oder qualifiziert sich weiter, geht weiter arbeiten.
    Wer nichts ist, wird geschult, oder ausgebildet. Wer dennoch nicht arbeiten möchte dem ist nicht zu helfen.
    Mit WEM sollen wir hier Mitleid haben?

  8. 32.

    Bei allem Respekt, die derzeitige Regierung hat einen ernormen Quantensprung seit dem Beinahezusammenbruch der Schröder-SPD-Regierung von 2005 geleistet. Vorallem in Berlin.
    Wer mit geringer, oder nur mittlerer Bildung auf dem Arbeitsmarkt "reich"werden will, der muss erst einmal verstehen, dass die Rosinenbomber einer vergangenen Epoche angehören. Keine Stadt hat so viele Zuwendungen aller Art erhalten, wie Berlin in den letzten 30 Jahren. Trotzdem scheint das Jammern auf höchstem Niveau eine sportliche Disziplin gerade in Berlin zu sein.

    Ansosten sehe ich es auch so: Wer zwei Handwerksausbildungen hat, aber langzeitarbeitslos ist, der braucht nicht auf "Bonzen" und den "unfähigen Senat zu schimpfen. Da liegt das Problem wohl eher vor der eigenen Haustür.

    Arbeitslose Akademiker müssen halt auch einsehen, dass sie in Berlin zwar schön wohnen, aber wenig Gehalts&Karrieremöglichkeiten haben, während es in Görlitz und Trier vielleicht besser aussieht.

  9. 31.

    dem Verfasser vor mir stimme ich voll und ganz zu! habe schon selbst zu viele Menschen in meinem Leben kennen gelernt, die trotz großer Hürden trotzdem immer in Arbeit waren (Menschen die nicht nur jenseits der 50 + sind, sondern auch ohne Ausbildung oder mit sehr geringen deutschen Sprachkenntnissen). Wer wirklich will, findet auch eine Arbeitsstelle!!
    ansonsten dürften es andere in der Person liegende Gründe sein, warum derjenige 19 J. lang arbeitslos ist....

  10. 30.

    Auch hier im Westen ist es nicht besser als in Berlin .Ich bin 50 seit meiner Halswirbel OP 2017 darf ich nix mehr tragen und schleppen ausser 2 kg sonst voll invalid evtl durch Bandscheiben. ich bekomme knapp 660 Euro ALG II und muss damit miete und alles bezahlen. Mir bleiben trotz ALG II nur knapp 220 Euro für Essen trinken Strom auflade Handy und das wo alles teuerer wird und kein Arbeitgeber mich nehmen will , da kann man sich doch nur noch die Kugel geben oder Leben beenden. Echt ..

  11. 29.

    Die DDR hatte kein Wirtschaftsmodell sondern Flickschusterei bzw. Improvisation da sie von West und Ost boykottiert wurde. Die DDR (Ost-Zone) hatte die Strafe nach dem WWII wahrlich materiell abgelten müssen, die SU hat sie ausbluten lassen. Die Westzone (Banana Republik) bekam Rosinen...

  12. 28.

    Ihr vergesst einiges....So ist das in Berlin wie im Ruhrgebiet oder hier in der Westpfalz, mehrmals passiert: Die Grosskonzerne (in NRW die RWE)entlassen Leute da Maschinen (Grossbagger) die Braunkohle abbauen, Steinkohleabbau im Saarland wird eingestellt, Fabriken werden dicht gemacht (Schuhfabriken in der Westpfalz hauptsächlich um Pirmasens), Militär wird abgezogen (Berlin, Westpfalz, Saarland). Die Leute müssten innerhalb von 20-30 Jahren mehrmals ihren Wohnort wechseln oder tagelang in einer Zweitwohnung am Arbeitsort wohnen. Da aber der Staat, den Bezug von steuerfreien Zulagen (von denen man an der Zweitwohnung Monat für Monat leben könnte) für den Unterhalt einer Zweitwohnung gestrichen hat, müsste derjenige Hunderte von Km vom Wohnort zum Arbeitsort an jedem Arbeitstag hin und herpendeln. Folge: Mehr Staus auf den Autobahnen, überfüllte Züge, mehr CO2 und andere Abgase in die Luft blasen....Lohnsteigerung, Rentenerhöhung ect. wird aufgefressen von höheren Steuern...

  13. 27.

