Ein Rollstuhlfahrer fährt mit ihrem Rollstuhl aus einem Regionalzug (Quelle: dpa/Arno Burgi)
Bild: dpa/Arno Burgi

Bundesratsinitiative zur Anpassung von Bahnhöfen - Brandenburg setzt sich für mehr Barrierefreiheit ein

Brandenburg will einen barrierefreien Einstieg an allen Bahnhöfen ermöglichen. Um das zu erreichen, hat das Land am Dienstag eine Bundesratsinitiative zur Anpassung von Bahnsteighöhen gestartet. Die vom Bund festgelegte Höhe für Bahnsteige beträgt 76 cm; Brandenburg fordert jetzt, dass neben dieser Einstieghöhe auch 55 cm hohe Bahnsteige erlaubt sein sollen.

Doppelstockzüge sind aktuell nicht barrierefrei

Ein Grund für die Forderung, auch 55 cm-hohe Bahnsteige zu gewähren: Brandenburg hatte bislang viele einstöckige Regionalzüge, schafft nun aber vermehrt Doppelstockzüge für den Pendlerverkehr an. Diese sind laut Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider "rein rechnisch bei einer Einstiegshöhe von 55 cm" barrierefrei - und nicht bei den bundesweit vorgeschriebenen 76 cm.

Außerdem sei es nicht sinnvoll, Strecken nach der Norm auszubauen, wenn dann nur die letzten beiden Bahnsteige einer Strecke diese Höhe hätten. "Wir brauchen deshalb eine gesetzliche Regelung, die auch Bahnsteige mit einer Höhe von 55 cm zulässt", so die Schneider am Dienstag.

Bundesnorm verhindert oftmals Barrierefreiheit

Die Debatte zur Angleichung von Bahnhöfen läuft nach Angaben der Staatskanzlei Brandenburg schon seit einigen Jahren. Viele Bundesländer hätten sich gegen die Festlegung des Bundes auf 76 Zentimeter ausgesprochen, weil sie die Barrierefreiheit nicht begünstige, sondern eher erschwere.

Beispielsweise passe die Höhe nicht zu den IC- und ICE-Flotten der Deutschen Bahn. Über die Initiative des Landes Brandenurg wird der Bundesrat im Herbst abstimmen.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

2 Kommentare

  1. 2.

    Die Frage ist doch, warum Deutschland auf 76 cm setzt, während unsere Nachbarn 55 cm zum Standard gemacht haben. Hier wäre doch mal eine wirklich sinnvolle Gelegenheit für eine europäische Vereinheitlichung gegeben, aber in Deutschland können sich nicht mal Bund und Länder einigen.

  2. 1.

    Bombardier und Skoda haben Dostos im Programm, die einen niveaugleichen Einstieg bei 76cm Bahnsteighöhe ermöglichen. Bereits z.B. 1996 schaffte die DB Dostos der Baureihe DBbzfa 761.2 mit 76cm Einstiegshöhe an. Nicht nur für Mutti ist das Internet für eine schnelle Recherche Neuland

    Ich stelle mir gerade vor, wie man im Hauptbahnhof (tief) nach dem Aufschottern die Höhe der Oberleitung anpasst.

    Es wurde zwar das richtige Problem angesprochen, durch fehlendem Wissen dann dem aber nur bedingt gedient.

    Es war ein Fehler, dass die Länder sich frühzeitig auf 55cm für den SPNV festgelegt hatten, während der Bund schon lange 76cm bevorzugt. Die 55cm waren billiger und Barrierefreiheit kein großes Thema. Damals war die BR 612 noch das Non plus Ultra

    Der Bahnsteig wird nur alle 100 Jahre grundlegend saniert, der Zug ist nach 30 Jahren veraltet.

    Das Land Brandenburg hat es auch in der Hand, dass man sich als Rollstuhlfahrer nicht mehr für den RE vorher anmelden muss.

Das könnte Sie auch interessieren

Berlin: Fahrzeuge rollen über die Leipziger Straße, auf der aus Umweltschutzgründen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde gilt. (Quelle: dpa/Kappeler)
dpa/Kappeler

Luftreinhalteplan - Senat verhängt Diesel-Fahrverbote in Berlin

Eigentlich sollte es sie schon ab 1. Juli geben: Diesel-Fahrverbote und Tempo 30 an einigen Straßenabschnitten in Berlin. Am Dienstag hat der rot-rot-grüne Senat diese Maßnahmen beschlossen. Abschnitte auf mindestens acht Straßen sind für Diesel-Autos demnächst tabu.