Begrüntes Dach einer Garage eines Townhouses am 03.06.2016 in Berlin (Quelle: dpa/Florian Schuh)
Video: Abendschau | 04.06.2019 | Tobias Schmutzler | Bild: dpa/Florian Schuh

Programme für Hauseigentümer - Berlin fördert Heizungsaustausch und grüne Dächer

Hauseigentümer in Berlin sollen demnächst hohe Zuschüsse bekommen können, wenn sie bei ihrer Immobilie den Klimaschutz fördern. Zum Beispiel wenn sie das Dach begrünen oder die alte Ölheizung gegen eine neue, klimafreundlichere austauschen.

Mit Förderprogrammen will der Berliner Senat Hauseigentümer dazu bewegen, ihre Immobilien klimafreundlicher einzurichten. Bezuschusst wird nach einem Beschluss vom Dienstag der Austausch von Heizungsanlagen und die Begrünung von Dächern.

Beim Heizungsaustausch sei das Ziel, Ölheizungen durch klimafreundliche Techniken zu ersetzen, sagte Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos/für Grüne) am Dienstag zu einem Senatsbeschluss. Eigentümer sollen demnach von der Investitionsbank Berlin einen Zuschuss von bis zu 5.000 Euro erhalten, wenn sie in ihrem Haus eine neue Heizung einbauen. Damit solle eine "ungerechte Steuerpolitik des Bundes" ausgeglichen werden, sagte Günther. Denn bislang sei leichtes Heizöl steuerlich günstiger gestellt als Gas, obwohl Gas die bessere CO2-Bilanz habe.

Insgesamt gibt es in Berlin laut Senat rund 66.000 Ölheizungen. Sie haben zusammen einen Anteil von rund sieben Prozent an den gesamten Berliner CO2-Emissionen. Das Förderprogramm hat einen Umfang von sechs Millionen Euro. Damit können bis zu 1.200 Heizungswechsel gefördert werden.

Zuschüsse für Dachbegrünung

Der Senat beschloss am Dienstag zudem, die Begrünung von Dächern in der Stadt zu fördern. Das Förderprogramm "1.000 grüne Dächer" gewährt Eigentümern Zuschüsse von bis zu 60.000 Euro pro Dach. Ab August soll es starten. Für Umweltsenatorin Günther ist es ein wichtiger Schritt, die Hauptstadt "klimarobust" zu gestalten, wie sie sagt.

Derzeit sind rund vier Prozent der Berliner Dächer begrünt, doch mehr wären gut für Natur und Mensch, so Günther, denn begrünte Dächer halten Regenwasser zurück und mildern so etwa die Auswirkungen von Starkregen. Sie kühlen aber auch durch Verdunstung und verbessern die Luftqualität.

Insgesamt stehen in den kommenden Jahren dafür 3,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderrichtlinie muss allerdings erst noch vom Landesrechnungshof freigegeben werden.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsere Netiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

8 Kommentare

  1. 8.

    Da hat sich die Fossil-Lobby von GASAG, "Zukunft Erdgas" & Co. durchgesetzt die leider auch bei den Grünen sehr offene Türen hat. Die Förderung wird gerade auf den Seiten der oben genannten Dinosaurier groß abgefeiert. Biomethan und jeder Kubikmeter Erdgas den wir darüber hinaus noch benötigen gehört eigentlich in die Heizkraftwerke, aber so ist das halt wenn man auf dem Erdgasauge blind ist.

  2. 7.

    Ölheizungen zu einer Gasheizung gibt es dann keine Förderung? Gas zählt nicht zu den erneuerbaren Energien.

  3. 6.

    Nicht nur Schimmel,die Dämmung soll ja auch Benzol haltig sein .

  4. 5.

    100 qm Gründach mindestens. Also nichts für uns Privatleute.

    1200 Ölheizungen sollen getauscht werden. Bei 66000 sind das Ölheizungen sind das gerade mal 1,8 Prozent. Ein Witz!

    Aber was rege ich mich auf. Ich habe eine Gasheizung und dafür gibt es sowieso nichts.

    Das ist keine ambitionierte grüne Politik. Das ist Mini-Greenwashing!

  5. 4.

    1 Schritt von sehr vielen, die nötig sind. Auf jeder öffentlichen Einrichtung in Berlin sollten zudem jetzt (!) Solaranlagen installiert werden (für Warmwasser und Strom). Es ist absolut unsinnig, im Hochsommer bei brüllender Hitze etwa Warmwasser durch Verbrennung von Öl, Kohle und Gas zu erzeugen, wenn die Wärme direkt auf den Dächern ist.

    Es muss jetzt überall und schnellstens gehandelt werden. Die Bundesregierung hat die "Energiewende" in 13 Jahren unter Frau Merkel sowas von verschlafen. Wir werden später auf diese Regierung zurückblicken werden, wenn es um die Frage geht, wer Klimaschutzpolitik auf völlig unverantwortliche Weise verzögert und verschleppt hat.

    Wir können nicht auf 2021 warten, wenn die GroKo abgewählt wird. Klimaschutz in allen Bereichen muss jetzt sofort passieren. Die Bundesländer, wie Berlin, können ihre kleinen Beitrag dazu leisten. Das im Artikel Genannte kann aber nur ein allererster Schritt von vielen sein!

  6. 3.

    Sind die Fenster neu und die Wände dick gedämmt, wird es früher dunkel oder später hell im Raum. Ungewollt macht sich ein Pilz breit ...

  7. 2.

    Ich fände es gut wenn man dem Denkmalschutzamt mal untersagen würde, Gebäudedämmung zu verhindern. Wieviele olle Fenster könnten schon längst ausgetauscht sein, wenn es da nicht diese Behörde gäbe.

  8. 1.

    Sechs Millionen Euro, um bei 13 Promille aller Berliner CO2-Emmissionen eine Verbesserung zu erzielen. Ist das schon Populismus oder noch Symbolpolitik? Das führt doch ohnehin nur zu Mitnahmeeffekten, bei Eigentümern, die ohnehin die alte, defekte Heizung tauschen müssen.

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Mitarbeiterin verteilt an Bedürftige Lebensmittel (Quelle: dpa/Stefan Schaubitzer)
dpa/Stefan Schaubitzer

Gebrochene Erwerbsbiografien - Im Alter auf Grund gelaufen

Schon heute ist etwa jede zehnte Person im Rentenalter arm. Der Anteil wird weiter zunehmen. Es fehlt ein ganzheitliches Konzept, dass die vielen Ursachen berücksichtigt: zum Beispiel langjährige Krankheiten. Von Jann-Luca Künßberg und Teresa Roelcke