    Wer seit 19 Jahren arbeitslos ist, hat ja nach der Wende offenbar noch 10 Jahre einen Job gehabt.
    Da ist der Verweis auf DDR-Biographie vielleicht auch eine zu einfache Erklärung...
    Mit mitte 50 auf dem Bau ist sicher nicht so toll - aber vor 15 Jahren hättte er da sicher etwas gefunden.
    Bäcker werden händeringend gesucht!
    Die Vermutung liegt nahe, dass es andere - hier nicht beschriebene Gründe - gibt, die in der Person des Betroffenen zu suchen sind.

  14. 26.

    Auch ich habe Orientalistik studiert und bin während der gesamten Arbeitslosenkrise der Hauptstadt ohne einen Tag Arbeitslosigkeit im Fach beschäftigt gewesen. Andere haben Informatik studiert und mussten für ein vernünftiges Einkommen und sinnvolle Arbeitsbedingungen kurz nach dem Studium die Stadt verlassen.....es geht oft nicht ums Studienfach beim beruflichen Erfolg sondern um die Kombi Fähigkeit, Ausdauer, Engagement und am Ende ist es auch eine Frage des Glücks!

  15. 25.

    Gewiss, für viele Alteingesessene in Berlin ist die Lage mitunter schwierig (geworden).
    Ansonsten: Ich bin inzwischen etwas ressentimentgeladen gegenüber den ewigen "Berliner Problemen".
    Ein Beispiel: Berlin ist die Stadt mit dem größten Zuwanderungssaldo bei Studienanfängern und Studierenden - die dann hinterher auch in Berlin arbeiten wollen, weil sie die Stadt so toll finden und zu den "jungen Kreativen" gehören wollen.
    Sodann geht das Geklage los ... wegen schlechter Arbeitsverhältnisse, hoher Mieten usw.
    Unterdessen verödet die deutsche Provinz.
    Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
    C.M.

  16. 24.

    nicht nur in Berlin ist es so. NRW - mit derzeit 280 hier lebenden Nationen - es sieht nicht anders aus.
    Kriterien sind:
    - Dein Alter (bist Du jung - ohne Erfahrung - oder bist Du bereits über 50 J)
    - bist Du vor allem gesund oder hast Du eine Diagnose? (auch wenn sie Dir nichts tut)
    - es sind schlicht und simpel nicht ausreichend Stellen da
    - Deine Gehaltsvorstellung
    wir sind gläsern - glaube mir das - und ist auch nur ein einziges "negatives Häckchen" von o.g. bist Du raus.
    So ist das.
    LG

  17. 23.

    Wir haben die diskussin natürlich auch im bakanntenkreis... und das war auch vor 40 jahren schon so...... unter meinen freunden haitte damals eine bekannte kunstgeschichte studiert schwerpunkt oreentalistik, en wnderschönes interesntes studium.. kan man machen, aber man weiß vorher dass es sich typisch nicht um eine vorbereitung für das Berufsleben handelt, sondern um ene subventionierte freizeitbeschäftigung..... Ergebnis die junge dame war nicht bereit sekretärinnen oder Verkäuferinnenjobs zu machen dafür war sie überqualifiziert meinte sie , während arbeitgeber die nach Anschlägen pro minzte werten nicht die macheinenschreibkenntnisse messen konnten die sie erwarten.-..... da war se desinteressiert und unterqualifiziert...... Der der demals informatik studierte und die dickeren bretter bohrte hatte dises Probleme imm weiteren Lebensverlauf nicht.....

  18. 22.

    Ich schließe mich dem Erstaunen, wie man als gelernter Maurer und (!) Bäcker 19 Jahre lang arbeitslos sein kann, voll an. Beides sind Berufe, in denen händeringend Leute gesucht werden. Auch, wenn ich mir die Statistiken ansehe, nimmt das Erstaunen nicht ab: wir holen ausländisches Pflegepersonal heran und deutsches findet keinen Arbeitsplatz? Erzieher? Transport? Hotelerie? Hoch- und Tiefbau? Informatik???? Das kann ich alles nicht glauben und denke eher, daß da nicht der Wille zur Arbeit vorhanden ist. Der Arbeitsplatz direkt vor der Haustür, die erträumte monatliche Entlohnung: man muß halt auch mal die Realitäten sehen und wenn's trotzdem nicht klappt, gibt es Umschulungsangebote und auch andere Städte, in denen Arbeitskräfte gesucht werden. Wo steht denn geschrieben, daß man nur und ausschließlich in der Wunschstadt arbeiten kann?

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